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Historie

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Amateurfunk im Saarland und Saarbrücken

Vor und während des zweiten Weltkrieges waren Saarbrücker Funkbegeistere im DASD, dem Deutschen-Amateur-Sende- und Empfangs-Dienst, eingetreten.
Als nach dem Krieg in Deutschland bereits die ersten Amateurfunkvereine in der britischen und amerikanischen Zone genehmigt wurden, war in der französischen Zone hier im Saargebiet noch lange nicht daran zu denken.
Die französische Sicherheitspolizei "Sûreté Nationale" hatte auf die Funkbegeisterten ein Auge geworfen und jegliche Möglichkeit der Betätigung untersagt.
Von 1949 bis 1951 war es ein langer Kampf bis zur Gründung eines Amateurfunkvereins im damaligen französisch besetzten Saargebiet.
Kurt Schneider, 9S4AR/DL8AR, war an dieser Gründung maßgeblich beteiligt. Eine Vereinsgenehmigung kam erst, nachdem 1951 per Gesetz der Amateurfunk im Saargebiet legalisiert wurde.
Auf der Gründungsversammlung am 19. April 1951 wurde die Satzung des als „Kurzwellen Amateur Club Saar“ (KWACS) geführten Vereins verabschiedet.
Die erste ordentliche Mitgliederversammlung war am 9. Juni 1951 im Württemberger Hof in der Mainzer Straße in Saarbrücken.
Der erste Vorstand des KWACS bestand aus Präsident Fritz Meyer-Buchhardt, 9S4AZ, Schriftführer Berthold Hillenbrand und QSL-Manager Alfred Wörner, 9S4AX und dem Schatzmeister Kurt Schneider 9S4AR.
Der KWACS bestand bis 1957 zur Eingliederung des Saargebietes als 11. Bundesland Saarland in die Bundesrepublik Deutschland und ging am 8.12.1959 in den DARC mit den Ortsverbänden Saarbrücken, Schmelz, St. Ingbert, Neunkirchen, Merzig und Völklingen mit 220 lizensierten OMs über.
Am 13. 2. 1960 fanden sich in Saarbrücken auf Einladung von OM Ettelbrück die Ortsvorsitzenden zusammen und gründeten den Distrikt Saar “Q“  im D.A.R.C.
Die Rufzeichen der Funkamateure und Clubstationen wurden nun in DL8.. mit dem Suffix des ehemals „seltenen“ und weltweit begehrten 9S4.. Rufzeichenpräfixes fürs Saargebiet (1954 gab es nur 62 Lizenzen) umgewandelt, der vom 8.11.1947 bis 31.3.1957 den saarländischen Funkamateuren zugeteilt war. (z.B. ehem. 9S4AJ wurde in der BRD zu DL8AJ).

Die Ortsverbandsvorsitzenden des Ortsverbandes Saarbrücken, DOK Q01, seit der Gründung am 19.4.1951

Wahljahr Name Rufzeichen
1957 Alfons Ettelbrück, † 1970 9S4CD
1958 Robert Heinz, † 1982 DL8DG
1960 Friedrich Schuck, † 1993 DL8CP
1990 August Hermann, † 1999 DC9VY
1998 Michael Schmidt DH7VR

Amateurfunk in Deutschland

Leo H. Jung, DH4IAB (ex 9S4-SWL, ex FØESF, ex DB2UF), ehemaliges Mitglied in QØ1, im Alter von 64 Jahren † 30.01.2004, befasste sich in vielen Abhandlungen mit der Amateurfunkgeschichte Deutschlands. Aus seiner Reihe „QSLs erzählen deutsche Amateurfunkgeschichte“, die in loser Folge im FUNK-TELEGRAMM zu Anfang dieses Jahrhunderts erschienen ist und durch seinen allzu frühen Tod leider nicht vollendet werden konnte, sind im Folgenden fünf interessante Ausschnitte der Chronik „Amateurfunk im Saargebiet (1920 – 1935)“ (Folge 7) zur Erhellung der Amateurfunk-Historie in unserer Heimat entnommen:

