Bau eines wetterfesten Gehäuses für einen SG-230 Antennentuner und Montage auf einem Flachdach von Ewald DC6KW

 

Einleitung

 

Der SG-230 ist ein robuster, automatischer Antennentuner, der für den Außeneinsatz entwickelt wurde. Um ihn dauerhaft vor Witterungseinflüssen und mechanischen Belastungen zu schützen, wurde zusätzlich ein stabiles Schutzgehäuse gebaut. Gleichzeitig ermöglicht das Gehäuse eine einfache Montage auf einem Flachdach und bietet Platz für die notwendigen Anschlüsse.

 

Planung des Gehäuses

 

Als Grundlage dient eine flache Kiste aus wetterfesten Siebdruckplatten. Die Innenabmessungen wurden so gewählt, dass der SG-230 ausreichend Platz hat und die Anschlusskabel ohne enge Biegeradien eingeführt werden können.

Die Seitenwände bestehen aus etwa 13 mm starken Siebdruckplatten. Das Material ist formstabil und widerstandsfähig gegenüber Feuchtigkeit.

 

Einbau des SG-230

 

Auf dem ersten Bild ist der eingebaute SG-230 zu sehen. Das Gehäuse liegt direkt auf dem Flachdachkies des Flachdaches auf.

  • Antenne
  • HF-Masse
  • Steuerleitung nicht erforderlich da er automatisch auf die jeweilige Frequenz abstimmt
  • Koaxialkabel

Die Leitungen werden durch wasserdichte Kabelverschraubungen nach außen geführt. Diese verhindern das Eindringen von Regenwasser und entlasten gleichzeitig die Kabel mechanisch. Alle Schrauben sollten aus Edelstahl bestehen, um Korrosion dauerhaft zu vermeid

 

Abbildung: Einbau des SG-230

 

Abdichtung des Gehäuses

 

Der Deckel besteht aus einer stabilen Platte, die mit zahlreichen cadmierten Senkschrauben gleichmäßig auf das Gehäuse gepresst wird.

Zwischen Deckel und Gehäuse befindet sich eine umlaufende Dichtung aus Silikon.
Sämtliche aufgesetzten Stoß- und Schnittkanten wurden mit Silikon versiegelt.
Dadurch entsteht ein nahezu wasserdichter Abschluss.

An der Kabelseite schützt zusätzlich eine flexible Gummischürze die Durchführung gegen Schlagregen und Spritzwasser.

 

Abbildung: Abdichtung des Gehäuses

 

Fertiges Schutzgehäuse

 

Vor dem endgültigen Zusammenbau ist das leere Gehäuse zu sehen. Es bietet ausreichend Platz für den SG-230, Kabelreserven, Befestigungsmaterial und gegebenenfalls einen Überspannungsschutz. Für den Druckausgleich wurde eine 5 mm Bohrung mit innen angeklebtem Glasfaserflies gegen Insekten eingebracht.

 

Abbildung: Fertiges Schutzgehäuse

 

Montage auf dem Flachdach

 

Nach der Fertigstellung wird das Gehäuse auf dem Flachdach aufgestellt. Dabei sollte das Gehäuse niemals direkt auf der Dachabdichtung stehen. Sinnvoll sind Gummipuffer oder Betonplatten als Unterlage, damit Wasser ungehindert unter dem Gehäuse ablaufen kann und die Dachhaut nicht beschädigt wird.
Beim vorliegenden Dachaufbau ist eine Kieslage als Schutz der Dachhaut vorhanden. Zusätzlich kann eine Gehwegplatte als Ballast auf den Deckel gelegt werden. Dadurch bleibt das Gehäuse auch bei starkem Wind sicher an seinem Platz.

 

Abbildung: Montage auf dem Flachdach

 

Erdung und HF-Gegengewicht

 

Auf den letzten Bildern ist die Erdungsverbindung zu erkennen. Der Masseanschluss des SG-230 wird mit einem möglichst kurzen und breiten Erdungsband oder Kupferband mit einer geeigneten Erdungsanlage verbunden. Kurze und breitflächige Leiter sind für Hochfrequenz deutlich günstiger als lange, dünne Leitungen.

Ist auf dem Gebäude bereits eine Blitzschutz- oder Erdungsanlage vorhanden, sollte die Verbindung ausschließlich entsprechend den geltenden elektrotechnischen Vorschriften hergestellt werden. Änderungen an Blitzschutz- oder Schutzerdung sollten von einer qualifizierten Fachkraft geplant oder geprüft werden.

Als Gegengewicht der eigentlichen Antennen wurde der umlaufende Gebäudesims aus Blech kontaktiert.

 

Abbildung: Erdung und HF-Gegengewicht

 

Praxiserfahrungen

 

Der beschriebene Aufbau hat sich im Außeneinsatz als sehr robust erwiesen. Das zusätzliche Schutzgehäuse schützt den SG-230 zuverlässig vor Regen, Schnee, UV-Strahlung und mechanischen Einwirkungen. Gleichzeitig bleiben alle Anschlüsse gut zugänglich, so dass Wartungsarbeiten problemlos durchgeführt werden können.

Mit einer sorgfältigen Abdichtung, korrosionsbeständigen Materialien und einer fachgerecht ausgeführten Montage lässt sich der automatische Antennentuner über viele Jahre zuverlässig auf einem Flachdach betreiben.

Das Gehäuse wurde nach acht Jahren durch ein neues Gehäuse ersetzt. Außer dass das Holz gelitten hat, war der Innenraum trocken und keine Korrosion am Tuner zu erkennen.

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