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"Dxpedition(?)" nach Korsika oder: TK/DJ3GE/p/QRP
Ferdinand Dahl, DJ3GE
Es war keine DXpedition, sondern ein Klassentreffen, zu dem ein auf Korsika lebender Klassenkamerad eingeladen hatte. Zwölf Klassenkameraden trafen sich Anfang Mai 2004, elf davon mit ihren Ehefrauen, und haben zwei sehr schöne Wochen auf dieser interessanten Insel verlebt. Das Wichtigste an diesem Urlaub war die Freizeitgestaltung mit Freunden sowie Land und Leute kennenlernen.
Natürlich habe ich auch gefunkt, da man mir schon vor 47 Jahren in die Abiturzeitung geschrieben hatte: "...und der Ferdi zieht im Funken schon alle Register...". Es sind nur 184 QSOs mit 35 DXCC geworden, bis auf drei alle in cw. Dabei hatte ich: FT-817 (5 Watt QRP) + Z11 Auto Tuner + 8,30m Koaxkabel RG-58 + selbstgebauter Balun 1:9 sowie 16m Draht, der 3m hoch aufgespannt werden konnte. Ergänzt wurde dies noch durch ein 12-V-Netzgerät EA-3008/10 und eine Akku Portable Power-Station Model SB 152. Auch diese mußte genutzt werden, da mal früh morgens die Netzstromversorgung des Hauses nicht funktionierte.
Als Morsetaste wurde ein Mini-Paddle, das links über seine Haftmagnete am FT-817 bzw. am Netzgerät angeklebt war. Alles paßte in einen kleinen Koffer, nur die Antennen und Koaxkabel kamen in eine Plastiktüte. Neben der Langdrahtantenne mit Balun hatte ich als Reserve einen Dipol (2 x 10m lang) für die Bänder 40m/15m dabei, der sich schon auf zahlreichen Reisen bewährt hatte, wenn er als inverted Vee hoch genug (mindestens 5m) hängen konnte. Da dafür kein Aufhängepunkt in der Nähe war, wurde der Langdraht, mit Balun endgespeist, für alle QSOs eingesetzt. Für 40m und 80m war dieser in der niedrigen Höhe aber ungeeignet. Der Garten war etwa 75m über Meeresspiegel und das Grundwasser holte der Eigentümer des Gartens aus ca. 45m Tiefe. Hinter den niedrigen Bäumen und Büschen, mit einer Palme mittendrin, fiel das Gelände zur Meeresbucht nach Süden langsam ab, während es nach Norden noch geringfügig anstieg. Dies war nicht besonders vorteilhaft für die Hauptbetriebsrichtung nach Mitteleuropa.
Das Mittelmeer war ca. 800m entfernt. Von Norden über Osten nach Süden wäre freie Sicht gewesen, wenn da nicht noch einige Gebäude und der mit vielen Sträuchern und niedrigen Bäumen gestaltete Garten dazwischen gewesen wären. Das Gelände war in ca. 30m Entfernung zum Mittelmeer langsam abfallend.
Aus dem Süden war kaum Aktivität zu erwarten, nur IT9, CN2 und EA8 kamen ins Log. Mitteleuropa lag im Norden. Alle anderen Signale kamen daher und aus der nahen Nachbarschaft wie EA, I, SV, 9A usw. Es wurde versucht, Kontakt zu bekommen mit gehörten VKs, VQ9, YI, BY und anderem DX, jedoch die Konkurrenz war zu stark.
Am letzten Tag gelang mir nochmals ein QSO mit SV8/OK1AMM/p, nach dem ein freundlicher OM mit stärkerem Signal mein vom SV8 zunächst nur teilweise verstandenes TK/DJ3GE/p durch den "europäischen Zoo" geboxt hatte. Natürlich kann man mit einer "nassen Wäscheleine" keinen Blumentopf gewinnen, aber es hat trotzdem Spaß gemacht. Von den 35 DXCC waren drei DX: CN, EA8 und 5B4.
Die Bauanleitung zum Balun stammte von der Homepage von DK9NL. Der dort angegebene Trafo für Langdraht-Antennen, Beispiel Nr.2: "Magnetic Balun" [1] wurde unbekümmert nachgebaut und ob seines Transformationsverhältnisses von DL1ZBP durchgemessen. Als Meßgerät wurde der RF-Analyst Model RF-1 von Autek Research benutzt. Das Übersetzungsverhältnis lag im Frequenzbereich zwischen 8 MHz und 15 MHz bei 1 :7 und unterhalb war es ansteigend auf 1:12 bis bei 3,5 MHz.
Zurück zu Hause lohnte es sich, ältere QSL-Karten, mit denen die QSOs von früheren "DXpeditionen" bestätigt worden waren, mit den notwendigen Angaben zu TK zu überdrucken und aufzubrauchen.
Ein Foto war zwar schon frühzeitig für eine Foto-QSL gemacht worden, aber so aufwendig sollte es nun doch nicht werden bei der geringen Anzahl an QSOs.
Rundum gab es interessante Strände mit Felsen und Sand zur Auswahl.
Insgesamt war die Korsika-Reise ein gelungener Urlaub mit etwas Funken.












