Kapitel 10: Betriebsabwicklung auf Kurzwelle

In diesem Kapitel:


Betriebsabwicklung auf Kurzwelle

Der internationale Amateurfunkverkehr unterliegt gewissen Regeln, den „IARU-Regeln“, an die sich die Funkamateure halten, damit es nicht zu gegenseitigen Beeinträchtigungen kommt.

Der internationale Funkverkehr auf Kurzwelle unterscheidet sich sehr von den lokalen Gesprächsrunden auf den FM-Kanälen auf Ultrakurzwelle. Während man in den lockeren Gesprächsrunden auf UKW kaum sein Rufzeichen nennt und auch keine „Rapporte verteilt“, gibt es auf Kurzwelle je nach Betriebsart einige Regeln, die beachtet werden müssen.

Es gibt zwei Arten, eine Funkverbindung auf Kurzwelle aufzunehmen. Einerseits kann man sich selbst eine leere Frequenz suchen und einen allgemeinen Anruf (CQ - deutsch: zeh-kuh oder englisch: si-kju) starten oder man antwortet auf einen CQ-Ruf oder steigt in eine laufende Runde ein. Beginnen wir mit dem eigenen CQ-Ruf.

Durch intensives Hören suchen Sie sich zunächst nach dem Bandplan eine freie Frequenz. Aber: Sie kennen sicher aus dem Buch Technik das Phänomen der toten Zone. Das heißt, auch wenn Sie gerade nichts hören, kann trotzdem eine Funkverbindung auf der ausgewählten Frequenz laufen.


Die „Tote Zone“

Zeichnung: Eckart Moltrecht, DJ4UF

Deshalb sollten Sie also etwas länger hineinhören. Bevor Sie den CQ-Ruf beginnen, vergewissern Sie sich dennoch erst einmal durch Fragen, ob die Frequenz frei ist: „Is this frequency in use?“ – „Ist diese Frequenz besetzt?“ Erst wenn niemand antwortet, starten Sie Ihren allgemeinen Anruf.


Prüfungsfrage:
BE116  Warum erscheint Ihnen auf den höheren Frequenzbändern der Kurzwelle eine Frequenz als frei, obwohl sie sich anschließend als besetzt herausstellt?
Die auf dieser Frequenz sendende Station wurde durch den Mögel-Dellinger-Effekt kurzfristig unterbrochen.
Die auf dieser Frequenz sendenden Stationen haben eine zu geringe Sendeleistung.
Für die auf dieser Frequenz sendenden Stationen sind die Ausbreitungsbedingungen zu schlecht.
Die auf dieser Frequenz sendende Station liegt innerhalb der toten Zone und konnte daher von mir nicht gehört werden.

Prüfungsfrage:
BE115  Sie möchten im 20-m-Band einen allgemeinen Anruf starten. Sie finden eine Frequenz die offensichtlich nicht belegt ist. Wie gehen Sie vor?
Da ich auf der Frequenz kein Signal höre kann ich mit meinem CQ-Ruf beginnen.
Ich warte und beobachte die Frequenz für einige Sekunden. Höre ich nichts, so kann ich mit meinem CQ-Ruf beginnen.
Ich beobachte die Frequenz und frage dann etwa zwei bis dreimal ob die Frequenz besetzt ist. Erfolgt keine Antwort, kann ich davon ausgehen, dass die Frequenz frei ist und dort CQ rufen.
Ich stimme meinen Sender auf der Frequenz ab und starte dann meinen CQ-Ruf.

Im Amateurfunk gilt: Wer zuerst auf einer Frequenz war, dem „gehört“ die Frequenz. Sie können dort so lange Funkbetrieb machen, wie Sie wollen. Niemand kann sich eine Frequenz reservieren. Wenn Sie sich also mit einem anderen Funkamateur für eine bestimmte Zeit auf einer Frequenz verabreden, könnte diese besetzt sein. Dann müssen Sie ausweichen (QSY machen).


Prüfungsfrage:
BE103  Auf welche Arten können Sie eine Amateurfunkverbindung zum Beispiel beginnen?
Durch Benutzen der internationalen Betriebsabkürzung "CQ", bzw. mit einem allgemeinen Anruf; mit einem gezielten Anruf an eine bestimmte Station oder mit einer Antwort auf einen allgemeinen Anruf, jeweils mit Nennung des eigenen Rufzeichens.
Durch wiederholtes Aussenden der internationalen Q-Gruppe "QRZ?" mit angehängtem eigenen Rufzeichen und dem Abhören der Frequenz in den Sendepausen. Durch einen gezielten Anruf an eine bestimmte Station oder mit einer Antwort auf einen an die eigene Station gerichteten Anruf.
Durch mehrmaliges, bei schlechten Ausbreitungsbedingungen häufiges Aussenden der Abkürzung "CQ", des eigenen Rufzeichens und der Q-Gruppe "QTH" mit Zwischenhören.
Durch das Aussenden Ihres Rufzeichens und des in der IARU festgelegten Auftast-Tones von 1750 Hz, durch den die abhörenden Stationen Ihren Verbindungswunsch erkennen.

Ein allgemeiner Anruf beginnt mit CQ gefolgt vom eigenen Rufzeichen. In Telegrafie wird CQ dreimal gesendet und dann zwei- bis dreimal das eigene Rufzeichen angehängt, wie man es in folgender Prüfungsfrage erkennen kann. In Telefonie genügt einmal CQ und auch ein- oder zweimal das eigene Rufzeichen.

"DE" steht für "by", "from" oder "von".


Prüfungsfrage:
BB110  Wie gestalten Sie als DO1LEN einen allgemeinen Anruf in Telegrafie?
CQ CQ CQ CQ CQ CQ DE DO1LEN
CQ CQ CQ DE DO1LEN DO1LEN DO1LEN
QRZ QRZ QRZ DE DO1LEN DO1LEN DO1LEN
CQ QRZ CQ QRZ DE DO1LEN DO1LEN DO1LEN

Wenn Sie selbst CQ gerufen haben, dürfen Sie nach Beendigung der Funkverbindung auf dieser Frequenz wieder CQ rufen. Wenn aber eine andere Station Ihren Funkpartner anruft, dann lassen Sie den beiden Stationen Zeit, sich zu verständigen, damit diese auf eine andere Frequenz wechseln können. Ansonsten können Sie Ihrem Funkpartner natürlich die Frequenz auch überlassen und selber die Frequenz wechseln.


