2026- WRTC Rückblick und anschließender "Krimi" - Martin DL4NAC




Die WRTC (World Radiosport Team Championship) gilt als die inoffizielle Weltmeisterschaft der Funkamateure im Contestbetrieb und findet alle 4 Jahre statt. Dabei treten die weltweit besten Contest-Operatoren unter möglichst gleichen Bedingungen gegeneinander an. Identische Stationstechnik, vergleichbare Antennenanlagen und ausgeloste Standorte sorgen dafür, dass vor allem das Können der Teilnehmer über den Erfolg entscheidet.
Beim OV-Abend am 2. Oktober 2026 durfte der DARC-Ortsverband Bayreuth (B06) mit Martin DL4NAC einen Teilnehmer der diesjährigen WRTC in England begrüßen. Martin berichtete in einem äußerst interessanten Vortrag über seine Erlebnisse und Erfahrungen bei diesem weltweit bedeutenden Funkereignis. Anhand zahlreicher Bilder, Videos und persönlicher Eindrücke erhielten die Zuhörer einen authentischen Einblick in die Vorbereitung, den Wettkampf selbst und die Atmosphäre vor Ort. Am Ende gab es auch eine kritische Analyse der Bandstrategie.
Der Clubraum in Pferch war bis auf den letzten Platz gefüllt. Neben den Mitgliedern des OV Bayreuth waren auch zahlreiche Gäste aus benachbarten Ortsverbänden erschienen. Ebenfalls anwesend war Max DH2MX, der die WRTC als Helfer vor Ort unterstützt hatte und mit zusätzlichen Eindrücken zum Gelingen des Abends beitrug.
Über den DARC-Treff wurde mit technischer Unterstützung von Thomas DG9NAJ versucht, den Vortrag auch für online zugeschaltete Teilnehmer zu übertragen. Besonders erfreulich war dabei die Teilnahme von Martins WRTC-Teamkollegen Wolf NN7CW, der sich direkt aus Florida zuschaltete und die Veranstaltung damit um eine internationale Komponente bereicherte. Leider machte die schwache Internetverbindung über einen mobilen Hotspot dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung, sodass die Onlineübertragung nach wenigen Minuten abgebrochen werden musste.
Martin startete bei der WRTC 2026 gemeinsam mit Wolf NN7CW unter dem Rufzeichen MB2S und erreichte zunächst einen hervorragenden Platz im Teilnehmerfeld. Im Rahmen des Vortrags ging er auch auf die Ereignisse nach dem Wettbewerb ein. Die ursprünglich veröffentlichten Ergebnisse der WRTC 2026 wurden nachträglich aufgehoben und neu bewertet. Grund hierfür waren umfangreiche Untersuchungen des Organisationskomitees zu Unregelmäßigkeiten im Wettbewerb. Dabei wurden mehrere Teams disqualifiziert und zahlreiche Verbindungen neu bewertet, sodass die offizielle Rangliste überarbeitet werden musste. Die Organisatoren veröffentlichten daraufhin ein vollständig neu berechnetes Endergebnis. Die Maßnahmen dienten dazu, die Chancengleichheit und sportliche Fairness des Wettbewerbs sicherzustellen.
Die Besucher dankten Martin mit großem Applaus für seinen spannenden und kurzweiligen Bericht.
tnx DL4NAC and CQ 2030 in 9A
=>Auszüge aus der Präsentation
Datum: 4.10.2026 - Winfried DA1WS
2026 -Neues DMR Relais für DB0BT






Der DARC-Ortsverband Bayreuth (B06) freut sich über eine wichtige Erweiterung seiner Relaisinfrastruktur: Am Sophienberg wurde in den vergangenen Wochen ein neues DMR-Relais für das 70-cm-Band installiert und erfolgreich in Betrieb genommen.
Den Grundstein hierfür legte Christian DB9CR, der die Gelegenheit nutzte und ein gebrauchtes Relais zu einem günstigen Preis erwerben konnte. Damit begann jedoch erst die eigentliche Arbeit. In vielen Stunden ehrenamtlichen Engagements hat Thomas DG9NAJ das Gerät technisch überarbeitet, angepasst und für den späteren Einsatz vorbereitet.
