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Wer sind Funkamateure und was machen die ?
Im trockenen Amtsdeutsch heißt es im Gesetz über den Amateurfunk in der Bundesrepublik Deutschland:
"Funkamateur ist,
wer sich aus persönlicher Neigung und nicht in Verfolgung anderer,
z. B. wirtschaftlicher oder politischer Zwecke mit Funktechnik und Funkbetrieb befaßt."
Der Amateurfunk ist nicht mit dem CB-Funk zu verwechseln. Mit CB-Funk ist nur mit gekauften Geräten lokaler Funkbetrieb möglich. Das Experimentieren ist damit sehr eingeschränkt.
Weltweit gibt es etwa 2-3 Millionen Funkamateure, davon in Deutschland etwa 80000. Dem Amateurfunk sind weltweit eigene Frequenzen und Frequenzbereiche zugewiesen, auf denen alles stattfindet. Um am weltweiten Funkverkehr teilnehmen zu dürfen, müssen sich Funkamateure einer staatlichen Prüfung unterziehen, die die Bundesnetzagentur abnimmt.
In Deutschland gibt es zwei Lizenzklassen, für deren Erwerb ein unterschiedlicher Wissenstand vorausgesetzt wird. Der theoretische Teil umfaßt Prüfungen in den Fachgebieten "Technische Kenntnisse", "Betriebliche Kenntnisse" und "Kenntnisse von Vorschriften", er ist für die vom Gesetzgeber eingeführten, international anerkannten Klassen 1 und 2 identisch.
Betriebsarten des Amateurfunks:
-Selbstbau-
Funkamateuren ist es erlaubt, alle Funkgeräte, Antennen und Meßgeräte selbst zu bauen oder zu modifizieren, ohne eine weitere technische Abnahme. Keinem anderen Funkdienst ist das möglich!
-Fernsehen-
Muss Kommunikation immer nur per Sprache ablaufen?
Nein. Funkamateure betreiben eigene Fernsehsender und eigene Fernsehrelaisstationen. Sie haben praktisch jeden Tag eine Videokonferenz - das ganze nennt sich Amateurfunkfernsehen.
-Datenfunk-
Es geht auch schriftlich. Ganz Deutschland ist vernetzt - per Funk,
und das schon lange bevor es Wireless Lan und Handynetze gab.
Das "Packet-Radio-Netz" ist ein funkbasiertes Netzwerk.
Als Teilnehmende Amateurfunkstation steigt man in einem "Digipeater"ein , und kann sich von dort aus quer durch Deutschland, ja sogar weltweit über Kurzwellengateways verbinden. Informationsaustausch und kleine Programme können im Kilobitbereich damit übertragen werden. Es gibt auch noch andere Digitale Betriebsarten, mit denen Texte, Fax oder farbige Bilder übertragen werden können.
Die Software ist meist kostenlos zu bekommen und die Hardware beschränkt sich auf Funkstation und PC mit Soundkarte.
-Satelliten und Raumfahrt-
Funkamateure haben mehrere eigene Satelliten!
Sogar auf der internationalen Raumstation ISS befindet sich eine Amateurfunkstation. Amateurfunksatelliten dienen ferner der Erforschung, sie haben viele Experimente an Board. Die nötige Technik ist von Funkamateuren entwickelt, finanziert und wird von ihnen auch betrieben.
-Kurzwelle weltweit-
Auf Kurzwelle herrscht ebenso weltweiter Funkverkehr. Mit einem Draht als Antenne im Garten kann man nicht nur seine geografischen Kenntnisse vertiefen, auch sprachliche Kompetenz ist gefordert, wenn es darum geht, sich mit Funkamateuren in Japan, den USA und fernen Erdteilen zu verständigen. Natürlich sind auch von einem Fahrzeug aus weltweite Funkverbindungen möglich und das mit nur 100 Watt und einer 1,5m kurzen Antenne. Die überbrückbaren Entfernungen unterliegen den aktuellen Ausbreitungsbedingungen, aber ein Gesprächspartner findet sich jederzeit.
Auf der Kurzwelle kann man so die ganze Welt mit recht einfachen Mitteln erreichen. Und auf UKW ist es mit ein bisschen Glück, zum Beispiel über Satelliten oder bestimmten Ausbreitungsbedingungen (Tropo-Scatter, Radio-Aurora, Sporadic-E) ebenfalls möglich, zumindest Verbindungen mit allen Ländern Europas aufzubauen.




