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in ganz DARC
im Bereich Wetterauer Funkamateure auf dem Hessentag

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Wetterauer Zeitung vom 24. Juni 2011

WZ-Bericht_Hessentag_Oberursel_2011.png

Wetterauer Funkamateure bewiesen „ham spirit“

Was man unter ham spirit zu verstehen hat, ist außerhalb der Funkergilde wohl kaum bekannt. Es handelt sich um einen Ehrenkodex, der für die Funkamateure auf der ganzen Welt verpflichtend ist. Unter anderem verlangt er Hilfsbereitschaft, nicht nur nach außen hin (Not- und Katastrophenfälle!), sondern auch untereinander. Da war nicht zu befürchten, daß die Mitglieder des Ortsverbandes F 11 „Bad Homburg“ im Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC) bei ihrer großen Aufgabe, während des Hessentages in Oberursel den Amateurfunk zu repräsentieren, allein gelassen würden. Aus mehreren benachbarten Gruppen, auch aus dem OV „Wetterau“, waren fleißige Helfer herbei geeilt, um die Homburger beim Aufbau der Anlage und eine Woche lang bei der Betreuung der Besucher zu unterstützen.

Der Stand auf dem Hessentagsgelände hätte gar nicht günstiger ausgewählt werden können. Die Bundeswehr mit ihren zahlreichen und attraktiven Expona-ten war unmittelbarer Nachbar. Allein das lenkte den Besucherstrom - auch die Soldaten und Soldatinnen - in die Richtung der DARC-Vertretung, deren hoch aufragende Antennen nicht zu übersehen waren. Innerbetrieblich hatte der Club natürlich das Seine getan, die Werbetrommel zu rühren. Die Medien dazu hatte er ja: von dem „Hessen-Rundspruch“ der sonst wöchentlich über Kurz- und Ultrakurzwelle verlesen wird, gab es zum großen Ereignis jeden Tag eine Sonderausgabe!

Über geringen Zuspruch brauchten die Organisatoren dann auch nicht zu  klagen. Statistiken lagen nach Schluß der Veranstaltung zwar nicht vor, aber ein stolzes vierstelliges Ergebnis in Bezug auf die Zahl der Gäste galt da schon als sicher. Und hoher Besuch war darunter: vom HR-Fernsehen erschienen drei Mitarbeiter, die zwei Stunden lang Aufnahmen über das Geschehen an den Tischen drehten, Angehörige der DARC-Geschäftsleitung in Baunatal und des Distriktsvorstandes Hessen ließen es sich nicht nehmen, in Oberursel reinzuschauen. Vertreter bekannter Hersteller von Funkgeräten und Zubehör, die auch Geräte zum praktischen Einsatz zur Verfügung gestellt hatten, nahmen das star-ke Interesse der Öffentlichkeit mit Befriedigung zur Kenntnis. Und dann das Laienpublikum, voran natürlich das junge Volk, für das schon entsprechend gesorgt worden war. Der Bestand an Bausätzen für „Morsepiepser“, die unter sachkundiger Anleitung in 30 Minuten zu fertigen waren, nahm derart reißend ab, daß es vorübergehend ernste Schwierigkeiten beim Nachschub gab. 233 Bausätze wurden verarbeitet; es entstand eine Liste junger Aspiranten, die leer ausgegangen waren und zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal beson-ders eingeladen werden sollen.

Mit dem Versuch, einen Kontakt zur Internationalen Raumstation (ISS) herzustellen, klappte es allerdings nicht. Die Gründe dafür lagen nicht in Oberursel, sondern im fernen Kalifornien - und ganz hoch oben. Große Enttäuschung in der Hochtaunus-Schule, in deren Aula das Experiment hatte steigen sollen, die amerikanischen Stellen drückten ihr Bedauern aus. Einen Trostpreis stellte die NASA aber in Aussicht: im August soll ein zweiter Versuch eingeplant werden.

Ein glücklicher Zufall wollte es, daß der Pfingstsamstag mit dem „Kid's Day“ zusammen fiel. Das ist weltweit der Tag der ganz jungen Funker ohne Lizenz und Rufzeichen, die dann, natürlich unter Aufsicht, zum Mikrophon greifen und ihr „cq“, den allgemeinen Anruf, in den Äther schicken dürfen. Und einen ganz speziellen Erfolg konnte der veranstaltende Ortsverband Bad Homburg für sich verbuchen: fünf neue Mitglieder wurden in seine Reihen aufgenommen! Außer-dem meldeten sich aus benachbarten OV zwecks Weiterbildung mehrere Teil-nehmer an einem Lehrgang an, der von den Homburgern veranstaltet wird.

Alfred, DL1AK