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ww.together - Weltjugendtag in Paderborn
Jugendliche senden per Funk Grüße in alle Welt
Kontakte über Kurzwelle
Paderborn. Ein Rascheln, ein Knacken, ein Knistern und plötzlich ist eine fremde Stimme in der Leitung. Wo kommt der wohl her? Aus Rom, Madrid, München oder vielleicht aus Toronto, vom Gardasee, den Kanaren?
WW.together - weltweit zusammen oder auch: weltweit verbunden - das Motto der Weltjugendtagsaktion in der Bischofsstadt nahmen die Mitglieder der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) wörtlich und organisierten eine ganz besondere Friedensaktion. In den Zelten der Paderbomer "Pfadis" vor dem Generalvikariat funken Jugendliche Grüße in alle Welt.
"Die Idee entstand bei einem Treffen der Vorbereitungsgruppe für unsere Aktionen beim Weltjugendtag", erinnert sich Ina Kramer vom Paderborner Diözesanbüro der DPSG. Angelehnt sei die Funkaktion an eine weit größere Veranstaltung der Pfadfinder, dem "jamboree on the air". Dabei nehmen jeweils rund 500 000 Pfadfinder weltweit per Funk Kontakt miteinander auf. So ein Projekt passt aber auch zum Weltjugendtag, dachte sich die Vorbereitungsgruppe vor einigen Monaten und schon war es entschieden. Um die Details kümmerte sich dann in erster Linie Ulrich Klute vom Deutschen Amateur Radio Club (DARC). Drei Antennen, die größte davon ganze 35 Meter breit und zehn Meter hoch sowie Funkgeräte im Wert von jeweils bis zu 2000 Euro organisierte der engagierte Hobbyfunker den Pfadfindern. Einen großen Teil der technischen Ausrüstung stellten der Paderborner, Bürener und Elsener Ortsverband des DARC zur Verfügung. Neben Ulrich Klute und dem Vorsitzenden des Ortsverbandes Elsen, Bernd Reimer, erklärten sich außerdem sechs Jugendliche des Funkerclubs bereit, mit interessierten Gästen am Pfadfinderstand zu funken. "Denn in Deutschland ist es niemandem ohne Lizenz erlaubt, einfach so drauf los zu senden", so Ulrich Klute. Die Genehmigung dazu bekommen potentielle Amateurfunker erst nach bestandener Prüfung bei der Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation. Danach können sie von zu Hause oder den "Clubhäusen" der DARC-Ortsverbände aus, rund um die Erde senden. "Um Verbindungen innerhalb Europas aufzubauen benutzen wir die Ultrakurzwelle (UKW). Darüber kommt man so etwa 100 bis 200 Kilometer weit. Für den internationalen Kontakt ist die Kurzwelle (KW) nötig", erklärt Ulrich Klute.
Was man bei der Funkerei so alles beachten muss, darüber staunt lna Kramer. Denn "Ich habe das noch nie gemacht", gesteht die 35-Jährige. Aber heute hat sie es natürlich auch probiert. "Wenn wir Menschen untereinander Kontakte knüpfen, dann verliert das Fremde sein Fremdes", ist sie überzeugt. Miteinander sprechen und sich kennen lernen seien gute Vorraussetzungen, um auch friedvoll miteinander umzugehen. Ein Leben in Frieden sowie in "tätiger Solidarität", als zwei ihrer "Grundlinien" sind ganz besonders für die Deutsche Pfadfinderschaft wichtig.
Dafür stehen deutschlandweit rund 100 000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Als Teilnehmer oder Gruppenleiter sind die Pfadfinder in 25 Diözesen, darunter auch Paderborn vertreten.
Barbara Neumann
Quelle : DER DOM spezial zum Weltjugendtag in Paderborn