Neben verschiedenen Umbauten und Anpassungen entstanden dabei auch individuelle Lösungen. So wurde beispielsweise ein benötigter PowerPole-Adapter eigens per 3D-Druck gefertigt und anschließend fachgerecht in das System integriert. Zahlreiche Tests im heimischen Shack und unter realistischen Bedingungen waren notwendig, um einen zuverlässigen Betrieb sicherzustellen.
In der letzten Septemberwoche war es schließlich soweit: Nach erfolgreichem Abschluss aller Vorarbeiten konnte das neue DMR-Relais am Standort Sophienberg installiert und in Betrieb genommen werden.
Dank des großen Einsatzes von Thomas DG9NAJ steht dem OV Bayreuth nun wieder eine leistungsfähige digitale Relaisstation auf 70 cm zur Verfügung. Die Anlage verbessert die Erreichbarkeit für Funkamateure in Bayreuth und der gesamten Region deutlich und stellt eine wertvolle Bereicherung der lokalen Amateurfunkinfrastruktur dar.
Der OV Bayreuth (B06) bedankt sich herzlich bei Thomas DG9NAJ für die vielen Stunden Arbeit, den fachmännischen Umbau sowie die erfolgreiche Inbetriebnahme. Ebenso gilt unser Dank Christian DB9CR für die Beschaffung des Relaisgeräts und die Unterstützung des Projekt
4.10.2026 - Winfried DA1WS
2026 - Drehrohrreparatur DK0BT




Durch die Rotation des Beams schnitt die Halterung über die Jahre Furchen in das Drehrohr. Ein Austausch war für die Sicherheit dringend geboten.
Am 18.9. wurde dazu ein 3,5 t Kran bestellt. Um 9 h begannen Max und Gerd die Antennen abzusenken. Gegen 11 h traf dann der Kran ein. Der Ausbau erfolgte ohne Probleme. Das neue Rohr war aber 1 mm zu groß für den oberen Stutzen. Hier musste kurzfristig eine Schleifaktion eingelegt werden. Gegen 16 h war alles wieder montiert.
Großes Dankeschön geht an Friedrich DL4NAX, der die Organisatition der Aktivitäten übernommen hat, vor Ort war und die ganzen Planungen mit dem Kran und der Stadt übernommen hat. Sehr grosses Dankeschön an unsere Mastkletterer Max DH2MX und Gerd DL2NBJ.
Ebendso an alle, die vorbeigekommen sind, um anderweitig zu untersützen.
Datum: 21.9.2026 Winfried DA1WS
2026 - QO-100 Testbetrieb






Die schwierigen KW-Ausbreitungen bei den Schulkontakten der letzten zwei Jahre, zeigte uns, dass wir neue Wege testen sollen. Für den nächsten Kontakt wollten wir daher Satellitfunk über QO-100 versuchen.
Nachdem die QO-100 Station von Robert DL2RBY aktuell auf Halde lag, nutzten wir die Gelegenheit und ließen uns (Thomas DG9NAJ, Friedrich DL4NAX, Onno DJ0NNO und Winni DA1WS) von Robert am 23.8.27 eine Einweisung geben.
Der Aufbau und kritische Hinweise zum Umgang von sensiblen Bauteilen war schnell erklärt. Nachdem die SAT-Schüssel an den TRX angeschlossen war, ging es zur korrekten Ausrichtung über die Baken. Die Frequenzeinstellungen für den Down- & Uplink mussten über eine von Robert entwickeltes Schema der verschiedenen Kanäle erfolgen. Ohne diese Unterlage ist man hilflos. Die Letzte Feinabstimmung erfolgte dann über ein „Einpfeifen“.
Dies war nach einiger Übung schnell eingerichtet und wir hatten den QO-100 dann im Visier. Mit einem WEB SDR Stick konnte dann am Laptop der Wasserfall noch angezeigt werden.
Am Ende wurde dann Funkbetrieb durchgeführt.
Friedrich arbeitete eine norwegische Station in CW, Onno und Winni hatten in SSB Kontakt zu OMs in Dänemark und Österreich.
Jetzt heißt es üben und fitmachen für weitere Einsätze.
