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Geschichten
Der Mann aus Sydney war beim Flugplatz-Bau dabei
Contwig: Amateurfunker stehen mit der ganzen Welt in Kontakt
Was haben Roland Rauch aus Contwig, der Politiker Friedrich Merz und der Astronaut Thomas Reiter gemeinsam? Sie alle sind Amateurfunker. Sie gehören zu jenen Leuten, die sich ohne Internet oder Handy mit Menschen in Südamerika, Asien, Australien oder Neuseeland unterhalten.
Im Internet-Zeitalter sei es schwer, junge Leute für ein Hobby zu begeistern, das inzwischen etwas altmodisch daherkomme, erzählt Roland Rauch. Er ist der Vorsitzende des Amateurradio Clubs, Ortsverband Schwarzbachtal. Rauch hat den Club, der heute 24 Mitglieder vereint, 1977 gegründet. "Eine Frau ist dabei, sie ist 78 Jahre alt", sagt er. Der Contwiger Ortsverein gehört zum Deutschen Amateur Radio Club (DARC e.V.) mit Hauptsitz im hessischen Baunatal bei Kassel. In Deutschland gibt es 80000 Funkamateure, weltweit ca. 2,8 Millionen verstreut auf alle Länder der Erde.
Roland Rauch geht seinem Hobby seit 35 Jahren nach. In seinem Garten in der Oberauerbacherstraße steht eine 15m hohe Funkantenne.
Bevor man mit dem Funken anfangen darf, muss man eine Prüfung ablegen. Danach bekommt man eine Funklizenz und kann sich eine Ausstattung zulegen. Mit einem kleinem Handfunkgerät für rund 120 € kann man schon mitmischen und mehrere hundert Kilometer überbrücken. Für eine größere Anlage kann man bis 20 000 € und mehr ausgeben - je nachdem, wie es im Geldbeutel aussieht", erklärt Rauch. Wird das Funkgerät am Computer angeschlossen, kann man mit Hilfe des Internets am weltweiten Funkverkehr teilenehmen: "So kann man mit geringer Leistung und wenig Aufwand eine große Entfernung überbrücken."
Gesprochen wird hauptsächlich Englisch. "Über politische Themen darf man sich im Funknetz nicht unterhalten", fügt der Vorsitzende hinzu: "Es sind immer welche im Netz. Man trifft Leute, von denen man Jahrzehnte nicht gehört hat. Plötzlich sagt einer, wir haben uns vor 15 Jahre schonmal unterhalten. Von dem, mit dem man einen Funkkontakt oder auch "QSO" hatte, bekommt man eine Karte geschickt", erklärt der Funker.
Er selbst hat rund 20 000 solcher Karten zu Hause - unter anderem aus Puerto Rico, Saudi Arabien, Kanada, Neuseeland, Australien und den Azoren.
Einige Karten erinnern den Contwiger an ganz besondere Funkverbindungen: Vor einiger Zeit hatte er Kontakt zum Kloster Mariazell in Österrreich aufgenommen, in dem zu diesem Zeitpunkt der Papst zu Gast war: "Der Papst hat neben dem Funker gestanden und das Gespräch mitgehört. Das hat dann hinterher auf der Karte gestanden." Noch weitere besondere Verbindungen sind ihm in Erinnerung geblieben: So hat er vor Jahren morgens regelmäßig nach Australien gefunkt und sich mit einem Deutschen unterhalten, der 1956 nach Sydney ausgewandert ist. "In einem Gepräch sagte ich, dass ich von Contwig bin. Mein Partner in Sydney kannte Contwig, denn er hatte beim Bau der Bunker auf dem Flugplatz mitgearbeitet. Im Gasthaus Bärmann hat er damals gewohnt - da erkundigte er sich gleich nach dem alten Bärmann" , blickt Roland zurück.
Bei einem Gespräch mit einem Funker in den USA hat Rauch festgestellt, dass es sich bei seinem Partner um einen ehemaligen Fahrer seiner Getränkefirma handelte. "Der hat mich irgendwann auf Pfälzisch angesproch, ich habe ihn dann gefragt - Jimmy, bist du es?", erzählt Roland Rauch.
Amateurfunk ist also ein schönes Hobby. Doch diese Technik kommt noch andere Bedeutung zu: In Katastrophenfälle, wenn die Kommunikationssysteme ausfallen, werden oft wichtige Verbindungen über das Amateurfunknetz hergestellt.
Nach einem Bericht von Anita Lang in "Die Rheinpfalz", 2009
Amateurfunk Infos
Die Contwiger Amateurfunker als Ortsgruppe unter dem Zeichen K35 Schwarzbachtal informierten die Bevölkerung über ihre Tätigkeit.
Ein gute Funkamateur kann nur werden, wer eine längere Ausbildung absolviert und sein qualifiziertes Wissen in einer staatlichen Prüfung nachweist.
