Kapitel 13: RST-System, UTC, Logbuch, QSL-Karte

In diesem Kapitel:



In dieser Lektion werden solche Dinge besprochen, die man vielleicht mit „Büroarbeit im Amateurfunk“ bezeichnen könnte, wie Logbuch führen, QSL-Karten schreiben oder Diplome beantragen.


RST-System, UTC, Logbuch, QSL-Karte

Das RST-System im Amateurfunk dient zur Empfangsbeurteilung. Die Lesbarkeit ist in fünf Stufen eingeteilt. Normalerweise wird R 5 verwendet. Nur bei Schwierigkeiten gibt man schon mal R 4 oder R 3.


Prüfungsfrage:
BB301  Was versteht man unter dem RST-Rapport? Es ist eine Kurzformel,
um die Sendeleistung zu beschreiben.
um die Empfangsqualität zu beschreiben.
um den Ionosphärenzustand zu beschreiben.
um die Sonnenfleckenaktivität zu beschreiben.

Prüfungsfrage:
BB302  Was bedeuten die Buchstaben RST, mit denen Sie die Sendung Ihrer Gegenstation beurteilen können?
R = Lesbarkeit, S = Signalstärke, T = Trägerfrequenz
R = Rufzeichen, S = Signalstärke, T = Tonqualität
R = Lesbarkeit, S = Signalstärke, T = Tonqualität
R = Rufzeichen, S = Standort, T = Tonqualität

Ein Lesbarkeitsrapport von R 3 oder weniger erfordert immer eine zusätzliche Erklärung, beispielsweise QRM 2 bis 5 oder QRN. Die Zusätze bei den Q-Gruppen finden Sie in der Tabelle in Lektion 2.

Die Signalstärke „S“ wird bei Telegrafie zweckmäßigerweise nach Gehör beurteilt. Man dreht einmal über das Band und beurteilt dann im Vergleich zu den stärksten ankommenden Stationen. Moderne Empfänger haben ein S-Meter, das zwar bei S 9 auch stimmt, aber unter S 5 oft gar nichts mehr anzeigt. Dann kann man den CW-Stationen dennoch RST 549 oder 559 geben, da sie deutlich über dem Rauschen empfangen werden.

Wenn das S-Meter nichts anzeigt, geben Sie niemals 509. S 0 gibt es nicht. Die Station wäre nicht zu hören.


Prüfungsfrage:
BB310  Eine Station kommt mit einem schwachen, störungsbehafteten Signal bei Ihnen an. Welchen Rapport geben Sie?
Ich gebe einen Rapport von zum Beispiel 33 bzw. 339, damit der Funkpartner weiß, dass er seine Angaben deutlich und mit eventuell mehreren Wiederholungen durchgeben muss.
Ich gebe den Rapport 59 bzw. 599 nach subjektiver Einschätzung, denn auf die S-Meter-Anzeige kann ich mich in diesem Fall nicht verlassen.
Ich bestätige z.B. mit 57 bzw. 579, frage aber zur Sicherheit im nächsten Durchgang noch einmal nach Name und Standort.
Ich gebe grundsätzlich 59 oder 599, da ich ja das Rufzeichen der Station einwandfrei aufgenommen habe.

Prüfungsfrage:
BB309  Sie bekommen von Ihrer Gegenstation den Rapport „4 und 8“. Was sagt Ihnen der Rapport?
Die Station kann mich nur zeitweise aber mit einem starken Signal empfangen.
Die Station kann mich ohne Schwierigkeiten mit einem relativ schwachen Signal empfangen.
Die Station kann mich nur mit Schwierigkeiten mit einem schwachen Signal empfangen.
Die Station kann mich ohne Schwierigkeiten mit einem starken Signal empfangen.