Datum 16.9.26 Winfried DA1WS
>>>>Nachtrag:
Thomas hat in der Zwischenzeit die QO-100 Station verbessert.
Zum einem wurde der Lautsprecher gegen ein DSP Audiofilter und einem besseren Lautsprecher getauscht. Dadurch wurde die Audioqualität deutlich verbessert.
Das "Einpfeiffen mit dem Mund" wird nun über eine App mit einem Audiofrequenzspektrum angezeigt. Abgestimmt auf knapp unter 1 kHz ist man sehr exakt auf der Frequenz.
Datum 9.10.26 Winfried DA1WS
2026- 27. Europatag der Schulstationen am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium


Am 5.5. war es wieder soweit: Der 27. Europatag der Schulstationen.
Christian besprach im Vorfeld mit Herrn Kammerer den Ablauf. Bereits am Montag 4.5. rückte eine Mannschaft für die Vorarbeiten an (Onno, Alex, 2x Christian DB9CR und DO7CS +Anhang, Friedrich und Winni). Die Herausforderung bestand, die zwei Antennen in luftiger Höhe zu plazieren, was angesichts der vielen Äste kein leichtes Unterfangen war.
Aufgbaut wurden zwei Stationen.
Am Ende des Tages wurde dann erste Test QSOs mit befreundenden Funkern duchgeführt.
Am Dienstag dann der große Tag. Zwei 9. Klassen waren um 9 Uhr vor Ort und nach kurzer Einführung der Antennen , Funkbetrieb und Stationen durch Christian konnten die Schüler die Mikros selbst in die Hand nehmen: Unter Anleitung von Christian und Friedrich wurden dann erste QSOs geführt.
Die Ausbreitungsbedingungen auf 20 und 40 m waren sehr schwierig. Ein Wechsel auf das bessere 80 m Band scheiterte leider augrund Abstimmprobleme mit dem Tuner bei Christian. Die Schulstationen wurden daher kaum bis schwach gehört.
Daher wechselten wir dann auf das DB0BT Relais und hier führten die Schüler dann weitere Kontakte mit lokalen OMs. Für die Schüler machte das keinen Unterschied zur KW und waren begeistert dabei.
Am Ende gelang es Christian doch noch auf 20 m zwei rumänische Schulstationen zu kontaktieren.
Fazit: Es funkten viele Schüler aktiv an den Stationen. Viele Funkinteressierte zeigten ein gutes Potential für zukünftige YLs/OMs.
Wir wurden auch angefragt, ob wir für ein Zeltlager Anfang August eine Fuchsjagdausrüstung bereitstellen könnten. Das wurde vorab wohlwollend zugesichert.
8.5.2026 Winfried DA1WS
Nachtrag 18.8.2026
Bei AATIS gibt es hierzu auch einen Bericht, dieser zeigt, dass in Süddeutschland die KW Ausbreitung sehr schlecht waren.
Insgesamt hat das MWG am Ende in der Klasse A und B einen respektablen Platz gemeistert.
=> AATISBericht
2025 - Funkworkshop Jugendherberge Bayreuth



Im Juli 2025 fand an einem Wochenende in der Jugendherberge Bayreuth ein 2 h Workshop für Jugendliche im Alter von 10-13 Jahren statt.
Friedrich DL4NAX baute dazu eine EndFed im Garten auf.
Anschließend ging es gleich zur Sache. Im 40 m Band konnten die Kinder gleich diverse QSOs mit deutschsprachigen Stationen führen. Anfangs noch etwas schüchtern, aber nachdem die ersten Kanditaten erfolgreich Kontakte geführt hatten, war das Eis auch bei den Rest gebrochen und griffen beherzt zum Mikrofon.
Am Ende gab es noch einen Schnellkurs in die ersten Morsezeichen.
Datum: 14.4.2026 Winni DA1WS
2025 - 26. Europatag der Schulstationen am Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium Bayreuth
Am Montag, 05. Mai 2025 fand in der Grünanlage, vor dem Hauptportal des MWG, der 26. Europatag der Schulstationen statt.
Der Veranstalter ist A A T i S e. V. "Arbeitskreis Amateurfunk und Telekommunikation in der Schule e.V."