Prüfungsfrage:
BE114  Sie haben eine Funkverbindung mit einer vorher "CQ" rufenden Station beendet. Anschließend werden Sie von einer anderen Station gerufen. Wie verhalten Sie sich?
Nach entsprechender Verständigung mit der neuen Gegenstation nehme ich die neue Verbindung mit ihr auf einer anderen, freien Frequenz auf.
Ich bleibe auf der Frequenz und tätige ein QSO mit der neu rufenden Station.
Ich gehe etwa 1 kHz neben die Frequenz und rufe dort die anrufende Station.
Ich reagiere nicht auf den Anruf, weil die Frequenz der Station gehört, die CQ gerufen hat.

Prüfungsfrage:
BE101  Wie würden Sie antworten, wenn jemand "CQ" ruft?
Ich nenne das Rufzeichen der rufenden Station mindestens fünfmal und anschließend sage ich mindestens einmal "Hier ist {eigenes Rufzeichen}".
Ich nenne das Rufzeichen der rufenden Station einmal, anschließend sage ich einmal: "Hier ist {eigenes Rufzeichen buchstabieren}, bitte kommen".
Ich rufe ebenfalls CQ und nenne das Rufzeichen der rufenden Station mindestens dreimal, anschließend sage ich mindestens fünfmal "Hier ist {eigenes Rufzeichen buchstabieren}".
Ich nenne mein Rufzeichen und fordere die rufende Station auf, auf einer anderen Frequenz weiter zu rufen.

Sie haben beispielsweise einen CQ-Ruf von EA5AZW gehört und möchten antworten. Ihr Anruft lautet: „EA5AZW von DJ4UF delta juliett four uniform foxtrott, natürlich Ihr eigens Call zumindest einmal im internationalen Buchstabieralphabet.


Prüfungsfrage:
BE118  EA3JQ ruft in englischer Sprache CQ. Wie gestalten Sie Ihren Anruf, wenn Sie mit ihm ein QSO führen möchten?
EA3JQ, es ruft Sie DH8DAP, bitte kommen
CQ CQ CQ de DH8DAP for EA3JQ, please go ahead
EA3JQ, this is DH8DAP calling you
QRZ EA3JQ from DH8DAP, over

Prüfungsfrage:
BE109  Ihr Rufzeichen sei DH7RW. Sie hören in Telefonie unvollständig "... 7 Romeo Whiskey". Wie reagieren Sie?
Ich antworte: "QRZ, wurde ich gerufen?"
Ich frage: "Wer hat mich gerufen?"
Ich frage erneut: "QRZ?"
Ich antworte: "Hier ist DH7RW, wurde ich gerufen?"

Im CB-Funk gibt es eine Unsitte, einen allgemeinen Anruf mit QRZ zu beginnen. Dies ist im Amateurfunk falsch, denn QRZ ist ein gezielter Anruf an eine Station, wenn beispielsweise der Anruf nicht verstanden wurde und wiederholt werden soll.


Prüfungsfrage:
BE105  Sollten Sie einen allgemeinen Anruf mit QRZ beginnen?
Nein, weil QRZ nur für einen gezielten Anruf benutzt wird.
Ja, weil QRZ? bedeutet: Wer möchte angerufen werden?
Ja, weil QRZ nach VO Funk die gleiche Bedeutung wie CQ hat.
Nein, weil QRZ nach VO Funk nicht die Bedeutung von CQ hat.

Sie können auch einen so genannten gezielten CQ-Ruf starten. Sie haben beispielsweise aus der Ausbreitungsvorhersage entnommen, dass zurzeit gute Funkbedingungen nach Südamerika sein sollen. Sie möchten dies ausprobieren. Dann gestalten Sie Ihren gezielten Anruf beispielsweise so: „CQ South America this is Delta Juliett four Uniform Foxtrott calling you“. Dann sollten sich eigentlich nur Stationen aus Südamerika melden. Meldet sich aber zum Beispiel eine Station aus Europa, antworten Sie: „Sorry, I’m calling for South America“ und setzen Ihren CQ-Ruf nach Südamerika fort.


Prüfungsfrage:
BE106  Wie gestalten Sie Ihren allgemeinen Anruf in Telefonie, wenn Sie eine Verbindung mit einer australischen Amateurfunkstelle suchen?
CQ Australien hier ist DL7RBI (etwa 3mal wiederholen) and DL7RBI is listed (internationales Buchstabieralphabet beim Rufzeichen benutzen).
CQ Australia this is DL7RBI calling (etwa 3mal wiederholen) and DL7RBI is listening (internationales Buchstabieralphabet beim Rufzeichen benutzen).
Australia, Australia, Australia (etwa 3mal wiederholen) here is DL7RBI listening (internationales Buchstabieralphabet beim Rufzeichen benutzen).
CQ this is DL7RBI Australia calling (etwa 3mal wiederholen) and DL7RBI is listening to Australia (internationales Buchstabieralphabet beim Rufzeichen benutzen).

Umgekehrt bedeutet dies natürlich, dass Sie einem gezielten Anruf nicht antworten dürfen, wenn die CQ rufende Station beispielsweise CQ DX ruft und die Station aus Europa ist. Für Kurzwelle gilt: DX ist außerhalb Europa. Für Ultrakurzwelle (VHF/UHF) gilt: DX ist ungefähr 300 bis 500 Kilometer. Wenn allerdings eine im VHF/UHF Bereich CQ rufende Station nach mehrfachem Ruf keine Antwort bekommt, rufen Sie die Station etwa so an: „Ist Aachen JO30 auch DX für Sie? Es ruft Sie DJ4UF aus JO30BR.

