PSK31

PSK31 ist so populär geworden, dass diese Betriebsart RTTY von der Spitzenposition quasi verdrängt hat. Vor allem im 20-m-Band sind oberhalb von 14.070 kHz nahezu rund um die Uhr Stationen aus aller Welt zu empfangen. Man findet dort eigentlich immer einen QSO-Partner.

Im Vergleich zu Telegrafie (CW/A1A) benötigt man eine geringere Bandbreite. Das in der entsprechenden Software zur Anwendung kommende sehr schmale DSP-Filter dekodiert noch Signale selbst dann, wenn kaum etwas zu hören ist.

Bei den meisten Programmen werden die Signale im so genannten Wasserfall-Diagramm abgestimmt. D. h. mehrere empfangene Signale liegen alle im Durchlassbereich bspw. eines SSB-Filters (es wird immer USB verwendet!) und die Software zeigt parallel die Texte von mehreren Dutzend Stationen an. Per Mausklick kann dann auf die gewünschte Frequenz oder Station abgestimmt werden.

Seit einiger Zeit sind ebenfalls PSK63 mit 63 Baud sowie PSK125 mit 125 Baud gebräuchlich. Diese sind aufgrund der gegenüber PSK31 etwa doppelten bzw. vierfachen Übertragungsrate insbesondere bei Übertragung vorgefertigter, nicht direkt über die Tastatur eingegebener Texte sinnvoll (die entsprechenden Makros liegen dann auf sog. „Makrotasten“ oder den Funktionstasten F1 bis F12). Nachteilig ist die verdoppelte bzw. vervierfachte Bandbreite und das damit verbundene halbierte bzw. geviertelte Signal-Rausch-Verhältnis.

Das Bild zeigt den Screenshot eines PSK31-QSOs mit der Freeware Fldigi (für Win, Mac und Linux; kann neben verschiedenen PSK-Modes u. a. auch RTTY, Olivia, DominoEX, Throb und Hell verarbeiten; Quelle: Dave, W1HKJ).

Betrieben wird PSK31 im 500-Hz-Digitalbereich der gültigen Bandpläne (siehe IARU Region 1-Bandplan) auf den folgenden Vorzugsfrequenzen: 1.838, 3.580, 7.040*, 10.140, 14.070, 18.100, 21.080, 24.920 und 28.120 kHz. Das jeweils unterste Kilohertz wird vor allem von QRP-Stationen genutzt, PSK63 und PSK125 werden gerne ab 2 kHz oberhalb der genannten Frequenzen betrieben.

 

Vorteile:

  • schmalbandig
  • populär - zzt. beliebteste Schrift-Übertragung auf Kurzwelle, d. h. rund um die Uhr sind Gegenstationen zu finden
  • kein TXCO erforderlich!
  • durch die extrem schmale Bandbreite hat ein PSK-Signal Vorteile ggb. CW und SSB (S/N-Verhältnis)
  • SSB-Filter reicht - so sind auf engstem Raum mehrere Signale gleichzeitig zu lesen
  • weltweite Funkverbindungen auch mit kleiner Leistung (QRP, i. e. 5 Watt)

Nachteile:

  • überwiegend Makro-Funkerei („F1 bis F12“), kaum "Ragchew"/"Klönschnack"-QSOs
  • keine Fehlerkorrektur, anfällig ggb. Fremdsignalen und Störungen
  • durch Phasentastung anfällig für selektives Fading und Mehrwegempfang, für 160 m bzw. 80 m daher nicht ganz so gut geeignet, eben so wenig für VHF/UHF und höher

 

Lesetipp:

 

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* Das auf 7000 - 7200 kHz erweiterte 40-m-Band schafft seit dem 29. März 2009 die Möglichkeit, im IARU Region-1-Bandplan Digimodes zu fördern und ihnen erheblich mehr Raum als bisher zu geben, was aber auch mit einer Verlagerung verbunden ist. Es ist sehr bedauerlich, dass weiterhin die meiste PSK31-Aktivität im jetzt exklusiven CW-Bereich von 7035 bis 7040 kHz stattfindet. Bitte machen Sie Digimode-Betrieb nur oberhalb von 7040 kHz! Es wird angestrebt, dass in allen Regionen möglichst gleiche Einteilungen im Bandplan gültig sind. Die IARU Region 2 hat ihren 40-m-Bandplan noch nicht dem der Region 1 angepasst.

 

 

(Abb.: DK5KE)