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U14 SAT
Um exakt 22:28 Uhr und 34 Sekunden Moskauer Zeit am 4. Oktober 1957 zünden 24 Triebwerke und eine mächtige Rakete steigt auf einer Säule aus Feuer und Rauch in den wolkigen Nachthimmel über der Steppe Kasachstans. Dieses Ereignis schrieb Geschichte, und beeinflusst unser Leben bis heute.
Es war der Start des „Begleiters“, besser bekannt unter dem Namen SPUTNIK-1
Viele Menschen zur damaligen Zeit waren teils Sprach- oder Fassungslos, manche einfach nur fasziniert von dieser glänzenden nicht mal 100Kg schweren und Silber glänzenden Kugel.
Einige Technik Interessierte fanden sich alsbald zusammen und beschlossen diese neue Technik einer großen Menge Leuten auf der Erde zugänglich zu machen. Dies war die Geburtsstunde des Projekts Oscar
Orbital Satellite Carrying Amateur Radio
Ein Amateurfunk Satellit.
Funkamateure waren schon immer Pioniere auf den Gebieten der Kommunikationstechnik und Elektronik. Eine dieser Pionierleistungen tat es am 12. Dezember 1961 dem legendären Sputnik gleich und flog an Board einer Agena B Rakete zusammen mit dem Forschungssatelliten Discoverer 36 in in die Umlaufbahn. Seither folgten Ihm knapp 70 Satelliten…
Our way to space…
Unser Satellit wird Funkamateuren als Orbitale Relaisstation zur Verfügung stehen. Ein Relais ermöglicht Übertragungen über größere Strecken als mit einer direkten Verbindung möglich wären. In unserem Fall geschieht dies mittels eines Lineartransponders der auf Frequenzen im 70cm Band empfängt, und gleichzeitig im 2 Meter Band wieder aussendet…
Außerdem wird U14-Sat ein Schulprojekt beherbergen. Dieses befindet sich momentan in der Ausschreibung. Denkbar sind u.a. die Erforschung des Erdnahen Magnetfeldes, oder auch das Verhältnis der Sonneneinstrahlung auf der Erde und deren Dämpfung durch Wasserdampf in unserer Atmosphäre.
Genaue technische Beschreibungen werden nach und nach auf dieser Homepage veröffentlicht.
Für die Statusmeldungen des Satelliten konnten wir u.a. das Headquarter des Funcubedongle-Projects gewinnen. Diese stellen spezielle Empfänger her, die u.a. für den Empfang von Satelliten-Statusmeldungen optimiert sind.
Momentane sind weit über 1000 dieser Empfänger verkauft.
Die nacholgende Tabelle wird vom Funcubedongleprojet zur Verfügung gestellt, und stellt die Verteilung mit stand 11.März.2011 dar:
U14-Sat wird den Millionen von Funkamateuren zur Verfügung stehen…
Das U14-SAT-Konzept
Durch das hexadecagone Design wird eine größtmögliche beleuchtete Fläche erreicht.
Die Rechnung gestaltet sich sehr einfach, je mehr beleuchtete Solarzellen, um so mehr Strom steht den Applikationen zur Verfügung.
Die hexadecagone Form ist aufgereiht in Stripes zu je 6 Solarzellen und abwechselnd Stabilizer-Stripes. Diese Stabilisatoren aus Titan Folie schirmen die Baugruppen gegen kosmische Strahlung und sind zugleich Ihr Werbeträger. Der Rest des Tube-Sat wird durch Kapton-Klebefolie geschützt. Diese Klebefolie ist ein inzwischen tradiertes Verfahren um einen entsprechenden Strahlenschutz zu gewährleisten.
Die einzelnen Baugruppen werden gestapelt und an drei Rods befestigt:
Baugruppen des U14-SAT:
Computerboard
Attitude Determination System
Attitude Control System
Linear-Transponder
Electrical power Unit
Battery
Attitude Control - oder wie richtet man einen Satelliten im Weltall aus?
Prinzipiell stehen zwei Methoden zur Verfügung.
Propulsion System – der Satellit verfügt über sein eigenes Triebwerk
Magneto Torquer – Das natürliche Magnetfeld der Erde nutzen um den Satelliten entweder aktiv oder passiv auszurichten.
