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      G-fliegt 2026 erfolgreich abgeschlossen – Ein Rückblick auf eine spannende Stratosphärenmission

      Mit dem erfolgreichen Flug am 18. Juli 2026 konnte das Projekt G-fliegt 2026 einen weiteren Meilenstein in der Geschichte unserer Stratosphärenballonmissionen erreichen. Gemeinsam mit zahlreichen Funkamateuren, Unterstützern und interessierten Besuchern wurde der Ballon auf dem Gelände des MFC Vorgebirge in Bornheim gestartet. Nach einem beeindruckenden Flug bis in über 33 Kilometer Höhe, einer Flugstrecke von rund 105 Kilometern und einer erfolgreichen Bergung der Nutzlast bei Freudenberg kann die Mission als voller Erfolg bewertet werden.
       

      Ein perfekter Start in Bornheim

      Bereits am Vormittag herrschte auf dem Modellfluggelände reges Treiben. Während das Ballonteam die letzten Funktionstests der Nutzlasten durchführte und den Ballon mit Helium befüllte, nutzten viele Besucher die Gelegenheit, sich über die Technik hinter einer Stratosphärenmission zu informieren. Besonders schön war der Austausch mit den Modellfliegern des MFC Vorgebirge, deren Flugvorführungen den Starttag zusätzlich bereicherten.

      Pünktlich um 13:08 Uhr hob der Ballon bei nahezu idealen Wetterbedingungen ab. Schon wenige Minuten nach dem Start konnten die ersten Telemetriedaten sowie die ersten Bilder empfangen werden. Zahlreiche Funkamateure entlang der Flugroute verfolgten die Mission live und beteiligten sich mit Empfangsberichten.
       

      Über 33 Kilometer bis an den Rand des Weltalls

      Während des etwa dreistündigen Fluges stieg der Ballon kontinuierlich bis auf die Rekordhöhe von 33.364 Meter auf. In dieser Region der Stratosphäre herrschen Temperaturen von weit unter -50 °C und nur noch ein Bruchteil des Luftdrucks am Boden. Für Mensch und Material stellt dies eine enorme Belastung dar.

      Nach Erreichen der maximalen Höhe platzte der Ballon planmäßig. Während der ersten Sekunden des Abstiegs beschleunigte die Nutzlast aufgrund der dünnen Luft auf rund 148 km/h, bevor sich der Fallschirm in dichteren Luftschichten vollständig entfalten konnte und die Sinkgeschwindigkeit auf etwa 5 m/s reduzierte. Die unterschiedlichen Windrichtungen in den einzelnen Atmosphärenschichten sorgten dabei für eine interessante Flugbahn bis ins Siegerland.
       

      Bewährte Technik mit wertvollen Erkenntnissen

      Auch technisch war die Mission äußerst erfolgreich. Mehrere unabhängige Übertragungssysteme sorgten dafür, dass der Flug nahezu lückenlos verfolgt werden konnte. Besonders die WENET-HD-Bildübertragung lieferte eindrucksvolle Aufnahmen aus der Stratosphäre und bestätigte erneut die Leistungsfähigkeit des Systems.

      Die RS41-Sonde übermittelte zuverlässig Wetter- und Positionsdaten, schaltete sich jedoch in großer Höhe aufgrund einer einbrechenden Batteriespannung vorzeitig ab. Auch das SSTV-System arbeitete weiter und übertrug insgesamt 118 Bilder, obwohl das GPS-Modul kurz nach dem Start aus bislang ungeklärter Ursache keine Positionsdaten mehr lieferte.

      Nicht jedes Experiment verlief wie geplant. Das ADS-B-Experiment konnte keine Flugzeugdaten empfangen und verursachte sporadische Neustarts des Raspberry Pi. Auch die HD-Videokamera beendete ihre Aufzeichnung bereits nach wenigen Minuten. Trotz erfolgreicher Tests am Boden führte die Wärmeentwicklung innerhalb der isolierten Nutzlastbox vermutlich zu einer Überhitzung der Kamera.

      Gerade diese Erfahrungen machen den besonderen Reiz solcher Projekte aus. Jede Mission liefert wertvolle Erkenntnisse, mit denen Technik und Konzepte kontinuierlich verbessert werden können.
       

      Spannende Bergung im Siegerland

      Nach dem Platzen des Ballons verlief der Sinkflug zunächst wie berechnet. Kurz vor der Landung riss jedoch die Funkverbindung in geringer Höhe ab, sodass die letzten Meter nicht mehr live verfolgt werden konnten.

      Mehrere Teams machten sich unmittelbar auf den Weg in das vermutete Landegelände bei Freudenberg-Niederheuslingen. Trotz intensiver Suche konnte die Nutzlast zunächst nicht gefunden werden. Erst durch klassische Kreuzpeilungen mehrerer Funkamateure ließ sich das Suchgebiet deutlich eingrenzen. Als zusätzlich ein in der Nutzlast verbauter AirTag eine Position meldete, verdichteten sich die Hinweise auf den tatsächlichen Landeort.

      Schließlich meldete sich ein aufmerksamer Finder, der die Nutzlast entdeckt hatte. Bereits am nächsten Tag konnte sie nahezu unbeschädigt wieder in Empfang genommen werden – ein schöner Abschluss einer spannenden Mission.
       

      Großes Interesse aus der Amateurfunkgemeinschaft

      Wie schon bei den vergangenen Missionen beteiligten sich zahlreiche Funkamateure am Empfang der Aussendungen. Aus Deutschland und sogar aus Großbritannien gingen Empfangsberichte ein, die eindrucksvoll zeigen, welche Reichweiten sich aus über 30 Kilometern Höhe erzielen lassen.

      Auch das erstmals durchgeführte G-fliegt-Tippspiel fand großen Anklang. Insgesamt 75 Teilnehmer gaben ihre Schätzungen zur maximalen Flughöhe ab. Zwei Teilnehmer lagen mit 33.333 Metern lediglich 31 Meter neben der tatsächlich erreichten Höhe – eine beeindruckende Genauigkeit. Erst die zusätzlich geschätzte Flugstrecke entschied schließlich über die Platzierungen der Gewinner.
       

      Fazit

      G-fliegt 2026 war in jeder Hinsicht eine erfolgreiche Mission. Der Start verlief reibungslos, sämtliche wesentlichen Experimente konnten durchgeführt werden und die Nutzlast wurde vollständig geborgen. Gleichzeitig lieferte der Flug zahlreiche technische Erkenntnisse, die bereits in die Planungen der nächsten Mission einfließen werden.

      Ein besonderer Dank gilt allen beteiligten Funkamateuren, den vielen Empfangsstationen, dem MFC Vorgebirge für die Gastfreundschaft sowie allen Helferinnen und Helfern, die den Start, die Flugverfolgung und die Bergung unterstützt haben.

      Denn wie inzwischen schon fast traditionell gilt bei G-fliegt

      Nach dem Ballonflug ist vor dem Ballonflug!

       

      Mehr technische Details unter G-fliegt.de

       

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