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Verbindung zur Antarktis

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Verbindung zur Neumeyer-Station III in der Antarktis 27.11.16

Bereits Anfang 2016 erfuhren wir, dass Marcus, DL1MH aus Moers sich für ein Jahr beruflich auf der Neumeyer-Station III aufhalten würde. Natürlich kamen im OV auch direkt Gespräche auf, ob man nicht einen Versuch unternehmen sollte, zu Ihm eine Verbindung aufzubauen.

Dreh- und Angelpunkt war zunächst ein Beam für 10, 15 und 20m, welcher sich ungetestet und im zerlegten Zustand im Keller von OM Dirk befand.

Andreas, DO5ASW hat den Beam dann ein paar Wochen vor dem Sked dort abgeholt und begonnen diesen zunächst zu identifizieren. Es folgten der Austausch kleinerer mechanischer Elemente, Schrauben, Schellen etc. Ein Test unter realen Bedingungen stand noch aus.

Zwischenzeitlich wurde dann mit OM Marcus ein Termin vereinbart. Es sollte der 27.11.16, 14 Uhr (UTC). Für alle Interessierten, auf der Neumeyer-Station ist UTC die maßgebliche Zeit. Daher beziehe ich alle folgenden Zeitangaben in diesem Bericht auch auf UTC.

Ein paar Tage vor dem Sked meldete Andreas, dass alles bereit sei und wir haben unser Equipment, mit dem wir arbeiten wollten zusammen gestellt. Der vorgesehene Platz wurde tags vorher noch ausgekundschaftet, denn wir brauchten einen Platz mit möglichst wenig Noise. Dazu später mehr.

Am Tag vor dem Sked schrieb Marcus per Mail, dass vor Ort die KW-Bedingungen durch einen Sonnensturm seit Tagen schlecht seien und weiter runter gingen. Dies, hat starken Einfluss auf das Erdmagnetfeld und eben auch auf unseren Versuch. Wir haben uns aber entschlossen, den Versuch trotzdem zu wagen.

Am Sonntag nun, war es dann soweit. Andreas holte mich gegen 11 Uhr zuhause mit seinem Wohnmobil ab. Dies ist für solche Unternehmungen schon sehr gut vorbereitet, aber die Bilder sprechen da schon für sich.

Gegen 13 Uhr war bereits alles aufgebaut und die Station lief. Erste Test über SWR folgten. 10 und 20m waren auf Anhieb ok, nur auf 15m wurde eine SWR von 1:10 gemessen. Leider war entgegen der Annahme, dass der gewählte Standort ein geringen Noiseflloor bietet, ein Rauschen von >S7 und zeitweise ein Weidezaun zu hören. Für eine Station, welche knapp 13.700 Km entfernt ist, ist das eigentlich schon viel. Wir haben dann den TRX gewechselt. Das Gerät vom Andreas hat einen eingebauten Antennenkoppler. 

Weiterhin mussten wir letztlich feststellen, dass die Transistorendstufe nicht die gewünschten 500W lieferte, sondern maximal 200W.

Da wir gut in der Zeit waren, haben wir Versuche mit den OM`s DL1EBN, DJ7CR und DL1EGU unternommen. Begleitend haben wir untereinander telefoniert, da auf Grund des gewählten Bandes ein Erfolg schon fraglich war. Immerhin bekamen wir eine Verbindung über die Bodenwelle zu Siegbert DJ7CR hin.

Pünktlich um 14 Uhr ging dann der Anruf aus der Antarktis auf dem Handy ein. Wir haben uns mit Marcus abgesprochen. Ein erster Test auf 20m war erfolglos. Wir haben uns dann auf 15m geeinigt und gerufen.

Marcus hat vom Telefon zu seinem Headset gewechselt und konnte uns nach mehrfachem Rufen ein 5/1 gegeben. Er hat aber auch berichtet, dass er an der Station wohl Zitat "die Flöhe husten hört", aber selber trotz ausreichender Leistung selber nicht rauskommt.

Nach dem Test haben wir noch ein paar Stationen im EU Bereich gearbeitet und ein starkes Signal aus Australien auf 20m gehört. Leider war der OM aus VK auf Grund der hohen weltweiten Anfrage anderer Stationen nicht zu arbeiten. Gegen 16 Uhr war alles wieder verstaut und die Dunkelheit hatte bereits eingesetzt. Kurz darauf waren wir auf dem Rückweg.

Unser Fazit:

Auch wenn alle Umstände von den Bedingungen bis hin zu technischen Widrigkeiten, welche gegen die ganze Aktion sprachen, kam es zu einer Verbindung, wenn auch nur in einer Richtung. Es hat Spaß gemacht, das Wetter hat mitgespielt und wir sind uns einig, dass wir das gerne noch einmal wiederholen wollen. 
Dazu soll der Beam noch einmal geprüft und abgestimmt werden. Insbesondere was 15m angeht. Auch die Endstufe gilt es zu testen.

Unsere Bedingungen:

Antenne: TH-3JRS (Hy-Gain), ca. 7m über Ground
TRX:  Kenwood TS-480SAT
PA: RM HLA300

Bedingungen Neumeyer-Station:

Breitband Dipol, etwa 250m von der Station entfernt
Ca. 500W an der Antenne

Die Betriebsart war ausschließlich USB.

Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an Marcus (DL1MH) und allen anderen Beteiligten.

 

Ein paar interessante Links:

http://www.awi.de/expedition/stationen/neumayer-station-iii.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Neumayer-Station_III

https://blogs.helmholtz.de/atkaxpress/

 

Vy 73 de DG7JG