Das Notfunkreferat berichtet

Mailingliste

Hier gibt es Informationen aus dem Notfunk-Referat des Distriktes H.

Abo unter: https://lists.darc.de/mailman/listinfo/notfunk_h

 

 

Reichweitentest bei DB0ROD

DO1FRK  26.10.2018


Rund 70 Funkstellen nahmen am Mittwoch an einem Ausleuchtungstest des 70cm-Relais DB0ROD für den Notfunk in der Region Hannover teil. Die Leitstation DM5C befand sich im Einsatzleitwagen der Landesfernmeldegruppe vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Niedersachsen in Barsinghausen. Von dort wurden die Stationen abgerufen, insgesamt wurden über 80 QSOs dokumentiert. Dabei wurden Name, Standort und verwendete Ausrüstung aufgenommen. Einige OMs kamen nicht durch, manchmal war die Verständigung schwierig oder unmöglich. Es kamen aber Verbindungen in alle Teile der Region und weit darüber hinaus zustande (z.B. nach Walsrode, Salzgitter, Minden und in den Landkreis Schaumburg und Celle) - mit Equipment von der "High-Power-Heimstation" bis zum einfachen Handfunkgerät. Einige OMs haben sich die Mühe gemacht mehrere strategische Punkte anzufahren und zum Teil weite Fahrstrecken auf sich genommen. Auch die Clubstationen vom OV H42 in Garbsen, H48 in Hannover-Linden und H13 in Hannover-List waren besetzt. Für uns ein voller Erfolg und für die Relaisbetreiber eine wertvolle Erkenntnisquelle für weitere Optimierungen.


Die Funkamateure des DARC werden zukünftig in den Katastrophenschutzplan der Region Hannover aufgenommen. Unterstützung erfährt der Notfunk vor allem durch die ASB-Fernmelder. Wir hoffen auf weitere Einheiten aus Reihen der BOS. Das batteriegepufferte Relais DB0ROD in Deister hat seine Eignung als Notfunkrelais für die gesamte Region Hannover bewiesen. Zukünftig wird es der erste Anlaufpunkt für Notfunker bei entsprechenden Lagen sein. Wir hoffen nach diesem ersten Schritt zur Verankerung des Amateurfunks im Raum Hannover die Zusammenarbeit auch mit den Kommunen weiter ausbauen zu können. Genauere Konzepte werden nun unverzüglich erstellt.

Notfunktest bei H63

DO1JAW   5.8.2018

 

Am Sonntag hat eine Gruppe von Funkamateuren ausgehend von einem Aufruf des Ortsverbandes H63 (Wennigsen) des Deutschen Amateur Radio Clubs ihr Equipment getestet und den Aufbau geübt. Vertreter aus umliegenden Ortsverbänden waren mit dabei.

 

Der Test hatte mehrere Ziele: Zunächst galt es, die Einsatzbereitschaft der Technik sicherzustellen, da diese Ausrüstung neben dem Hobby auch bei Lagen wie langfristiger Stromausfall eingesetzt werden kann. Das weitere Ziel war es, die Zusammenarbeit beim Aufbau und Betrieb der Station zu üben. „Wir sind komplett unabhängig von vorhandener Infrastruktur. Wir erzeugen unsere Energie selbst. Sollte auch kein Benzin vorhanden sein, entwickelt der H63 gerade ein Modul, was Akkus beinhaltet, die von Windgenerator und Solarpanel geladen und dabei transportiert werden können. Alle diese Geräte und Bauaktionen finanzieren wir aus Spenden und Eigenmitteln“, so Carlo Struß, Funkamateur der Ortsgruppe H63, der auch gleichzeitig Mitglied in der Landesfernmeldeeinheit des ASB ist. Gleichzeitig wurde ein Übungsflug von einer Drohne über diesem Gelände durchgeführt, die zur Feststellung der Lage dient und mit einer Wärmebildkamera ausgerüstet ist.

 

Jörg, DO1JAW

Blackout? Na und? Wir funken weiter!

