OV-Kohltour 2016

Fotos: DK1IJ 

"Wir sind die Niedersachsen, sturmfest und erdverwachsen ...OV-Kohltour 2016"

 

Ausgerechnet den Samstagnachmittag des 20. Februars hatten sich die grünkohlbegeisterten Teile der Delmenhorster Funkfreunde einschließlich Partner und Freunde auserwählt, um die einmalige, jährliche Wanderung durch die heimischen Gefilde zum Quell der gekochten und perfekt zubereiteten "Oldenburger Palme" - verfeinert mit dampfenden Kartoffeln, delikatem Kassler, Pinkel und herzhafter Kochwurst - vorzunehmen. Ausgerechnet. Schon der am Vortag für den Samstag ausgegebene Wetterbericht ließ das Schlimmste befürchten. Aber "any way" - was auch so viel heißen mag wie: "mir doch egal" - wozu gibt es denn den mitgeführten und bestens präparierten Bollerwagen? Dessen Dekoration und Beladung mit allerlei flüssiger und fester Wegzehrung hatten dankenswerter Weise Andreas und Carmen organisiert und dabei auch gleichzeitig die Spiele-Regie mit übernommen. Der Parkplatz des Tiergartens war für 15 Uhr als Treff- und Startpunkt vereinbart und die Mehrzahl traf - neben regenfester Kleidung und festem Schuhwerk - mit Schirm, natürlich Scharm ... aber leider ohne Melone ... ein.

 

Immerhin 18 Wanderer hatten sich der Aufgabe gestellt, den Weg zum Lokal zu Fuß erkämpfen zu wollen. Doch zunächst verteilte die Reiseleitung erst einmal Brezel und Salami am Bande und spaltete die Gesellschaft in ein "Bifi-" und ein "Käse"-Team. Warum? Davon später mehr. Die ersten Flaschen begannen ihre Kreise durch die Teilnehmer mit verschwenderischem Inhalt  zu ziehen. Da man sich in diesem Jahr dazu entschieden hatte, mit nur einem (!) Bollerwagen loszuziehen, lud sich Dieter den musikalischen Amplifier in Ghettoblaster-Manier auf die Schulter und stiefelte bässewummernd los. Endlich wurde - nach etwa 20m endloser Wegstrecke - die erste Wegkreuzung erreicht. Grund genug, unvermittelt anzuhalten und den Bollerwagen um eine weitere Runde flüssiger Muntermacher zu erleichtern.

 

So ging es von nun an munter weiter. Kein Wunder, dass dadurch das mitgeführte, technische Gerät im erheblichen Maße überbeansprucht wurde. Denn nach weiteren 280m Wegstrecke lief der hintere, linke Bollerwagenreifen von der Felge. Da half es dem Wägelchen nun auch nicht mehr so richtig, die schwergewichtigen Käsespieße unters Volk zu bringen. Es musste Hilfe von extern her. Und zwar schnell! Mühsam wurde der Bollerwagen aus dem Wald heraus bis zur nächsten Querstraße geschleppt. Auf einem Parkplatz kam das Käse-Team zu seiner ersten Songeinlage. Ja, richtig gehört, es wurden Lieder gesungen, na ja, vielleicht doch eher ... gegurgelt. Und die waren zu erraten. Gar nicht so einfach. In der Zwischenzeit rollte ein Kombi am Geschehen vorbei und hielt an. Das Auto war zwar schwarz, hätte aber auch gut und gerne in der gelben Farbe eines bekannten Autoclubs sein können. Günni hatte zuvor einen telefonischen Hilferuf abgesetzt, dem mit prompter Anlieferung eines fahrbereiten, luftbereiften Ersatz-Bollerwagen-Untergestells geantwortet wurde. Man war wieder uneingeschränkt mobil!

 

In der nächsten Wohnsiedlung kam dann das Bifi-Team in den Genuss, Melodien an gurgelndem Wasser erraten zu dürfen. Ach ja, in der Zwischenzeit hatte es auch schon einige Male angefangen zu regnen. Dieses "Highlight" verfolgte die Truppe nun unregelmäßig bis zum Eintreffen am Lokal. Klar, dass neben Regen zusätzlich auch noch Wind aufkam, als es darum ging, eine langgezogene, freie Feldkuppe zu überwinden. Prompt rollte Moni der große Schaumstoffwürfel von der Wegstrecke und musste anschließend aus dem Graben gefischt werden.

Von Weitem war schon die Leuchtreklame der Ziellokalität auszumachen. Zeit für ein letztes Spielchen. Jedem wurde dazu eine eigene Aufgabe zugeteilt, die im Losverfahren per Briefwahl ausgelobt wurde, wie: "stelle eine offene Wasserflasche an die Startlinie", "du bist ein Akteur" usw. Drei dieser Aktiven wurde anschließend jeweils mit einem Seil ein Tampon um den Bauch gebunden, das danach in den Flaschenhals bugsiert werden musste. Nachdem es sich vollgezogen hatte und nicht mehr durch die Flaschenöffnung passte, war die Flasche solchermaßen anzulupfen und im Laufschritt diverse Meter weit sicher zu transportieren. Ein Bild für die Götter. Bevor endlich die letzten Meter bis zum Lokal in Angriff genommen werden konnten, gab es für alle einen finalen Muntermacher aus kreisender Flasche.

 

Der Elmeloher Grill wartete schon angenehm und ruhig, obwohl bis auf den letzten Platz ausgebucht. Mit den fünf direkt angereisten Teilnehmern erhöhte sich die Kopfzahl nun auf 23. Alle fanden Platz an der reservierten Tafel. Punkt 18 Uhr wurde das Buffet geöffnet. Wer wollte, konnte sich vorab eine leckere Hühnersuppe einverleiben oder auch direkt zum Grünkohl greifen. Man hatte die Wahl zwischen gekochten oder gebratenen Kartoffeln. Die Fleischauswahl mit Kassler, Bauchspeck, Pinkel und Kohlwurst war schön angerichtet und schmeckte richtig gut. Auch Grünkohlmuffel kamen nicht zu kurz. Für sie gab es diverse  Alternativessen zu bestellen. Wer anschließend noch Platz hatte, konnte sich an dem reichhaltigen Tisch bei verschiedenen Desserts bedienen. Alles in allem: eine tolle Küche bei kleinem Preis! Das muss man sich unbedingt für ein nächstes Mal merken.

 

Nachdem die ehemals hungrigen Teilnehmer zufrieden und gesättigt waren, ließ man den Abend langsam und vergnüglich ausklingen. Bleibt herzlich Dank zu sagen an all die guten Geister, die für diese tolle OV-Veranstaltung Sorge getragen und so exzellent vorbereitet haben.

 

Günni, DL9BCP 

 

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