Propulsion Triebwerke scheiden wegen der Kosten und Gewicht aus. Die von uns Favorisierte Methode stellen die sog. Active-Magneto-Torquer dar.
Ausrichtung mittels passiven System – simplen Stabmagneten. Diese Methode wird bereits erfolgreich eingesetzt, hat allerdings den großen Nachteil, dass es lediglich die Taumelbewegung dämpft, und den Satelliten eine fixe Position zu jedem Überflugort auf der Erde vorsieht. Der Satellit wird allerdings immer rotieren/taumeln.
Im U14-Sat Projekt kommt ein Attitude Determination System zum Einsatz um zu Anfang die tatsächliche Position zur Erde zu ermitteln und um die Abweichung von der Soll-Position zu bestimmen.
Folgende Daten werden erhob
GPS Position
Erdmagnetfeld
Sonneneinstrahlung
Durch die Verwendung der GPS Moduls kann die Position über der Erde ermittelt werden. Der Steuerungscomputer verfügt über Daten des Magnetfeldes welches im Moment an dieser GPS-Position herrschen sollten.
Der Ist-Zustand des Erd-Magnetfeldes wird mittels einem Magnetometer-Sensor erfasst. Somit kann die Abweichung zur Soll-Ausrichtung ermittelt werden, und der Steuerungscomputer gibt entsprechend Strom auf die Magneto Torquers.
Active Magneto Torquers erzeugen spezifische Magnetfelder um den Satelliten in die gewünschte Position zu bringen. Man kann sie mit Elektromagneten vergleichen. Sobald keine Lagekorrektrur mehr erforderlich ist, werden die Torquer verwendet um, auf der Schatten-Seite der Erde ein Magnetfeld entgegen der Erdanziehung zu erzeugen. Dadurch kann sich die Verweildauer im Orbit entsprechend erhöhen.
Transceiver Baugruppe
In U14 Sat kommt ein sog. Linear-Transponder zum Einsatz…
Die empfangenen Signale werden in einen anderen Frequenzbereich gemischt und zur Abstrahlung verstärkt.
Im Normalzustand ist der Satellit nur auf Empfang konfiguriert um entsprechend Strom zu Sparen. Zur Aktivierung der Verstärkermodule muss zu Anfang der Sendung ein sog. Anrufton gesendet werden. Dessen Höhe wird voraussichtlich 1750Hz betragen.
Die Auswertung dieses Tones übernimmt der Steuerungscomputer. Dieser Aufbau ermöglicht zugleich den Upload neuer Daten um ggf. Sendemuster oder Magnetfeld-Daten im Satelliten zu erneuern bzw. ändern.
Der Controller wird darüber hinaus in regelmäßigen Abständen Statusmeldungen zur Erde übertragen.
Diese werden beinhalten:
Aktuelle Softwareversion im Controller
Ladezustand des Akkus
Temperatur der Akkus und im Inneren den Satelliten
QSO-Zähler, (wie viele Verbindungen über den Sat abgewickelt wurden)
Daten des Schulprojektes
Unser Sat-Projekt ist auf Spenden angewiesen. Zur Spendenseite.
Antennen System
Im Tube-Sat ist bereits ein Dipol integriert, diese Antenne richtet sich Bauartbedingt direkt nach dem Deployment auf.
Die zweite Antenne wird ebenfalls als Dipol ausgeführt, und wird den Transporte, zirkular an der Aussenhaut des U14 Sat, aufgerollt verbringen.
Bei Aktivierung wird die Halteleine an den Antennenspitzen durchtrennt. Der Dipol wickelt sich daraufhin nach außen ab. Die Spezielle V-Form der Antennenelemente sorgt dafür das die Antenne gerade abgewickelt wird, und auch während der gesamten Lebensdauer des Satelliten gestreckt bleibt.
Stromversorgung
Unser Projekt setzt auf Lithium-Polymer-Zellen, welche sich selbst erwärmen, um konsequent Leistung liefern zu können.Die Aufladung erfolgt durch die Außen am Satelliten angebrachten Solarzellen.

