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Nachruf auf Josef Tüllmann, DJ5DL
Unser Funk-Freund der ersten Stunde, Josef Tüllmann, DJ5DL, ist am 17. Mai im Alter von 80 Jahren einem Herzstillstand ganz plötzlich erlegen.
Wir verlieren mit ihm ein aktives Mitglied, das sein ganzes Hobby-Leben der Funkerei und seinen Funkfreunden gewidmet hat. Er war ein Gründungsmitglied des OV G20, dem es nun nicht mehr vergönnt ist, dessen 50jähriges Bestehen zu feiern.
Josef begann seine Berufslaufbahn als Elektrotechniker-Lehrling bei der Reichsbahn in Trier, da er in Löw an der Mosel geboren war. Später arbeitete er in der Funkabteilung bei Rheinbraun, wo er in der Betriebsüberwachung bald unentbehrlich wurde. Speziell im Bereich der TFH (Trägerfrequenzübertragung auf Hochspannungsfreileitungen) war er ein gesuchter Spezialist.
Sein Meister Helmut Paulus, DJ3RO, hielt auf ihn große Stücke und war später ein willkommener Unterstützer der Aktivitäten des jungen Ortsverbandes Bergheim.
Als einer der ersten aus dem Erftkreis machte Josef im März 1959 die Amateurfunklizenz. Das war die Basis zur Gründung des Ortsverbandes Bergheim am 4. September 1960. Er wurde dann der erste OVV von G20 und gilt seitdem als Vater des Ortsverbandes, dem er stets treu geblieben ist. Bis zuletzt nahm er rege und mit Interesse am Clubleben teil.
Für seine Freunde, wie Otto Heikamp, DE3OHH, Klaas Huitema, DK6HK, Graeme Watson DO1KGW und Albert Plasse, DE9APB, war er ein guter Kumpel, der für jede Unternehmung zu haben war.
Eines Sonntags hatte Josef die Idee einen Ausflug zum Fliegerhorst Nörvenich zu unternehmen. Wie so oft durfte Otto seinen Käfer zur Verfügung stellen. Ein portables 2m-Funkgerät im Auto, eine drehbare Antenne auf dem Dach und los ging die Expedition zum Zaun in Nörvenich. Die Feldjäger auf der anderen Seite notierten das Kennzeichen. Ein paar Tage später wurde Otto dann zum Pförtner gebeten, wo er ein paar Herrn erklären durfte, was sie mit ihrer Funkausrüstung am Fliegerhorst zu suchen hatten!
Die Vatertagstouren wurden zur Tradition. Der Beifahrersitz wich einem Tisch, auf dem das Funkgerät stand, das Josef von der Rückbank aus bediente. Das Dach zierte eine drehbare 2m 4 Element-Yagi, die durch einen Griff durchs Fenster auszurichten war.
Für diejenigen, die ihn nicht so intensiv kannten, erschien er als stiller, in sich ruhender Mensch.
Seine Frau hatte er, seit sie ans Bett gebunden war, aufopfernd gepflegt.
Wir werden ihn stets in guter Erinnerung behalten.