KW: DX ist außerhalb Europas
VHF: DX ist mehr als zirka 300 km


Prüfungsfrage:
BE111  Was bedeutet der im 20-m-Band gesendete Anruf "CQ CQ CQ DX de HB9AFN"?
HB9AFN sucht eine Verbindung über 500 km und sollte durch Funkamateure aus einer geringeren Entfernung als 500 km nicht angerufen werden.
HB9AFN sucht eine Verbindung mit dem Ausland und sollte durch andere Funkamateure nicht angerufen werden.
HB9AFN sucht eine Überseeverbindung und sollte durch europäische Funkamateure nicht angerufen werden.
HB9AFN sucht eine Verbindung mit Stationen von den Philippinen.

Prüfungsfrage:
BE113  Eine Station ruft auf VHF/UHF "CQ" mit dem Zusatz "DX". Wann sollten Sie antworten?
Nur wenn es sich bei der anrufenden Station um eine außereuropäische Station handelt.
Nur wenn die Entfernung zwischen beiden Stationen höchstens 500 km beträgt und sonst niemand auf den Anruf antwortet.
Nur wenn ich als hörende Station die rufende Station mit guter Lautstärke empfange.
Nur bei Stationen, die erkennbar einige hundert Kilometer entfernt sind, ggf., wenn nach mehrmaligen erfolglosen Anrufen niemand antwortet.

Man kann auch einen CQ-Ruf für ein bestimmtes Land ausrichten. Das Land wird in Telegrafie durch den Landeskenner angegeben oder in Telefonie ausgesprochen, zum Beispiel „CQ VK/ZL“ oder „CQ New Zeeland or Australia”, wenn man gern eine Verbindung mit einer Station aus Neuseeland oder Australien haben möchte. Natürlich sollten dann auch entsprechende Ausbreitungsbedingungen herrschen.


Prüfungsfrage:
BE110  Sie hören 4U1ITU in Telefonie rufen: "CQ VK/ZL this is 4U1ITU". Sollten Sie 4U1ITU anrufen, wenn Sie gerne ein QSO mit ihm führen würden?
Ja! 4U1ITU in Australien/Neuseeland sucht eine Verbindung.
Nein! 4U1ITU sucht eine Verbindung mit Australien oder Neuseeland.
Ja! Aber nur wenn Sie geborener Australier oder Neuseeländer sind.
Nein! 4U1ITU sucht nur Verbindungen mit Indien oder Südafrika.

Prüfungsfrage:
BE106  Wie gestalten Sie Ihren allgemeinen Anruf in Telefonie, wenn Sie eine Verbindung mit einer australischen Amateurfunkstelle suchen?
CQ Australia this is DL7RBI calling (etwa 3mal wiederholen) and DL7RBI is listening (internationales Buchstabieralphabet beim Rufzeichen benutzen).
CQ Australien hier ist DL7RBI (etwa 3mal wiederholen) and DL7RBI is listed (internationales Buchstabieralphabet beim Rufzeichen benutzen).
Australia, Australia, Australia (etwa 3mal wiederholen) here is DL7RBI listening (internationales Buchstabieralphabet beim Rufzeichen benutzen).
CQ this is DL7RBI Australia calling (etwa 3mal wiederholen) and DL7RBI is listening to Australia (internationales Buchstabieralphabet beim Rufzeichen benutzen).

Die Zusätze bei einem CQ-Ruf können auch Betriebsarten, Ausbreitungsarten oder Kontestabkürzungen sein. Zum Beispiel bedeutet CQ Aurora, dass Sie nur Stationen erwarten, die über Polarlicht-Erscheinungen herein- kommen. Diese sind eindeutig am rauen Ton erkennbar. Oder „CQ FD“ in Telegrafie bedeutet, dass die Station nur Anrufe von Stationen erwartet, die am „Fieldday-Kon­test“ teilnehmen oder dafür Punkte geben können. Bei „CQ Sporadic“ erwartet man Stationen, die über die sporadische E-Schicht empfangen werden. Mehr dazu in der folgenden Lektion.


Prüfungsfrage:
BE108  Sie hören KA2WEU in Morsetelegrafie rufen: "CQ DL CQ DL de KA2WEU pse k". Was beabsichtigt KA2WEU mit diesem Anruf?
KA2WEU sucht eine Verbindung mit Stationen, die an einem deutschen Wettbewerb teilnehmen.
Der amerikanische Funkamateur KA2WEU sucht Verbindungen mit Funkamateuren, die weit entfernt sind.
KA2WEU sucht nur Verbindungen mit deutschen Funkamateuren deren Rufzeichenpräfix DL ist.
KA2WEU sucht eine Verbindung mit einem Funkamateur aus Deutschland.

Prüfungsfrage:
BE107  Sie hören DH8DAP/p in Morsetelegrafie rufen: "CQ FD CQ FD de DH8DAP/p". Was bedeutet das?
DH8DAP/p sucht Verbindungen mit Stationen aus dem Autokennzeichenbezirk Fulda.
DH8DAP/p sucht Verbindungen mit Stationen aus französischen Überseegebieten (French Departements).
DH8DAP/p nimmt an einem Fieldday-Kontest teil und sucht vornehmlich Verbindungen mit Stationen, die sich ebenfalls an diesem Kontest beteiligen.
DH8DAP/p sucht Verbindungen mit Stationen aus französischen Überseegebieten (French Departements), die für den Portabel-Kontest gewertet werden können.

QSL-Karte von Eckart Moltrecht, DJ4UF

QSL-Karte einer DXpedition zu einer Insel


Um „seltene“ Länder oder eine Insel, auf der kein Funkamateur wohnt, funktechnisch zu aktivieren, werden so genannte DX-Expedi­tionen oder abgekürzt DXpeditionen durch­geführt. Eine Gruppe von Funkamateuren organisiert solch ein „Funk-Event“ und zieht mit Funkausrüstung eventuell Zelt und Verpflegung in das ferne Land oder auf die einsame Insel.


