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Soundkarten-Interface für PSK31/SSTV usw...

In unserem ersten neuen Selbstbauprojekt haben wir uns für ein Soundkarteninterface entschieden. Dieses dient der Verbindung zwischen Computer mit Soundkarte und dem Transceiver. Die Materialkosten lagen bei ca. 8 €, gebastelt wurde dafür an drei Nachmittagen. Insgesamt haben wir 13 solcher Interfaces gebaut, von denen die meisten bereits erfolgreich eingesetzt werden.

Das Interface ermöglicht, Töne von der Soundkarte über den Transceiver auszusenden, umgekehrt die empfangenen Signale mit der Soundkarte in den PC einzuspeisen und schliesslich die PTT des Transceivers über eine serielle Schnittstelle zu steuern und den TRX so auf Sendung zu schalten. Früher benötigte man für die Digitalen Betriebsarten ein meist sehr kostenintensives Zusatzgerät, den sogen Multimode Controller, heutzutage reicht für die meisten Digitalen Betriebsarten ein PC mit Soundkarte völlig aus.


Um den Nachbau zu ermöglichen, stellen wir den Schaltplan und die Gebrauchsanweisung zur Verfügung. Das Interface kann auf einer normale Streifenrasterplatine aufgebaut werden.

Aus gründen der Betriebssicherheit wird empfohlen, zusätzlich einen 20 Ohm Widerstand zwischen Line Out und Poti einzufügen. Dies verhindert, dass bei Endstellung des Potis ein Kurzschluss des Soundkartenausgangs entsteht. Dank für den Hinweis an Wolfram, DF3UT.

G-38 Soundkarten-Interface, Gebrauchsanleitung


Danksagung


Dank geht an Bert, DG5KAJ, der die Gehäuse und viele Bauteile für unser erstes Bastelprojekt beigesteuert hat, sowie Wolfgang, DJ7HE, für die Spende des Platinenmaterials.
Dank geht auch an die beteiligten OMs, die den Aufbau durch ihren tatkräftigen Einsatz an mehreren Wochenenden erst ermöglicht haben.

Haftungsauschluss


Dieses Interface wurde von Gerd DO1KGS an einem FT-817 und von mir (DL2KEB Erik) an einem FT-990 und TS-790e getestet und funktioniert bei uns einwandfrei. Für Schäden gleich welcher Art, die durch den Betrieb dieses Interfaces entstehen, sei es durch Fehler im Aufbau oder durch fehlerhaften Betrieb, übernehmen wir keine Haftung. Alle Interfaces wurden einem Funktionstest unterzogen, und sie werden zum Selbstkostenpreis abgegeben. Wir helfen euch sehr gerne bei Problemen, Garantien können jedoch nicht gegeben werden.

Beschreibung


Das Interface wird zwischen Computer und Transceiver angeschlossen und ermöglicht so den Betrieb der neuen digitalen Betriebsarten auf Kurzwelle und UHF/VHF. Viele frei erhältliche Programme können mit diesem Interface betrieben werden, zum Beispiel: Digipan, WinPSK, MSSTV, MTTY, Throb, IZ8BLY Stream, IZ8BLY Hellschreiber, IZ8BLY MT63 Terminal, und viele andere mehr.

Das Interface besteht im wesentliche aus zwei 1:1 NF(Ton)-Übertragern und einem Optokoppler. Die NF-Übertrager sorgen für eine galvanische Trennung der Tonsignale, die zwischen Computer und Transceiver übertragen werden. Es gibt jeweils einen Übertrager für den Sendezweig und einen für den Empfangszweig. Da es sich um passive Bauteile handelt, benötigt das Interface keine Betriebsspannung. Vor dem NF-Übertrager im Sendezweig befindet sich ein Trimmer. Mit diesem kann das Eingangssignal für den Transceiver so weit abgeschwächt und eingestellt werden, dass der Mikrofoneingang nicht übersteuert wird. Dies ist notwendig, weil der Mikrofoneingang nur Pegel um 20mV verkraftet, während viele Soundkarten Pegel um 1-2V liefern können.

Die PTT-Schaltung besteht aus einem Optokoppler Typ CNY17-IV oder equivalent, und ein paar zusätzlichen Bauteilen. Die Betriebsspannung für den Optokoppler wird direkt aus der seriellen Schnittstelle des Computers entnommen. Die Programme können dadurch den Transceiver automatisch auf Sendung schalten, das Einschalten des Sender von Hand entfällt.

Ein Schaltbild inclusive Beschreibung der Bauteile befindet sich auf der letzten Seite dieser Anleitung.

Anschluss


Zuerst muss der Gehäusedeckel abgeschraubt werden. Dazu werden die vier Schrauben, die sich am Deckel befinden, gelöst. Bitte passt beim Zusammenschrauben des Gehäuses auf: Die Gewinde sind in das weiche Aluminium geschnitten, und bei zu hohem Kraftaufwand können die Gewinde zerstört werden. Stelle das Interface so vor dich hin, dass sich die Anschlussbuchsen auf der linken Seite befinden. Der Aufbau entspricht dem Aufbau in Schaltbild, d.h. der Obere NF-Übertrager (kleiner schwarzer Klotz) ist für die Tonsignale, die von Transceiver zum Computer gehen, der untere Übertrager für die von der Soundkarte zum Mikrofoneingang gehenden Signale. Darunter seht ihr den Optokoppler (kleiner schwarzer Käfer) für die PTT.