Nach einjähriger Pause planten wir 2025 wieder eine Aktion zum Europatag der Schulstationen mit dem Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium Bayreuth und unserem OV B06. Bereits im November 2024 nahmen wir dazu Kontakt mit Herrn Kammerer (Mathe- und Physiklehrer) am MWG auf, mit dem wir 2023 den 24. Europatag erfolgreich organisiert hatten.
Leider teilte uns Herr Kammerer mit, dass er zum Aktionstag Elternzeit geplant hatte. Das Projekt drohte hier zu scheitern, da kein Nachfolger am MWG gefunden werden konnte. Nach einigen Abstimmungrunden mit der Schulleitung konnte nach einigen Wochen Herr Beetz als Nachfolger gewonnen werden, und alles Weitere wurde mit unserem OV über ihn abgestimmt. Parallel übernahm Winni mit Werner DH4KAV, dem Organisator vom AATiS e.V., das interne Prozedere (Aufnahme in die Schulstationsliste, Logsoftware, Ansprechpartner und Freigaben der Schule etc.).
Bereits am Vorabend des 4. Mai 2025 traf sich das Aufbauteam gegen 18:30 Uhr vor dem Hauptportal des MWG: Christian DN9CS, Christian DB9CR, Friedrich DL4NAX und Winni DO1WS starteten mit dem Aufbau der Antennenanlage. Mit Hilfe eines Wurfsäckchens und der genialen Wurftechnik von Friedrich wurde eine ZS6BKW zügig in den Parkbäumen vor der Schule in luftigen 10-15 m platziert. Erste Abstimmungen zeigten jedoch massive Probleme mit unserem Tuner, über den keine SWR-Abstimmung möglich war. Dank mitgeführter Backup-Hardware von Christian DB9CR konnte der Tuner schnell ersetzt werden, und erste Test-QSOs mit Thomas DG9NAJ ergaben auf dem 40 m Band schließlich einen Rapport von 59 +20. Bereits bei der gesamten Aufbauaktion zeigten einige vorbeilaufende Schüler aus dem Internat Interesse an unserem Tun und führten, als wir schließlich QRV waren, mit Thomas ihre ersten Gehversuche auf 40 m. Nach 2 Stunden war die Anlage betriebsbereit und wir sahen uns gut gerüstet für den Folgetag.
Montag, der 5. Mai, war der große Tag. Die „Task Force“ (Friedrich DL4NAX, Christian DB9CR und Winni DO1WS) war pünktlich um 7:30 Uhr am MWG einsatzbereit. Von den Funkgeräten hatten wir für HF einen ICOM IC-7300 und für FM/Digital ein Anytone 878 UV II Plus verfügbar. Zusätzlich hatten wir als Backup-Antenne noch eine Vertikal für 20 m und eine MC 750 (10-40 m).
Der Ablauf war von Herrn Beetz so organisiert, dass uns ausgewählte Klassenstufen 5.-11. in der Zeit von 7:50-13 Uhr an unserer Station besuchten. Für eine Gruppe hatten wir im Schnitt 20 Minuten Zeit. Zweck dieser Kurzrunden sollte es sein, das Interesse der Schüler an unserer Station zu wecken und sie in den Pausen und „Nachschulzeit“ zu einer aktiven Teilnahme am Funkverkehr zu begeistern.
Nach einigen theoretischen Einführungen (z.B. Wellenausbreitung bei Kurzwelle, Ionosphäre, Rufzeichenvergabe etc.) wurde kurz die Antenne erklärt. Aus den Erklärungen ergaben sich diverse Fragen, z.B. zur Ausbildung zum Amateurfunker, zur Aufgabe des Amateurfunks im Falle von Krisensituationen (Notfunk) etc.
Nach der kurzen Theorieeinführung wurden dann auf den Bändern aktive Stationen gesucht. Gestartet wurde mit CW-Stationen. Die Schüler waren überrascht, wie Friedrich auch schnelle CW-Runden mitschreiben konnte. Dies nahm Christian auf und gab den Schülern mit einer Paddle-Station einen Crashkurs in Sachen Morse-Codes. Am Ende konnten die Gruppen dann 3-5 Buchstaben unterscheiden.
Bei SSB-Stationen hatten die Schüler die Aufgabe, anhand der Sprache (falls sie in Landessprache geführt wurden) oder des Dialekts der Englisch sprechenden QSO-Partner zu erkennen, aus welchem Land die Station war. Leider war aufgrund der Tageszeit wenig Betrieb, insbesondere im SSB. Wir versuchten daher, über unser FM-Handfunkgerät Kontakte über die OV-Frequenzen von B06 und den Repeater DB0BT zu bekommen. Lediglich ein einziges QSO kam darüber zustande.
In unserer Not aktivierten wir daher unseren „Joker“ Thomas DG9NAJ. Dieser führte mit einigen Schülern auf dem 20 m Band einige QSOs. Anhand vorgefertigter Merkblätter wurden hier die Schüler im Schnelldurchgang (von CQ bis 73) in den Aufbau eines QSOs und der Q-Gruppen eingeführt. Aber selbst diese QSOs auf Kurzdistanz zeigten eine sehr schlechte Qualität vom Rapport und viel QRM/QRN. Der aktuelle „Funkwetterbericht“ bestätigte unsere Erfahrung.
Am Ende des Aktionstags hörten wir dann schließlich doch noch schwach eine Schulstation auf 7.170 MHz. Vom RST aber so schwach, dass kein vernünftiger Austausch und damit außerhalb jeder Wertung zustande kam. Schade. Da auch das Interesse der Schüler nach Schulschluss nachließ, machten wir gegen 15 Uhr QRT und bauten unsere Station ab.
Trotz der schlechten Ausbreitungsbedingungen, des mageren Funk-Verkehrs und der wenigen QSOs war es aus unserer Sicht ein erfolgreicher Tag. Einer großen Anzahl an Schülern wurde das Thema Amateurfunk anschaulich vor Augen gebracht, und besonders für die, die einmal die PTT-Taste gedrückt hatten, war es ein Einblick in eine neue Welt.
Wir bedanken uns bei allen, die vor und hinter dem TRX zum Erfolg dieses Tages beigetragen haben. Insbesondere bei: Christian DB9CR, Friedrich DL4NAX, Winni DO1WS, Christian DN9CS und unserer „Jokerstation“ Thomas DG9NAJ.
Datum: 05.05.2025 Winni - DO1WS
2025 - Not- und Katastrophenfunkübung Bayreuth
Bayreuth - Hoch über den Dächern der Stadt, auf dem 594 m hohen Sophienberg, befindet sich die zentrale Not- und Katastrophenfunkstelle für Bayreuth und Oberfranken. Am vergangenen Samstag (17.05.) führten Thomas Huttinger und Martin Riederer eine groß angelegte Not- und Katastophenfunkübung durch, die einen kompletten Stromausfall in Oberfranken simulierte.
Bereits am frühen Vormittag wurde das Notstromaggregat angeworfen, und alle technischen Geräte wurden vom öffentlichen Stromnetz getrennt. Die Funkgeräte und Computer der Notfunkstelle wurden nun ausschließlich während der ganzen Übung durch diese Notstromversorgung und eine permanent geladene Power Station betrieben. Die Übung fand unter dem 40 Meter hohen Funkmast statt, in einem engen Container, der bis auf den letzten Platz mit technischem Funk-Equipment gefüllt war. Dort sitzt Martin Riederer, einer der Koordinatoren:
„Diese Übung steht angesichts des aktuellen Blackouts auf der Iberischen Halbinsel der letzten Wochen unter dem Szenario eines kompletten Stromausfalles in ganz Oberfranken. Wir führen diese Übung einmal jährlich durch, um die Einsatzbereitschaft von Technik und Mensch zu testen und zu verbessern. Hauptaugenmerk lag in diesem Jahr auf dem Test neu installierter Hardware und die Anbindung zu anderen Leitstellen zusammen mit Funkamateuren in ganz Franken. Alle Funkamateure sind nach § 2 Nr. 2 des Amateurfunkgesetzes verpflichtet, in Not- und Katastrophenfällen zu unterstützen. Viele von ihnen nehmen regelmäßig an internationalen Wettbewerben teil, bei denen es auch darum geht, unabhängig vom Stromnetz mit portablen Antennen innerhalb von wenigen Stunden so viele internationale Funkverbindungen wie möglich herzustellen."