Prüfungsfrage:
BB305  In welcher Weise werden nach dem RST-System die Aussendungen einer Amateurfunkstelle beurteilt?
Lesbarkeit in Stufen von 1-5, Signalstärke in Stufen von 1-5 und Tonhöhe in Stufen von 1-9
Lesbarkeit in Stufen von 1-5, Signalstärke in Stufen von 1-9 und Tonqualität in Stufen von 1-9
Signalqualität in Stufen von 1-5, Signalstärke in Stufen von 1-5 und Tonqualität in Stufen von 1-9
Lesbarkeit in Stufen von 1-9, Signalqualität in Stufen von 1-5 und Tonhöhe in Stufen von 1-4

Bei „Aurora“ ist – wie in Lektion 11 dieses Lehrgangs beschrieben – der Ton in Telegrafie nicht mehr als Einzelton wahrnehmbar sondern nur als ein verrauschtes getastetes Signal. In diesem Fall gibt man bei Aurora-CW keinen Tonrapport, sondern setzt an die Stelle von T bei RST ein „A“, beispielsweise RST 55A.


Prüfungsfrage:
BB311  Wie wird ein Aurora-Signal in Telegrafie beurteilt? Es wird beurteilt mit
R, S, T und "A" für Aurora.
R, S, T.
R und T, da Aurora als Lineartransponder wirkt.
R, S und "A" für Aurora, da der Ton bei Aurora sehr rau ist und nicht beurteilt werden kann.

Bei Telefonie wird im 80- und 40-m-Band die Stärke üblicherweise nach dem S-Meter verteilt. Vergleichen Sie aber einmal Ihren S-Meter-Ausschlag mit dem bei befreundeten Stationen aus dem Ortsbereich. Manche S-Meter zeigen utopische Werte an oder es ist bei Verwendung einer Behelfsantenne die Anzeige möglicherweise sehr gering. Das S-Meter zeigt vielleicht bei keiner Station mehr als S 4 an, obwohl die Stationen sehr stark zu hören sind. Nach der Theorie entspricht einer S-Stufe genau 6 dB und S 9 ist auf Kurzwelle mit 50 µV an 50 ? definiert. Für VHF/UHF gelten 5 µV an 50 ? für S 9.

Mit diesen Kenntnissen können Sie die Linearität Ihres S-Meters sehr einfach überprüfen. Sie haben eventuell im Lehrgang Technik Klasse E in der Lektion 10 oder in Klasse A in der ersten Lektion das Rechnen mit Dezibel gelernt. Sie wissen dann, dass doppelter Leistung 3 dB, vierfacher Leistung 6 dB und zehnfacher Leistung 10 dB entspricht. Drei S-Stufen entsprechen also 18 dB und so weiter.


Prüfungsfrage:
BB304  Wie groß ist der Unterschied zwischen S4 und S7 in Dezibel?
3 dB
9 dB
18 dB
28 dB

Prüfungsfrage:
BB303  Um wie viel S-Stufen müsste die
S-Meter- Anzeige Ihres Empfängers steigen, wenn Ihr Partner die Sendeleistung von 100 Watt auf 400 Watt erhöht?
Um eine S-Stufe
Um zwei S-Stufen
Um vier S-Stufen
Um acht S-Stufen

Sie benötigen eine Gegenstation im Bereich der Bodenwelle oder mit einem sehr konstanten Signal, die Ihre Sendeleistung ziemlich genau einstellen kann. Lassen Sie die Gegenstation einmal mit 100 Watt mit einem konstanten Ton oder in FM oder in CW senden und lesen Sie das S-Meter ab. Dann lassen Sie die Leistung auf ein Viertel, also auf 25 Watt reduzieren. Ihr S-Meter müsste genau eine S-Stufe weniger anzeigen. Wenn Sie bei S 9 angefangen haben, kennen Sie nun den richtigen Wert für S 8. Bei Signalen über S 9 machen Sie das gleiche Experiment mit 100 Watt und 10 Watt. Das S-Meter muss 10 dB weniger anzeigen. Wenn Sie genau bei S 9 enden, können Sie auf diese Weise S 9 plus 10 dB festlegen.

