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Fieldday 2011 Bildergalerie

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SSB-Fieldday 03./04. September 2011

Hallo liebe Funkfreunde,

der SSB-Fieldday 2011 liegt hinter uns. Dieser Bericht soll die Geschehnisse insgesamt noch einmal darstellen.

Die Vorbereitung:

Normalerweise beginnt die Vorbereitung eines Fielddays mit der Zusammenstellung des benötigten Materials und der Feststellung wer was zu Verfügung stellen möchte und woher man den Rest bekommt.

In diesem Jahr war das anders. Da wir im vergangenen Jahr, erstmals seit einigen Jahren, wieder an einem Fieldday teilgenommen hatten, hatten wir als Standort ein Stoppelfeld im Gewerbegebiet Schornacker genutzt. Leider war die Lage aus verschiedenen Gründen nicht ideal, sodass wir uns nach einem neuen Standort umschauen mussten.

Die Vorbereitung begann in diesem Jahr also mit der Suche nach einem geeigneten Standort. Das war schwieriger als angenommen. Letztlich mündete die Standortsuche darin, Landwirte in der näheren Umgebung abzuklappern und um Erlaubnis zu bitten, auf einem der Felder einen Fieldday durchführen zu dürfen. Das führte leider nicht zum gewünschten Erfolg. Glücklicherweise kam ich beim „Klinken putzen“ am Reitzentrum  Grütjes-Kate (http://www.gruetjeskate.de/) vorbei. Die Betreiberin, Frau Claudia Görres-Reintges, erwies sich unserem Vorhaben gegenüber als ausgesprochen aufgeschlossen und unkompliziert. Somit wurde uns eine der  Pferdeweiden zugewiesen. Diese erfüllte auch die Bedingungen für den Standort gemäß der Ausschreibung.

Nachdem diese Frage im Mai 2011 geklärt war, konnte die weitere Vorbereitung in Angriff genommen werden. Stefan, DG7JG, hatte freundlicherweise einen Großteil der clubeigenen Gerätschaften in seiner Garage gelagert.

Das Material:

Wir hatten drei 10m-Steckmasten des Clubs zur Verfügung. Als Antenne hatten wir aus dem vergangenen Jahr die symmetrisch gespeiste „Lazy-Quad“ im Fundus. Die Stromversorgung konnten wir mit dem Aggregat des Clubs sicherstellen. Als Station stellte ich meinen TS850S mit dazugehörigem Netzteil, Mikrofon, Kopfhörer und Handtaste zur Verfügung. Zur Anpassung der Antenne konnte ich noch ein SGC-Anpassgerät zur Verfügung stellen. Stefan ermöglichte uns die Nutzung eines Aggregats und eines LKW mit Ladebordwand. Von der Ladefläche dieses Fahrzeugs machten wir dann auch Betrieb. Weiterhin steuerte er einen IC-706 als Ersatzgerät inkl. Mikrofon und DSP-Lautsprecher sowie einen Notebook mit der Contest Software bei. Die weitere „Infrastruktur“ wie Bierzeltgarnituren, Trinkwasserbehälter usw. für das „Palaverzelt“ wurden ebenfalls von Ihm zugeführt. Abbildung 1: KW-Sation mit ErsatzgerätLast but not least bestellten wir eine DIXI-Toilette für die menschlichen Bedürfnisse.

Bezüglich der Antenne waren wir im letzten Jahr nicht wirklich überzeugt. Es gab doch erheblich größere Probleme mit der Anpassung  als erwartet. Auch fielen die Rapporte im letzten Jahr deutlich schlechter aus als gedacht. Daher entschieden wir uns in diesem Jahr für eine „Delta-Loop“ die für das 80m Band als Ganzwellenschleife abgestimmt wurde. Bei der Abstimmung der „Delta-Loop“ fiel auch der Fehler auf. Die Antenne war schlicht etliche Meter zu lang.

Die Crew:

Dieses Thema gehört zu den sensibleren des ganzen Unternehmens. Leider ist es auch in diesem Jahr nicht gelungen mehrere Operator zu aktivieren. Somit war die Mannschaft zweigeteilt zu sehen. Einerseits die Operator Stefan, DG7JG, und ich Norbert, DL1EBN, die als lizensierte Amateure den Betrieb abwickelten. Als Helfer beim loggen der Daten haben sich, wie im letzten Jahr unser Neffe Stefan, SWL, und meine XYL Maria, SWL, als ausgesprochen hilfreich erwiesen.