Die Übung folgte nach einem detaillierten Plan entsprechend der realen Situation bei aufwachsenden Schadenslagen. Ab 13 Uhr konzentrierte man sich auf Bayreuth und dessen Landkreis, ab 14 Uhr wurde es überregional und damit alle oberfränkischen Landkreise und kreisfreien Städte einbezogen. Weltweit wurde dann ab 16 Uhr über Kurzwelle und einen geostationärer Amateurfunksatelliten über dem Indischen Ozean geübt.
Dank des guten Wetters konnten einige Tische außerhalb des Containers aufgestellt werden, die voll von Laptops und Funkgeräten waren. Hier überwachte Thomas Huttinger den Chat- und Mailverkehr per Laptop auf UKW, der neben der reinen Sprachübertragung eine immer wichtigere Rolle übernimmt.
Zeitgleich fuhren Christian Riede, Harald Pfeffer und Winfried Schneider vom lokalen Amateurfunk Club Bayreuth zu verschiedenen kritischen Infrastukturpunkten in Bayreuth, vornehmlich Feuerwachen und Krankenhäuser. Einige Feuerwachen dienen als sogenannte Leuchttürme im Notfall auch als Sammel- und Kommunikationspunkte für alle Bürger. Mit Hilfe von tragbaren Stationen wurde Kontakt über den Sophienberg hergestellt und die jeweilige Übertragungsgeschwindigkeit gemessen. Von den technischen Anforderungen haben die Hochgeschwindkeitsgeräte, wie man sie für die schnelle Übermittlung von größeren Datenmengen benötigt, das Problem, dass zwischen der portablen Station und dem Funkturm am Sophienberg keinerlei Hindernisse wie Gebäude oder Bäume stehen dürfen, die diese Verbindung stören könnten. „Da gibt es schon noch einige Standorte und damit auch Behörden in Bayreuth, die dadurch bisher vom Not- und Katastrophenfunk ausgeschlossen sind“, erklärte Christian Riede. „Wir reden hier von insgesamt 11 systemrelevanten Stellen in Bayreuth. Zentrale Rolle spielt hier für uns das Rathaus Bayreuth, über das eine Anbindung und Schließung der Funklücken erfolgen könnte. Alle abgeschnittenen Stellen hätten hier direkten Zugang über das Rathaus. Die Pläne eines neuen Funkrelais am Dach des Rathauses liegen der Rathausverwaltung bereits vor. Nach einem positiven Entscheid werden wir die Anbindung der verbleibenden Stellen zügig auf den Weg bringen.“
So zieht Martin Riederer am Ende der Übung als Resümee: "Die Übung war ein wichtiger Test für die Einsatzbereitschaft des Notfunks Bayreuth und zeigte einmal mehr die Bedeutung des Amateurfunks in Krisensituationen. Die Not-und Katastropheninfrastuktur rund um Bayreuth funktioniert, wenn auch es noch Verbesserungspotential gibt. Es wurden von uns alle "geplanten" Kanäle bedient. In Summe wurden ca. 50 Verbindungen über Sprechfunk auf UKW terrestrisch, Kurzwelle terrestrisch und auch über Satellit getätigt. Hinzukommen etwa 50 Mails und Chats, ebenfalls über UKW und Kurzwelle.“
1. Bild: Blick auf den 40 m hohen Funkmast am Sophienberg der Not-und Katastrophenfunkstelle Bayreuth und Oberfranken (Rufzeichen DR4W).
2. Bild: Koordinationsleiter Martin Riederer im Gespräch mit einem Funkamateur am Landratsamt Forchheim.
3. Bild: Thomas Huttinger nimmt per Sprechfunk Kontakt zu anderen Funkamateuren in ganz Oberfranken auf und sammelt per Laptop Chats und Mails.
4. Bild: Am Gelände der Feuerwehr Laineck testet Winfried Schneider mit einer portablen Amateurfunkstation die Hochgeschwindigkeitsverbindung zum Sophienberg
Datum: 24.05.2025 Winni - DO1WS








