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2016 Radiotelescope Dwingeloo

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Vortrag über Radioteleskop Dwingeloo

Andreas Imse, DJ5AR hielt am 21. Januar 2016 im gut gefüllten Clubraum des OV K56 einen spannenden Vortrag über das Teleskop in Dwingeloo/ Niederlande. Es ist ein Meilenstein der Radioastronomie. Heute ist es ein Leuchtturm-Projekt des Amateurfunks. Darüber berichtet dieser Vortrag. Inhalt des Vortrags: - Überblick über die Entwicklung der Radioastronomie - Die Geschichte des Radioteleskops von Dwingeloo - Restaurierung 2013/ 2014 für 1 Mio. € - Heutige Nutzung des Radioteleskops durch Funkamateure - Experimente zu Reflexionen an Raumfahrzeugen in 23 cm Band Aus dem Vortrag: Die Radioastronomie war keine Erfindung der Astronomen. Von den Anfängen bis heute sind immer wieder Funkamateure involviert. Das Radioteleskop von Dwingeloo steht beispielhaft für diese Geschichte. Die Radioastronomie und der Amateurfunk haben traditionell viele technische, wissenschaftliche und personelle Berührungspunkte. Die Erfinder der Radioastronomie waren keine Astronomen. Geburtshelfer waren mit Karl Jansky ein Physiker, der sich mit Radiostörungen befasst hat und Grote Reber, W9GFZ, der 1933 nach dem Erreichen von 50 Ländern und des WAC neue Herausforderungen suchte. Reber baute sich einen Parabolspiegel und eine Empfangseinrichtung und veröffentlichte 1940 die erste Radiokartierung des Nordhimmels. Nach dem 2. Weltkrieg erlebte die Radioastronomie einen rasanten Aufschwung und die niederländischen Radioastronomen um Jan Hendrik Oort spielten darin eine führende Rolle. Beispielhaft dafür ist das Radioteleskop in Dwingeloo, das bereits während des Krieges geplant und 1956 in Betrieb genommen wurde. Zu dem Zeitpunkt war es das größte frei bewegliche Radioteleskop der Welt. Die entscheidende Rolle in der Planung, dem Bau und dem späteren Betrieb spielte der Radioingenieur, Astronom und Funkamateur Lex Muller, PA0CAM. Nach der Außerdienststellung Ende der 1990er Jahre, war die Antenne dem Verfall preisgegeben und sollte abgerissen werden. Glücklicherweise wurde sie zu einem nationalen Denkmal erklärt und konnte nun erhalten werden. Der Eigentümer der Anlage, ASTRON, das niederländische Institut für Radioastronomie, fand bei den Funkamateuren um Dick Harms, PA2DW, dem seinerzeitigen Präsidenten der VERON, kompetente Partner für den Weiterbetrieb des Instruments. Dafür wurde eine Stiftung gegründet, die den Namen C. A. Muller Radio Astronomie Station (CAMRAS) trägt. Nach einer ersten Renovierung wurde der Spiegel 2008 für erste Moon-Bounce-QSOs unter dem Rufzeichen PI9CAM wieder in Betrieb genommen. Von 2012 wurde die Anlage für eine Sanierung von Grund auf demontiert und im April 2014 unter großer öffentlicher Anteilnahme wieder in Betrieb genommen. Einer der vielen prominenten Gäste und Hauptredner war der Nobelpreisträger und Funkamateur Joe Taylor, K1JT, der zeitweise selbst an diesem Radioteleskop geforscht hat. Heute wird die Antenne häufig für EME-Betrieb aktiviert, was auch kleinen Stationen eine Chance auf ein EME-QSO bietet. Darüber hinaus wurde von der italienischen Künstlerin Daniela de Paulis in Zusammenarbeit mit Jan van Muijlwijk, PA3FXB, die Kunstform des „Visual Moonbounce“ entwickelt. Dabei wurden z.B. ein Bild der Erde, aufgenommen von der Besatzung von Apollo 17, in SSTV zum Mond geschickt. Das reflektierte Signal wurde erneut zum Mond gesendet, solange, bis die empfangenen, nur noch verrauschten Konturen verblassten. Es konnte auch Neuland beschritten werden, indem die Antenne erfolgreich für Experimente zur Erzeugung von Radioreflexionen an Satelliten und Weltraumschrott, wie z.B. Raketenstufen, eingesetzt wurde. Anfragen zum Vortrag bitte an Andreas, DJ5AR [1].