Bei den bisherigen Aufgaben zum RST-System ging es bei der Feldstärke immer um Leistungsunterschiede. Ein S-Meter zeigt aber Spannungen an. Bei Spannungsunterschieden gelten andere dB-Faktoren. Im Lehrgang Klasse E haben Sie dies in der Lektion 10 und im Lehrgang Klasse A in der ersten Lektion kennen gelernt. Für die Beantwortung der folgenden Prüfungsfrage müssen Sie sich daran erinnern, dass vierfacher Leistung (6 dB) doppelte Spannung entspricht. Also einer S-Stufe entspricht die doppelte (halbe) Spannung. Wenn also die Anzeige um eine S-Stufe sinkt, entspricht es der halben Spannung.


Prüfungsfrage:
BB307  Durch "Fading" sinkt die S-Meter-Anzeige von S9 auf S8. Auf welchen Wert sinkt dabei die Empfänger-Eingangsspannung ab, wenn bei S9 am Empfängereingang 50 µV anliegen? Die Empfänger-Eingangs­spannung sinkt auf
30 µV.
37 µV.
40 µV.
25 µV.

Tipp: S9 auf S8 entspricht einer S-Stufe, also 6 dB. Achtung: Spannung!


Prüfungsfrage:
BB306  Um wie viel dB ist die Empfängereingangsspannung abgesunken, wenn die S-Meter-Anzeige durch Änderung der Ausbreitungsbedingungen von S9+20 dB auf S8 zurückgeht?
Die Empfängereingangsspannung sinkt um
6 dB.
23 dB.
26 dB.
20 dB.

Es gibt Funkgeräte (Feldstärkemessgeräte), welche die Empfangsspannung in Dezibel über dem Rauschen angeben können. Das Rauschen selbst wird in diesem Fall als 0 dB definiert und die Spannung des Signals im Verhältnis dazu gemessen. Diese Aussage über ein Empfangssignal ist natürlich viel aussagekräftiger als die absolute Spannung, die ja hauptsächlich durch die Antenne bestimmt wird. Beim Amateurfunkprogramm WSJT für Meteorscatter und EME wird diese Spannung in der Soundkarte des Computers gemessen und angezeigt.


Prüfungsfrage:
BB308  Bei einer SSB-Verbindung auf VHF/UHF sagt Ihnen Ihr Gesprächspartner: "Ich empfange Sie mit R5 und 30 dB über Rauschen". Was meint er damit?
Er kann mich nur mit Schwierigkeiten lesen, da mein Signal mit 30 dB stark verrauscht ist. Bei ihm ist die relative Signalstärke auf einem Messgerät in dB ablesbar.
Er kann mich einwandfrei lesen, mein Signal ist stark und fast rauschfrei. Bei seinem Empfänger ist die relative Signalstärke in dBµV ablesbar.
Er kann mich ohne Schwierigkeiten lesen, obwohl mein Signal sehr schwach ist. Bei seinem Empfänger wird das Signal-/Rauschverhältnis in dB angezeigt.
Er kann mich einwandfrei lesen und mein Signal ist ausreichend stark. Bei seinem Empfänger ist die relative Signalstärke in dB ablesbar.

Prüfungsfrage:
BE402  Wie wird eine Funkverbindung beurteilt, wenn über eine F3E-Relaisfunkstelle gearbeitet wird?
Es werden die Lesbarkeit R und die Signalstärke S beurteilt, weil das zu einem vollständigen Rapport dazugehört.
Es wird nur die Lesbarkeit R beurteilt, weil sich die Signalstärke S auf die Relaisfunkstelle bezieht.
Es werden die Lesbarkeit R und die Signalstärke S vermindert um eine S-Stufe beurteilt, weil die Relaisfunkstelle meist eine höhere Leistung als die anderen Stationen haben.
Es werden nur verbale Aussagen gemacht, da die exakte Einschätzung bei Betrieb über eine Relaisfunkstelle nicht möglich ist.