Prüfungsfrage:
BE201  Was verstehen Sie unter dem Begriff "DX-Pedition"? Es ist
eine Zusammenstellung aller noch von Funkamateuren begehrten Länder.
eine weltweite Aktivitätswoche.
ein internationaler Funkwettbewerb.
eine Amateurfunkexpedition zu Ländern oder Inseln, die selten im Amateurfunk zu hören sind.

Dementsprechend ist auf der anderen Seite die „Nachfrage“ recht groß. Oft Hunderte von Funkamateuren rufen diese Sonderstation manchmal gleichzeitig an. Dann entsteht auf der Frequenz ein solches „Chaos“, dass niemand mehr weiß, wann die seltene Station denn nun eigentlich antwortet. Solch eine Situation nennt man ein „Pile-up“. Um bei solch einer Situation doch noch einen einigermaßen geordneten Betrieb durchführen zu können, haben sich verschiedene Möglichkeiten herausgebildet, die im Folgenden erläutert werden sollen.


Prüfungsfrage:
BE202  Was ist mit dem Begriff "pile up" gemeint? Man meint damit das gleichzeitige
Anrufen einer selten zu hörenden Station durch viele Amateurfunkstellen.
Senden einer Station auf mehreren Amateurfunkfrequenzen in einem Kontest.
Senden einer Station mit mehreren Antennen bei einem Kontest.
Hören einer Station mit mehreren Empfängern bei einem Kontest.

Für den geordneten Funkbetrieb in einem solchen Pile-upgibt es verschiedene Regeln. In Telegrafie sendet die CQ rufende DX-Station beispielsweise „3 up“. Dies bedeutet, dass die anrufenden Stationen drei Kilohertz oberhalb der Frequenz anrufen sollen. Andernfalls nämlich hört man vor lauter Anrufern gar nicht, wenn die Station antwortet.


Prüfungsfrage:
BE206  Eine Station gibt am Ende ihres CQ-Rufes "5 up". Was bedeutet diese Angabe und was ist zu beachten?
Die rufende Station hört 5 Minuten später auf ihrer eigenen Sendefrequenz. Ich muss also bei meinem Anruf 5 Minuten später senden und vorher prüfen, ob die Frequenz frei ist.
Die rufende Station hört 5 kHz oberhalb ihrer eigenen Sendefrequenz. Ich muss also bei meinem Anruf 5 kHz höher senden.
Die rufende Station sendet 5 kHz oberhalb ihrer eigenen Sendefrequenz. Ich muss also bei meinem Anruf 5 kHz höher empfangen und vorher prüfen, ob die Frequenz frei ist.
Die rufende Station behandelt meinen Anruf an 5ter Stelle. Ich muss also bei meinem Anruf 5 andere Funkverbindungen abwarten.

Zeichnung: Eckart Moltrecht, DJ4UF


DX Split-Funkverkehr „3-up“

Bei Funkexpeditionen in der Betriebsart SSB wird häufig ein ganzer Frequenzbereich genannt, wo die Stationen anrufen sollen, beispielsweise im 20-m-Band „tuning 290 up“, was bedeutet, dass die DX-Station den Frequenzbereich oberhalb von 14290 kHz nach anrufenden Stationen absucht. Oder die Station ruft: „split up 250 to 280“, was bedeutet, dass die Station zwischen 14250 und 14280 kHz hört. In diesem Bereich müssen Sie also anrufen.

Um der vielen anrufenden Stationen Herr zu werden, rufen die DX-Stationen manchmal einzelne Länder auf oder sie begrenzen die Anzahl dadurch, dass sie nacheinander die Ziffer im Rufzeichen als Auswahlkriterium nennen. Folgende Prüfungsfragen sollen als Beispiele dienen.


Prüfungsfrage:
BE205  Eine "seltene" Station, die auf 14205 kHz "CQ" gerufen hat, sagt am Ende ihres CQ-Rufes "tuning 290-300 up". Was tun Sie, wenn Sie diese Station anrufen wollen?
Ich muss auf 14290 kHz oder darüber hören.
Ich sende auf 14205 kHz und höre auf 14290 kHz.
Die Funkstelle stimmt auf 14290 kHz ab.
Ich muss zwischen 14290 und 14300 kHz rufen.

Prüfungsfrage:
BE208  Was versteht man unter "Split-Verkehr"?
Wegen örtlicher Funkstörprobleme benutzen beide Funkamateure bei ihrer Funkverbindung unterschiedliche Betriebsarten, z. B. Morsen und Sprechfunk.
Zwei Relaisfunkstellen, die sich im gleichen Versorgungsgebiet die gleiche Frequenz zeitlich teilen müssen.
Senden und Empfangen erfolgt nicht wie sonst üblich auf der gleichen Frequenz, sondern auf verschiedenen Frequenzen des gleichen Amateurfunkbandes.
Senden und Empfangen erfolgt in zwei unterschiedlichen Amateurfunkgeräten.

Prüfungsfrage:
BE204  Was ist gemeint, wenn die Gegenstation sagt: "split up 14250 to 14280"?
Die seltene Station bitte anrufende Stationen in dem angegebenen Bereich CW zu verwenden.
Die seltene Station kündigt einen Frequenzwechsel in den angegebenen Bereich an.
Die seltene Station hört oberhalb ihrer Sendefrequenz in dem angegebenen Bereich.
Die seltene Station nimmt in dem angegebenen Bereich eine Liste auf.

Prüfungsfrage:
BE207  Eine seltene Station ruft in SSB "only number 3, only suffix". Was ist damit gemeint?
Die Station möchte, dass anrufende Stationen dreimal nur ihr Suffix durchgeben.
Die Station möchte jeweils drei rufende Stationen in eine Liste aufnehmen.
Die Station möchte nur Stationen mit dreistelligem Suffix aufrufen.
Die Station möchte nur Anrufe von Stationen mit der Ziffer "3" im Rufzeichen und bittet, nur mit den Buchstaben des Suffixes zu rufen.

