Amateurfunk
nützt uns allen
Der
Amateurfunkdienst umschreibt heute eine soziale Gruppe von rund 80 000
engagierten Deutschen, die sich mit der Funktechnik befassen. Die
Funkamateure widmen sich in zunehmendem Maße, neben ihrer technischen
und wissenschaftlichen Arbeit, auch sozialen, bildungspolitischen,
entwicklungspolitischen und humanitären Aufgaben und Zielen. Der
Deutsche Amateur-Radio-Club (DARC) e. V. ist als Vereinigung der
Funkamateure in Deutschland in erster Linie Ansprechpartner und
Interessenvertreter für seine rund 50 000 Mitglieder. Vertreter des DARC
e. V. arbeiten in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien
mit, die sich mit dem Amateurfunk befassen.
Funkamateur
kann nur werden, wer eine längere Ausbildung absolviert und sein
qualifiziertes Wissen in einer amtlichen Prüfung bei der
Bundesnetzagentur nachweist. Äußeres Zeichen der Qualifikation ist eine
persönliche Funkgenehmigung und ein nur einmal auf der Welt vorhandenes
Funkrufzeichen. Der Amateurfunkdienst unterscheidet sich durch die
personenbezogene Zulassung und seinem Betätigungsfeld wesentlich von
anderen Funkdiensten. Funkamateure betreiben Sprechfunk,
Funkfernschreiben, Datenfunk (Packet Radio), Satellitenfunk, Funk über
Reflektionen am Mond, Kometen und am Nordlicht, Relaisstellenfunk,
Faximile, Fernsehen und praktisch noch als einziger Funkdienst die
Morsetelegrafie. Der Amateurfunkdienst ist mit dem CB-Funk nicht
vergleichbar, bei dem nur typengeprüfte Geräte zugelassen sind, die
nicht verändert werden dürfen, während Funkamateure als Inhaber einer
persönlichen Zulassung zur Teilnahme am Amateurfunkdienst ihre Geräte
selbst entwickeln und konstruieren dürfen.
Der
Amateurfunkdienst leistet wichtige technische/wissenschaftliche Beiträge
Die
technisch/wissenschaftlichen Beiträge des Amateurfunkdienstes sind
beachtlich. Hervorgehoben seien z.B. innovative Projekte, wie die
Umsetzung des Prinzips der elektromagnetischen Stabilisierung von
Satelliten oder das Verfahren, mit Hilfe vom Mond reflektierter Signale
die Ionisations- und Luftverschmutzungsgrade der Erdatmosphäre an
verschiedenen Punkten zu messen. Hier arbeiten hochqualifizierte
Spezialisten aus vielen Fachrichtungen in internationaler Kooperation an
anspruchsvollen Entwicklungen, die letztendlich der Allgemeinheit zugute
kommen und für diese kostenfrei erstellt werden. Als Mitglied nationaler
und internationaler Normungsgremien dient der DARC e.V. dem Fortschritt
von Funk- und Nachrichtentechnik.
Einmalige
Gemeinschaftsleistung der Funkamateure: Digitale Datenfunknetze
Als eine
einmalige Gemeinschaftsleistung technisch hoch engagierter Funkamateure
setzen die drahtlosen Datennetze Maßstäbe für Innovationen auf privater,
nichtkommerzieller Grundlage. Funkamateure entwickeln hierfür Verfahren,
die Vorbild für kommerzielle Anwender waren und noch weiterhin sind.
Dieses ausschließlich auf privater Grundlage eingerichtete, teils durch
die Betreiber und teils durch Spenden der Funkamateure selbst
finanzierte System entwickelt sich aus sich selbst heraus weiter
hinsichtlich ständig höherer Übertragungskapazitäten und der
Organisation und Verwaltung der Datenbestände in den Mailboxen. Die
Kommunikation der Funkamateure untereinander ist zusätzlich zum
technisch-innovativen Prozess eine weitere Herausforderung zur
Entwicklung gruppenspezifischer sozialer Verhaltensnormen.
Der Amateurfunkdienst wirkt der Technikfeindlichkeit entgegen
Funkamateure
tragen dazu bei, durch Aufklärung und Wecken von Interesse Vorbehalte
gegen Funktechnik abzubauen. Als Mitglied der Forschungsgemeinschaft
Funk e.V. leistet der DARC einen Beitrag zur Erforschung und Aufklärung
möglicher Gefahren und Risiken von elektrischen und magnetischen
Feldern. Der Amateurfunkdienst ist ein wirksames Instrument, Jugendliche
in einem Alter anzusprechen, in dem deren Interessenfestlegung noch
positiv beeinflussbar ist. So wird in den Schulen durch die
Beschäftigung mit dem Amateurfunkdienst technischer und
wissenschaftlicher Nachwuchs geworben und gefördert. Der
Amateurfunkdienst trägt so kostenlos dazu bei, Perspektivlosigkeit in
der Jugend abzubauen und die Bildungs- und Schulpolitik zu unterstützen,
getreu seiner Definition im internationalen Vertragswerk der
"Vollzugsordnung für den Funkdienst" (VO Funk) der International
Telecommunication Union (ITU): "Ein Funkdienst für die eigene
Ausbildung, den (Übungs-) Funkverkehr untereinander und für technische
Studien."