Tipp: F3E = FM


Machen Sie nun erstmal eine Lernpause im Fach Betriebstechnik und schieben Sie ein Kapitel Technik ein Technik 16


Logbuchführung

Im Amateurfunk ist es üblich, jede Aussendung genau mit Frequenz und Uhrzeit festzuhalten. Normalerweise werden die Kurzwellen- und auch die UKW-DX-Verbindungen mit einer QSL-Karte bestätigt. Nur beim lokalen FM-Relaisfunk und bei Packet Radio ist ein QSL-Austausch nicht üblich. Die Daten für die QSL-Karte hält man im Stationstagebuch fest. Dazu gehören außer Tag, Uhrzeit, Frequenz, Rufzeichen, Rapporte auch Aufzeichnungen über Bedingungen, verwendete Sendeleistung, Antenne und so weiter. Außerdem hat das exakte Eintragen der Sendezeiten in ein Logbuch technische Gründe, um im EMV-Fall feststellen zu können, ob die Störungen von der eigenen Station gekommen sind.

Funkamateure ohne Computer (gibt es solche noch?) tragen die Daten schriftlich in ein Logbuch ein. Allerdings ist es nach einiger Zeit schwierig herauszufinden, ob man mit dem Funkpartner bereits eine Verbindung hatte. Man legte früher Karteikarten an. Heute ist die elektronische Logbuchführung per Computer üblich. Ein Computerlogbuchprogramm kann in Sekundenschnelle die Daten früherer Funkverbindungen auf den Bildschirm bringen.


Prüfungsfrage:
BG103  Was verstehen Funkamateure unter einem Logbuch (logbook)?
Es ist das Stationstagebuch, das jeder Funkamateur führen muss.
Es ist das Stationstagebuch, das ein Funkamateur freiwillig führt oder in besonderen Fällen führen muss.
Es ist die Dokumentation aller Geräte und Antennen des Funkamateurs.
Es ist die Dokumentation über die Einhaltung der Sicherheitsabstände bezüglich des Personenschutzes.


Eingabemaske eines Logbuchprogramms


Das Datum wird meist schon vom Computer vorgegeben, wenn man die Daten aktuell eintragen möchte und auch die Uhrzeit kann vom Computer übernommen werden. Bei Geräten mit einer CAT-Schnittstelle (Transceiversteuerung mittels Computer) kann sogar die eingestellte Frequenz vom Programm gelesen und übernommen werden.

Moderne Logbuchprogramme können noch weit mehr. Manche Programme können bei Eingabe eines Präfixes das Land erkennen und danach automatisch die Antenne ausrichten. Oder sie können einen Packet Radio TNC steuern, Clustermeldungen auswerten und Frequenz und Antenne automatisch richtig einstellen.

Einige Programme haben integrierte Weltkarten oder Locatorkarten, auf denen sofort angezeigt wird, wo sich der Standort des Funkpartners befindet. Es werden auch Angaben über Entfernung oder Antennenrichtung gemacht. Die Uhrzeit wird automatisch in UTC umgerechnet.

Heutzutage nutzt man auch die Möglichkeit, sein Logbuch im Internet zu speichern und eventuell allen Nutzern zur Einsicht zur Verfügung zu stellen. Verbreitet sind die Server QRZ.com und eQSL.cc.


UTC, MEZ, MESZ


Prüfungsfrage:
BG102  Was sollten sie bei der Eintragung der Uhrzeit in das Funktagebuch beachten?
Sie sollte in MEZ erfolgen.
Sie sollte in meiner aktuellen Ortszeit eingetragen werden.
Sie sollte in der Ortszeit der Gegenstation eingetragen werden.
Sie sollte in UTC eingetragen werden.

