Chronik des Ortsverbandes Braunschweig

Hans, DL6NB

 

 

 

Der Amateurfunk hat in Braunschweig eine lange Tradition. Bereits in den 1920er Jahren gab es in Braunschweig einen Kreis von Technikbegeisterten, die sich mit dem aufkommenden Rundfunk und auch mit der Sendetechnik beschäftigten. Über diese Aktivitäten in der Vorkriegszeit wird hier und an anderer Stelle berichtet:


www.viehl-radio.de
www.dj3jd.eu

Das Bild rechts zeigt Hans, ex DL6NB. Er hat die Unterlagen der ehemaligen "Reichspostdirektion Braunschweig" über den Amateurfunk in Braunschweig vor der Vernichtung bewahrt.

 

 

Funk in Braunschweig

To top

Die ersten Anfänge

- 1924 bis 1932 -

Durch Zufall erhielt ich Original-Dokumente aus den ersten Jahren des Amateurfunks und dem Beginn des deutschen Rundfunks im Bereich der Reichspostdirektion (RPD) Braunschweig, später Oberpostdirektion Braunschweig. Die Dokumente hat Hans, DL6NB - rechts im Bild - vor der Vernichtung bewahrt. Sie umfassen einen Zeitraum von etwa 1924 bis 1944 in zwei DIN-A4-Ordnern!

Ergänzende Informationen stammen u.a. aus Chroniken anderer Ortsverbände des Deutschen Amateur- Radio-Clubs, DARC.

 

 

Amateurfunk im "Dritten Reich"

- 1933 bis 1945 -

Es gab offizielle "Liebhaberfunker" mit D3- oder D4-Rufzeichen und wissenschaftliche Versuchssender mit D2-Rufzeichen. Ein Funkbetrieb untereinander war verboten. In Braunschweig und Umgebung gab es sechs Lizenzen, darunter Ehni, D4FND, und Fischer, D4SLD, die sich in Braunschweig in der Nachkriegszeit sehr für den Amateurfunk verdient machten.
Schwarzsenden wurde hart bestraft.

Kriegslizenzen gab es für braunschweiger Funkamateure wohl nicht. Lediglich Martin Groß, D4LYN, aus Rottweil war in Braunschweig stationiert und Richard Hinz, D3JQD, sowie Rudolf Rückwitz, D3KCD, besaßen eine 10-m-Lizenz. D3JQD war nach dem Krieg im ersten Vorstand des neu gegründeten OV Braunschweig.

Gründung des OV H03

To top

Gründung des Ortsverbandes H03 des DARC

- 1947 -

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs war jegliche Funkaktivität verboten. Einige Funkfreunde konnten es nicht lassen und funkten bald wieder schwarz. Eine Gruppe von Funkamateuren, zu denen auch unsere Braunschweiger wie OM Ohage und andere gehörten, bemühten sich intensiv um einen legalen Neuanfang.

Im Mai 1947 war es dann so weit. Die Gründungsversammlung des Ortsverbandes Braunschweig fand am 18.07.1947 im Hörsaal MH2 der Technischen Hochschule Braunschweig statt. Erster OVV war Gerhard Ohage.
Das Bild zeigt Kurt, DL1SZ. Er verstarb am 16.02.2016 als letztes Gründungsmitglied im Alter von 97 Jahren.

 

 

Zeit des Wachstums

To top

Die Zeit des Wachstums

- 1947 bis 1989 -

 

Leider sind über die Zeit von 1947 bis 1959 keine Unterlagen über den OV H03 vorhanden.

In der Zeit ab 1958 ist die Anzahl der OV-Mitglieder auf über 200 angestiegen. Die "Oldtimer" berichten über ein reges Treiben an den OV-Abenden. Weil der Selbstbau von Geräten im Vordergrund stand, wurde rege getauscht.

In den 1970er Jahren war der OV zu groß, um allen Interessen gerecht zu werden. Ende 1977 wurde der OV Okeraue, H46, gegründet. Die Mitgliederliste des OV H46 mit Stand vom 17.02.1978 weist 49 Mitglieder aus, von denen 34 zuvor Mitglieder des OV H03 waren.

 

 

Die Wendezeit

To top

Die Wendezeit

- 1989 bis 2003 -

In diese Zeit fallen die Deutsche Einheit mit engen Kontakten zwischen den Ortsverbänden OV H03 und W10, sowie Besuche und Gegenbesuche in Kasan und regelmäßige Fuchsjagden und Weihnachtsfeiern.

In Bildmitte unten Erhard, DJ6RQ, mit seinem Versprechen im April 1990: "Wenn es zur Vereinigung zwischen den beiden deutschen Staaten kommt, gehe ich von Braunschweig nach Magdeburg zu Fuß." Am 3. Oktober 1990 kam die Vereinigung und schon am 6. Oktober 1990 starteten Erhard, DJ6RQ, Wolfram, DL6SR und Walter, Y23LG (später DL6CLG), aus Braunschweig nach Magdeburg.

Nach der Wende

To top

Die Zeit nach der Wende

- 2003 bis 2008 -

Ein wichtiges Ereignis war in jedem Januar eine "Jahresabschlusswanderung".

Regelmäßig fanden Fuchsjagden und Weihnachtsfeiern gemeinsam mit usererem Partner-OV W10 in Magdeburg statt.

Fuchsjagden fanden zunächst in Groß Schwülper, später in Grassel statt. Organisator war stets Molly, DK5OA.

Ab 2008 haben wir intensiv an Contesten und IARU-Fielddays teilgenommen.