An das mitgelieferte Kabel müssen zwei Stecker angelötet werden: ein Mikrofonstecker und ein Lautsprecherstecker. Die Stecker und Belegungen sind für jeden Transceiver verschieden, daher seht ihr am besten in der Beschreibung des Gerätes nach und besorgt die passenden Stecker. Dann müssen folgende Signale verbunden werden:

- Lautsprecher Ausgang
- Lautsprecher Masse
- Mikrofon Eingang
- Mikrofon Masse
- PTT
- PTT Masse

Manche Transceiver haben eine sogenannte AFSK- oder Packet-Buchse. Wenn ihr diesen Anschluss verwendet, müsst ihr wahrscheinlich den 10 Kiloohm-Widerstand vor dem unteren Übertrager durch eine Drahtbrücke ersetzen. Dieser Eingang kann sonst untersteuert werden, so dass ihr kein Ausgangssignal habt. Bitte seht in der Gerätebeschreibung nach, welchen Eingangspegel dieser Eingang benötigt.

Am besten notiert ihr, welche Farbe welchem Signal entspricht, die Kabel haben acht Leitungen. Verwendet immer ein Leitungspaar gleicher Farbe, z.b. grün und grün/weiss, für ein bestimmtes Signal, das erleichtert hinterher die Fehlersuche. Lötet die passenden Signale an und bohrt ein Loch in das Gehäuse, je nach Geschmack in die Vorder- oder in die Rückseite. Verbindet die Masseleitungen des Kabels nicht mit dem Gehäuse, sonst entsteht eine Masseschleife!!!

Hier das Anschlussschema:


Soundkarte Line In

 

Soundkarte Line Out



Serielle Schnittstelle
Com1 oder Com2

Lautsprecher oder Mic

Lautsprecher Masse

Mikrofon

Mikrofon Masse

PTT

PTT Masse


 


Die obersten zwei Schraubklemmen haben drei Anschlüsse, es werden nur die beiden äusseren verwendet. Isoliert die Leitungen ab und schraubt sie gut fest, überprüft durch Ziehen an den Leitungen, ob sie gut sitzen. Schliesst den Transceiver an ein Dummy Load an. Bitte überprüft beim Anschluss des Interfaces, ob der Transceiver nicht sofort auf Sendung geht! Dann liegt ein Fehler vor, der erst behoben werden muss! Das Interface unterstützt nur Transceiver mit positiver PTT-Tastung, was bei allen modernen Geräten der Fall ist. Ihr könnt nun das Interface mit dem Transceiver verbinden.

Verbindet nach dem oben angegebenen Schema den Computer mit dem Interface, die dafür benötigten Kabel liegen bei. Falls ihr keine 9-Polige, sondern eine 25-Polige serielle Schnittstelle habt, benötigt ihr noch einen passenden Adapter. Diesen bekommt ihr bei einem befreundeten OM oder im nächsten Computerladen. Moderne Soundkarten haben folgende Belegung:

- Mikrofon rot
- Line In blau
- Line Out grün und/oder schwarz

Betrieb


Dieser Handbuchteil wäre sehr umfangreich, weil jeder PC und jedes Programm anders reagiert, daher nur ein paar Tips. Wenn etwas nicht funktioniert, bitte auf 145.525 durchrufen.

Empfang


Stellt euren Transceiver auf die PSK31-Frequenz 14.070 MHz ein, ihr müsstet wenn das Band offen ist ein „Wimmern“ hören. Startet ein PSK31-Programm, vorzugsweise WinPSKse oder Digipan. Wenn ihr keinen „Wasserfall“ seht, stimmt vielleicht etwas mit dem Aufnahmeregler nicht.

Unter Digipan: Configure->Waterfall Drive... bzw.

Unter WinPSKse Settings->Rx Level Adjust schauen, ob unter Mic. oder Zusatz das Häckchen gesetzt ist.

Wenn der Wasserfall mit ein paar gelben Linien erscheint: geschafft, der Empfang funktioniert bereits.

Senden


Stellt in eurem Programm die passende serielle Schnittstelle für die PTT ein. Schliesst euren Transceiver an ein Dummy Load an, und schaltet das Programm auf Sendung. Das Poti im Interface und die Regler im Programm müssen so angepasst werden, dass der Sender nicht übersteuert wird. Die Programmdokumentationen geben genaue Anweisungen zu den Einstellungen. Wenn euer Transceiver eine ALC-Stellung hat, könnt ihr sofort erkennen, ob er übersteuert wird oder nicht. Wenn der Transceiver erst gar nicht auf Sendung geht, überprüft bitte, ob das Interface an der gleichen Schnittstelle angeschlossen ist, die im Programm eingestellt wurde.

Wenn's immer noch nicht funktioniert, bitte schreien...

Viel Spass wünscht Euch

Das Selbstbauteam von G-38