International hat man als Uhrzeit die „universal time coordinated“ (UTC, auch UT) festgelegt. Früher nannte man die Zeit „Greenwich Mean Time“ (GMT). Es ist die Zeit bezogen auf den Nullmeridian. Der Nullmeridian geht durch Greenwich. Deutschland (Berlin) liegt zirka eine Sonnenstunde weiter östlich. Dort ist die Sonne also eher. Bei uns ist es also schon eine Stunde später als in England. Wenn es bei uns bereits Mittag 12 Uhr ist, ist es in England erst 11 Uhr. Deshalb kann man von Deutschland aus die UTC (im Winter) recht einfach berechnen, indem man von unserer Zeit (MEZ = mitteleuropäische Zeit) eine Stunde abzieht.

UTC = MEZ – 1 Stunde


Prüfungsfrage:
BG105  Welche Uhrzeit tragen Sie in die QSL-Karte an die Funkstation DH4KYL ein, mit der Sie um 15:30 MEZ ein QSO hatten?
17:30 UTC
13:30 UTC
14:30 UTC
16:30 UTC

Man hat in Mitteleuropa die Sommerzeit eingeführt. Die Sommerzeit ist Winterzeit minus einer weiteren Stunde.

Zeichnung: Eckart Moltrecht

UTC = MESZ – 2 Stunden


Prüfungsfrage:
BG101  Welche Uhrzeit tragen Sie in die QSL Karte an XE2AS ein, mit dem Sie um 13:30 MESZ eine Funkverbindung hatten?
11:30 UTC
13:30 UTC
12:30 UTC
14:30 UTC

Prüfungsfrage:
BG114  Was sollten Sie bei der Eintragung von Uhrzeiten in Stationstagebuch und QSL-Karten beachten?
Sie sollten in der Ortszeit des Funkpartners eingetragen werden, damit er das QSO in seinem Logbuch leichter finden kann.
Sie sollten immer in der eigenen Ortszeit erfolgen, da jeder Funkamateur die Zeiten passend umrechnen kann.
Sie sollten in UTC eingetragen werden, damit der Funkpartner im Ausland das QSO in seinem Logbuch leichter finden kann.
Die Uhrzeit kann in jeder beliebigen Uhrzeit eingetragen werden.

Angeordnete Logbuchführung

Wenn die Funkstörungsmessstelle wegen eventueller Störungen Messen kommt, sollten Sie nachweisen können, ob Sie zu den fraglichen Zeiten gesendet oder nicht gesendet haben. Da man aber kein Logbuch führen muss, kann im fraglichen Fall „behördlich angeordnet“ werden, ein Logbuch zu führen. Dies darf auch ein Computerlogbuch sein. Allerdings müssen die Daten wie bei einem Papierlogbuch eine gewisse Zeit einsehbar sein. Beim Wechsel der Logbuchsoftware muss sicher gestellt sein, dass die alten Daten noch gelesen werden können.


Prüfungsfrage:
BG104  In welchen Fällen muss ein Stationstagebuch geführt werden?
Es muss geführt werden
wenn die zulässigen Grenzwerte zum Personenschutz überschritten werden.
auf Anordnung der zuständigen Behörde.
wenn die effektive isotrope Strahlungsleistung (EIRP) mehr als 10 Watt beträgt.
in den ersten zwei Jahren nach der Zulassung am Amateurfunkdienst.

Prüfungsfrage:
BG108  Was ist bei der Erstellung eines "Computer-Logbuchs" bei angeordneter Logbuchführung zu beachten?
Es muss zusätzlich ein herkömmliches Papierlogbuch geführt werden.
Es dürfen ausschließlich IBM-Kompatible PCs verwendet werden.
Die Daten müssen, wie auch beim Papierlogbuch, über eine bestimmte Zeit einsehbar sein.
Es muss jederzeit ein Ausdruck des Logbuches vorhanden sein.