Eine weitere Möglichkeit, ein großes Pile-up zu vermeiden, besteht beim so genannten Listenbetrieb. Eine für alle gut hörbare Station, die die DX-Station auch sehr gut hören kann, weil sie vielleicht näher daran gelegen ist, notiert anrufende Stationen in einer Liste und ruft später diese Stationen zur Aufnahme einer Funkverbindung mit der seltenen Station auf.


Prüfungsfrage:
BE203  Was verstehen Sie bei einer seltenen Station unter der Aufforderung zu "Listenbetrieb"?
Eine gut hörbare andere Station schickt per Internet Listen anrufender Stationen an die seltene Station.
Eine gut hörbare andere Station nimmt anrufenden Stationen in eine Liste und ruft später diese Stationen zur Aufnahme einer Funkverbindung mit der seltenen Station auf.
Die seltene Station ruft Stationen nach einer Liste der Landeskenner alphabetisch auf.
Die seltene Station oder ihr QSL-Manager veröffentlicht eine Liste der gearbeiteten Stationen in den Amateurfunkzeitschriften.

Eine Unart ist es, kurz vor dem Anruf bei einem Pile-up direkt auf der Frequenz nochmals seinen Sender neu abzustimmen, um möglichst viel Leistung herauszuholen. Die Abstimmung des Senders soll mit einer künstlichen Antenne (Dummy Load) oder die Anpassung der Antenne auf einer unbenutzten anderen Frequenz erfolgen.

Bei Morsetelegrafie ist es üblich, mit der Gebegeschwindigkeit zu antworten, mit der die Station CQ gerufen hat. Wenn Sie von einem offensichtlichen Anfänger in niedrigem Morsetempo angerufen werden, passen Sie sich bitte seiner Gebegeschwindigkeit an.


Prüfungsfrage:
BE119  Mit welcher Tastgeschwindigkeit würden Sie einen CQ-Ruf in Telegrafie beantworten? Ich würde
mit meiner gewohnten Geschwindigkeit antworten.
mit der gleichen Geschwindigkeit des empfangenen Signals antworten.
mit einer solch hohen Geschwindigkeit antworten, wie ich sie auch aufnehmen könnte.
die Geschwindigkeit der eingestellten automatischen Morsetaste nicht ändern, sondern immer mit dieser Geschwindigkeit antworten.

Prüfungsfrage:
BE112  Was ist beim Morsetelegrafie-Funkverkehr mit einem offensichtlichen Anfänger zu beachten?
Ich führe nur eine kurze Verbindung um ihn nicht zu sehr zu belasten.
Ich passe mich bei der Verkehrsabwicklung dem Gebetempo des Anfängers an.
Ich gebe alle Zeichen doppelt.
Ich wiederhole alle Angaben dreimal mit langsamem Gebetempo.

Prüfungsfrage:
BE104  Die deutsche Amateurfunkstelle DC8WV ruft auf dem 80-m-Band oberhalb 3700 kHz in Morsetelegrafie "CQ de DC8WV pse k". Dürfen Sie auf diesen allgemeinen Anruf auch in der Betriebsart SSB-Telefonie antworten?
Ja. Es ist allerdings die Regel, zunächst nur in der gleichen Betriebsart zu antworten, in der der Anruf der anderen Station erfolgte.
Nein. Es ist nur eine nationale Regel, zunächst in der gleichen Sendeart zu antworten, in der der Anruf der anderen Station erfolgte.
Ja, weil die Betriebsfrequenz in einem Frequenzbereich liegt, in dem auch die Sendeart Telefonie benutzt werden darf, und weil DC8WV mit dem angehängten "k" zum Ausdruck bringt, dass er für die Sendeart einer Antwort keine Beschränkung festlegt.
Ja, da oberhalb 3700 kHz keine Morsetelegrafie angewendet werden darf, und ich DC8WV in Telefonie darauf aufmerksam machen sollte.

Kommentar zu BE104:Die Betriebsart Telegrafie ist im gesamten Frequenzbereich gestattet. Aber es ist üblich, immer in der Betriebsart zu antworten, in der der CQ-Ruf erfolgt. Bei schwierigen Ausbreitungsverhältnissen kann ein Anruf in Telegrafie helfen.


Funkwettbewerb (Kontest)

Eine besondere Art des Funkbetriebs erfordert der Kontest. Solche Funkwettbewerbe werden von den verschiedenen Amateurfunkorganisationen ausgerichtet. Es gibt weltweite Kurzwellenkonteste oder lokale UKW-Konteste. Gemeinsames Ziel aller Konteste ist, in einer bestimmten Zeit möglichst viele Funkkontakte unter bestimmten Bedingungen zu erzielen. Die Ausschreibungen der Konteste finden Sie in den Amateurfunk-Zeitschriften oder im Internet.

Für alle Konteste gilt: Nur Verbindungen in den für Konteste festgelegten Frequenzbereichen (s. IARU-Bandpläne Lektion 5!) zählen. Für Nicht-Kontestteilnehmer gilt: An den Kontesttagen haben die Kontest-Stationen Vorrang auf den dafür ausgewiesenen Frequenzen. Weichen Sie als Nichtteilnehmer auf andere Bandbereiche aus!


Prüfungsfrage:
BE117  Welche Betriebsbedingungen sollten Sie für die Teilnahme an einem internationalen KW-Wettbewerb unbedingt einhalten?
Ich lese vorher die Ausschreibungsbedingungen in den Fachzeitschriften und notiere mir die geforderten Angaben.
Ich nenne mein Rufzeichen nur in größeren Abständen, um die QSO-Anzahl hoch zu halten.
Ich arbeite nur in den Frequenzbereichen, die nach dem internationalen Kurzwellenbandplan und der jeweiligen Kontestauschreibung für diesen Wettbewerb vorgesehen sind.
Ich überhole meine Antenneneinrichtungen, stimme die Endstufe sorgfältig ab und optimiere meine Logbuchtechnik.

