Eine kleine Vereinsgeschichte

Wie hat alles angefangen?

Am 10. Mai 1957 traf sich eine kleine Gruppe von Funkamateuren in dem Lokal "Zur Hütte" , um einen neuen Ortsverein zu gründen.

Diese Gruppe bestand aus:
Kurt Brüggemann DJ2HR, angestellt bei Nordmende in Bremen, erster Funkamateur nach dem 2. Weltkrieg in Delmenhorst. Er brachte sich das Morsen mit Hilfe eines geliehenen Tonbandgerätes selbst bei. Gerold von Lindern DJ7JA, selbstständiger Fotograf in Delmenhorst, Bernhard Baetz DJ3VG, Techniker beim NDR und Joachim Trüdgen DJ7JF, Funker beim Bundesgrenzschutz, heute Bundespolizei.. Kurt Brüggemann DJ2HR war damals bereits seit 4 Jahren Mitglied im OV Bremen (I04).

Schnell kamen weitere Funkamateure zum neu gegründeten OV Delmenhorst. Es waren Heinz-Uwe Nowak DB2BZ, Detlef Neuhaus DJ4PS, Günter Paduch DJ5UE und Horst Wissmann DJ4TA.

Kurt DJ2HR an seinem selbst gebauten Röhrengerät in reiner AM-Technik 1952

Zum 1. OVV wurde Kurt Brüggemann DJ2HR gewählt.
Dieses Amt führte er mit großer Leidenschaft. Man traf sich zum OV Abend regelmäßig jeden 1. Freitag im Monat im Gründungslokal (Zur Hütte) in der Langen Strasse in Delmenhorst. Gelegentlich fanden OV-Abende später auch im Jugendhaus in der Wittekindstraße statt. In einem Zeitungsartikel des Delmenhorster Kreisblattes vom 25. Mai 1957 wurde unter anderem von Brüggemanns erfolgreichem Funkkontakt mit einem Teilnehmer einer Grönlandexpedition berichtet. Dieser hatte sich seine Langeweile im Iglu durch einen Wellenbummel vertrieben und berichtete Kurt Brüggemann nun exklusiv von dieser Expedition. Aber auch von einer Fernschachpartie mit einem Funkamateur aus Celle wurde geschrieben, dem der damals 27 jährige Kurt Brüggemann DJ2HR seinen Sonntagnachmittag gerne zu diesem Zweck zur Verfügung stellte.

Günter DJ5UE in seinem Shack

Günter Paduch DJ5UE.

1958 kam Günter Paduch DJ5UE durch einen Funkamateur seiner Arbeitsstelle in Bremen zum Delmenhorster OV I18, der ihm von einem Amateurfunkverein in Delmenhorst erzählte. Über die DE- Prüfung, dazu gehörte auch das Lesen und Geben von Morsezeichen bei Tempo 30, erlangte er dann 1959 erfolgreich seine A- Lizenz. Zu dieser Zeit wurde die Leistungsgrenze einer Amateurfunkanlage noch durch die Anodenverlustleistung (50 Watt) in der Sendestufe begrenzt. Bei der Klasse A - Prüfung wurde dann schon beim Geben und Nehmen von Morsezeichen das Tempo 60 vorausgesetzt. Wie bei vielen OM's aus dieser Zeit, war dann auch Günter Paduch auf den Selbstbau angewiesen. Als Sender hatte er einen Bandfiltersender gebaut. Der Vorteil bestand in der erreichten Trennschärfe und die dadurch weniger erzeugten, störenden Oberwellen. Die Morsekenntnisse hatte Günter DJ5UE durch den damaligen OVV Kurt Brüggemann erlangt, den Günter DJ5UE zwecks der Schulung seiner Morsekenntnisse aufsuchte. In diesem Bereich gab es damals noch keinen Gruppenunterricht.


