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Die Funkamateure der ARRL unterstützen medizinisches Projekt in Haiti

Von Jack Satterfield, W4GRJ, Saint Pete Beach, Florida

Funkamateure der ARRL haben das Projekt Medishare in der Zeit nach dem Erdbeben unterstützt, ein Medizinisches Hilfsprojekt der Universität Miami und Haitianischer Mediziner, die sämtliche Kliniken, die in den letzten Jahren von ihnen aufgebaut wurden, verloren hatten. Nach dem schnellen Aufbau eines Hilfsteams und eines Feldlazaretts auf dem Flughafengelände von Port-au-Prince war es dringend nötig eine Logistikkette für Unterkunft, Essen, Wasser, Medizinische Ausrüstung und Medikamente und die über 100 Helfer, die alle 5 bis 7 Tage ausgewechselt wurden, aufzubauen.

 

Der Aufbau einer zuverlässigen lokalen und internationalen Kommunikation hatte ebenfalls hohe Priorität. Die IT-Gruppe der  Uni Miami hat zwei Breitband V-SAT-Links zur Übertragung von Emails und  2 VoIP-Telefonleitungen aufgebaut, die aber unstabil und unzuverlässig war. Über Julio, WD4R, vom Nationalen Hurrikan Zentrum Miami wurde die ARRL angesprochen, die sofort ein KW „Amateurfunk-Hilfskit“ schickte und den Kontakt zu Neil, W4NHL, Notfunkleiter der Sektion Westzentral Florida und MARS-Mitglied, herstellte. Nach Klärung der Anforderung, eine Reservekommunikation für zwei bis drei Wochen bis zur dauerhaften Stabilisierung des Satellitensystems einzurichten, stellte John, K4AG, eine Liste mit erforderlichen Geräten für die Standorte Haiti und Miami zusammen, die von AES, Orlando geliefert wurden.


Der WX4NHC Club (National Hurricane Center) hat eine komplette Station beim zentralen Einsatzgebäude in Haiti auf dem Lazarettgelände einschließlich der Antennen aufgebaut. Dale, KR4OR und Ivan, KB4RMB haben die KW-Station für Fernbedienung, Skype und Winlink-Email Übertragung eingerichtet. Echolink wurde später als internes Koordinierungssystem zwischen Haiti und den Haupt-Koordinatoren in USA mit Hilfe von Rob, KD1CY, und Tony, VK3JED eingerichtet.


Einsatz
Das ursprüngliche Einsatzziel war, eine KW-Station aufzubauen, die in der Lage war, eine Reserveverbindung für Sprache über Phonepatch (Telefonüberleitung) und eine Reserveverbindung für Email über HF-Winlink herzustellen. Beide Ziele konnten auf normalen Amateurfunkfrequenzen erreicht werden. Aber wegen der Einschränkungen bei der Ausbreitung und den bei Bedarf zur Verfügung stehenden (Phonepatch-?) Stationen, wurde entschieden, MARS Einrichtungen zu nutzen, um die Anzahl der zur Verfügung stehenden Winlink-Stationen zu erweitern und Nutzung der 24/7 verfügbaren Airforce-MARS-Phone-patch Stationen. Die freiwilligen Helfer wurden in Teams von zwei Operator eingeteilt, mir wenigstens einem MARS-Operator. Die Station bestand aus einem von der ARRL zur Verfügung gestellten ICOM IC-718 und AH-710.


VHF-Betrieb wurde auf 146,52 MHz mit Ron. KE2UK mit der Nassau-Klinik eingerichtet;   ungefähr 5 Meilen vom Flughafen entfernt. Die Klinik hatte begrenzte medizinische Möglichkeiten und folglich gab es viel Verkehr mit Miami Medical zur Patientenberatung, Patiententransfer nach Miami und anderen medizinischen Einrichtungen und zu dem US Schiff Comfort.


