Funken und Basteln für Kids im Museum
Zuerst war es nur so eine Idee, um endlich wieder einmal Leben in den OV zu bringen. „Funken für Kids im Museum“ hörte sich interessant an - an einem Sonntag im März mit Kindern im Museum funken!
Im Bezirk Reinickendorf im Norden Berlins gibt es ein Heimatmuseum. Zu den Verantwortlichen im Museum war leicht Kontakt herzustellen. Sie freuten sich über unser attraktives Angebot, das gut in den Rahmen der weiteren Veranstaltungen des Museums für Kinder und Jugendliche passte. Im OV fand sich ein Team von etwa zehn OMs, das die Planungsarbeiten aufnahm.
Nach einer Ortsbesichtigung im Museum beschlossen wir, vier Angebote parallel laufen zu lassen: Ausbildungsfunkbetrieb (DN1KSS) an einer KW- und einer UKW-Station (DLØKSS), Aufbau von Elektronik-Bausätzen mit Reißnageltechnik, Peilversuche mit Fuchsjagdgeräten im Garten des Museums sowie Video-Präsentationen mit allgemeinen Informationen über den Amateurfunk für die Gäste. Für die Vorbereitungsarbeiten wurden vier Verantwortliche gefunden, deren Arbeit zentral koordiniert wurde. So war der Aufwand für die Einzelnen überschaubar. Von Michael, DL3NBW, der mit der Jugend-Technik-Akademie-Fürth, als Initiator der Veranstaltung gilt, erhielten wir Hinweise aus den Erfahrungen der Aktivitäten in den vergangenen Jahren. Und mit den Teilnehmern in der näheren Umgebung Berlins (Archenhold-Sternwarte in Berlin Treptow mit DL7MAR und DL7USM sowie dem Funkerberg in Königs Wusterhausen mit DLØKWH) nahmen wir Kontakt auf. Auf die Veranstaltung wurde durch die Homepage des Museums und des OV Reinickendorf hingewiesen. Die Museumsleitung hat außerdem mit einem Schreiben an die Schulen im Norden Berlins darauf aufmerksam gemacht.
Und am Sonntag, dem 25. März 2012 sollte es dann endlich so weit sein. Schon am Freitag und am Sonnabend wurden Antennen im Museumsgarten aufgebaut, ein Raum für die Vorführungen gestaltet, die Funkstationen aufgebaut und ausprobiert und der Bastelraum im Keller hergerichtet. Insgesamt hatten sich etwa zwanzig Kinder und auch drei Erwachsene für die Teilnahme beim Museum angemeldet. Dazu kamen dann noch spontane Besucher. Zum Glück verteilten sich die Teilnehmer, die am Basteln interessiert waren, über den Tag und die verschiedenen Aktivitäten. So ergaben sich beim Basteln überschaubare Gruppen. Und dank der Mitarbeit einiger Mitglieder aus dem Nachbar-OV D13, standen auch immer ausreichend viele Betreuer bereit.
Am attraktivsten waren wohl die Bastelarbeiten. In drei Gruppen wurden insgesamt 18 Morsepiepser und drei Morseblinker zusammengelötet. Stolz konnten alle Jugendlichen mit ihren funktionsfähigen Aufbauten dann zu den weiteren Angeboten ziehen. Da das Wetter mitspielte, wurde auch fleißig mit den 80m-Peilgeräten im Museumsgarten nach dem versteckten Fuchs-Sender gesucht. Die beiden Stationen waren durchgehend in Betrieb, sowohl in Fonie als auch mit Packet Radio. Einige Kinder waren dann auch tatsächlich so ausdauernd und mutig nach längerem Zuhören und Erklären selbst zum Mikrofon zu greifen.
Von 10.00 Uhr bis 15.30 Uhr hatten wir etwa 25 Kinder und Jugendliche und ca. 15 Eltern und weitere interessierte Erwachsene als Gäste. Es kamen auch einige OV-Mitglieder zu Besuch.
Insgesamt hatten wird den Eindruck, dass es unter den Kindern und Jugendlichen doch etliche gibt, die der Technik recht aufgeschlossen gegenüber stehen, wenn sie die Gelegenheit haben, unter geduldiger Anleitung etwas selbst ausprobieren zu dürfen. Natürlich ist bei dieser Veranstaltung niemand in den DARC eingetreten. Wenn wir für diesen oder jenen auch nur etwas angestoßen haben und zeigen konnten, dass Technik interessant und verstehbar ist und die Beschäftigung damit Spaß machen kann, dann ist schon sehr viel erreicht. Die Saat geht dann vielleicht nach mehreren ähnlichen Kontakten in anderen technischen Bereichen auf. Das mag sein. Wir wurden jedenfalls gefragt, ob wir nicht im nächsten Jahr wieder eine solche Veranstaltung im Heimatmuseum Reinickendorf durchführen möchten. Im Rahmen des Programms für Jugendliche zog unser Angebot offensichtlich sehr viele Besucher an.
Auch ein weiterer Aspekt ist wichtig: Wir haben erfahren, dass wir als OV auch jetzt noch attraktive Veranstaltungen für uns und andere gestalten können und beim OV-Treffen nicht immer nur in Erzählungen von früheren Fielddays, Vorträgen über historische Funktechnik oder spektakuläre DX-Expeditionen internationaler Teams schwelgen müssen.
Amateurfunk macht Spaß!!
Wolf, DL7PF