JTTY arbeitet ähnlich wie RTTY, liefert jedoch eine deutlich bessere Empfindlichkeit bei gleichzeitig sehr niedrigen Fehlerraten. Im Gegensatz zu den FTx‑Modi erlaubt JTTY das Senden jederzeit. Verwendet wird eine 4‑Ton‑GFSK‑Wellenform mit 1,888‑Sekunden‑Frames und einer Bandbreite von etwa 127 Hz. Wie bei PSK31 lassen sich die Funktionstasten F1–F8 mit contesttypischen Austauschmeldungen belegen. Texte können während des Sendens geschrieben und in eine Warteschlange gestellt werden. Signal‑Subtraktion und adaptive Dekodierung unterstützen bei überlappenden oder fadenden Signalen. Gesendeter und empfangener Text wird in der Datei ALL.TXT protokolliert; eine MMTTY‑kompatible Schnittstelle verbindet zu MM‑Logger+ ab Version 1.0.11449 oder neuer. Das WSJT-Entwicklerteam um Joe Taylor hatte bereits im Juni 2026 JTTY angekündigt [2].
Was ist 4-GFSK?
GFSK, die Abkürzung für Gaussian Frequency Shift Keying, ist ein digitales Modulationsverfahren, das in zahlreichen modernen Funkanwendungen zum Einsatz kommt. Es handelt sich dabei um eine Weiterentwicklung der klassischen Frequenzumtastung (FSK), bei der digitale Informationen durch unterschiedliche Trägerfrequenzen übertragen werden. Während bei herkömmlicher FSK die Frequenzsprünge zwischen den einzelnen Datenbits abrupt erfolgen, werden diese Übergänge bei GFSK durch einen sogenannten Gauß-Filter geglättet. Dadurch entstehen weichere Frequenzwechsel, die das ausgesendete Signal deutlich spektral sauberer machen.
Der größte Vorteil dieser Technik liegt in der reduzierten Bandbreite. Durch die geglätteten Übergänge wird weniger Energie in unerwünschte Nebenwellen abgestrahlt, sodass benachbarte Kanäle wesentlich geringer gestört werden. Dies verbessert die Frequenzökonomie und ermöglicht eine effizientere Nutzung des verfügbaren Spektrums. Gerade in Zeiten zunehmender Funkaktivität und knapper Frequenzressourcen stellt dies einen wichtigen Vorteil dar.
Ein weiterer Pluspunkt von GFSK ist die nahezu konstante Hüllkurve des Signals. Im Gegensatz zu vielen komplexeren digitalen Modulationsverfahren bleibt die Sendeleistung weitgehend gleichmäßig, wodurch auch hocheffiziente Leistungsverstärker eingesetzt werden können. Die Anforderungen an die Linearität der Endstufe sind vergleichsweise gering, was insbesondere bei batteriebetriebenen Geräten von Vorteil ist. Gleichzeitig bleibt die Modulation robust gegenüber Störungen und Amplitudenschwankungen, was zuverlässige Funkverbindungen selbst unter schwierigen Ausbreitungsbedingungen ermöglicht.
Die Glättung der Frequenzübergänge bringt allerdings auch einen kleinen Nachteil mit sich. Da sich benachbarte Symbole gegenseitig beeinflussen können, steigt die Komplexität der Signalverarbeitung im Empfänger. Moderne digitale Signalprozessoren bewältigen diese Aufgabe jedoch problemlos, sodass die Vorteile in den meisten Anwendungen deutlich überwiegen.
GFSK und verwandte Verfahren haben sich daher in einer Vielzahl technischer Systeme etabliert. So basiert Bluetooth sowohl in der klassischen Variante als auch bei Bluetooth Low Energy auf GFSK. Das weltweit eingesetzte Mobilfunksystem GSM verwendet mit GMSK (Gaussian Minimum Shift Keying) eine eng verwandte Modulationsart. Auch das automatische Schiffsidentifikationssystem AIS setzt auf diese Technologie. Im Amateurfunk finden sich entsprechende Verfahren ebenfalls wieder. Die digitale Sprachbetriebsart M17 nutzt beispielsweise 4GFSK, bei der vier statt zwei Frequenzzustände übertragen werden. Dadurch lässt sich bei gleicher Kanalbreite eine höhere Informationsdichte erreichen. Weitere digitale Sprachsysteme wie DMR, NXDN oder D-STAR basieren ebenfalls auf FSK-Varianten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass GFSK die Robustheit und Einfachheit der klassischen Frequenzumtastung mit einer deutlich besseren Spektraleffizienz verbindet. Die Kombination aus geringer Bandbreite, reduzierten Nebenaussendungen, hoher Energieeffizienz und guter Störfestigkeit macht dieses Verfahren bis heute zu einer der wichtigsten digitalen Modulationsarten im professionellen Funk, im Mobilfunk und im Amateurfunk.
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[1] https://wsjtx.github.io/wsjtx/guide-full.html#JTTY
[2] https://www.dx-world.net/new-digital-mode-jtty/