Unangenehme Folgen.
Günter Paduch's (DJ5UE) erstes QSO hatte dann laut eigenem Bericht unangenehme Folgen. Mit großer Freude, endlich funken zu dürfen, hatte Günter den CQ- Ruf eines OM's aus OZ (Dänemark) aufgenommen und geantwortet. Einige Wochen später bekam er Besuch von Beamten des Funkmeßdienstes der Deutschen Bundespost aus Itzehoe. Sie hatten das gesamte QSO mitgeschnitten. Sein Vergehen bestand darin, dass er mit seiner Sendefrequenz um 100Hz außerhalb des erlaubten Frequenzbereiches lag. Ja, die Zeiten waren sehr hart, als die Deutsche Bundespost ihre damaligen hoheitsrechtlichen Aufgaben noch wahrnahm. Als Günter DJ5UE ein Jahr später seine A- Lizenz in eine B- Lizenz umwandeln wollte, wurde ihm dieses nach einem Blick in seine vorhandene Kartei verwehrt. Hier war das Vergehen des Vorjahres festgehalten worden. Aber nach Klärung der Sachlage wurde ihm die Lizenzerweiterung dann doch noch gewährt. Nun konnte er mit einer Anodenverlustleistung von 150 Watt funken.

1960 gab es die erste große Krise im noch jungem OV I18.
Gerold von Lindern DJ7JA und Joachim Trüdgen DJ7JF stellten gegen ihren OVV Kurt Brüggemann DJ2HR einen Misstrauensantrag und Kurt wurde 1961 als OVV abgewählt.

Krisen kann man nicht vermeiden, man kann sie nur überstehen. So wurde 1961 Gerold von Lindern DJ7JA zum neuen und 2. OVV des Ortsvereins Delmenhorst gewählt. Gerold führte dieses Amt bis 1965 aus. Dann übergab er an seinen Freund Joachim Trüdgen das Ruder. Gemeinsam hatten v. Lindern DJ7JA und Trüdgen DJ7JF die Amateurfunkprüfung bei der OPD in Bremen gemacht. Eine Woche zuvor waren die Beiden durch die erheblich einfachere DE-Prüfung zum Hören mit Pauken und Trompeten durchgefallen.

1970 nahm Martin Schuster DB6BF mit weiteren Gleichgesinnten im Hause von und mit Kurt Brüggemann DJ2HR an einem Amateurfunklehrgang teil. Ihn hatte es 1959 durch die Bundeswehr nach Delmenhorst verschlagen. Seine Amateurfunkleidenschaft wurde durch seine Tätigkeiten innerhalb der Bundeswehr (Aufbau des Richtfunkes, Einrichten und Betreiben der Richtfunkstrecke) nur noch verstärkt. Im November/Dezember 1972 absolvierte er einen weiteren Amateurfunklehrgang unter der Leitung von Hans Platte DK6BH, einem Elektromeister von Atlas Weyhausen, zusammen mit 7 weiteren Beschäftigten von Atlas. Am 24.10.1974 nahm Martin Schuster nach bestandener Prüfung sein Rufzeichen DB6BF in Empfang. Die Afu-Prüfung wurde durch die Oberpostdirektion Bremen Referat Funk (Bremen - Findorff) abgenommen. Zu dieser Zeit richteten sich die Atlas-Beschäftigten einen Clubraum in einem Hangar auf dem Airfield in Ganderkesee ein.

OV I18 auf Bremer Uni Gelände
Mit Elan und Freude ging Martin Schuster DB6BF in den Jahren 1978 bis 1988 jeden Dienstag-Abend zu seinen Bastelabenden in die Räumlichkeiten der Uni- Bremen. Hier trafen sich Gleichgesinnte aus 'dem ganzen Bremer Umland, um zu klönen oder wirklich zum Basteln. Das Hochfrequenzlabor wurde genauso genutzt wie die Ätzanlage zur Herstellung von Leiterplatten. Alles was das Afu- Herz höher schlagen ließ, war hier vorhanden.

Im Herbst 1985 begann ein Amateurfunklehrgang des OV I18
Unter Mitwirkung von Sven Goetz DC4BA, Wolfgang Reuter DC4BS, Günter Paduch DJ5UE, Norbert RöpschDL3BAQ und Norbert Schmidt DL9BBG.
Aus diesem Lehrgang und der darauf folgenden Prüfung am 17.04.1986 gingen unter anderem die folgenden YL' s hervor:

Monika Schmidt DG1BAC, Hannelore Bodenberger DG1BC, Ursula Schütte DG2BBI, Magret Voigt DG3BV und Marlies Sander DG4BY

Es begann die große Zeit unserer Damen im OV I18.