Als die Notwendigkeit einer direkten Verbindung mit der Comfort deutlich wurde, wurde ein VHF-Funkgerät für die Marine-Frequenzen modifiziert. Nachdem der Kontakt hergestellt war, wurde Prioritäts- und Notverkehr übertragen.Die Kommunikation mit der Comfort lief reibungslos. Die Verbindung mit der Comfort war besonders wichtig, um eine Vielzahl von Menschenleben zu retten.

25 Phonepatch-Verbindungen wurden über das Airforce-Phonepatchnetz und das Maritime Mobile Netz auf 14.300 MHz abgewickelt. Der Zugriff auf das Airforce-phonepatch-Netz war wichtig in Bezug auf die 100%ige Verfügbarkeit unabhängig von Ausbreitung und Tageszeit. Alles war medizinischer und sozialer Routineverkehr, der vom medizinischen Personal Miami begrüßt wurde.

 

Eine Verbindung wurde auch zum US-JOC (Joint Operations Command) eingerichtet, um bestimmte örtliche Sicherheitsgefahren abzustellen. Für diesen Zweck wurde das 6m-Band benutzt.

Eine der unerwarteten Kommunikationsanforderungen war die Instandhaltung der GMRS-Funkgeräte (Betriebsfunk) die von dem Klinik-Personal benutzt wurden. Sie hatten 12 Funkgeräte, von denen die meisten nicht funktionierten. Die Helfer reparierten die Geräte mit defekten Batterien und Batteriekontakten, falschen Frequenzen usw. Die Geräte arbeiteten dann auf dem Gelände des Hospitals, konnten aber nicht über größere Distanz arbeiten. Ein Yaesu FT-897 wurde auf Kanal 21 (462,700 MHZ) benutzt und agierte als manuelles Relais zur Weitergabe von Meldungen zwischen Operatoren.


Ein modifiziertes VHF/UHF-Gerät des MARS wurde ebenfalls auf 462,700 MHz benutzt, wenn eine größere Reichweite gebraucht wurde; z.B. für die täglichen Fahrten zu einem Medizin-Stützpunkt in 4 Meilen Entfernung.


HF-Winlink wurde für Routineverkehr genutzt. Sein primärer Zweck war, eine Reserve für Notverkehr zu bilden, falls der V-SAT Email-Link zusammenbrechen sollte. Das war zwar nie nötig, aber die Möglichkeit zu haben, war ein Sicherheitnetz, das den  Einsatzanforderungen entsprach.


Erfahrung
Die wichtigste Erfahrung war die Bedeutung der Zusammenarbeit, die gut gemeistert wurde:
Army-, Navy- und Airforce-MARS sind mit gemeinsamer Anstrengung eingetreten, jeder mit einer zugeteilten Rolle. Die ARRL war von Beginn an dabei mit Ausrüstung und gegenseitiger Lizenzunterstützung, Kontakten zur FCC um die Berechtigung von (Dritten-) Verkehr zu regeln, Aufträge für medizinische Waren und andere logistische Anforderungen zu unterstützen.


Der Einsatz zeigte eine neue Perspektive der Zusammenarbeit, primär zwischen den drei MARS-Diensten, ARES, ACS und US Militär-Einrichtungen.

 

Eine andere wichtige Beobachtung war der offensichtliche Bedarf an mehr MARS-Operatoren, um die verschiedenen US-Militär Einheiten, die in Haiti operierten, zu unterstützen. Das Team wurde gebeten,  Operator und Geräte zur Verfügung zu stellen, um die Kommunikation zwischen den verschiedenen eingerichteten Diensten zu verbessern.
Ausgehend von dieser Erfahrung und dem neuen Einsatzauftrag für MARS ist zu hoffen, dass das den drei MARS-Chefs und dem DOD (Verteidigungsministerium) ermöglichen wird, die Kommunikationsunterstützung, die MARS bei künftigen humanitären Einsätzen geben kann, zu überdenken. MARS-Mitglieder sollten üben und für den Einsatz bereit sein, nicht falls, sondern sobald das US-Militär gerufen wird, die Führung für eine andere größere humanitäre Hilfsmission zu übernehmen.

 

(Übersetzung: Michael (Mike) Becker, DJ9OZ)

Link zur ARRL