Äußeres Zeichen der Qualifikation ist eine persönliche Funkgenehmigung und ein nur einaml auf der Welt vorhandenes Funkrufzeichen.
Nach einem Bericht im "Pfälzischen Merkur", 1996
Montezuma grüßt Berlin via Contwig über Funk
Zweibrücken/Contwig
Wenn Erich Sutter aus Niederauerbach in die Ferne schweifen will, dann kann er das jederzeit aus dem Ohrensessel heraus tun.
Erich Sutter ist Amateurfunker und kommt auf diese Weise in jedes Land der Welt, vorrausgesetzt, er findet dort einen Gesprächspartner, der das gleiche Hobby hat wie er.
Das Hobby der Amateurfunkerei teilt Erich Sutter mit 32 Freunden aus Zweibrücken und Umgebung.
Die Wellen die Erich Sutter und seine Freunde um den Erdball schicken, ermöglichen ihnen eine weltweite Kommunikation.
Jeder aus dem Kreis der Amateurfunker hatte schon einmal einen Gesprächspartner aus Japan, aus Australien oder aus dem tiefsten brasilianischen Dschungel im Ohr.
Ein Zweibrücker Amateurfunker teilt regelmäßig einem deutschen Missionar in Manaus am Amazonas die neuesten Ergebnisse der Bundesliga mit.
Der deutsche Pater, ein Mannheimer und dshalb ein Fan des SV Waldhof, freut sich dabei immer besonders, wenn sein Verein einen Punkt holt.
Ein anderer z.B. hörte in den frühen Morgenstunden, wie ein Kollege vergeblich einen Ansprechpartner in Berlin suchte.
Er schaltete sich kurzer Hand dazwischen und erfuhr, dass ein Deutscher aus dem Busch in Mexico einen Berliner Funkamateur suchte, um über diesen Kontakt zu seiner Frau in Berlin aufzunehmen. Der Contwiger bot sich an, den Kontakt herzustellen.
Er ließ sich die Berliner Telefonnummer geben und teilte dann der Berlinerin mit, dass es ihrem Mann in Mexico gut gehe und dass er den Umständen entsprechend relativ gut Montezumas Rache entkommen sei.
Natürlich gehört zu einem solchen Hobby auch ein zünftiger Stammtisch, an dem man alls das erzählt, was man im Äther erlebt.
Fachlich und gesellig
Einmal im Monat treffen sich in Contwig zehn bis 15 Amateurfunker zu ihrem Stammtisch.
Ausnahmsweise findet dieser Stammtisch nicht in einer Wirtschaft statt, sondern in einem der ausgdienten Räume der alten Contwiger Schillerschule.
Dieser Raum wurde von der Gemeinde Contwig den Funker kostenlos zur Verfügung gestellt.
Selbstverständlich haben sich die Funker diesen Raum inzwischen wohnlich eingerichtet; bei einem Stammtisch muss es doch zumindest gemütlich zugehen.
Ein Großteil des Stammtischgespärchs dient natürlich auch dem fachlichen Erfahrungsaustausch.
Immerhin kostet eine solide Amateurfunker-Grundausstattung zwischen 10000 und 15000 DM, Grund genug, um Geräte, deren Qualität und die Lieferanten einem ständigen kritschen Gepräch zu unterziehen
Nach einem Bericht in "Pfälzischer Merkur", 1989
Andorra DXpedition zu Pfingsten 1989
Andorra DXpedition zu Pfingsten 1989
Zu Pfingsten 1989 war eine DXpedition nach Andorra geplant.
Die Teilnehmer waren:
C30LFV Roland (DF7IB)
C30LFT Fritz (DH2IAM)
C30LFU Werner (DL4IF)
C30LFS Harald (DF1IAF)
Dies waren die letzten Gastlizenzen, die von der andorranischen Fernmeldebehörde ausgegeben wurden.
Andorra ist der größte unter den 6 europäischen Zwergstaaten und befindet sich zwischen dem östlichen Spanien (Katalanien) und Frankreich (Pyrenes-Orientales).
Irgendwann kam uns die Idee eine DXpedition nach Andorra zu machen.
Auf dem 20m Band hatten wir öfters Kontakt mit Helmut C31LL, der uns Hilfe vor Ort anbot.
Das war unser Startschuss.
Wir hatten uns einen Vorrat an Nahrungsmitteln angeschafft und funkmäßig waren wir auch bestens ausgestattet. Also ging es los. Mit einem Allrad Jeep (Isuzu Trooper) und einem Wohnwagen fuhren wir in Richtung Pyrenäen. Unser Ziel war die Hauptstadt Andorras, La Vella. Nach eingen Tankstopps und Essenspause kamen wir über den Pass La Casa endlich in der Hauptstadt auf dem Campingplatz an.