Glücklicherweise waren beim Aufbau Gert, DL1EGU, Rudi, DL6IZ, Reinhold, DG9EK, Gottfried, DJ4HO, und Horst, DG4EF, zusätzlich dabei

Maria hat alle Fotos gemacht. Leider ist Sie deshalb auf keinem der Bilder zu sehen.

Ich hatte mir eigenmächtig erlaubt, für Rudi, DL6IZ, und Reinhold, DG9EK, die OV-Ehrennadel zu beantragen. Ich denke dass beide wegen des großen Engagements um den OV diese Auszeichnung verdient haben. Am Ende des ersten Aufbautages habe ich die Urkunden und die Nadel überreicht.

Pressearbeit:

Ich hatte bereits im Vorfeld die lokalen Medien – Radio-KW, NRZ, RP und Weseler informiert. Radio-KW hat mich sogar ein paar Tage vor dem Fieldday zu Hause besucht um ein Interview zu bekommen. Daraus hat man dann einen kurzen Ausschnitt in den Top-Ten der Veranstaltungen am letzten Ferienwochenende gesendet. Leider war die Mühe nicht von Erfolg gekrönt. Es hat sich niemand wegen des Radio-KW Interviews sehen lassen. Allerdings hat sich ein Besucher nach dem Contest, wir hatten gerade den Abbau der Anlage begonnen, sehen lassen. Er hatte die missverständliche Anzeige in der NRZ falsch interpretiert und kam somit zu spät. Also waren wir während des Contest unter uns.

Kurz vor Beginn des Contest hat sich ein Fotograf und ein Reporter der NRZ eingefunden. Beide kamen  zeit versetzt, sodass wir die Fragen der beiden noch vor dem Contest beantworten konnten.

Der Contest:

Der IARU-Region 1 SSB-Fieldday Contest lief von 03.09.2011 15:00L bis zum 04.09.2011 15:00L. Wir hatten also mit je zwei lizensierten Amateuren und zwei nicht lizensierten Helfern die 24 Stunden des Contest zu bestreiten. Maria und ich waren bereits am Freitag gegen 15:00L angereist und über den gesamten Zeitraum vor Ort. In der Nacht von Freitag auf Samstag konnten wir ausreichend schlafen. Das sollte sich ändern.

Stefan, DG7JG verbrachte die Nacht zu Hause nachdem auch er den Aufbau der Anlage bis zum Abschluss mitgemacht hatte. Auch er hatte in der Nacht wohl ausreichend Schlaf gefunden.

Am Samstag um 15:00L begann der Contest. Stefan, DG7JG  und Stefan,SWL, sowie Maria, SWL, und ich, DL1EBN, bildeten jeweils ein Team und lösten und gegenseitig ab. Am Abend fuhr Stefan nach Hause um ein wenig zu schlafen. Auch Stefan, SWL, fand ein wenig Schalf. DG7JG kam gegen Mitternacht wieder zurück um Maria und mich abzulösen. Wir konnten die Station mit etwa 80 QSOs im Log übergeben. Nicht gerade eine riesige Menge, aber immerhin.

Schon am Anfang des Betriebs hatten wir Probleme mit dem TS850. Das Display fiel nach ein paar Stunden aus. Somit mussten wir auf das Ersatzgerät ausweichen. Das Problem trat aber nur sporadisch auf. Wir konnten den TS850 immer wieder für ein paar Stunden nutzen. Da ist wohl Fehlersuche angesagt.

Es zeigte sich während des gesamten Contest, dass wir sehr gute Signale machten. Unsere Antenne funktionierte im Gegensatz zu der des letzten Jahres deutlich besser. Auch Stationen in Japan und Südafrika brauchten wir nur einmal zu rufen und hatten Sie im Log. Leider erwiesen sich die Teilnehmer am gleichzeitig stattfindenden „All Asia Contest“ in der Regel nur an Stationen des gleichen Contests interessiert. Somit wurden wir von diversen Stationen abgewiesen und bekamen sie deshalb nicht ins Log. Schade für die verlorenen Punkte.

Spät in der Nacht - es war gegen 03:00L - bekamen wir Probleme mit der Stromversorgung. Einige heftige Regengüsse produzierten an einer schlechten Steckerkupplung einen Fehlerstrom der zum Stromausfall des gesamten Netzes führte. Der Fehler musste zunächst gefunden werden. Die Beseitigung stellte dann kein Problem mehr dar. Alles in Allem kostete es uns aber ca. eine Stunde.

