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Besichtigung des ehemaligen Ausweichsitzes der Landesregierung NRW am 16.10.2011 in Kall-Urft
Fotos von Andreas Stéveaux (DF1ADM)
Am 16.10.2011 besuchten Mitglieder und Freunde des OV Hürth (G50) den ehemaligen Ausweichsitz der Landesregierung NRW in Kall-Urft (Eifel). Ähnlich wie für die Bundesregierung im Ahrtal vorgesehen, gab es auch für die Landesregierung NRW einen unterirdischen Schutzbunker, von dem aus im Krisen- oder Verteidigungsfall das Land NRW hätte regiert werden sollen.
Weitere Informationen finden sich hier: http://www.ausweichsitz-nrw.de/
Diese unscheinbar neben einem Einfamilienwohnhaus in Kall-Urft stehende Doppelgarage dient als Zugang zum ehemaligen Ausweichsitz der Landesregierung NRW.
Der Bunker liegt sehr gut versteckt mitten in einem Waldstück an einem Hang. Rechts ist der Zugang, den man aus der Garage erreicht, zu sehen.
Dies ist die oberste von fünf Ebenen des Sandfilters zur Reinigung der in den Bunker geleiteten Luft (Schutzbelüftungsanlage). Die großen Betonbecken sind mit feinem Basaltsplit gefüllt. Die Frischluft strömt durch die Ansaugvorrichtungen von außen in den Sandfilterraum ein und wird dann durch den Sand gesaugt. Dabei wird die Luft von (radioaktiven) Partikeln befreit. Außerdem absorbiert der Sand Wärme, falls die Lufttemperatur im Außenbereich durch Brände erhöht sein sollte. Weiterhin werden eindringende Exoplosionsdruckwellen gedämpft.
Dies ist eine der beiden Drucktüren der Hauptzugangsschleuse. Das Ver- und Entriegeln erfolgt hydraulisch.
Die Besuchergruppe lauscht gespannt den sehr interessanten Ausführungen von Herrn Dr. Claus Röhling (links).
In diesem Raum stehen etliche Telexgeräte, die größtenteils über Standleitungen mit anderen Ausweichsitzen und Kriseneinrichtungen verbunden waren und eine sichere Fernschreibkommunikation ermöglichten.
Hier erläutert Herr Dr. Röhling in einem der zahlreichen Referatsräume vor vielen Landkarten wie im Krisenfall Flüchtlingsströme erfasst und koordiniert worden wären. Die gesamte Führung orientierte sich sehr anschaulich an einem konkreten Krisenfallbeispiel, anhand dessen die Arbeit der einzelnen Referate innerhalb des Bunkers und die Zusammenarbeit mit anderen Organen erläutert wurde.
Hier sieht man die gasdichten Wandkabeldurchführung der Hochfrequenzleitungen des Funkraums der Polizei. Erhalten geblieben ist in diesem Raum neben diversen Telexgeräten ein KW-TRX Siemens GF100 inkl. einer FUG 100 Bedieneinheit.
Dies ist das vom Westdeutschen Rundfunk im Bunker bereitgehaltene, eigene Hörfunkstudio mit zugehöriger Regie. Von hier aus hätte man per direkter Leitungsanbindung die Signale zu Hauptsenderstandorten wie z.B. Velbert-Langenberg übertragen können.
Der Ausweichsitz verfügt über eine automatische Fernsprechvermittlung wie sie auch in Ortsvermittlungsstellen anzutreffen war. Hauptbestandteil dieser Anlage sind Edelmetall-Motor-Drehwähler (EMD) des Systems 55. Die Anlage ist fuktionsfähig!
Die Stromversorgung wurde im Normalfall über zwei aus unterschiedlichen Himmelsrichtungen zugeführte 20kV Leitungen gewährleistet. Für den Fall, dass die externe Versorgung ausfällt wurden zwei dieselbetriebene Netzersatzanlagen einschließlich ausreichender Mengen Treibstoff vorgehalten. Das neuere der beiden Aggregate (vorne im Bild) wird auch heute noch regelmäßig zu Testzwecken in Betrieb genommen.
Für den Fall, dass die Außenluft mit giftigen Gasen versetzt worden wäre, verfügt der Bunker über eine Aktivkohlefilteranlage, durch die man die Luft nach dem Passieren der Sandfilteranlage geleitet hätte. Im Hintergrund sieht man die einzelnen Filterbehälter. Bei Ausfall der Lüftungsanlage kann in diesem Raum eine Notbedienung mittels Handkurbeln erfolgen.
Neben wenigen Duschen sind hauptsächlich Waschräume für die Insassen vorgesehen. Da nicht damit gerechnet wurde, dass sich Frauen im Bunker aufhalten werden, wurde auf eine Geschlechtertrennung verzichtet.


