Danach machten wir uns auf den Weg um Helmut C31LL in seiner Heimatstadt Massana zu besuchen.
Leider machte er uns keine große Hoffnung bezüglich der Gastlizenz für den Aufenthalt.
Wir machten einen Termin mit Senor Miguel Gomez, der bei der Fernmeldebehörde für Gastlizenzen zuständig war, aus. OM Helmut begleitete uns zu diesem Gespräch am nächsten Tag.
Wir brachten dem Senor ein Gastegeschenk mit und nach einigem Hin un Her bekamen wir unsere Lizenzen. Alle Betriebsarten und Bänder. Sogar Fritz, der in Deutschland nicht auf 20m funken durfte konnte nun auch auf 20m QSOs fahren. Nun konnte die DXpedition richtig losgehen.
Wir bauten 2 Staionen auf, die Eine auf dem Berg Coma Pedrose in 2900 m Höhe und die andere auf dem Campingplatz in La Vella. Wir spannten oben auf dem Berg ein Dipol zwischen die Bäume und klemmten unseren TS 140 an die Autobatterie. Schon waren wir in der Luft mit "CQ DX Andorra ruft" es entstand sofort ein großes Pile-up und wir konnten sogar noch unseren Sked mit unseren Funkfreunden aus der Heimat einhalten. Alle hatten ein sehr gutes Signal.
Als wir einige QSOs gefahren hatten fuhren wir wieder ins Tal. Dort klärten wir ab, dass 2 OMs auf dem Campingplatz bleiben und dort Funkverkehr machen und die Anderen wieder auf den Berg fahren. OM Fritz machte auf dem Campingplatz mit einem FT 767 von OM Harald Betrieb. Wir hatten eine Groundplane für 10m, 15m und 20m gestellt.
In Deutschland feierte die DDR gerade ihren 40sten Geburtstag. Aus diesem Anlass waran auf 20m die Jungpioniere in der Luft. Fritz rief "Hallo hier ist Andorra mit Richtstrahl nach Berlin! Hier ist C30 Lima Foxtrott Tango am Mike Fritz! Bitte kommen". Die Pioniere konnten es kaum glauben. Andorra, alle wollten mit Andorra funken.
Als wir bemerkten, dass der Transceiver HF mäßig bessere Werte erziehlen hätte können, drehten wir die ALC auf und der TRX leistete nun 150 W. Im Gegensatz zu den vorherigen 50 W war das ein großer Unterschied. Nun konnten wir die gleichen QSOs, wie die OMs auf dem Berg fahren.
Freundschaftsfußballspiel K35 - SC Stambach
Im Jahre 1978 wurde ein Freundschafts Fußballspiel zwischen dem OV K35 Schwarzbachtal und dem SC Stambach ausgetragen.
Als Schiedsrichter konnten wir OM Fritz, der durch Vermittlung von DC2UB nach Stambach gekommen war, aus Saarbrücken gewinnen.
(Fritz war damals als Beamter der Deutschen Post, zuständig für die AFU-Lizensen bzw. die Abnahme der Telegrafie Prüfung.)
Unser OV Konnte mühelos 11 Mann stellen, der SC Stambach stellte nur 8 Mann.
Im Tor stand damals DC2UB (diese Flasche). Im Sturm war OM Wolfgang Mohrbach.
Er erziehlte alleine 6 Tore.
Jeder rannte bis an seine Grenze, wir fegten sturmartig dahin und überrannten den SC Stambach im Nu.
Aber dann kam die zweite Halbzeit. Jetzt bekamen wir es mit knallharten Profis zu tun.
Horst Reich, genannt "der Penning", schoss innerhalb von 15 Minuten 6 Tore und somit den Ausgleich.
Nun stand es 6 : 6, leider blieb das nicht lange so. Das Blatt wendete sich, der SC Stambach hohlte auf und machte das 8 : 6.
Wir versuchten jegliche Kraft aus uns rauszuholen um den SC Stambach, der inzwischen auch mit 11 Mann auf dem Platz war, zu besiegen, doch leider schafften wir den Sieg nicht mehr.
Das Spiel ging mit 8 : 6 für den SC Stambach aus. Für eine ungeübte Mannschaft wie uns waren 6 Tore aber ein großer Erfolg.
Die Spieler von K 35 ,damals in dieser Besetzung:
Im Tor : Fritz Strobel DC2UB
Sturmführer : Wolfgang Mohrbacher
Linksaussen : Erich Sutter DL5IQ
Rechtaussen : Roland Rauch DF7IB
Mittelfeld : Willi Kuhn DB3UD
Rechter Verteidige : Willi Piller SWL
Linker Verteidiger : Klaus Becker DB3UI
Libero : Ewald Betz DF5IJ
Freie Pos : Klaus Schmitt DF8IE
Mitspieler : Günther Piller SWL
Mitspieler : Dieter Mattern DB3UH



