Chronik des OV NØ6

Chronik des OV NØ6

Chronik des Ortsverbandes Gelsenkirchen NØ6

ca. 1958
ca. 1961
ca. 1966
ca. 1975
ca. 1971

 

In über 60 Jahren Bestehens des Ortsverbandes Gelsenkirchen, DOK NØ6, gab es unendlich viele funktechnische und nicht funktechnische Ereignisse rund um NØ6, seine YLs, XYLs und OMs und die Clubstation DLØGK. Hiervon sollen die folgenden Abschnitte berichten und mit Bildern, Dokumenten, Zeitungsausschnitten usw. vielleicht so manche Erinnerung wecken und dazu anregen, doch mal wieder die Taste oder das Mikrofon zur Hand zu nehmen und die Bänder zu belegen. Ebenso können interessierte SWLs ein Bild über Entwicklung und Vielfalt des Funkamateurhobbys in Gelsenkirchen erlangen.

 

Unter anderem mit Hilfe von QSL-Karten (Funkverbindungs-Bestätigungskarten) der Stadt Gelsenkirchen, die sie in unregelmäßigen Abständen allen Gelsenkirchener Funkamateuren zur Verfügung gestellt hat, wurde lange vor dem Internet von den Funkamateuren Stadtwerbung in aller Welt betrieben.

Vorwort

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Vorwort zur Chronik OV NØ6

Vorwort

 

Tradition bewahren heißt nicht Asche aufheben, sondern eine Flamme am Brennen halten.

Jean Jaurès


„Amateurfunk, meine Damen und Herren, das ist Zukunft.“

Im Bundestag 1997

 

Wozu diese Chronik geschrieben ist und worum es eigentlich auch geht

Wir möchten Ihnen hier vom Deutschen Amateur Radio Club (DARC) in Gelsenkirchen berichten. Ziel ist es, die Jahre von den Anfängen bis zur Gegenwart episodenhaft zu erzählen. Natürlich gab und gibt es auch ‚Funksportler’, die nicht dem DARC angeschlossen sind. Von ihnen wird auch die Rede sein, aber wir wollen eben die Geschichte des Vereins erzählen. Funkamateure, die die Zeit nicht selbst erlebt haben, können sich so ein Bild vom organisierten Amateurfunk machen, wie er einst war. Und diejenigen, die bisher nichts oder wenig über Amateurfunk wissen, bekommen einen besonderen Einblick in dieses Hobby. Besonders deshalb, weil sie auch etwas über die nicht-technische Seite der ‚Funker’ erfahren. Bevor wir aber richtig loslegen, sei von völlig unvorbelasteten Lesern eine erste Frage erlaubt: Was ist denn das überhaupt, Amateurfunk? In einem Lexikon lesen wir: „Amateurfunk ist ein nichtkommerzieller, weltumspannender Funkdienst, der aus rein persönlichem Interesse und nicht beruflich betrieben wird. Die Teilnahme am Amateurfunk setzt den Besitz einer Amateurfunklizenz voraus und wird durch das Amateurfunkgesetz geregelt. Dem Amateurfunk sind bestimmte schmale Frequenzbänder im Kurz- und Ultrakurzwellenbereich zugewiesen.“ Auf diesen Frequenzen werden dann mit unterschiedlichen Geräten und Betriebsarten Verbindungen hergestellt. Man spricht, man telegrafiert, man überträgt Bilder, sendet Daten und so weiter.

In Politik und Gesellschaft haben die Funkamateure ein hohes Ansehen – Stolz und Dilemma zugleich. Amateurfunk wirkt nicht nur der Technikfeindlichkeit entgegen, er bildet Funktechniker für Not- und Katastrophenfälle aus und er steht für Innovation der Kommunikationstechnik. Amateurfunk ist mehr als die hochqualifizierte Beschäftigung mit der Funktechnik in der Freizeit und mehr als die Kommunikation der Funkamateure untereinander. In sozialer Hinsicht vermittelt Amateurfunk den kranken, blinden und älteren Funkamateuren einen neuen Lebenssinn und schafft durch seine auf Völkerverständigung ausgerichteten weltweiten Funkkontakte täglich neue menschliche Beziehungen.

Der Amateurfunk lässt sich also nicht auf eine typisch männliche Faszination einer besonderen Spielart der Technik reduzieren (tatsächlich sind höchstens 10% der Funkamateure weiblich). Das Dilemma ist nun, dass alle diese gewichtigen Dinge oft auf den ersten Blick nicht zu erkennen sind. Wenn Außenstehende zufällig Zeugen der Aktivitäten werden, fragen sie sich (zurecht) oft, was das Ganze soll. Da werden unverständliche oder belangslose Informationen ausgetauscht, die teilweise rituellen Charakter aufweisen. Die Verbindung als Selbstzweck ist nicht leicht zu vermitteln. Vielleicht ein Grund mehr, hier in Wort und Bild genauer zu erläutern, wer diese seltsame Spezies ist, die sich stundenlang ohne Unterbrechung und schmerzfrei dem Wellenrauschen hingeben kann.

Es steht das Bemühen im Vordergrund, auch Außenstehenden einen Einblick in die Myste-rien des Funkens zu ermöglichen. Wichtige Begriffe werden zwischendurch erläutert. Auch der Einsteiger bekommt so mehr Rückenwind.

Der Aufbau erfolgt chronologisch. Eigentlicher Startpunkt ist die Vereinsgründung 1951. Wenige Sätze beleuchten aber auch die Zeit davor. Jahrzehnt für Jahrzehnt arbeiten wir uns vor bis zur Gegenwart. Fast jede Dekade des Bestehens des Vereins hat eine ganz besondere Prägung erfahren. Entweder durch das besondere Wirken einzelner Vorstände und ihrer Vorsitzenden, durch die Interessen der aktiven Mitglieder oder auch durch den jeweiligen ‚Zeitgeist’.

