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Digitale Betriebsarten

Die lange Liste der Fernschreibbetriebsarten spiegelt die Technikgeschichte von den Anfängen mit mechanischen Maschinen bis zu komplizierten Verfahren, die nur mit Computerhilfe oder mit modernsten integrierten Schaltungen zu realisieren sind, wider.

Die ursprünglichen Verfahren dienten nur zur Übermittlung von Schrift, der mögliche Zeichensatz beschränkte sich auf Buchstaben, Zahlen und wenige Satzzeichen wobei nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung unterschieden wurde. Die modernen Verfahren erlauben das Übertragen beliebiger Digitalfolgen, womit alle möglichen Zeichen und auch binäre Daten wie z.B. Computerprogramme, übertragbar sind. Man spricht deshalb im englischen von Digimodes.

HELL-Schreiben nimmt unter den Fernschreibbetriebsarten eine Sonderrolle ein. Es ist das älteste Verfahren, ausgeübt etwa ab 1935, und beruht auf einem gänzlich anderen Prinzip als die übrigen Verfahren.

Bei RTTY, das noch aus Zeiten stammt, als nur mechanische Maschinen zur Umwandlung der Buchstaben in den Datenstrom und umgekehrt zur Verfügung standen, werden die Daten ohne eine automatische Kontrolle und Bestätigung ausgesandt. Dagegen arbeiten die meisten neueren Betriebsarten mit ARQ-Verfahren. Dies bedeutet, dass die sendende Station zwischen Ihren Zeichen hört und in diesem Zeitraum die empfangende Station eine Bestätigung sendet. Dadurch sind diese Verfahren für den oft schlechten Kurzwellenkanal (QRM, QRN, QSB) besonders geeignet. Bei Packet-Radio gibt es für diese Bestätigungen kein festes Zeitraster. Dies und die sehr langen Pakete sind der Grund, warum diese Betriebsart nur bei sehr guten Übertragungsbedingungen befriedigende Ergebnisse liefert. Es ist deshalb eine UKW-Betriebsart. Für Kurzwelle sind die anderen Fernschreibbetriebsarten besser geeignet.

Als Geräteausstattung benötigt man zunächst ein SSB-Gerät. Zur Aufbereitung bzw. Demodulation der Fernschreibdaten dient dann ein Fernschreibcontroller der mit Hilfe eines PCs bedient wird. Häufig übernimmt auch der PC die Funktion des Controllers, in dem die Signale mit Hilfe der Soundkarte erzeugt bzw. demoduliert werden.

Der Bandplan der IARU Region 1 kennt als bevorzugte Betriebsart (Sendeart) die Begriffe "alle Schmalband-Betriebsarten" und "alle Betriebsarten" und fasst die Digitalen Betriebsarten zur Textübertragung unter dem Begriff "Digimode" bei den Erläuterungen zusammen.

Für "Digimode" stehen Segmente mit bis zu 500 Hz, 2700 Hz bzw. 6000 Hz Bandbreite zur Verfügung und entsprechend der belegten Sendebandbreite ist die Frequenz in einem dieser Segmente zu wählen.

Ein Teil dieser Digimode-Segmente ist zusätzlich mit "automatische digitale Stationen" gekennzeichnet und ist für den automatischen Betrieb von Gateways oder Mailboxen vorgesehen. Es wird empfohlen dort nicht Individual-QSOs zu starten, da diese durch den Betrieb der automatischen Stationen sonst gestört werden könnten.

Für Bildübertragungen, auch digital, sind spezielle Aktivitätszentren vorgesehen. In den mit "CW" gekennzeichneten Bereichen ist ein Digitaler Betrieb nicht gewünscht.