Bei Kontesten wird der Funkbetrieb sehr kurz gehalten. Meistens werden nur der Rapport und eine laufende QSO-Nummer ausgetauscht. Bei UKW-Kontesten wird noch der Locator (siehe Lektion 7 Seite 72) angegeben, da meistens die erzielte Entfernung als Abrechnungsmodus gilt. Die Logs (QSO-Aufzeichnungen) werden danach zur Auswertung meistens per E-Mail oder auch per Brief als Ausdruck an den Veranstalter geschickt. Es wird selbstverständlich Ehrlichkeit vorausgesetzt, dass nur wirklich getätigte Funkverbindungen abgerechnet werden.


Fieldday

Ein besonderer Kontest ist der „Fieldday“, in Telegrafie abgekürzt durch "FD". Hierbei ziehen Gruppen von Funkamateuren ins Freie und haben die Aufgabe, unabhängig vom Stromnetz innerhalb von 24 Stunden mit möglichst vielen anderen Stationen Funkkontakt aufzunehmen.

Bearbeiten Sie noch einmal die Prüfungsfrage BE107.


Prüfungsfrage:
BE107  Sie hören DH8DAP/p in Morsetelegrafie rufen: "CQ FD CQ FD de DH8DAP/p". Was bedeutet das?
DH8DAP/p sucht Verbindungen mit Stationen aus dem Autokennzeichenbezirk Fulda.
DH8DAP/p sucht Verbindungen mit Stationen aus französischen Überseegebieten (French Departements).
DH8DAP/p nimmt an einem Fieldday-Kontest teil und sucht vornehmlich Verbindungen mit Stationen, die sich ebenfalls an diesem Kontest beteiligen.
DH8DAP/p sucht Verbindungen mit Stationen aus französischen Überseegebieten (French Departements), die für den Portabel-Kontest gewertet werden können.

FD steht hier für „Fieldday“. DH8DAP/P sucht also vornehmlich Verbindungen mit Stationen, die für den Wettbewerb gewertet werden.


Foto: Eckart Moltrecht, DJ4UF

Fieldday- oder Portabelstation


Mobilwettbewerb

Mobilwettbewerbe sind Konteste, bei denen Funkbetrieb von einem Fahrzeug (Auto, Motorrad, Fahrrad) gemacht wird. Meistens werden Mobilwettbewerbe im Zusammenhang mit dem Besuch einer überregionalen Veranstaltung, ausgeschrieben.

Bei einem fahrenden Auto muss immer nur der Beifahrer den Funkbetrieb durchführen. Es geht dabei nie um motorsportliche Aktivitäten, sondern immer nur um den Funkbetrieb. Entfernung und Geschwindigkeit spielen keine Rolle. Man darf auch von einem stehenden Fahrzeug teilnehmen. Häufig sind dies so genannte „Anfahrtwettbewerbe“ zu Veranstaltungen.


Foto: Eckart Moltrecht, DJ4UF

Mobilstation (Standbetrieb)


Fuchsjagd, Foxering

Ein anderer Funkbetrieb im Freien ist der „Funkorientierungslauf“ oder „A R D F“ (amateur radio direction finding), der im Amateurfunk „Fuchsjagd“ genannt wird. Zu diesem Zweck werden in einem Waldgebiet kleine, batteriebetriebene Sender versteckt, die von den Teilnehmern mit Hilfe von Peilempfängern in einer bestimmten Zeit aufgefunden werden sollen.

Bei Fuchsjagden werden bis zu fünf Sender versteckt, die jeweils entweder nacheinander eine Minute lang eine Kennung ausstrahlen und dann vier Minuten Pause machen. Der Fuchs 1 mit der Kennung MOE läuft in der ersten Minute eines 5-Minu­tenzyklus, Fuchs 2 mit der Kennung MOI in der zweiten Minute und so weiter.

Oder beim „Foxering“ werden 16 sehr leistungsschwache Sender versteckt, deren Positionen in einer Laufkarte eingetragen sind. Man läuft nach der Karte bis ungefähr zum Fuchs und peilt dann die letzten Meter aus.


Foto: Eckart Moltrecht DJ4UF

Fuchsjäger mit 80-m-Peilempfänger


Prüfungsfrage:
BE215  Was verstehen Funkamateure unter einer "Fuchsjagd" (ARDF = Amateur Radio Direction Finding)?
Es ist ein Funkpeilwettbewerb, wobei versucht wird, in einer vorgegebenen Zeit von meistens 24 Stunden, auf einem Amateurfunkband mit möglichst vielen Ländern aus verschiedenen Richtungen Funkverbindungen herzustellen.
Es ist ein Funkpeilwettbewerb, wobei mit Hilfe von tragbaren Peilempfängern versteckte Kleinsender im KW- oder UKW-Bereich, die nur kurzzeitig senden, aufzufinden sind.
Bei einer Fuchsjagd versuchen kleine Mannschaften von zwei oder drei Funkamateuren von verschiedenen Standorten aus durch Kreuzpeilungen versteckte Peilsender aufzufinden. Dabei übermitteln sich die Funkamateure die Peilergebnisse gegenseitig per Funk.
Es ist ein Funkpeilwettbewerb, der von Funkamateuren ausschließlich für SWL (short wave listener) veranstaltet wird. Da diese Höramateure noch keine eigenen Sender betreiben dürfen, ist die Aufgabe, so schnell wie möglich versteckte Kleinsender mit Hilfe von tragbaren Peilempfängern aufzufinden.

IARU Bakensystem

Die International Amateur Radio Union (IARU) betreibt ein weltweites Bakensendersystem im Kurzwellenbereich. Das Projekt umfasst 18 Stationen, die in Intervallen von drei Minuten auf den Frequenzen 14100, 18110, 21150, 24930 und 28200 kHz senden. Die Sendung beginnt jeweils mit dem Rufzeichen, gefolgt von vier Dauerstrichen, wobei die Senderleistung im Sekundentakt von 100 auf 10, dann auf 1 und zuletzt auf 0,1 Watt reduziert wird. Dadurch ist jederzeit eine Beurteilung der weltweiten Ausbreitungsbedingungen möglich.