- Lithium-Polymer-Zellen

- Solarzellen
Die Rückseiten der Solarpaneele werden mit Kapton-Band bedeckt um das Eindringen kosmischer Strahlung in das Innere unseres Raumfahrzeuges zu verhindern.
Die Stromverteilung übernimmt ein EPS-System. Prinzipiell erfolgt die Spannungsversorgung der einzelnen Komponenten über ein 2,5V Bus System. Aufgrund der Vielzahl der benötigten Spannungen erfolgt die Spannungswandlung direkt in den einzelnen Modulen. Dies verhindert einen zu großen Verdrahtungsaufwand, und erhöht zugleich die Ausfallsicherheit des Gesamtkonzepts.
Onboard Computer
Der Onboard Computer hat folgende Aufgaben zu bewältigen:
Erfassen der Position im Orbit
Ausrichten des Satelliten im Orbit
Kontrolle des Lineartransponders
Senden von Statusberichten zur Erde
Kontrolle des Stromhaushaltes
Zum Einsatz kommt ein BASICX System, da dieses im Gegensatz zu Adurino Systemen einen nicht mal halb so großen Energieverbrauch hat (20mA im Vergleich zu 50mA). Dieser Vorteil wird zwar zu Lasten unseres Programmierers erkauft, da dies um einiges schwieriger zu programmieren ist. Aber was tut man nicht alles um Strom zu sparen.
Anzumerken bleibt, das beide µC bereits im Weltraum erfolgreich erprobt wurden. Die von den Herstellern angegebenen Betriebstemperaturen resultieren zu meißt aus den verbauten Temperatursensoren. Ein Ausfall dieser Sensoren ist für uns zu verschmerzen, da diese für uns irrelevant sind.
Softwareseitig können sämtliche Parameter angepasst und Abläufe simuliert werden, damit es im Orbit keine bösen Überraschungen geben wird.
Unser Sat-Projekt ist auf Spenden angewiesen. Zur Spendenseite.
Erprobung der Baugruppen
Temperaturen/Vakuum:
Zur Erprobung der Baugruppen unter beinahe realen Bedingungen steht uns demnächst ein ausgemusterter, modifizierter Autoklav aus Beständen der Bundeswehr zur Verfügung.
Diese Geräte werden normalerweise zur Sterilisierung von OP-Bestecken im Hitze-/Überdruck-Verfahren verwendet.
In unserem Exemplar wird die Heizspirale durch ein Polymer-Rohr ersetzt, dies ermöglicht uns flüssigen Stickstoff durch die Apparatur zu pumpen um Temperaturen von ca. -150°C zu erreichen. Durch einen geringfügigen Eingriff
in die Konfiguration kann das innere des V2A Edelstahlzylinders auch auf bis zu 100°C erhitzt werden.
Da die Geometrie dieser Geräte auf die Absorption von Druck optimiert ist, wird unser Autoklav auch zur Simulation des Vakuums verwendet. Eine Elektrische-Vakuum-Pumpe und eine Wasserstrahlpumpe werden den Druck im Zylinder auf bis zu unter 60mbar absenken (zum Vergleich, Druck in Meereshöhe: 1013mbar).
Es wird zwar nicht die Luftleere wie sie im Orbit vorherrschend ist simuliert, dennoch ist diese Ausdünnung ausreichend um eventuelle Fertigungsfehler aufzudecken (Bsp.: abplatzende Bauteile)
Vibration:
Die meisten Probleme im Zusammenhang mit Satelliten ergeben sich nicht etwa im Weltraum, sondern bereits beim Start. Sämtliche Trägersysteme erzeugen mehr oder minder starke Vibrationen, welchen auch unser Satellit wiederstehen muss.
Folgende Tabelle wurde von der NASA erstellt, und beinhaltet ein als ungünstigstes anzunehmendes Vibrationsprofil von gängigen Trägersystemen:
NASA
General Enviroment Verification Specification
Frequenz | ASD Level G²/Hz | |
(Hz) | Qualification | Tolleriert |
20 | 0,026 | 0,013 |
20-50 | +6dB/oct | +6dB/oct |
50-800 | 0,16 | 0,08 |
800-2000 | -6dB/oct | -6dB/oct |
2000 | 0,026 | 0,013 |
Gesamt | 14,1 Grms | 10,0 Grms |
Auch hier sind wir wieder auf Kostenersparnis angewiesen, allerdings stellt dies eine essentielle Erprobung dar. Darauf basierend gibt es eine entsprechend simple und durchaus praktikable Lösung.
