Amateurfunk trifft auf Spracherkennung und Raumfahrttechnik: Funkamateure der Oslo Group der Norwegian Radio Relay League (NRRL) übertrugen am 27. Juli 2026 einen Sprachbefehl an den experimentellen Satelliten OPS-SAT PRETTY. Der Satellit empfing das Signal, transkribierte die Sprache an Bord und führte den darin enthaltenen Befehl aus.
Gesendet wurde der Befehl vom Dach der Clubstation der Oslo Group über eine 23-cm-Funkverbindung. Sinngemäß forderten die Funkamateure PRETTY auf, das Computerspiel DOOM zu starten. Daraufhin aktivierte der Satellit das Spiel und übermittelte Bilder des laufenden Programms zur Erde. Sie dienten als Bestätigung dafür, dass das Experiment erfolgreich durchgeführt worden war.
OPS-SAT PRETTY ist ein 3U-CubeSat mit Abmessungen von 10 × 10 × 34 Zentimetern. Sein rekonfigurierbares Verarbeitungssystem ermöglicht unterschiedliche Software- und Firmware-Experimente und ist eng mit einem an Bord befindlichen Software Defined Radio (SDR) verbunden. Betrieben wird der Satellit von der Technischen Universität Graz in Österreich; die Experimente koordiniert das European Space Operations Centre (ESOC) der ESA in Darmstadt.
Das Team demonstrierte damit nicht einfach eine neue Form der Fernsteuerung. Vielmehr verband das Experiment HF-Technik, Signalverarbeitung, Spracherkennung, On-Board-Software und Raumfahrttechnik zu einer durchgängigen technischen Kette. Genau diese Verbindung macht den Versuch für den Amateurfunk besonders interessant: Die Funkstrecke ist dabei nur ein Teil eines komplexen Systems, dessen Verarbeitung schließlich direkt an Bord des Satelliten erfolgt.
Das Experiment zeigt exemplarisch, welches Potenzial offene und rekonfigurierbare Satellitenplattformen bieten. Funkamateure liefern dabei nicht nur Signale für einen Repeater oder eine Telemetrieverbindung, sondern können selbst Teil eines technischen Raumfahrtexperiments werden.