Andreas DG4OAE (links) bei der Übernahme von vier 250W Panels von Herrn Jörg Meyer im Lager von Ahrens Solartechnik

DG4OAE  25.2.2018

Die Gefahr von langanhaltenden und überregionalen Stromausfällen rückt durch die Auswirkungen der Energiewende immer stärker in den Fokus der zuständigen Behörden und Betreiber sogenannter kritischer Infrastrukturen. Bei nahezu allen Informationsveranstaltungen zu den Möglichkeiten der Unterstützung durch den Amateurfunkdienst in Notfällen kommt daher immer die Problematik auf, dass auch wir für unsere Infrastruktur ein wenig Strom benötigen.

Einige automatische Funkstellen verfügen zwar über eine gewisse Batteriekapazität oder hängen an Generatoranlagen des Standortes - aber spätestens nach ein paar Tagen würde auch dort die Energieversorgung zum Problem werden. Im Distrikt Niedersachsen laufen daher seit einiger Zeit Überlegungen, nach Möglichkeit einen Teil der knapp 70 Relaisstellen ergänzend zu Batterien mit Fotovoltaik auszustatten. Mittelfristiges Ziel ist dabei der netzunabhängige Betrieb als Insellösung, was als positive Nebenwirkung dem jeweiligen Sysop auch die Sorgen um die Stromrechnung abnehmen würde.

 

Als Startschuss und Beispiel für die Umsetzung hat der Ortsverband Lehrte (H32) kürzlich DB0SEH auf einer Kaliabraumhalde östlich von Hannover in Betrieb genommen. An dem Standort ist keine externe Stromversorgung vorhanden - DB0SEH arbeitet daher wie ein Satellit nur mit Solarenergie und Akkus. Eine Unterstützung durch eine Kleinwindkraftanlage für die sonnenarme Zeit des Jahres befindet sich bereits in der Realisierung.

Für den weiteren Fortschritt des Projektes konnte zu Beginn des Jahres eine weiterer Sponsor gewonnen werden. Die Firma Ahrens Solartechnik aus Bückeburg wird das Vorhaben durch die gelegentliche Überlassung von Solarmodulen zukünftig unterstützen und bringt uns bei der Netzhärtung ein gutes Stück voran.

Somit wird uns in den kommenden Jahren auch ein längerer Stromausfall nicht der Kommunikationsmöglichkeiten unserer eigenen Infrastruktur berauben und wir können entsprechende Fragen nach der Durchhaltezeit unserer Relais lächelnd mit "unbegrenzt" beantworten.

Notfunk im OV Wolfsburg H24

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DK1WB  22.4.2017

Anfang März 2014 gab es in der Stadt Wolfsburg an einem Samstagvormittag den bis dahin längsten und umfassendsten Stromausfall. Die laufende Sonderschicht im VWWerk zur Golf-Produktion musste abgebrochen werden und die Arbeiter wurden nach Hause geschickt. Bis zu 50.000 Haushalte waren von dem Ausfall, der sich über mehrere Stunden hinzog, betroffen. Die Medien berichteten ausführlich.
 
Da der Stadtteil Detmerode, in dem das 70cm FM-Stadtrelais DB0VW betrieben wird, nicht betroffen war, konnten sich die Wolfsburger Funkamateure trotz der damals noch fehlenden Notstomversorgung der Relais-Funkstelle mit 70cmHandfunkgeräten weiterhin verständigen, während zum Beispiel die digitalen TetraFunknetze von Polizei und Feuerwehr nach etwas 2 Stunden wegen der begrenzten Akku-Pufferung der Basisstationen ausgefallen waren.
 
Für die Wolfsburger Stadtverwaltung hatte dieses Ereignis offenbar eine Sensibilisierung gegenüber den Gefahren eines langandauernden Stromausfalls zur Folge. Denn es kam zu mehreren Gesprächsrunden, zu denen auch der OV H24 eingeladen wurde. Es wurde diskutiert, was man vorbeugend gegen derartige Ereignisse tun könne. Der OV-Vorstand von H24 mit DG5ACX, DK1WB, DF2HBW und DL4OAW zeigte gegenüber der Stadt ein starkes Interesse an diesem Thema und es schlossen sich verschiedene Gespräche zwischen OV-Vorstand, Stadtverwaltung und Berufsfeuerwehr an. Im Ergebnis wurde dem OV vom Oberbürgermeister Mohrs am 20.05.2016 der Auftrag erteilt, entsprechend §15 des Niedersächsischen Katastrophenschutzgesetztes eine „Notfunkgruppe im Fernmeldedienst“ aufzubauen. Ein derartiger offizieller Auftrag eines Stadtoberhauptes an die örtlichen Funkamateure zur Unterstützung im Katastrophenfall ist bisher einzigartig in Deutschland. Deshalb wurde im OV alsbald nach dem erhaltenen Auftrag eine Notfunkgruppe gegründet mit etwa 10 Mitgliedern.  Das Thema „Einbindung der Funkamateure“ in die Katastrophenschutz-Arbeit der BOS 1 -Dienste war offenbar auch für die Behörden unklar, denn es geschah seitens der Stadt zunächst einmal  nichts.