In der folgenden Tabelle sind die 18 Stationen mit dem Sendeplan für die drei Minuten aufgeführt. Der Sendeplan ist folgendermaßen zu lesen. In der Minute 00 (jede drei Minuten neu) startet 4U1UN auf 14100 kHz. Nach zehn Sekunden (00:10) wechselt 4U1UN auf 18110 kHz und es kommt VE8AT auf die Frequenz, auf der zuvor 4U1UN gesendet hat und so weiter. Man beobachtet also auf einer Frequenz diese 18 Stationen. Alle drei Minuten beginnt auf einer Frequenz der Durchlauf von Neuem.


Tabelle zum IARU Bakensystem


Prüfungsfrage:
BE409  Weshalb sind die Frequenzen 14099-14101, 18109-18111, 21149-21151, 24929-24931 und 28190-28225 kHz freizuhalten?
Diese Frequenzen sind nach der IARU-Empfehlung besonders für DX-Verkehr vorgesehen und sollen möglichst für Funkverkehr bei "DX-Expeditionen" genutzt werden.
Diese Frequenzbereiche sind nach der IARU-Empfehlung für Packet Radio vorgesehen und sollen für die Beobachtung dieser Sendungen freigehalten werden.
Diese Frequenzen sind nach der IARU-Empfehlung für das Internationale Bakenprojekt (IBP) vorgesehen und sind für die Beobachtung der Ausbreitungsbedingungen anhand von Bakensignalen freizuhalten.
Diese Frequenzbereiche sind nach Empfehlung der Radio Regulations (VO Funk) für besondere Amateurfunk-Zeitzeichen- und Normalfrequenzaussendungen vorgesehen und sollen möglichst freigehalten werden.

Man kann die Ausbreitungsbedingungen beobachten, indem man auf einer einzigen Frequenz die hörbaren Stationen beobachtet. Allerdings kann man gar nicht so schnell seine Richtantenne in die entsprechende Richtung drehen. Normalerweise konzentriert man sich auf ein Land und wartet die entsprechende Minute/Sekunde auf der Frequenz ab.

Wer einen Transceiver mit CAT-Steu­erung (CAT = computer aided transceiver control) hat, kann sich die Frequenzen auch mit einem Programm automatisch steuern lassen. Viele Logbuchprogramme besitzen eine entsprechende Steuerung für die Schnittstelle zum Computer.


Notfunk

Die internationalen Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitszeichensollte ein Funkamateur kennen, damit man gegebenenfalls helfen kann, indem man die Notfunkmeldung beispielsweise an eine Hilfeleistungsorganisation weiterleitet. Selber darf er diese Notzeichen nicht gebrauchen.

Das Notzeichenzeigt an, dass ein See- oder Luftfahrzeug von ernster und unmittelbar bevorstehender Gefahr bedroht ist.

Das Dringlichkeitszeichenkündigt an, dass die rufende Funkstelle eine sehr dringende Meldung zu senden hat, die die Sicherheit eines See- oder Luftfahrzeugs oder einer Person betrifft.

Das Sicherheitszeichenkündigt an, dass die rufende Funkstelle eine wichtige nautische Warnung zu senden hat.

Für die See- und Luftfahrt gilt:

Notzeichen:

SOS in Telegrafie,
Mayday in Telefonie

Notzeichen, ausgesendet durch eine Funkstelle, die selber nicht in Not ist, lautet:

DDD SOS in Telegrafie und
Mayday Relay in Telefonie.

Dringlichkeitszeichen:

XXX in Telegrafie und
Pan in Telefonie

Sicherheitszeichen:

TTTin Telegrafie und
Securite in Telefonie

MAYDAY kommt übrigens aus dem Französischen „me aidez“ (helfen Sie mir).


Prüfungsfrage:
BF102  Wie heißt das internationale Notzeichen im Sprechfunk?
Mayday
Securité
Distresse
Prudence

Prüfungsfrage:
BF103  Welche Notzeichen werden in der Telefonie verwendet?
XXX, TTT
Mayday
Distresse
DDD, SOS

Bei Naturkatastrophen, bei Unfällen oder bei Havarien von Booten können Funkamateure durch ihre häufig netzunabhängig betriebenen Funkstationen nachrichtendienstlich helfen. Aber wie? Beobachten Sie die Frequenz! Achten Sie darauf, ob die Notmeldung bereits von einer Rettungsorganisation beantwortet wird. Wenn nicht, nehmen Sie mit der Station Funkkontakt auf und fragen Sie zunächst nach dem Standort, bei einem Segelboot als Längen- und Breitengrad. Danach informieren Sie die Polizei und bitten Sie diese um Weitergabe der Information an die zuständigen Rettungsorganisationen. Nehmen Sie wieder Funkkontakt auf mit der in Not befindlichen Station und bestätigen Sie die Weitergabe der Notfunkmeldung. Der Funkamateur selbst darf die Not- und Sicherheitszeichen niemalsgebrauchen.


Prüfungsfrage:
BF104  Dürfen Sie im Notfall eines der Notzeichen SOS oder Mayday gebrauchen?
SOS nicht, aber Mayday im Notfall
Unter Umständen schon, wenn ich beispielsweise ein Schiff untergehen sehe
Ja, aber nicht auf der internationalen Notruffrequenz
Nein, niemals

Prüfungsfrage:
BF106  Sie haben auf einer Amateurfunkfrequenz eine Notmeldung von einem Schiff in Seenot empfangen. Wie verhalten Sie sich?
Ich wiederhole umgehend die Notmeldung auf der gleichen Frequenz.
Ich rufe die Station sofort an und biete meine Hilfe an.
Da es sich nicht um Amateurfunkverkehr handelt verlasse ich die Frequenz.
Ich beobachte die Frequenz und achte darauf, ob die Notmeldung von einer Rettungsorganisation bestätigt wird. Wenn dies innerhalb einer kurzen Zeit nicht geschieht, rufe ich die Station an und biete meine Hilfe an.

