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In Zukunft arbeitet der Katastrophenschutz im Landkreis Teltow-Fläming eng mit den Funkamateuren des Ortsverbandes Ludwigsfelde zusammen.

 

Teilnehmer Foto: DL2ROG

Am Dienstagabend fand bei  der Stützpunktfeuerwehr in Zossen-Wünsdorf die Schulung der IuK-Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises statt. Dort werden  die Feuerwehrleute geschult, die in einem Großschadensfall für die Kommunikation zuständig sind. Der Fachbereichsleiter IuK (Information und Kommunikation) und gleichzeitig Sachbearbeiter Katastrophenschutz des Landkreises Teltow-Fläming, Herr Torsten Dielau, hatte zum Ausbildungsthema Notfunk, die Funkamateure des Ortsverbandes Ludwigsfelde eingeladen, um vor allem ihren Verein und ihren Funkdienst vorzustellen. Auf Bitte von Herrn Dielau, wurde die Funkübertragung von Texten und Bildern im Katastrophenfall mit den Mitteln des Amateurfunkdienstes vorgeführt.

Herrn Dielau war schon länger bekannt, dass die Ludwigsfelder Funkamateure selbst Notfunkübungen veranstaltet hatten. Dort wurde unter feldmäßigen Bedingungen, also ohne Strom aus der Steckdose, per Funk nicht nur gesprochen, sondern auch Texte und Bilder übertragen.

DL2ROG beim Vortrag Foto DK6PW

Um den Amateurfunkdienst kennen zu lernen, waren zur Veranstaltung  auch zusätzlich  wichtige Leute im Katastrophenfall aus dem Landkreis anwesend, wie Gerd Heine, Kreisbrandmeister des Landkreises Teltow-Fläming, Manfred Marek, Stadtbrandmeister der Stadt Zossen, Stefan Kricke, stellv. Stadtbrandmeister der Stadt Zossen, Rene Blisse, stellv. Gemeindebrandmeister der Gemeinde Großbeeren und Andre Schütky, Stadtbrandmeister der Stadt Ludwigsfelde.

Die Ludwigsfelder Funkamateure waren durch den Ortsverbandsvorsitzenden Gerd Schumann aus Glienick (Rufzeichen DL2ROG) und dessen Stellvertreter, Bernd Piper aus Thyrow (Rufzeichen DG1RNN) vertreten, die sich gleichzeitig den Notfunkreferenten des Distriktes Brandenburg des DARC e.V., Peter Wasieloski (Rufzeichen DK6PW) als Verstärkung mitgebracht hatten.

Nachdem von Peter Wasieloski per Vortrag und  Torsten Dielau per Lehrgangstext die Gesetzeslage beleuchtet wurde, war schnell klar, dass auch im Großschadensfall ein Feuerwehrmann kein Amateurfunkgerät bedienen darf und ein Funkamateur kein Funkgerät der Behörden mit Sicherheitsaufgaben.

Was jedoch ohne Weiteres funktioniert, ist ein zweites Funknetz über Amateurfunk von Funkamateuren, die die Behörden im Großschadensfall unterstützen und deren Informationen weiter leiten und den Kontakt zur Bevölkerung halten.

Alle waren sich einig, dass zum Beispiel ein flächendeckender länger anhaltender Stromausfall, durch was auch immer verursacht, schnell zu einer solchen Lage führen kann.

In dem Fall funktionieren spätestens nach 4 Stunden keine normalen Kommunikationsverbindungen mehr, Funktelefon, Telefon und Internet fallen meist sofort aus und auch der Behördenfunk wäre stark eingeschränkt.

Die flexibel einsetzbare Technik der Funkamateure, die mit 12 Volt Gleichspannung, also mit den meisten Autoakkus arbeitet, sowie mit deren technischen Sachverstand und den Regeln eines organisierten Funkdienstes, wäre ein Verbindung der wichtigsten Katastrophenschutzstandorte im Landkreis auch in solch einem Fall gegeben.

Dies führte Gerd Schumann vom Standort Wünsdorf mit einer kleinen Funkbrücke nach Thyrow-Siedlung mit einfachsten Antennen vor, wo der Funkamateur Uwe Kisser DH1RQA, die Gegenstelle bildete. Es wurden Texte und Farbbilder in beiden Richtungen fehlerfrei übertragen. Bernd Piper erläuterte die Notfunkausrüstung der Ludwigsfelder Funkamateure.

Alle Anwesenden waren gegen Ende der Veranstaltung davon überzeugt, dass in einer Großschadenslage der Amateurfunk ein Mittel sein kann, um die Behörden im Landkreis sinnvoll und effektiv zu unterstützen.

Der Sachbearbeiter Katastrophenschutz des Landkreises Teltow-Fläming möchte in Zukunft enger mit den Ludwigsfelder Funkamateuren zusammen arbeiten.

Dazu müssen noch viele organisatorische Dinge geklärt werden.

Gleichzeitig hoffen alle Beteiligten, dass sich auch die anderen beiden Ortsverbände im Landkreis am Notfunkprojekt beteiligen. Die Beteiligten äußerten die Absicht, den Notfunk unkompliziert auf Ebene des Landkreises Teltow-Fläming zu regeln.

Die Funkamateure in Ludwigsfelde haben bereits einen Tag nach der Veranstaltung besprochen, wie man schnell weitere Notfunktechnik, die Text und Bild übertragen kann, baut und finanziert. Für anstehende Vorstandswahlen wurde ein neues wichtiges Amt, dass des Notfunkverantwortlichen eingeführt.

Der Ortsverband plant  erste Tests und eine Notfunkübung, um festzustellen, mit welchem technischen Minimalaufwand man die Standorte des Katastrophenschutzes im Landkreis in Absprache mit den Verantwortlichen funktechnisch miteinander verknüpfen kann. Hier lässt sich das Hobby sehr gut mit der neuen Aufgabe in Einklang bringen.

Niemand hofft, dass ein Katastrophenfall, durch was auch immer verursacht, eintritt.
Niemand kann ihn  jedoch  ausschließen und es ist besser, wenn man vorbereitet ist.

Am Ende der Veranstaltung lud der Kreisbrandmeister die Ludwigsfelder Funkamateure in das Feuerwehrtechnische Zentrum Teltow-Fläming nach Luckenwalde zum Tag der offenen Tür ein. Dort werden die Funkamateure präsentieren, wie Text und Bildübertragung nicht nur im Katastrophenfall helfen kann, sondern auch weltweit der Völkerverständigung dient.

Wir hoffen, dass in Zukunft wieder ein alter Slogan des DARC e.V. an Bedeutung gewinnt:

„Die Funkantenne Ihres Nachbarn kann im Not- und Katastrophenfall auch Ihre letzte Rettung sein!“

Gerd Schumann
Ortsverbandsvorsitzender des Ortsverbandes Ludwigsfelde im DARC e.V.

Notfunk-Koffer von DL2ROG Foto: DK6PW
Notfunk-Koffer von DG1RNN Foto: DK6PW