1926: Deutsche Rufzeichen und DASD

Die ersten Funkamateure im Saargebiet – einer der ersten war OM Julius Kron, DE 0181, (E)K4SAR - benutzten für ihren unlis-Funkbetrieb reichsdeutsche Schwarzrufzeichen mit den Präfixen K4S und EK4S. DE-Nummern gab’s seit 1925 beim Oberdeutschen Funkverband (OFV siehe FT 6/2003) und an der Gründung des Deutschen Amateur Sende- und Empfangsdienstes(DASD) 1927 in Kassel nahm OM Kron mit 9 weiteren Vollmachten teil. Er wurde dort Landesgruppenleiter der Landesgruppe Nr. 7 ‚Saargebiet’, die 1929 an die LG Nr. 6 (ab 1933 ‚T’= Hessen und bei Rhein) angeschlossen wurde. Kron ging nach Berlin und wurde in die HVL des DASD berufen, funkte unlis als D4SAR, D4AH und D4IAH; lis 1933 als D4BFF und 1935 als D4GEF.

1929: Landeskenner TS für das Saargebiet

Reichsdeutsche D-Kenner waren auch dann noch von der Saar zu hören, als ab 1.1.29 das Saargebiet den internationalen offiziellen Landeskenner TS erhielt. Denn der Kenner ‘TS’ = ‘Territoire de la Sarre’, klang wie ein französisches Kolonialrufzeichen, wurde als undeutsch und separatistisch empfunden und von einer Reihe Amateure aus politischer Überzeugung ungern benutzt. In Gesprächen des Autors mit Nachfahren der betreffenden Saaramateure war zu erfahren, daß man aus Vorsicht gegenüber den ab 1.3.35 offiziell, in Wirklichkeit aber schon früher Einfluss nehmenden Reichsbehörden die Nachweise über den TS-Funkbetrieb im Saargebiet vernichtete. Ein ‚guter Deutscher’ benutzte den reichsdeutschen Präfix D und das besondere Deutschtum bestand wohl darin, damit auch noch unlizenziert in der Luft zu sein.

1934: Landeskenner EZ

In Erwartung der Rückgliederung des Saargebietes an das Deutsche Reich wurde man in Berlin bei der ITU/UIT in Genf vorstellig, um die ‚Schmach’ (NS-Ton) des ‚französischen Landeskenners TS’ zu beseitigen. Ab 1.1.1934 bekam daraufhin das Saargebiet den neuen Landeskenner EZ anstelle von TS zugewiesen, wovon ab dato alle Funkamateure an der Saar Gebrauch machten. Wie die bei der QSL-Sammlung Saar befindlichen EZ-QSL-Karten nachweisen, ging in Erwartung des Reichsanschlusses, der kommenden Herrschaft der NSDAP und einer Lizensierung wie im Reich (seit 1933) der noch immer unlizenzierte Amateurfunkbetrieb aus dem Saargebiet stark zurück.

1.3.1935: Heim ins Reich

Kurz vor dem international vereinbarten Anschluss des Saargebietes an das Deutsche Reich tat sich für die Funkamateure an der Saar etwas: am 13.2.35 wurde die Bekanntmachung über Versuchsfunksender im Deutschen Reich erlassen. Es gab daraufhin Mitte 1935 DRP-Sende-Genehmigungen für Reichsangehörige (d.h. Nichtjuden), die Mitglieder des DASD waren. Die Postämter des Saargebietes erhielten diesen Erlass bereits vor dem international vereinbarten Anschlusstermin zugeleitet. Damit die Saar-Amateure nicht lange auf die neuen D-Reichsrufzeichen warten mussten, wurden für diese vorübergehend noch (seit 1933 im Reich laufende) provisorische ausgegeben. Kurz darauf bekamen sie ihre endgültigen Reichs-Rufzeichen.

Jetzt waren die Kontrollen der Reichspost überall gegenwärtig. Wie ein Zeitzeuge (†1998) sich erinnert, kam er dank guter Beziehungen 1937 wegen Schwarzsendens noch glimpflich davon und wurde als „Nichtmitglied aus Saarlautern“ (eingedeutscht aus Saarlouis, wie es heute wieder heißt) in der DASD-Clubzeitung gebrandmarkt.

QSL-Sammlung Saar

Einige OMs dieser Saargebietszeit erlebten noch die Genehmigungen und Rufzeichen des Nachkriegssaarlandes (9S4) und ab 1957 (DL) der Bundesrepublik Deutschland. Ihr Andenken, Daten und QSL-Karten der Nachwelt hier im Saarland zu erhalten, hat sich die QSL-Sammlung Saar (im DARC) zur Aufgabe gemacht.

Interessante externe Links zur Historie des Amateurfunks an der Saar und Deutschlands: