
ARDF - Amateurfunkpeilsport
Ein vielseitiger Sport
Beim Amateurfunkpeilen - international ARDF (Amateur Radio Direction Finding) genannt - geht es darum, im Wald versteckte Peilsender mit Hilfe von Peilempfänger, Karte und Kompass in möglichst kurzer Zeit zu finden. Dem Sportler wird eine einzigartige Kombination von körperlicher Fitness, Orientierungssinn und technischem Verständnis über die Ausbreitung von Funkwellen abverlangt.
Im Einklang mit der Natur
Amateurfunkpeilen ist ein Sport in der Natur: Der Wald bietet die natürliche Sportstätte. Darin liegt ein ganz besonderer Reiz, aber es bedeutet auch, dass man sich umweltgerecht verhält. Veranstalter und Teilnehmer nehmen auf Wildrückzugsgebiete, Neuanpflanzungen, und Biotope Rücksicht. Soweit wie möglich wird das vorhandene Wegenetz benutzt, und schon kurz nach dem Wettkampf sind im Wald keine Spuren der Veranstaltung mehr zu finden.
Peilseminar am 18.4.26 des Distrikts Niedersachsen
Vier, im späteren Verlauf des Tages fünf, Teilnehmende nahmen am Samstag an einem eintägigen Peilseminar im „Misburger Wald-Forum“ teil. Im Rahmen des theoretischen Abschnitts teilten erfahrenden Peilsportlern (DL9DBK, DC1MTS, Bohly) Erkenntnisse zur erfolgreichen Durchführung von Peilfunkveranstaltungen. Dabei standen die Themen Bewegung, Orientierung und Eingliederung in die Strukturen des DARC e.V. im Mittelpunkt. Die Kompaktheit des obligatorischen Theorieteils rückte den sportlichen Aspekt des Peilfunks klar in den Fokus aller Anwesenden. Der lokale Förster gewährte in einem kurzweiligen Vortrag zusätzlich wertvolle Einblicke in die rechtlichen Grundlagen zur Nutzung privater und staatlicher Wälder, Zusammenarbeit mit verantwortlichen Behörden und den Aufgabenbereich der Forstwirtschaft.
Im praktischen Teil testeten alle Anwesenden die drei verschiedenen Peilsportvarianten Foxing, Classic und Sprint. Bei bestem Frühlingswetter wurde, allein oder mit Unterstützung, durch den Wald gelaufen und nach Füchsen gesucht. Nach dem Motto „Füchse sind keine Rudeltiere“ waren die Sender verstreut und gut versteckt. So kam eine Wegstrecke von etwa 10km, verteilt auf 3 Runden zusammen, die im jeweils eigenen Tempo absolviert werden konnte.
Beim abschließenden Zusammenkommen wurden die gesammelten, durchwegs positiven Erfahrungen ausgetauscht. Die Organisatoren haben eindrucksvoll bewiesen, dass auch ohne Kenntnisse in Amateurfunk ein Einstieg in den Peilsport möglich ist und in kleinen Dosen technisches Wissen außerhalb des Klassenzimmers vermittelt werden kann.
(Verfasser: Martin, DO5NDW)
Fuchs, Funk und Forst – Rasante Peilaktionen im Misburger Wald
Peilseminar in Hannover-Misburg begeistert Technik- und Naturfreunde
Das „Funkpeilen“ – im Amateurfunk oft auch „Fuchsjagd“ genannt – ist eine Sportart, bei der versteckte Sender mittels spezieller Empfänger geortet werden. Neben technischem Know-how kommen dabei Bewegung, Orientierung in der Natur und gemeinsamer Teamgeist zum Tragen. Besonders reizvoll ist, dass sich sowohl Funkamateure als auch Neulinge und sportlich Interessierte gleichermaßen angesprochen fühlen.
Am 5. April 2025 lud ein Peilseminar in Hannover-Misburg dazu ein, diese Facetten selbst zu erleben. Bereits in der Vorstellungsrunde der Acht Teilnehmenden wurde deutlich, wie bunt die Gruppe war: Einige Teilnehmende hatten Erfahrung mit Marathonläufen oder Orientierungslauf, andere engagierten sich in der Jugendarbeit oder sind passionierte Amateurfunker. Trotz verschiedener Hintergründe verband alle die Neugier auf den Peilsport.
Waldnutzung und Naturschutz
Zu Beginn erläuterte Förster Julian Hey, Leiter des Misburger Wald-Forums, die Grundlagen der Waldnutzung. Er betonte das richtige Verhalten in Naturschutzgebieten und machte auf mögliche Gefahren wie Totholz oder Wildtiere aufmerksam. Das Forum möchte den Wald als Erlebnisraum für alle Generationen erhalten und bietet so beste Voraussetzungen, um Natursportarten wie das Funkpeilen bekannt zu machen.
Erste Praxis: Foxoring
Der erste Übungsteil widmete sich dem Foxoring, bei dem mehrere leistungsschwache Sender dauerhaft auf derselben Frequenz aktiv sind. Ihre ungefähre Position erkennt man an Kreisen auf der Karte. Was anfangs simpel klang, forderte dennoch präzises Hinhören und viel Aufmerksamkeit – selbst erfahrene Peilsportler merkten schnell, dass diese Variante konzentriertes Arbeiten erfordert.
Zeitgesteuerte Sender und Sprint-Funkpeilen
Nach einer Stärkung wartete das klassische „Fuchsjagen“ mit zeitgesteuerten Sendern im 80-Meter-Band. Hier musste in kurzen Intervallen die korrekte Richtung bestimmt werden, bevor das Signal verstummte. Den Höhepunkt bildete die „Sprint“-Variante, bei der die Sender enger beieinander lagen und sich noch zügiger abwechselten – was zusätzlichen Adrenalinkick versprach.
Ausblick und Fazit
Zum Abschluss diskutierten alle über neue Zielgruppen und Möglichkeiten, Kinder und Jugendliche für das Funkpeilen zu begeistern. Ideen reichten vom Projekttag in Schulen bis zur Verknüpfung mit Geocaching. Außerdem bietet das „Peilmeister-Diplom“ Anreiz, regelmäßig an Veranstaltungen teilzunehmen. Der Tag in Hannover-Misburg zeigte damit eindrucksvoll, wie perfekt sich Funktechnik, Sport und Naturerlebnis ergänzen können – und hinterließ bei den Teilnehmenden Lust auf mehr „Fuchsjagden“ im Wald.
von Steffen Jauch (DO1SX)
Eine Fuchsjagd in Detail
Meist werden jeweils fünf Füchse, die auf UKW 2m (145,575Mhz) senden und sechs Füchse, die auf Kurzwelle 80m ( 5 x 3,580 Mhz plus einmal 3.560 Mhz) senden. Der Fuchs auf 3.560 Mhz ist der Rückholfuchs und sendet von Start/Ziel aus.
Jeder, der einen Peilempfänger für die vorgenannten Frequenzen hat, ist herzlich eingeladen, sich zu beteiligen. Für Kurzwelle 80m hat der OV auch eigene Peilempfänger, die man sich gerne zur Fuchsjagd ausleihen kann. Dann sollte man aber vorher etwas Zeit einplanen, um sich mit der Handhabung vertraut zu machen. Aber auch ohne eigenen Empfänger kann man gerne zu zweit oder in einer kleinen Gruppe mitmachen.
Rechtzeitig vor dem Start erhält man eine Geländekarte, die das "Jagdgebiet" umfaßt. Zur Dokumentation und Zeiterfassung dient eine Kontrollkarte, in die Start- und Rückkehrzeit eingetragen werden und in die man mit den am Fuchs angebrachten Zangen eine Markierung eindrücken muß. Nach der Rückkehr wird die Karte ausgewertet und die Platzierung errechnet.
Jeder Fuchs hat eine eigene Kennung, die er als Morseton aussendet. So hat Fuchs 1 die Kennung "MOE" , das ist als Morsezeichen
" _ _ _ _ _ . ", also: erst zwei Striche, dann drei Striche und dann ein Punkt, also ein kurzer Pieps. Die Kennung von Fuchs 2 lautet "MOI" und unterscheidet sich von Fuchs 1 nur durch zwei Piepse am Ende, also " _ _ _ _ _ . . ", und so geht es weiter:
Fuchs 3 hat "MOS", also " _ _ _ _ _ . . . ",
Fuchs 4 hat "MOH", also " _ _ _ _ _ . . . . ",
Fuchs 5 hat "MO5", also " _ _ _ _ _ . . . . . ".
Der normale Ablauf:
Pünktlich um 15:00 Uhr beginnt der Fuchs 1 mit seiner Kennung "MOE" " _ _ _ _ _ . " zu senden, zur Weihnachtsfuchsjagd aber bereits um 14:00 Uhr !
Nach einer Minute verstummt Fuchs 1 und es sendet dann der nächste Fuchs, also Fuchs 2. Nach einer weiteren Minute erfolgt dann der Wechsel zu Fuchs 3 - und so weiter... Jetzt gilt es, die auf dem Gelände aufgebauten Füchse anzupeilen. Man kann sich auf seiner Karte die Richtungen einzeichnen, in denen man die Füchse hört. Zeichnet man von verschiedenen Standorten aus die Peilrichtungen ein, so ergeben sich Schnittpunkte, die den Standort der Füchse kennzeichnen (Kreuzpeilung).
Hat man einen Fuchs gefunden, muß man mit der an jedem Fuchs angebrachten Zange eine Markierung in seine Kontrollkarte stanzen. Und weiter zum nächsten Fuchs! Nach spätestens zwei Stunden muß man wieder am Startpunkt zurück sein - auch wenn man nicht alle Füchse gefunden haben sollte! - sonst fällt man wegen Zeitüberschreitung aus der Wertung! Aus der Anzahl der gefundenen Füchse und der benötigten Zeit wird die Platzierung errechnet, die dann letztendlich in die Jahreswertung für den Fuchsjagdpokal einfließt.
Ob alle Füchse versteckt werden, evtl. nur die UKW- oder KW-Füchse, wird rechtzeitig vorher bekanntgemacht.
Die Fuchsjagd ist eine Mischung aus Orientierungslauf und Peilen, bei uns gehen es die meisten als gemütlichen ein- bis zweistündigen Samstagsspaziergang, teilweise auch in Gruppen, an. Besonders für Jugendliche und Neueinsteiger nehmen wir aber auch Abwandlungen vor, die die Suche erleichtern.
weiterführende Links

