ALLE @DL de:DL8OL 17.01.02 06:58 10 5982 Bytes Pressearbeit, - wie? *** Bulletin-ID: GQ2LS7DB0ABZ *** Read: 5 Path: DB0SIF!DB0MW!DB0ROF!DB0ERF!DB0ABZ Sent: 020117/0656z @:DB0ABZ.#NDS.DEU.EU [Salzgitter JO52FD] DP6.00 $:GQ2LS7DB0A From: DL8OL @ DB0ABZ.#NDS.DEU.EU (Klaus) To: ALLE @ DL Hallo liebe Freunde, heute schrieb mich ein OM an und fragte, ob ich nicht mal etwas zum Thema AFU/Presse einspielen koenne.. Abgesehen davon, dass ich da bereits etwas in der CQ-DL im letzten (oder war es das vorletzte) Jahr veroeffentlicht habe will ich es gerne noch einmal versuchen. Der Umgang mit der Presse ist gar nicht schwer, wenn man einige Grundregeln beachtet: JEDE Lokalredaktion ist gluecklich ueber eine gute Geschichte. Sie muss inter- essant sein, sie muss die Menschen interessieren (Human Touch oder soft news) Wenn sie noch an das Herz geht (erfolgreiche Notrufe etc.) dann ist sie praktisch schon gedruckt.. Ein Anruf bei der Redaktion: "Ich funke mit Japan" genuegt da nicht, auch wenn man dem armen Redakteur, der ja nichts von der Sache versteht mit tollsten technischen Details kommt. Anders sieht es aus, wenn man ihm sagt, man habe mit der MIR oder was weiss ich gesprochen.. Vor einiger Zeit habe ich in meiner Zeitung eine Geschichte ueber den AFU eingebracht, die viele persoenliche Erlebnisse, auch lustige Erlebnisse ent- hielt und NEBENBEI AUSFUEHRLICH, schoen verpackt zeigte, was man mit dem AFU machen kann. Nicht zuletzt habe ich auf die soziale Komponente abgehoben, die Freundschaft in aller Welt, die Hilfe bei Katastrophen (Stichwort THW-Funker, wenn die Erde mal wieder wackelt) etc. etc... JEDER hat da so seine persoen- lichen Erlebnisse. Nur erzaehlen muss man sie koennen. (Meine Geschichte war eine wahre Begebenheit in einem QSO mit einer Schwester des heutigen Koenigs Abdalla v. Jordanien, die ich als anstaendiger Mensch haette nach dem qso heiraten muessen!! Stimmt, Ehrenwort!) Das heisst nicht, dass man dem Journalisten die Geschichte vorschreiben soll. Ich kenne es von anderen Gelegenheiten, wo mir Vereine/Parteien "Pressemit- teilungen" auf den Tisch packen, beste Prosa, nur leider so nicht zu gebrau- chen. Der Journalist schreibt sie um, immer, aber er muss erst einmal ein Grundgeruest haben! Wenn man einen Journalisten einlaedt, dann sollte man schon vorbereitet sein,- sich im Klaren sein, WAS man ihm erzaehlen moechte.. Ist man ein Einzelkaemp- fer, der gerne ueber Satelliten funkt?? Sagt es so und macht es anschaulich. Ist man ein OV, der gerne Fielddays macht?? Macht das zum Schwerpunkt! NICHT alles auf einmal, Schwerpunkte! Zu der vorherigen Pressemitteilung: Auch hier nicht schlecht! Keine Füllwoerter, nackte Tatsachen in kurzen Saetzen! Vermeidet Hauptwoerter.. Nicht: Ich habe meine Liebe zum AFU entdeckt, sondern: Ich liebe dieses Hobby, aber das ist nun schon wieder Handwerk und geht mehr den Journalisten an. Photos: Ich schrieb es schon im Artikel CQ-DL: DIese oeden Photos "om sitzt am ft 840, Kopfhoerer auf den Lauschern, andaechtiges Gesicht und dreht am Knopf" Bitte nicht, so etwas nimmt man nur aus Verzweifelung. WENN man ein eindeutig gutes Photo vom Fieldday hat ist es allemale besser. Allerdings, und das ist meine eigene Erfahrung (hier mogele ich ab und an, bitte nicht petzen!) machen Journalisten lieber ihre eigenen Photos, weil sie oftmals nur diese bezahlt bekommen. Warum das so ist, das weiss ich nicht, habe es auch nicht verstanden, denn ich besorge es ja.. Aber das ist ein Interna! Besonders beliebt sind natuerlich Aktivitaeten wie "Vereine stellen sich vor" oder "Tag der Jugend" oder was auch immer.. (Jamboree on the Air ist absolute Spitze fuer den Journalisten!) Und Leute, seid positiv!!! Erzaehlt von der