Prüfungsfrage:
BG109  Was ist bei angeordneter Logbuchführung bei einem Wechsel der "Logbuchsoftware" zu berücksichtigen?
Die alte Software muss verfügbar bleiben, um die Betriebsdaten bei eventuellen späteren Überprüfungen einsehen zu können.
Es sollte auf eine Software für ein 32-Bit-System gewechselt werden.
Die alte Software muss auf jeden Fall gelöscht werden, um Kollisionen bei den Datenformaten zu vermeiden.
Es sollte ein Logbuchprogramm mit Druckfunktion verwendet werden, um zu vermeiden, dass weiterhin ein herkömmliches Papierlogbuch geführt werden muss.

Die QSL-Karte

Aus der Anfangszeit des Amateurfunks ist die nette Tradition bis heute erhalten geblieben, dass eine getätigte Funkverbindung schriftlich bestätigt wird. Es war damals ein besonderes Ereignis, wenn man mit seinem selbstgebauten 10-Watt-Sender Kontinente überbrückte. Man freute sich auch über Empfangsberichte (SWL-QSL) da man viel mehr CQ rief und nicht viele Verbindungen bei der geringen Zahl der Funkamateure zustande kamen.

Zeichnung: Eckart Moltrecht
Die QSL-Karte - nicht nur eine nette Geste


Prüfungsfrage:
BG110  Welches ist der Sinn der QSL-Karte und wozu kann sie dienen?
Die QSL-Karte ist die schriftliche Bestätigung einer Amateurfunkverbindung. Sie dient zur Be­stätigung der Angaben, die im QSO gemacht wurden. Ihr weiterer Wert liegt in der Verwendung als Beleg bei der Beantragung von Amateurfunk-Diplomen
Die QSL-Karte ist eine Ansichtskarte, die die Station des Funkamateurs zeigt. Sie dient als Werbung für die Gerätehersteller.
Die QSL-Karte ist eine Einladung zum Besuch eines Funkamateurs. Sie dient dem näheren Kennenlernen der Funkamateure untereinander.
Die QSL-Karte ist eine Reservierungsbestätigung in einer Amateurfunkrunde. Sie sichert dem Funkamateur die Teilnahme an der Runde.

Weil die QSL-Karte als Visitenkarte gilt, wird sie von vielen Funkamateuren häufig grafisch interessant gestaltet. Sie soll etwas über den Operator, seine Funkstation den Ort oder die Umgebung aussagen.

QSL von DJ4UF und jetzt DH4KYL


Prüfungsfrage:
BG111  Welche Angaben sollten QSL-Karten mindestens enthalten?
Verwendetes Rufzeichen, Rufzeichen der Gegenstation, Datum und Uhrzeit der Funkverbindung in UTC, Frequenz, Betriebsart, Signal-Rapport und die Unterschrift des Operators.
Verwendetes Rufzeichen, Datum und Uhrzeit der Funkverbindung in UTC, Frequenz, Betriebsart, Signal-Rapport, die Unterschrift des Operators sowie den eigenen Namen, Standort, Locator, die eigene Sendeleistung und Angaben zur eingesetzten technischen Ausrüstung.
Rufzeichen der Gegenstation, Datum und Uhrzeit der Funkverbindung in UTC, Frequenz, Betriebsart, Signal-Rapport und weitere übliche Angaben wie den eigenen Namen, Standort, Locator und die eigene Sendeleistung.
Rufzeichen der Gegenstation, Datum und Uhrzeit der Funkverbindung in UTC, Frequenz, Betriebsart, Angaben über das Funkwetter und die Unterschrift des Operators.

QSL-Karten werden entweder direkt an den Funkamateur geschickt, indem man die Adresse aus dem internationalen Callbookentnimmt oder aber über den Amateur Radio Club meistens kostenlos vermittelt (via Bureau). Das internationale Callbook gibt es heutzutage natürlich auch auf CD.