1990 Die Zeit der Wende.
Zur Wende nahmen Günter Paduch DJ5UE, Bernhard Lange DC6CA und Bernd Bramlage DH4BAD (später Landrat im Landkreis Leer) Kontakt mit Eberswalde-Finow über Kurzwelle auf und riefen dadurch eine Freundschaft von Mitgliedern dieser zwei Ortsverbände Y36 und I18 ins Leben. Diese Freundschaft besteht noch heute und wird entsprechend gepflegt . Von Anfang an dabei auch Dr. Wolf E. Grüning DL6JZ und Helmut Barthel DL5BUT. Vom 12.10 - 14.10.1990 war eine größere Gruppe Funkamateure in Delmenhorst. Neben einer Hafenrundfahrt in Bremen stand auch eine Führung per Auto durch Delmenhorst an. Zeitweise begleitet durch ein Delmenhorster Polizeifahrzeug, wurde der "Moderator" Bernd Bramlage DH4BAD langsam unsicher, was man wohl von ihm und seinen Gästen aus Y36 wolle. Doch kurz vor dem Ziel der Stadtrundfahrt verließ das Polizeifahrzeug den Konvoi. Dank an Hermann Lemke DJ4SQ der diese Stadtrundfahrt sowie den gesamten Besuch auf Video aufgezeichnet hat.

Rufzeichenmißbrauch?
1995 wurde das Rufzeichen DB6BF von Martin Schuster fälschlicherweise erneut vergeben. Zuerst kam der Verdacht auf, dass es sich um einen Schwarzfunker handeln könnte. Mit Hilfe von Frau Hanschen (RegTP Bremen) konnte jedoch ermittelt werden, dass es sich hierbei wirklich um eine offizielle Vergabe des Rufzeichens nach bestandener Prüfung handelte.

Von 1989 bis 1997 hatte der OV Delmenhorst eine eigene Zeitung, herausgebracht wurde diese von Helga Fleckenstein DL6BCA, Rüdiger Precht DL2NP und Norbert Schmidt DL9BBG unterstützten Sie dabei. Helga Fleckenstein DL6BCA war außerdem stellv. OVV und langjährige Kassenwartin.

XYL als OVV
Marlis Sander DG4BY war von 1996 bis 1998 die erste und bis heute einzige YL im OV I18 die den Vorsitz und damit die Geschicke des Vereins leitete. In ihre OVV-Tätigkeit fiel das 40-jährige Jubiläum, das im "Schützenhaus Tell" gefeiert wurde.

DB0WU 
Das erste FM-Relais der Funkamateure entstand 1971 auf einem Hochhaus in Bremen.
Eine Arbeitsgruppe von Funkamateuren bei der Firma Siemens, federführend Bernhard Lange DC6CA, konstruierten in ihrer Freizeit ein Relais auf dem 2 Meter-Amateurfunkband. Das war damals 1971 etwas ganz Neues. Funkamateure hatten und haben damit die Möglichkeit, sich mit sehr geringen Sendeleistungen und kleinen Antennen auch über große Distanzen zu unterhalten. Da die Antennenanlage des Relais auf dem Hochhaus, nahe Bahnhof stand und noch steht, kann man Reichweiten bis 30 km überbrücken. Der Sender des Relais hat auch nicht mehr Leistung als eine Fahrradbeleuchtung. Die Höhe der Antenne bringt den großen Sende-und Empfangsradius.
Damals war es sehr schwierig, Teile für das Relais zu beschaffen.

Leider ist Bernhard vor einigen Jahren verstorben und Hartmut, DJ9OD übernahm die Betreuung diese Einrichtung.
 

Chronik

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Der größte Teil dieser Informationen wurde durch DK5KM und DD4BU zusammengetragen. Dafür unser besonderer Dank, nur so können Erinnerungen erhalten werden.

Ich weiß, dass dies weder vollständig noch komplett ist. Ich hoffe, dass Ihr durch Hinweise auf inhaltliche Fehler oder Rechtschreibung dazu beitragt, dies zu einem einmaligen Dokument zu machen. Ergänzungen zum Inhalt oder Fotos sind sehr willkommen.

MFG Norbert DL9BBG