Faszination des Hobbies, erzaehlt, wie Ihr den Bill aus Arizona mal persoenlich kennen gelernt habt, als er in "good old Germany" war etc etc. WAS ist fast schon egal, es muss an das Herz ruehren, aber lasst um Himmels willen die EMVU_Problematik aus dem Spiel, hebt auf die Hilfe bei Flut und Sturm ab, lasst die Vergleiche mit den Mobil- stationen, erklaert, dass wir den Nachwuchs fuer die Ingenieurswissenschaften heranziehen, aber erzaehlt nichts von der Rubrik MEINUNG... Von Katastrophenmeldungen hat der Leser genug, er moechte mal das Heile, das Saubere lesen. Da sind Menschen, die sich um Freundschaften in aller Welt bemuehen, wesentlich interessanter, als dass der OVV dl x xxx Telgrafie mit Tempo 180 mit Gegenwind macht und schon 377 Laender gearbeitet hat (Gibt es eigentlich so viele?? Nöö, glaub ich nicht) Etwas ganz Wichtiges; Bei einem Interview sollte man den Journalisten immer bitten, das Konzept einmal querlesen zu duerfen. Dafuer gibt es keine Recht- grundlage, das stimmt, aber ich verweigere das nie, denn auch ich bin ein Irrender, der etwas falsch verstanden oder falsch interpraetiert hat.. (Kann auch mal daneben gehen, so habe ich gerade eine Dame mit sehr grossen sozialen Aktivitaeten als "Ikone des Ortes" bezeichnet. Kam bei ihr nicht gut an, hmmmmm) Noch etwas: Ein Redakteur ist einer der gestresstesten Leute auf dieser Welt.. Ihn anrufen und sagen: WIr sind AFUs und haben was ganz Dolles zu berichten kann ein Querschlaeger werden, in das linke Ohr rein, das rechte raus.. Kurz anschreiben, was Ihr wollt. Keine Romane bitte, sondern kapp und klar, denn die erste Lese wird nur ueberflogen. WENN der sich durch einen wilden Text kaempfen muss, dann sind die Chancen schon mal kleiner. Kurze Saetze, klare Gliederung, die Farbe bringe ich dann rein. Das allerdings mit Sicherheit!! So, und jetzt zum Teufel mit aller Druckerschwaerze, morgen habe ich Gerichts- tag, - ein Totschlagprozess.. SOLCHE Geschichten sind mehr als delikat... Hoffe, den einen oder anderen Gedanken beigetragen zu haben.. PS: WARUM die sogenannten "Pressemitteilungen" fast niemals veroeffentlichbar sind, das hat einen ganz einfachen Grund: In der Schule haben wir gelernt, einen Aufsatz zu schreiben, der die Einleitung, die auf das Thema einstimmen soll, den Hauptteil und dann einen schoenen belehrenden Abgesang hat. Ganz anders eine Pressemeldung. Sie hat immer die Form der umgekehrten Pyra- mide, - sie baut von vorn herein mit dem WICHTIGSTEN VON OBEN auf und geht dann ueber in das weniger Wichtige.. Warum?? Die Zeitung hat nie Platz und der Redakteur einen dicken Rotstift.. Er muss streichen, - in den meisten der Faelle (Je weniger er meinen Zorn fuerchtet, umso mehr streicht er, - so sind sie!) Jetzt kommt es darauf an, was das Ganze werden soll. Eine reine Meldung muss in den ersten zwei, höchtens drei Sätzen das Wer, Was, Wann, Wo und Warum enthalten. Anders bei der Reportage oder ihrer leichteren Schwester, dem Feature.. Hier sind die Regeln nicht so streng, ohne sie zu vernachlaessigen. Füllwoerter und schoengeistige Ergüsse sind nicht gefragt, wohl aber die Pointe. Und etwas ganz Wesentliches: Die eigene Meinung gehoert NIE in eine Meldung, auch nicht in die Reportage, in das feature nur in sehr strengen Ausnahmesi- tuationen. Wenn ich eine eigene Meinung dazu schreiben will, dann kommt das in meiner Zeitung in die Rubrik "Moment mal!", meistens direkt angehaengt. Noch etwas, nur mal, um zu zeigen, wie praezise eine gute Zeitungsarbeit sein SOLLTE: "Fred Milkereit MEINTE, dass...." Ein Beispiel par exellence: Wer von uns weiss, was Fred MEINT?? Keiner! Er hat GESAGT oder GESCHRIEBEN! Nun, genug ist genug, muss los, vy 73 Klaus, rasender Reporter (aus Packet-Radio)