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Ortsverband Bodenheim (K56)

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Besuch European Space Operations Centre

17 Funkamateure aus Bodenheim vom OV K56 Bodenheim trafen sich am 11. November in Darmstadt zu einer Führung bei der ESA, dem europäischen Weltraumzentrum. Dabei waren auch Funkamateure aus den benachbarten Ortsverbänden. Ein gutes Beispiel regionaler Zusammenarbeit. Hier ein Kurzbericht von Wolfgang, DK2FQ.

 

"Karsten Weber, DG1FL, empfing uns. Chef ist der Astronaut Thomas Reiter, DF4TR. Er war ein Jahr lang im All. Die ESA kostet 4 Milliarden € pro Jahr, etwa acht Euro pro Jahr pro EU- Bürger. Eine Ariane Trägerrakete wiegt 740 t. Sie entwickelt 1300 t Schub, das entspricht 20 Millionen PS. Jedes Kilogramm Nutzlast kostet 20.000 €. Ein Start kostet 150 Millionen €. Nach 1 Minute erreicht die Rakete Schallgeschwindigkeit. Dabei verbraucht sie 2 t Treibstoff pro Sekunde. Nach 3 Minuten erreicht sie 100 km Höhe. Nach 9 Minuten befindet sie sich in 32.000 km Höhe und nach zwölf Minuten wiegt sie nur noch 15 t. Die ESA als Nonprofit-Organisation ist technisch mit der NASA auf Augenhöhe. Sie betreut Satelliten in fünf Anwendungsbereichen: Flüge zu Planeten, für astronomische Beobachtungen, Umweltbeobachtungen aus dem All, für Navigationssysteme und für Versorgungsflüge zur ISS. Die ist 100 m mal 80 m groß, fliegt in 400 Kilometer Höhe mit einer Geschwindigkeit von 28.000 km/h. Satelliten zum Mars enthalten noch den alten 8080-Prozessor. Die Datenübertragungsrate beträgt 20-200 kb/s. Die Datenrate neuester Satellitensysteme über Laser ist mit 300-700 Gb/s wesentlich schneller. Die Entwicklungszeit neuer Satelliten beträgt 8-10 Jahre. Weltweit sind 35 Antennenanlagen mit bis zu 35 m Antennen-Durchmesser vorhanden. Alle werden zentral von Darmstadt aus gesteuert. Die Antennengewinne liegen zwischen 47 und 68 dB. Bei 200 Watt Leistung entstehen dabei bis zu 5 GW Strahlungsleistung. Der Betrieb des ESOC ist eine Haupttätigeit in der Anlage. Es gibt verschiedene Kontrollräume für die einzelnen Satellitenarten, für die Bodenstationen einschließlich der Antennen sowie einen Kontrollraum für Neu-Planungen. Hier fällt auf, dass es sich um sehr junges Personal handelt, alles High-Potential-Hochschulabgänger. Seit 2004 flog Rosetta 900 Millionen km weit ins All. Dort navigiert sie autark über Sternbilder. In dieser Entfernung wurde sie für zweieinhalb Jahre in den Winterschlaf versetzt. Bei der Rückkehr traf Rosetta in 500 Millionen km Entfernung auf den 4 km großen Kometen Tschuri. Die Masse war anfangs nicht genau bekannt. Sie wurde aus den Abweichungen der Bahndaten-Berechnungen während des Triangle-Flugs um den Kometen gewonnen. Hier wurde der Lander augesetzt. Er wiegt auf der Erde 400 kg und auf dem Kometen nur noch 1 Gramm. Von der ESA werden auch die neuen Galileo-Satelliten betreut. Im Jahr 2022 sollen 30 Stück in ca 23.000 km Höhe positioniert sein. Die ESA verfügt über alle Daten von jedem Weltraumschrott, der größer als eine Faust ist. Bei den unbemannten Projekten arbeitet die ESA am technischen Limit. Bisherige Navigations Satelliten können 3-5 m genau sein. 10 cm werden erreicht durch Kalibrierung über erdfeste Punkte. Ziel ist, die 1 cm-Grenze zu unterschreiten. Da stören schon die 2 cm pro Jahr tektonische Bewegung der Erdplatten. Aufgrund der technischen Superlativen war das eine sehr beeindruckende Veranstaltung."

Leider durften keine Fotos während des Besuchs gemacht werden. Deshalb nur zwei Bilder von einigen OM von dem Empfangsgebäude.