Der Satellit wird in dem Demonstrations-Launch-Cylinder verpackt und in ein Alugehäuße eingebaut. Dieses wiederum mittels elastischen Bändern freibeweglich fixiert.
Für die Vibrationen sorgen handelsübliche Elektro-Vibrationsmotoren, wie Sie in Sieb- und Förderanlagen verwendet werden, Durch Phasenschnittsteuerung können die entsprechenden Resonanzfrequenzen eingestellt werden.
Erprobung der Magneto Torquer:
Für die Erprobung der Magneto-Torquer kommen Helmholtz-Spulen zum Einsatz, in deren homogenem Magnetfeld können nicht nur die Reaktionen der Torquer, sondern auch deren Drehmoment untersucht und optimiert werden.
Die erzeugte magnetische Feldstärke ist nicht nur linear vom Spulenstrom abhängig, sondern in dieser Anordnung weniger ortsabhängig als in einer einzelnen schmalen Spule. Aus der Spulengeometrie, dem Strom und den Windungszahlen lässt sich die magnetische Feldstärke entlang der Achse analytisch berechnen, und aus dem Drehverhalten der Versuchsobjekte deren entgegengesetzte (magnetische) Kraft.
Für den U14-Sat kommen zwei Launch-Service-Provider in Frage
Kosmotrans und IOS
Momentan Favorisiert ist IOS, da sich die Kommunikation relativ einfach gestaltet. Sofern IOS ausfallen sollte, kann unser Satellit ohne großen Aufwand und/oder Kosten auf ein Cubesat-Piggypack umgerüstet werden.
Kosmotrans:
Kosmotrans benutzt ehemalige SS-30 interkontinental-Raketen, welche als Orbital-Carrier umgerüstet werden. Ein bisher unschlagbar günstiges und zuverlässiges Verfahren um Payload in die Umlaufbahn zu befördern.
Kosmotrans hat sich bereits auf vielen Missionen einen Namen gemacht, und hat Partnerschaften mit EASA und Roskosmos etabliert.
Auch auf „unserem“ Slot werden wir die Rakete nicht exclusiv benutzen, sondern unser Satellit wird im Piggypack mit mehreren Cube-Sats u.ä. transportiert. Andernfalls könnten wir das Projekt nicht mal ansatzweise finanzieren.
IOS:
IOS ist ein Start-up gegründet 1996. Deren Konzept basiert auf Cluster-Systemen, in denen mehrere „Booster“ zu einer einzigen Rakete gebündelt werden.
Die Mission wird exclusiv Tube-Sats befördern. Dazu wurde ein spezielles Deployment system entwickelt, welches Gewicht und Kosten spart. Der Orbit wird zwar nicht für jeden Satelliten exclusiv sein, dennoch aber unsere Konfiguration keinesfalls beeinträchtigen.
Bisher kann IOS zu meist nur Versuchsläufe vorweisen.
Im Bild links ist ein CPM zu sehen, eine „Rakete“ wird aus mehreren dieser CPM’s zusammengesetzt.
Diese Technik hat lange Tradition, beispielsweise benutzt die Russische Raumfahrtbehörde die Technik in Ihren drei Stufigen Soyuz Raketen, welche momentan u.a. die Internationale Raumstation mit Nachschub versorgen.
Neben uns vertrauen auch einige namhafte Organisationen auf Inter Orbital Systems.
Nachfolgende Projekte konnten von uns verifiziert werden:
USMA - United States Military Academy (West Point)
Universidad de Puerto Rico
Morehead State University (Kentucky Space)
University of Sydney (Australia)
Defense Science and Technology Lab (DSTL UK)
Des weiteren wurden von IOS noch weitere Institutionen als Referenzen angegeben. Von diesen konnten wir allerdings bis jetzt noch keine Bestätigung erhalten. Dennoch stellt obige Aufzählung, durchaus eine Liste dar, die für sich selbst spricht.
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Ansprechpartner für U14-Sat:
DL2SKY
email: dl2sky@darc.de