An Schlaf war wegen der fortgeschrittenen Zeit und der nervlichen Anspannung aber nicht mehr zu denken. Unser Ablöserhythmus wurde immer kürzer. Irgendwann war ich derart abgekämpft, dass ich Rufzeichen hörte, aber nicht mehr zu Papier brachte. Es waren für beide Teams, leider gleichzeitig, Pausen fällig. Wieder zwei verlorene Stunden.

Trotz dieser Probleme lief es sehr gut. Die Zahl der Stationen im Log stieg langsam aber stetig. Wir verfolgten zwei Strategien die sich als effektiv herauskristallisierten. Einerseits die Bandbeobachtung, auch mittels DX-Cluster, andererseits CQ rufen auf einer freien Frequenz. Beides hatte seine Berechtigung zu seiner Zeit. Man konnte mit etwas Fingerspitzengefühl sehr gut unterscheiden, wann welche Taktik die bessere war. Unsere wirklich gute Antenne tat das Ihrige dazu. Manchmal kam es tatsächlich zu einem richtigen kleinen „Pile-Up“, welches uns einmal sogar 25 Stationen in direkter Folge ins Log brachte.

Zum Ende des Contest konnten wir 326 QSOs und 67374 Punkte (Im Vorjahr waren es 259 QSOs und 60522 Punkte) verbuchen. Die Auswertung wird zeigen, welchen Platz wir damit belegen.

Der Abbau:

Da während der Nacht diverse zum Teil sehr heftige Regenschauer über uns niedergingen, hatte sich die Weide in eine große Pfütze verwandelt. Wo man ging spritze der Schlamm. Nur gut das während der Abbauphase das Wetter wirklich gut wurde. Es gab viel Sonnenschein und warme Temperaturen.

Der Abbau gestaltete sich zügig sodass wir gegen 19:00L unsere sieben Sachen verpackt hatten und den Ort des Geschehens verlassen konnten. Natürlich nicht ohne uns gehörig mit einem Fläschchen Sekt bei der Betreiberin der Grütjes-Kate zu bedanken.

Nun waren noch die Gerätschaften zu sortieren, der LKW und das geliehene Aggregat nach gründlicher Reinigung zurück zu geben. Außerdem musste unser Neffe Stefan, SWL, noch in einen Zug zurück nach Köln gesetzt werden. Gegen 21:30L hatte das Unternehmen SSB-Fieldday sein Ende gefunden.

Fazit:

Ein besserer Standort und eine deutlich bessere Antenne hatten zu einer Steigerung der QSOs von ca. 30% geführt. Leider konnte die Punktzahl nur um ca. 10% gesteigert werden. Mal sehen welche Platzierung es uns einbringt.

Der Contest hat trotz der Anstrengung (ca. 2-3 Stunden Schlaf in 36 Stunden) wieder richtig Spass gemacht. Wir konnten das Gesamtergebnis im Rahmen unserer Möglichkeiten deutlich steigern. Auch der Spassfaktor kam nicht zu kurz.

Es bleibt die Hoffnung, dass wir möglicherweise die anderen Mitglieder des OV durch dieses Beispiel ermuntert haben, sich in Zukunft stärker zu engagieren. Ein Ortsverein lebt nicht nur von seinen zahlenden Mitgliedern, sondern insbesondere durch deren Aktivität. Auch wenn einige es so interpretieren, wir machen den Fieldday nicht zum Privatvergnügen, sondern weil ein interessantes Vereinsleben nur durch gemeinsame Aktivitäten erreicht werden kann.

Vielen Dank:

Zum Ende des Berichts möchte ich mich bei allen Teilnehmern sehr herzlich bedanken. Vor allem bei Gert, DL1EGU, und bei Stefan, SWL. Beide hatten einen wirklich langen Anfahrtweg in Kauf genommen.   Übrigens habe ich mir erlaubt Stefan, SWL, im Rahmen einer größeren Familienfeier, mit einer Urkunde auszuzeichnen. Diese Eigenkreation soll unseren ganz persönlichen Dank für die tolle Unterstützung zum Ausdruck bringen.

Natürlich bedanken wir uns bei unseren XYLs Kertin und Maria die uns wieder tatkräftig unterstützt haben. Nicht zuletzt noch einmal ein herzliches Dankeschön an Frau Görres-Reintges für die Erlaubnis auf Ihrem Grund den Fieldday bestreiten zu dürfen.

In diesem Sinne

VY73

Norbert, DL1EBN