Der OV lud Vertreter der Berufsfeuerwehr mehrfach ein, zum Frühlingsfest am OVHeim, dem alten Wasserturm in Fallersleben und zum SSB-Fieldday auf der FielddayWiese in Grafhorst, um im Gespräch zu bleiben und Anregungen zu geben. Aber offenbar fehlte weiterhin eine zündende Idee, wie die Funkamateure sinnvoll eingesetzt werden könnten. Da hörten wir von einer Notfunk-Übung des OV Göttingen und luden den Leiter dieser Gruppe Reinhard DK7AT (sk) zu einem OVAbend nach Wolfsburg ein, damit er uns über seine Erfahrungen berichten konnte. Er ermutigte uns, eine Übung in Wolfsburg nach dem Göttinger Modell zu planen. Das bedeutet, eine Übung entsprechend einem angenommenen Krisen-Szenario eigenverantwortlich durchzuführen, und BOS-Vertreter als Beobachter dazu einzuladen. Diese Vorgehensweise wurde nach Gesprächen mit Kommunikationsexperten der Feuerwehr bestätigt und umgesetzt.
 
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Übung zum Katastrophenschutz-Einsatz im Raum Hannover

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DG4OAE  23.9.2017

Am 23.09.2017 fand eine Übung des ASB Kreisverbandes Hannover/Schaumburg mit 125 Einsatzkräften und ca. 60 Patientendarstellern statt. Die Übungsannahme bestand aus einem Massenanfall an Verletzten in einem Stadion durch Pyrotechnikeinsatz und zeitgleich einem Brandereignis in einer Seniorenresidenz im Nachbarort. Erstmals wurden dabei auch Funkamateure zur Nachrichtenübermittlung eingebunden. Damit sollte bei einem angenommenen Ausfall der öffentlichen und BOS-Kommunikationsmittel der Amateurfunkdienst als mögliche Rückfallebene für die Weiterleitung von Meldungen aus dem Übungsraum an den Stab des HVB der „Region Hannover“ (ehemals Landkreis Hannover) geprobt werden. Zu diesem Zweck war die Fernmeldezentrale (FMZ) im Regionsgebäude erstmalig auch mit neu lizenzierten Funkamateuren aus dem Mitarbeiterkreis der Region besetzt, um die Lagemeldungen für den Stab entgegenzunehmen. Die Funksprüche wurden direkt vom Einsatzleitwagen (ELW2) des ASB an die Funkamateure übergeben und ohne Nutzung von automatischen Relaisstellen über fünf Zwischenstationen per analogem Sprechfunk in die FMZ nach Hannover übermittelt. Um die weiteren technischen Möglichkeiten des Amateurfunkdienstes zu demonstrieren, wurden darüber hinaus drei Video-Livestreams vom Einsatzort am Stadion in Barsinghausen über das HAMNET nach Hannover übertragen. Das Fazit in der anschließenden Nachbesprechung lautete: "Auftrag erfüllt!" Insgesamt waren ca. 20 Funkamateure aus verschiedenen Ortsverbänden des DARC e.V., einige vereinslose Helfer und sogar einige Unterstützer noch ohne Lizenz an der Aktion beteiligt. Schon vor der eigenen Öffentlichkeitsarbeit zu der Veranstaltung haben uns in den Folgetagen sehr konkrete Anfragen weiterer Organisationen zu einer möglichen Zusammenarbeit erreicht. In naher Zukunft ist daher mit einem Ausbau der Beteiligung und gegenseitigen Ausbildung zu rechnen.

Weiterführende Links

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