Funkamateure
kennen keine Ausländerfeindlichkeit
Der
Amateurfunkdienst ist aufgrund seiner Eigenart über alle politischen
Strömungen hinweg völkerintegrierend tätig. Diese Verbindungen tragen
dazu bei, das Verständnis der Nationen untereinander zu festigen. Er
fördert den Demokratisierungsprozess in den GUS-Staaten, so etwa durch
die Mithilfe beim Aufbau der demokratischen Amateurfunkorganisationen.
Als unentbehrlich hat sich der Amateurfunkdienst bei der Unterstützung
von humanitären Hilfsmaßnahmen sowie auch in der Entwicklungshilfe
erwiesen (er kann auf das Vertrauen in die örtlichen Funkamateure
bauen), worauf seitens des UN-Departments für humanitäre Angelegenheiten
anlässlich der ITU-Konferenz für Entwicklungshilfe in Buenos Aires und
der UN-Tagung der Vereinigten Nationen in Kyoto im September 1994
ausdrücklich hingewiesen wurde.
Funkamateure
sind sozial engagierte Bürger
Um Behinderte,
Blinde und sozial Gefährdete aus ihren Reihen kümmern sich die
Funkamateure im be-sonderen Maße. Dies geschieht über nationale Grenzen
hinweg. So wirkt der Amateurfunkdienst als The-rapie und nicht selten
als einzig noch sinnvoller Lebenszweck zugleich. Er wirkt der
Vereinsamung alter Menschen, von Arbeitslosen, Langzeitkranken und bei
vielen Jugendlichen entgegen und integriert sie in seiner Weise in die
Gesellschaft. Er wirkt der Gefahr der Vereinsamung mit allen ihren
Folgen entgegen und bewirkt so, dass diese Menschen der Allgemeinheit
nicht vorzeitig zur Last fallen. Er leistet damit einen Beitrag zur
Minderung der sozialen Kosten.
Der
Amateurfunkdienst muss gefördert und unterstützt werden
In der
Förderung und Unterstützung des Amateurfunkdienstes ist eine jener
nationalen Aufgaben zu sehen, mit denen privates Engagement zugleich der
Ausschöpfung latent vorhandener ökonomischer, gesellschaftspolitischer
und sozialer nationaler Ressourcen zugeführt werden kann. Daher müssen
auch die Essentials des Amateurfunkdienstes, nämlich die persönliche
Genehmigung, ein nach Qualifikationen differenzierendes
Zeugnisklassensystem sowie die persönliche Verantwortung für die Technik
und den Betrieb der Amateurfunkstelle erhalten bleiben und dies unter
sachgerechten staatlichen Rahmenbedingungen, in denen die am Gemeinwohl
ausgerichtete freie Entfaltungsmöglichkeit der Funkamateure für eine
innovative Technik auch künftig gewährleistet wird. Das Gesetz über den
Amateurfunk stellt in geradezu idealer Weise hierzu die erforderliche
Rechtsgrundlage dar.
Der Runde Tisch
Amateurfunk ist Ansprechpartner für Politik und Verwaltung
Die
Funkamateure sind in hohem Maße organisiert. Rund 50 000 Funkamateure,
also zwei Drittel der deutschen Funkamateure, sind Mitglieder im
Deutschen Amateur-Radio-Club e.V. Auf Initiative des damaligen
Bundestagsausschusses für Post und Telekommunikation ist darüber hinaus
1994 der Runde Tisch Amateurfunk (RTA) gegründet worden. Der RTA dient
insbesondere der Politik und Verwaltung als kompetenter Ansprechpartner
in allen hoheitlichen Angelegenheiten und Fragen des Amateurfunks. Bei
Gesetzgebungs-initiativen in Bezug auf den Amateurfunk wird der RTA
deshalb angehört und hat Gelegenheit zur Stellungnahme. Er zählt
mittlerweile 15 Mitgliedsverbände. Die Entscheidungen im Runden Tisch
Amateurfunk werden demokratisch-mehrheitlich herbeigeführt und durch
Minderheitsvoten ergänzt, in denen alternative Meinungen zum Ausdruck
kommen können. Die im Runden Tisch Amateurfunk vertretenen
Amateurfunkvereinigungen bleiben selbstständig und sind in ihren
Meinungsäußerungen durch die Mitgliedschaft im Runden Tisch Amateurfunk
nicht eingeschränkt. Nicht nur das Amateurfunkgesetz, sondern auch die
erst kürzlich novellierte Amateurfunkverordnung von 2005 ist durch den
Runden Tisch Amateurfunk mitgestaltet worden.
Die
Funkamateure in Deutschland leisten eingebunden in der Gemeinschaft
aller Funkamateure auf dieser Welt einen volkswirtschaftlichen und
sozialen Beitrag zum Nutzen unserer Gesellschaft. Sie sind auch im
gleichen Maße bereit, die daraus erwachsenden Verpflichtungen zu
übernehmen. Die Funkamateure sind der Ansicht, dass die rechtlichen
Grundlagen für den Amateurfunkdienst, wie sie im Gesetz über den
Amateurfunk und der Vollzugsordnung für den Funkdienst festgeschrieben
sind, keiner Änderung bedürfen. Sie sollen auch künftig so erhalten
bleiben, wie sie sich über Jahrzehnte hinweg bewährt haben.