Prüfungsfrage:
BF107  Sie empfangen einen Notruf einer havarierten privaten Segelyacht auf 14320 kHz. Wie verhalten Sie sich?
Ich nehme Kontakt mit der Segelyacht auf, um die Position zu erfahren. Danach informiere ich die Polizei und bitte um Weitergabe der Information an die zuständigen Rettungs­organisationen.
Ich nehme Kontakt mit anderen Amateurfunkstationen auf, um gemeinsam eine Rettung zu organisieren.
Ich beobachte die Frequenz weiter, um festzustellen ob sich Stationen melden, die sich näher am Standort des Havaristen befinden.
Ich nehme Kontakt mit der Segelyacht auf, um die Position zu erfahren. Danach verständige ich die örtliche Presse und das Lokalradio und bitte um Mithilfe.

MESZ in der folgenden Aufgabe steht für mitteleuropäische Sommerzeit. Gegenüber der Weltzeit UTC (universal time coordinated, Nullmeridian in Greenwich England) ist es in Deutschland zwei Stunden später. Im Winter (MEZ) ist der Unterschied nur eine Stunde. Dass es in Deutschland schon später ist, können Sie sich so herleiten: Die Sonne geht im Osten auf und ist erst später in England (UTC) als in Deutschland (MESZ bzw. MEZ), denn England liegt ja weiter im Westen. Dadurch wechselt auch in Deutschland eher das Datum (Mitternacht) als in England.


Prüfungsfrage:
BF105  Sie haben am 16. August (Ortsdatum) um 20:00 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) von 9J2NG eine Notfunkmeldung aufgenommen und an eine Hilfeleistungsorganisation per Telefon weitergemeldet. Die Amateurfunkstelle 9J2NG hat Sie gebeten, um 23:00 Uhr UTC erneut mit ihr in Verbindung zu treten. Welcher Zeitpunkt ist dies in Deutschland?
22:00 MESZ am 16. August (Ortsdatum)
21:00 MESZ am 16. August (Ortsdatum)
01:00 MESZ am 17. August (Ortsdatum)
00:00 MESZ am 18. August (Ortsdatum)

Prüfungsfrage:
BF108  Sie haben auf der Ausgabefrequenz einer Relaisfunkstelle eine Notmeldung von einem Fahrzeug empfangen. Wie verhalten Sie sich?
Ich versuche Kontakt mit der Funkstelle aufzunehmen, um den Standort zu erfahren. Danach informiere ich die Polizei und bitte um Weitergabe der Information an die zuständigen Rettungsorganisationen.
Ich versuche Kontakt mit der Funkstelle aufzunehmen, um den Standort zu erfahren. Danach informiere ich den ADAC oder biete eigene Abschlepphilfe an.
Ich versuche Kontakt mit der Polizei aufzunehmen, um den Standort zu erfahren. Danach informiere ich die Funkstelle und beruhige den Betreiber.
Ich wiederhole umgehend die Notmeldung auf der Relaiseingabefrequenz.

Prüfungsfrage:
BF101  Das 80-m-Amateurfunkband ist unter anderem dem Amateurfunkdienst und dem Seefunkdienst auf primärer Basis zugewiesen. Unter welchen Umständen dürfen Sie in einer Amateurfunkverbindung fortfahren, wenn Sie erst nach Betriebsaufnahme bemerken, dass Ihre benutzte Frequenz auch von einer Küstenfunkstelle benutzt wird?
Sie dürfen die begonnene Funkverbindung mit Ihrer Gegenfunkstelle solange fortführen, bis Sie von der Küstenfunkstelle zum Frequenzwechsel aufgefordert werden.
Sie dürfen die Frequenz weiter benutzen, wenn aus der dauernd wiederholten, automatisch ablaufenden Morseaussendung klar hervorgeht, dass die Küstenfunkstelle keinen zweiseitigen Funkverkehr abwickelt, sondern offenbar nur die Frequenz belegt.
Sie dürfen die Frequenz weiter benutzen, wenn der Standort Ihrer Amateurfunkstelle mehr als 200 km von einer Meeresküste entfernt ist, und Sie weniger als 100 Watt Sendeleistung anwenden.
Sie dürfen die Frequenz unter keinen Umständen weiterbenutzen (außer im echten Notfall), da der Küstenfunkstelle eine feste Frequenz zugeteilt ist, die sie nicht verändern kann.

Prüfungsfrage:
BF110  Nach den Empfehlungen der International Amateur Radio Union gibt es bei 14300, 18160 und 21360 kHz so genannte Aktivitätszentren für Notfunkverkehr. Was ist das besondere an diesen Frequenzen?
Sie dürfen nur für den Notfunk innerhalb der IARU-Region 1 verwendet werden.
Sie dürfen nur für den Notfunkverkehr innerhalb der eigenen Landesgrenze benutzt werden.
Sie dürfen weltweit für den Notfunkverkehr im Amateurfunk benutzt werden.
Sie haben keine besondere Bedeutung.

Prüfungsfrage:
BF109  In den Bandplan-Empfehlungen der IARU sind so genannte Aktivitätszentren für den Notfunkverkehr innerhalb der IARU-Region 1 eingerichtet worden. Bei welchen Frequenzen liegen diese Zentren?
3600 und 7050 kHz
3760 und 7060 kHz
3700 und 7080 kHz
3500 und 7000 kHz

BF101 im Fragenkatalog bearbeiten!


Viel Erfolg beim Lehrgang wünscht Ihnen Eckart Moltrecht DJ4UF!

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Copyright Eckart K. W. Moltrecht Copyright-Hinweis:Dieser DARC-Online-Lehrgang wurde mit freundlicher Genehmigung des Autors Eckart K. W. Moltrechtaus der Korrekturversion seines Buches "Amateurfunk-Lehrgang für das Amateurfunkzeugnis" aus dem VTH-Verlag für das Internet umgewandelt. Das Copyright liegt beim Autor und beim Verlag. Die Darstellung auch nur von Auszügen oder Zeichnungen oder Fotos im Internet ist untersagt. Für die private Verwendung können Sie gern eine Genehmigung beim Autor erhalten. Schreiben Sie eine E-Mail an eckart.moltrecht(at)gmail.com!

Letzte Bearbeitung: 10.03.2017 DJ4UF
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