Geschichte des Ortsverbandes Freiberg

Bereits in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gab es in Freiberg einige Radiobastelklubs, die sich ab der Einführung des Rundfunks in Deutschland 1923 mit dem Selbstbau von Detektorempfängern und einfachen Röhrenempfängern beschäftigten. Von sendenden Radioamateuren vor dem 2. Weltkrieg ist bisher leider nichts bekannt.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Amateurfunk erst mit der "Verordnung über den Amateurfunk" vom 06. Februar 1953 in der DDR erlaubt. Amateurfunk war nur innerhalb der GST (Gesellschaft für Sport und Technik)möglich, d.h. die GST-Mitgliedschaft war zwingend erforderlich.

Mitte der 50er Jahren wurde dann die erste Klubstation DM3KGN in Freiberg gegründet. In der amtlichen Rufzeichenliste von 1960 sind bereits 4 OMs mit eigenem Rufzeichen verzeichnet. Dies waren:

  • DM3GN      Fleischer, Horst
  • DM3ZGN    Ellenberg, Herbert
  • DM3YGN    Jaeckel, Dieter
  • DM3XGN    Kummer, Werner
QSL von DM3KGN vom 01.08.1956
QSL von DM3KGN vom 01.08.1956
OM Werner Kummer, Y23WN (Aufnahme FA 3/1987)

Am 18. April 1961 wurde im VEB Bergbau- und Hüttenkombinat "Albert Funk" unter der Leitung von OM Werner Kummer (später Y23WN) und acht weiteren GST-Mitgliedern eine Klubstation (später Y59ZN) gegründet.

1963 befand sich der erste Standort der Klubstation DM4SN im Verwaltungsgebäude des Davidschachtes (gehörte später dann zum Bergbau- und Hüttenkombinat "Albert Funk") an der Himmelfahrtsgasse, gegenüber des Teiches am ehemaligen Porzellanwerk. Hier gab es aber eigentlich nur Kurzwellenfunk, mit -natürlich selbstgebauten- Röhrensendern. Ihr Leiter war, seit Beginn, der Obersteiger Werner Kummer, geborener Freiberger des Jahrganges 1922, der im 2. Weltkrieg Funker war. Mitbenutzer an dieser Klubstation waren u. a. Günter Zobel  (damals DM4VSN) und auch Peter Hörig (als Mitbenutzer DM4YSN).

Im März 1973 zog die Klubstation (DM4SN) dann von der Baracke an der Himmelfahrtsgasse in ein eigenes Gebäude auf dem Turmhofschacht. Rund 1500 Stunden Eigenleistung der Kameraden waren notwendig, bis das Schmuckstück fertig war, um dass laut Funkamateur (3/1987) wir im Bezirk Karl-Marx-Stadt beneidet wurden. Als Antenne wurde für das 20-m-Band eine HB9CV aufgebaut. Den einzigen jemals in der DDR industriell gefertigten Kurzwellentransceiver (Typ Teltow) bekam DM4SN auch.

QSLvon Y59N (ca. 1980 und 1985)

Von dort aus wurden auch die Fuchsjagden ausgerichtet, von denen es in jedem Jahr wenigstens eine gab, an denen Jäger aus dem gesamten Bezirk N (Karl-Marx-Stadt) teilnahmen. Eine feste Fuchsjagdgruppe gab es natürlich auch. (siehe Bild unten)

Die Klubstation auf dem Turmhofschacht musste leider zu Wendezeiten aufgegeben werden. OM Werner Kummer verstarb Anfang der 1990er Jahre.

Eine weitere Klubstation in Freiberg in der DDR-Zeit war im Papiermaschinenwerk PAMA beheimatet. Dort war es vor allen Dingen Gerhard Liebe (Konstrukteur in diesem Betrieb) der auf Kurzwelle Betrieb machte.

Noch erwähnen möchte ich, dass es etwa in der Zeit zwischen 1968 und 1970 eine Klubstation der Bergakademie im so genannten Thälmannheim (Wohnheim der Bergakademie in der heutigen Chemnitzer Straße) gegeben hat, deren Initiator vor allen Dingen Siegmar Henschel gewesen ist. Deren Rufzeichen ist nicht überliefert.

Unser heutiger OV-Vorsitzender Dieter Jäkel DL1YY war bereits 1959 in jugendlichem Alter als DM3YGN  qrv. War dann jedoch viele Jahre nicht QRV und hat erst in den 1990er Jahren erneut ein Rufzeichen erhalten.

Neben dem Selbstbau von Amateurfunkgeräten und Antennen gab es Peilwettbewerbe für Kinder und Jugendliche, was das folgende Foto beweist.  Leider fehlen alle Angaben zu der Aufnahme.

Amateurfunkpeilen mit Jugendlichen in Freiberg
Amateurfunkpeilen mit Jugendlichen in Freiberg

Nach der Wende löste sich die GST und somit auch die Klubstation am Turmhofschacht auf. Am 12.02.1991 fand dann die Gründungsversammlung des DARC Ortsverbandes Freiberg/Brand-Erbisdorf statt. Wir erhielten den DOK S55. Als erster OVV wurde OM Gunter Rössel, DL2JTT, gewählt. In den folgenden Jahren führten die nachfolgende OMs den Ortsverband als Ortsverbands-Vorsitzender:

ZeitraumRufzeichenName
1991 - 1993DL2JTTGunter Rössel
1993 - 1996DL4JMNHartmut Klippel
1996 - 1997DL2VUVolkmar Uhlemann
1997 - 2001DGØJBAJan Balzer
2001 - 2011DL1YYHans Dieter Jäkel
2011 - heuteDO1CKPKarlheinz Pilz