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IARU Tagung - Contest Sub Group - San Marino 2002
Die Beratungen der Contest-Sub-Group (CSG) fanden diesmal direkt im Rahmen des C4-Komitees (HF) statt, da der Leiter der CSG, Paul, EI5DI, verhindert war. Carine, ON7LX, führte durch die Tagesordnung.
Zuerst wurde der DARC-Vorschlag, die 10-Minuten-Bandwechselklausel für Einmannstationen in Contesten, zu streichen, diskutiert. Die Begründung, das dies künftig für einen effizienten Single-OP/2-Radio-Betrieb notwendig sei, wurde von einigen Verbänden aufgegriffen und dafür benutzt, für diesen Betrieb eine separate Contest-Kategorie zu fordern. Dies fand allerdings keine Mehrheit. Die Abschaffung der 10-Minuten-Bandwechselklausel wurde dann beschlossen und man war sich einig, auf der nächsten Tagung über die Erfahrungen zu beraten. Der DARC hatte im Vorfeld für 2002 diese Regel im WAG und den WAEDCs schon außer Kraft gesetzt.
Ein EDR-Vorschlag (OZ) beschäftigt sich mit der Situation auf 160 m in großen SSB-Contesten. Aus der Tatsache, dass während solcher Conteste das gesamte Band (einschließlich dem CW-Bereich) voller Conteststationen ist, wird der Vorschlag abgeleitet, in großen SSB-Contesten (d.h. über 1000 Teilnehmer) den Bandplan außer Kraft zu setzen und damit die bestehenden Verhältnisse zu legalisieren. In der Diskussion erinnern mehrere Redner an einen ähnlichen Vorschlag der letzten Konferenz in Lillehammer, wo in dieser Richtung über 40 m gesprochen wurde. Damals war die Quintesenz, es sei schon traurig genug, wenn die IARU-Contest-Komitees nichts dagegen tun können, da es sich vornehmlich um CQ-Conteste handele, aber dies noch zu genehmigen sei falsch, zumal dann weitere Bandplanaußerkraftsetzungen zu erwarten wären. Nur eine hoffentlich 2003 erfolgende 40-m-Band-Erweiterung könne das Problem lösen. Nach heftiger Diskussion mit dem Hinweis, dass glücklicherweise immer mehr Länder Betrieb bis 2000 kHz genehmigen, wurde der EDR-Vorschlag abgelehnt.
Die World Radio Team Championship (WRTC) entwickelt sich zu einem echten Höhepunkt im Leben der Contester. So wird sie oft salopp als "Radio Olympics" bezeichnet. In der Vorbereitung der vergangenen zwei Championships in Slowenien und Finnland wurde der DARC mehrfach um Mitarbeit und Unterstützung gebeten. Da es sich bei den Organisatoren aber um private Sponsoren handelt, ergab sich hier ein grundsätzliches Problem. Der DARC stellte deshalb zur Diskussion, ob es nicht sinnvoll wäre, dass die IARU mit dem Veranstalter Gespräche über die Zukunft aufnehmen sollte oder ob die IARU-Verbände von vorn herein eine Mitarbeit der IARU ablehnen sollten. OH2BU berichtete über die Erfahrungen in der Zusammenarbeit der SRAL und den WRTC-Organisatoren in diesem Jahr und stellte klar die aufgetretenen Probleme dar. Andere Verbände bestätigten dies und rieten eindeutig davon ab, sich in Sachen WRTC künftig als IARU einbringen zu wollen. Das Meinungsbild war eindeutig, so dass über den Vorschlag nicht abgestimmt zu werden brauchte. Der Antrag hat seinen Sinn erfüllt. Es ist nun klar, dass der DARC als IARU-Verband in Sachen WRTC nichts unternehmen wird.
Die IARU-HF-Fielddays werden national ausgewertet. Leider hat dies zur Folge, dass dem Auswerter nur die Logs der Teilnehmer des eigenen Verbandes zur elektronischen Bearbeitung zur Verfügung stehen. Der DARC schlägt deshalb vor, dass die IARU-Region-1-Verbände untereinander die eingegangenen elektronischen Logs austauschen und dies in ihren Ausschreibungen dem Teilnehmer im Vorfeld ankündigen. Der DARC berichtete über erste, testweise Erfahrungen. Der DARC-FD-Manager erhielt aus HB9 23, aus G 41 und aus UA 48 Logs. Nach interner Auswertung wurden die in ein einheitliches Datenformat (STF) transformierten Logs den anderen Verbänden zusammen mit der verwendeten Auswertesoftware (modifiziert entsprechend den FD-Regeln in HB9, G und UA) auf einer CD zurückgesandt. Dies fand großes Interesse und der DARC-Vorschlag wurde zur Verbesserung der Fieldday-Auswertung angenommen.
Der EDR (OZ) stellt in einem Konferenzpapier dar, dass es angeblich Probleme mit dem Termin des IARU-Region-1-Fielddays SSB (erstes Septemberwochenende) gäbe. Der IARU-Region-1-144-MHz-Contest finde seit 1956 an diesem Wochenende statt, der Fieldday erst seit 1972. Also solle der Fieldday verlegt werden, ohne dass aber ein neuer Termin genannt wurde. Nach Auswertungen des DARC-FD-Managers nehmen am SSB-Fieldday hauptsächlich Stationen aus DL, G, ON, OZ und UA teil. Diese Verbände wurden nach ihren Meinungen befragt. Es gab bei keinem Probleme grundsätzlicher Art, jedoch durchaus Sympathisanten für eine Auseinanderdividierung von 2-m-Contest und FD. Die Tatsache, dass ein akzeptabler Alternativtermin nicht findbar war und die abschließende Feststellung des Vorschlageinreichers, dass an sich auch gar nicht seine HF-FD-Teilnehmer Probleme hätten, sondern nur vom OZ-VHF-Manager über Probleme berichtet werde, führte zu einer klaren Ablehnung des Vorschlages, den Termin des IARU-Region-1-Fielddays SSB zu verlegen.
Abschließend wurde dem Leiter der Contest-Sub-Group, EI5DI, für seine Arbeit gedankt und über den nächsten CSG-Leiter gesprochen. In diesem Zusammenhang wurde die Frage gestellt, ob eine CSG künftig noch erforderlich wäre, da doch alle Themen direkt in C4, dem HF-Komitee, behandelt werden könnten. Der DARC legte dar, dass die Hauptarbeit ja zwischen den Konferenzen liege und der Zustand, dass nach dem "Abschalten" des CSG-Internet-Reflektors durch EI5DI auf Grund beruflicher Verpflichtungen die Kommunikation zwischen den Verbands-Contest-Managern ungenügend sei. Mehrere Verbände stimmten dem vollinhaltlich zu, so dass nach einer Abstimmung festgestellt wurde, dass fast alle Anwesenden einen Fortbestand der Contest-Sub-Group wünschen. Als neuen Leiter der Arbeitsgruppe schlug S57U Tine, S50A, vor. Dies wurde vom DARC unterstützt.
Dr. Lothar Wilke, DL3TD
Referent für DX und HF-Funksport