Prüfungsfrage:
BG115  Wo können Sie die Anschriften von ausländischen Funkamateuren finden, denen Sie die QSL-Karte direkt zusenden möchten? Ich finde diese
im internationalen Telefonbuch oder aus Informationen des Internets.
in der Amateurfunk-Rufzeichenliste auf den Internetseiten der Bundesnetzagentur.
in der VO Funk oder aus Informationen des Internets.
in der internationalen Amateurfunk-Rufzeichenliste (Callbook) oder aus Informationen des Internets.

Bei DXpeditionen wird häufig ein QSL-Manager angegeben. An diesen Funkamateur soll dann die Karte geschickt werden.


Prüfungsfrage:
BG112  HZ1AB sagte Ihnen "QSL via K8PYD". Was würden Sie tun, um die QSL-Karte von HZ1AB zu erhalten?
Ich muss meine QSL-Karte an HZ1AB senden, weil K8PYD der QSO-Partner war.
Ich sende meine QSL-Karte an K8PYD, weil dieser der QSL-Manager von HZ1AB ist.
Ich schaue im Callbook nach der Adresse von HZ1AB und schicke ihm die Karte direkt.
Ich warte, bis HZ1AB die Karte an K8PYD geschickt hat.

Wenn man eine QSL-Karte direkt (also nicht über den langen Weg des Büros) haben möchte, schickt man diese mit Rückumschlag und Rückporto an die entsprechende Adresse. Diese Versandart wird mit SAE (self addressed envelope) bezeichnet. Für das Rückporto kann man einen internationalen Antwortschein IRC oder auch ein oder zwei 1-Dollar-Noten beifügen.


Prüfungsfrage:
BG113  Was können Sie tun, wenn Sie von einer seltenen DX-Station möglichst schnell eine QSL-Karte erhalten möchten?
Ich sende die QSL-Karte mit Luftpost an die QSL-Vermittlung des Verbandes der DX-Station und einen Antwortbriefumschlag (SAE) und IRCs beilegen.
Ich kann die QSL-Karte an die QSL-Vermittlung meines Verbandes direkt senden.
Ich kann meine QSL-Karte mit Luftpost an den Empfänger schicken und einen Antwortbriefumschlag (SAE) und IRCs beilegen.
Ich sende meine QSL-Karte mit Luftpost an den Empfänger, darf aber keine IRCs beilegen.

eQSL

Genau wie der Versand von Briefen immer mehr durch die E-Mail verdrängt wird, setzt sich die elektronische QSL (eQSL) gegenüber der gedruckten und per Post verschickten QSL-Karte immer mehr durch. Man sammelt die QSL-Karte als Bild im Computer und kann sie sich bei Bedarf selbst ausdrucken.

Hierzu schickt man einen Logbuchauszug aus seinem Computer in einem bestimmten Format (ADIF) an www.eqsl.ccund gestaltet dort eine QSL-Karte. Dann werden durch eQSL die QSO-Daten in die Grafik integriert. Der Empfänger wird durch eine E-Mail benachrichtigt, dass eine QSL-Karte für ihn bereit liegt. Er kann sich nun die Grafik auf seinen Computer holen oder ausdrucken.

Die einfachste Form dieses Service ist kostenlos. Um an dem QSL-Service teilnehmen zu können, braucht man sich nur bei eQSL.cc (Electronic QSL Card Centre) zu registrieren. Für eine höhere Mitgliedschaft mit dem Eindruck „Authenticity Guaranteed“ muss man nach der Registrierung eine Kopie seiner Amateurfunk-Lizenz einsenden. Mehr und mehr werden auch diese eQSL für die Beantragung von Diplomen anerkannt.

Foto: Eckart Moltrecht
eQSL


Diplome

Die Radioclubs der einzelnen Länder, die Ortsverbände des DARC (Deutscher Amateur Radio Club, Baunatal) oder andere private Funkclubs geben für besondere Leistungen im Amateurfunk Diplome heraus. Grafisch schön gestaltete, farbig gedruckte, großformatige Blätter, die man eingerahmt im Shack (Funkbude) aufhängt, geben Auskunft über die erbrachte Leistung. Gelegentlich sind diese Diplome nicht nur bedrucktes Papier sondern auch Holzteller, Tonkrüge, Gussschalen und so weiter.

