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PACTOR

Pactor ist eine von Funkamateuren entwickelte Betriebsart zur Schrift- und Datenübertragung. Bei der Entwicklung wurde zunächst versucht, AMTOR zu verbessern. Es zeigte sich jedoch bald, dass eine Neuentwicklung notwendig ist, um ein fehlerrobustes und effizientes Übertragungsverfahren zu erhalten. Entstanden ist dabei Pactor, das die bekannten Nachteile des klassischen RTTY und von AMTOR weitgehend vermeidet und eine deutlich bessere Fehlersicherheit und Fehlerkorrektur aufweist.

Vorteile von PACTOR sind insbesondere:

  • praktisch fehlerfreie Datenübertragung
  • echte binäre Datenübertragung (8bit), d.h. Groß-/Kleinschreibung und Sonderzeichen möglich
  • automatische Anpassung der Übertragungsgeschwindigkeit an die Übertragungsstrecke (Störungen, Störabstand)
  • Datenkompression bei Übertragung von Text
  • sehr kleiner nötiger Störabstand zur Aufrechterhaltung der Verbindung
  • durch Memory-ARQ wird aus mehreren defekten Datenpaketen die richtige Information rekonstruiert
  • max. 500Hz Bandbreite
  • vollständige Mitlesemöglichkeit

Gleichzeitig mit der Entwicklung des Verfahrens wurde auch ein Controller (das ist das Gerät, das zwischen Computer und Funkgerät geschaltet wird, um die Daten entsprechend aufzubereiten) entwickelt, da spezielle Hardwarevoraussetzungen geschaffen werden mussten, um die Vorteile wirklich ausnutzen zu können.

Zum Zeitpunkt der Pactor-Entwicklung standen noch keine preisgünstigen digitalen Signalprozessoren (DSP) zur Verfügung. Entsprechend konnten bei der Entwicklung nicht alle vorhandenen Ideen zur Verbesserung des Verfahrens implementiert werden. Mittlerweile hat sich die Situation geändert. Es gibt preisgünstige DSPs und diese finden auch vermehrt im Amateurfunk Einzug. Dies führte zur Entwicklung eines verbesserten Protokolls und des PTC-II, der einen DSP enthält. Das neue Verfahren, das auf dem bekannten Pactor aufbaut und diesen Standard erweitert, wird mit Pactor 2 bezeichnet. Entsprechend spricht man heute beim ursprünglichen Verfahren von Pactor 1. Pactor 2 bietet gegenüber Pactor 1 den Vorteil höherer Übertragungsgeschwindigkeit bei gutem Kurzwellenkanal und erlaubt noch Verbindungen bei um einige dB schlechterem Störabstand. In der Praxis zeigt sich, dass eine Pactor 2 - Verbindung noch funktioniert, obwohl im Lautsprecher nur noch Rauschen zu hören ist.

Die neueste Entwicklung ist PACTOR 3, das eine höhere Datenübertragungsrate und eine höhere Fehlersicherheit aufweist, jedoch auf Kosten der Bandbreite. Dies bedeutet, dass PACTOR 3 nicht mehr in einen 500 Hz Kanal passt, sondern 2,4 kHz Bandbreite benötigt. Diese Sendeart ist vor allem für den kommerziellen Einsatz gedacht. Für Amateurfunk-QSO bringt sie keinen wirklichen Vorteil, sondern belegt nur mehr unserer wertvollen Kurzwellenfrequenzen. Außerdem sind für diese Sendeart Lizenzgebühren zu entrichten.

Die Pactor Controller werden ständig weiterentwickelt, so dass man sich am besten auf der Webseite von SCS einen Überblick über das aktuelle Controller-Programm verschafft.

Stationsausrüstung

  • Terminal oder Rechner (PC) mit Terminalsoftware
  • PACTOR-Controller (PTC)
  • KW-Funkgerät

Anruffrequenzen

3583.7, 14079, 28079kHz

Literatur

  • cq-DL 11/90, S.706-709 und cq-DL 7/91, S.404-407 zu Pactor 1
  • cq-DL 5/95, S. 360-364 zu Pactor 2