Notfunk in Brandenburg an der Havel
Jeder kann Notfunk.
In vielen Gesprächen beim Thema Notfunk kommt Ablehnung, Abneigung oder auch nur Desinteresse zum Vorschein. Warum das so ist, kann und will ich nicht beurteilen.
Aber eins wird immer wieder vergessen.
Das bloße Einschalten eines Funkgerätes, Einstellen einer Frequenz und Zuhören ist auch schon Notfunk. Natürlich der erste Schritt.
Beim letzten Stromausfall in Brandenburg an der Havel, haben einige OM's sich auf der Mobilfunkfrequenz (145,500 MHz) gemeldet, und nachgefragt ob andere Stadtteile auch davon betroffen sind.
Natürlich haben sie es zuerst auf unserer Relaisfrequenz versucht. Aber als sich das Relais nicht öffnete, haben sie ein Frequenzwechsel gemacht. Die nun erlangten Informationen und Kontakt zu anderen war ein wichtiger Schritt.
Nun konnten Entscheidungen getroffen werden.
Ist es nur ein lokal begrenzter Ausfall, warte ich auf die Wiedereinschaltung der Stromversorgung und suche die Kerzen raus. Feuer sollte nie unbeaufsichtigt sein.
Taschenlampen mit LED halten deutlich länger als frühere Lampen.
Baue ich das Notstromaggregat (so vorhanden) auf und lege die Kabel zu den wichtigen Geräten (z.B. Heizung).
Habe ich genug Benzin und könnte ich aus anderen Stadtteilen welches holen?
Stromausfall und das Funkgerät trotzdem einschalten? Na das können wir doch. Ein Adapter für einen Akku ist schnell gebaut, oder das Funkgerät hat ein eingebauter Akku.
Der Stromausfall in Berlin hat auch gezeigt, dass die Nachbarschaftshilfe sehr wichtig ist.
Wenn du dich fragst, was du ganz praktisch „tun kannst“, dann ist es genau das: im eigenen Umfeld ansprechbar sein, vorbereitet sein, ruhig bleiben – und die Nachbarschaftshilfe dort leisten, wo sie unmittelbar Wirkung hat.
Notfunk mit dem Handy ? Meshtastic machts möglich
Im täglichen Leben ist die Nutzung des Handys als Kommunikationsmittel nicht mehr wegzudenken. Was aber wenn das Telefonnetz oder das WLAN weg ist?
Hier kommt das erst wenige Jahre bekannte Übertragungsverfahren LoRa zum Einsatz. Mit LoRa, was eine Übertragung über ein paar Kilometer ermöglicht, können ohne das Telefonnetz, Informationen übertragen werden. Und das mit euren Handys.
Notwendig ist nur eine kleine LoRa Platine oder auch fertige LoRa Geräte. Diese Geräte sind über Bluetooth mit euren Handys verbunden und werden darüber bedient.
Das APP ist wie viele Messengerdienste aufgebaut und fordert nur eine kurze Einarbeitung.
Dann können bis zu 200 Zeichen lange Informationen (und auch Smileys) an andere Geräte gesendet werden. Und diese Geräte senden die Empfangene Information erneut aus. Und hier kommt der riesige Vorteil zum Vorschein. Die Geräte bilden untereinander ein so genanntes Netz (Mesh).
Darum heißen die Anwendungen auch Meshcom, Meshtastic oder Meshcore.
In der Stadt Brandenburg an der Havel haben die Amateurfunker zuerst Meshtastic-Geräte in Betrieb genommen und testen die Reichweite und Funktionalität. Auch haben wir die Standardeinstellung (869 MHz) übernommen. Dies gewährleistet erste Kontakte und ermöglicht uns erste Erfahrungen zu sammeln.
Ist das schon Notfunk. Ich meine Ja.
Das Handy hat ein Akku, die LoRa Geräte werden auch mit Akkus betrieben. Es gibt LoRa Geräte die haben sogar eine Solarzelle. Ohne Funktelefonnetz oder WLAN und Stromnetz, alles nur mit Akku, können Informationen ausgetauscht werden.
Die Industrie nutzt auch schon LoRa. Bei einer Suche im Internet findet ihr viele Informationen.