Das von Kurzwellen-Funkamateuren begehrteste Diplom ist das DXCC (DX century club), das von der amerikanischen Funk­vereinigung ARRL herausgegeben wird. Es muss durch QSL-Karten nachgewiesen werden, dass man mit mehr als 100 Ländern der Erde Funkkontakt gehabt hat. Beim 5-Band-DXCC muss man auf den fünf klassischen Bändern 80 m, 40 m, 20 m, 15 m und 10 m je mindestens hundert verschiedene Länder durch QSL bestätigt haben.

Das begehrteste Diplom in Deutschland ist das DLD (Deutschland Diplom), das in verschiedenen Klassen ausgegeben wird.  In der einfachsten Klasse muss man durch QSL-Karten nachweisen, dass man auf 80 m oder 40 m mit mindestens hundert verschiedenen Ortsverbänden mit dem deutschen Ortsverbandskenner DOK gearbeitet hat. Jede Stadt hat mindestens einen Ortsverband. Der Ortsverbandskenner besteht aus einem Buchstaben für den Distrikt und einer zweistelligen Ziffer für den Ortsverband, beispielsweise DOK G01 für den Ortsverband Aachen.


Foto: DJ4UF
Diplome und Pokale


Es gibt Diplome beispielsweise dafür, dass man alle (viele) Länder eines Kontinents erreicht hat, beispielsweise das „All Africa Award“ oder dass man hundert verschiedene Inseln erreicht hat und vieles mehr. Inzwischen gibt aber beinahe jeder Ortsverband ein Diplom heraus, wenn man eine bestimmte Anzahl seiner Mitglieder gearbeitet hat. Dies hat sicher Erinnerungswert, stellt aber keine Leistung dar.

Da die Diplome meistens Geld kosten, sollte man nur solche beantragen, die auch wirklich eine sinnvolle Leistung in der Funkbetriebstechnik verlangen. Ein Diplom zu erarbeiten, bei dem man mit QSL-Karten nachweisen muss, dass man mit dem letzten Buchstaben der Rufzeichen einen Namen der Stadt zusammensetzen kann beispielsweise, zeugt sicherlich nicht von einer funktechnischen Leistung.

Das Diplom wird vom Funkamateur selbst beantragt. Hierzu müssen entweder die QSL-Karten selbst oder die Daten der Karten auf einer Liste zusammengestellt und von einem Ortsverbandsbeauftragten oder von zwei Funkamateuren bestätigt werden (so genannte GCR-Liste) und diese Liste dann an den Diplom-Manager geschickt werden.


Viel Erfolg beim Lehrgang wünscht Ihnen Eckart Moltrecht DJ4UF!

Machen Sie nun weiter mit Technik 17


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Copyright Eckart K. W. Moltrecht Copyright-Hinweis:Dieser DARC-Online-Lehrgang wurde mit freundlicher Genehmigung des Autors Eckart K. W. Moltrechtaus der Korrekturversion seines Buches "Amateurfunk-Lehrgang für das Amateurfunkzeugnis" aus dem VTH-Verlag für das Internet umgewandelt. Das Copyright liegt beim Autor und beim Verlag. Die Darstellung auch nur von Auszügen oder Zeichnungen oder Fotos im Internet ist untersagt. Für die private Verwendung können Sie gern eine Genehmigung beim Autor erhalten. Schreiben Sie eine E-Mail an eckart.moltrecht(at)gmail.com!

Letzte Bearbeitungen: 10.11.2016 DK2DQ, 12.05.2017 DJ4UF
Fehlermeldungen mit Linkangabe an DJ4UF.