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Ortsverband Hürth (G50)

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Besichtigung des WDR-Senders in Velbert-Langenberg am 10.10.2013

Von Stefan Unger (DF6SU)

90 Jahre Rundfunk in Deutschland. Dies war für den Ortsverband Hürth (G50) Anlass genug, am 10.10.2013 einen Besuch des größten WDR-Sendestandorts in Velbert-Langenberg anzubieten.

15  Mitglieder des Ortsverbandes ließen sich dieses Angebot, trotz eines Werkstages nicht entgehen und folgten den fachlich versierten Ausführungen des WDR-Mitarbeiters Herrn Christian Piezonka, der diese Führung am Senderstandort Langenberg während seiner Arbeitszeit ermöglichte.

In einer knapp dreistündigen Führung erfuhren die Teilnehmer zahlreiche Details des Sendestandortes, an dem der Sendebetrieb bereits im Jahre 1927 aufgenommen wurde. Die Auswirkungen der rasanten Entwicklungen in der Radio- und Fernsehtechnik sowie die wechselvollen historischen Ereignisse spiegeln sich auch in der Entwicklung des Senders Langenberg wider.

Am Standort  befinden sich neben dem 301 m hohen Hauptsendemast mit Reseusenantennen für die Mittelwelle, weitere Antennen für den UKW-Hörfunk, für DVB-T und DAB sowie eine Satellitenanlage mit einem Durchmesser von etwa neun Metern für die Uplinks zu verschiedenen Satelliten-Transpondern. Die hier ebenso befindliche Leitwarte dient der zentralen Sendernetzüberwachung. 

In nur 650 m Entfernung befindet sich in der Nähe der Ortschaft Rommel ein kleinerer Sendemast, der eine Höhe von 170 m über den Boden aufweist. Noch heute ist der Sender Langenberg für den Westdeutschen Rundfunk von zentraler Bedeutung. So werden über die UKW-Rundfunkprogramme in NRW über 10 Millionen Menschen versorgt.

Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, professionelle Sendetechnik live zu erleben. Dank einer informativen Einweisung in die technischen Abläufe haben wir einen sehr tiefen Blick hinter die zahlreichen Facetten (Mittelwelle, UKW-Hörfunk, DAB+, Satellit) des Sendebetriebes des Senders Langenberg werfen zu dürfen. Christian Piezonka gelang es durch seine kompetenten und spannenden Ausführungen, uns Funkamateuren hoch komplexe Vorgänge moderner Rundfunktechnik sehr verständlich und anschaulich zu vermitteln.

Die Führung fand schließlich ihren Abschluss in der Besichtigung der Notstromversorgung des Senders. Diese wird durch zwei Dieselaggregate sichergestellt, die die gesamte Sendestelle bei Bedarf mit Notstrom versorgen können. Dabei wird der 911 PS starke Turbodieselmotor  für die Versorgung der UKW- und Fernsehsender und Mastbeleuchtung eingesetzt. Er ist neben dem aus dem Jahre 1943 stammenden 800 PS starke Schiffsdiesel eher unscheinbar. Dieser MAN-Schiffsdiesel fand seinen Weg vom Hamburger Heiligengeistfeld, wo er in den letzten Kriegstagen des zweiten Weltkrieges als Stromerzeuger für die Flakbeleuchtung diente, auf den Langenberg.

Die von Hand per Pressluft gestartete original erhaltene Dieselmaschine in Funktion erleben zu dürfen, vermittelte den Besuchern mit einer eindrucksvollen Geräuschkulisse ein reales Bild davon, was es bedeutet, für die Mittelwelle eine ausreichende Stromversorgung sicherzustellen. So stellt letztendlich dieser 70 Jahre alte Schiffsdiesel einen Teil der 90-jährigen Rundfunkgeschichte in Deutschland dar.

Unser Dank gilt dem WDR, Abt. Programmverbreitung sowie Herrn Christian Piezonka für diese interessante Führung.