Innerhalb der Kapitel wird die chronologische Vorgehensweise durchbrochen. Hier sind die Ereignisse zu thematischen Blöcken zusammengestellt. Am Ende jedes Kapitels sind wichtige Daten als Zeitreihe zu finden.

Das Zusammentragen der Informationen wurde von zahlreichen Menschen, ob nun Funkamateur oder nicht, innerhalb und außerhalb des Clubs ermöglicht. Sie aber alle aufzuzählen, würde zu weit führen. Diese Chronik ist als ein Gemeinschaftswerk der aktiven und ehemaligen Funkamateure und ihrem ‚familiären Unterstützungsnetzwerk’ im Verein aufzufassen.

Ein Letztes. Unserem Mitmenschen können wir es oft nicht verzeihen, wenn er anders denkt, wenn er andere Grundsätze vertritt als wir selbst. Das politische Leben ist voller Auseinandersetzungen über die richtige Meinung. Auch im Amateurfunk ist das so. Immer wieder stoßen wir auf zum Teil erbittert geführte Streitereien darüber, was der wahre Amateurfunk sei und wie man sich jeweils zu verhalten habe. Mit Blick auf die vergangenen Konflikte mag uns die Empfehlung eines großen Philosophen helfen. Die Geschichte lehrt uns, frei nach Spinoza, des Funkamateurs Tun weder zu belachen, noch zu beweinen, noch zu verabscheuen, sondern zu begreifen. Vielleicht hilft das auch, sich zu versöhnen und gemeinsam daran zu arbeiten, dem Amateurfunk die Zukunft zu erhalten.

 

Thomas Risse, DF7XF, im Juli 2005

 

 

Die Erarbeitung der Chronik liegt nun schon über ein Jahrzehnt zurück, und die technischen Möglichkeiten haben sich in dieser Zeit rasant weiter entwickelt. Nunmehr bietet uns der DARC eine Plattform, auf der diese Chronik nun auch mit Bildern und sonstigen Dokumenten aus alter und neuer Zeit den interessierten Lesern zugänglich gemacht werden kann. Thomas´ Texte sollen daher im Folgenden entsprechend ergänzt werden. Ebenso ist die Fortführung bis zum aktuellen Jahr vorgesehen. Dass dieses Vorhaben einige Zeit in Anspruch nimmt, kann sich sicherlich jedermann vorstellen. Die geplante Aufarbeitung wird also abschnittsweise in unregelmäßigen Zeiträumen erfolgen. Sollte jemand ergänzende Informationen, Bilder oder Dokumente beisteuern wollen, so berücksichtige ich diese gern (siehe Email-Adresse auf der Startseite).

 

Klaus Vogt, DK3NB, im Juni 2018

 

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Vorgeschichte bis 1951

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Vorgeschichte bis 1951

Vorgeschichte bis 1951

 

Die Mönche im Mittelalter sollen ihre Geschichtsschreibung immer mit Adam und Eva begonnen haben. Das hätten wir auch gerne getan. Wer war nur der erste Funkamateur in Gelsenkirchen? Von Dortmunder Funkfreunden ist bekannt, dass es dort schon in den Zwanziger Jahren einen Zusammenschluss von Radiofreunden gab, aus denen dann sendende Amateure hervorgegangen sind. Über Gelsenkirchen sind vergleichbare Vorkriegsaktivitäten kaum bekannt, obwohl sicherlich auch hier Radiobegeisterte aktiv waren.

Zum besseren Verständnis ein kurzer Rückblick auf die Geschichte des Radios. Mit der ersten Rundfunkausstrahlung 1923 setzt eine stürmische Entwicklung der Funktechnik ein. Zuvor wurden die Empfangsamateure von der Reichspost mit großem Argwohn betrachtet – die Vorstellung sendender Funklaien war eine apokalyptische Schreckensvision leitender Postbeamter. Unbeeindruckt davon schließen sich schon 1924 einige Radiovereine – man nennt es offiziell ‚Deutsches Funkkartell’ – zusammen und erzeugen genug Druck, damit es endlich Genehmigungen für den Bau von Empfangsgeräten gibt. Doch die Konstruktion von Empfängern jeder Art ist nur gestattet, wenn vom Antragsteller eine Prüfung abgelegt und eine monatliche Gebühr in Höhe von zwei Reichsmark entrichtet wird. Diese Prozedur endet aber schon Ende 1925. Jetzt dürfen ohne Erlaubnis Radios gebaut werden. Dank der Radiovereine setzt sich die Meinung durch, dass das Radio einen kulturellen Fortschritt bedeutet und die Bastler hierzu wesentliche Beiträge liefern. Das Jahr markiert übrigens auch einen ersten Höhepunkt des ‚echten’ Amateurfunks. Von den Radiovereinen wird im Juli der erste deutsche Amateur Radio Club, der Deutsche Funktechnische Verband e.V. (DFTV) gegründet. Doch noch überwiegt die Skepsis gegenüber dem ‚Sendungsbewusstsein’ einiger Radioamateure. Obendrein ist die Gemeinde von sendenden Amateuren noch recht klein. Etwa 300 sind in dieser Zeit bekannt, während in den Radiovereinen schon Zehntausende registriert sind. Der echte Vorläufer des DARC ist in der Gründung des Deutschen Amateur Sende- und Empfangsdienst (DASD) im März 1927 zu sehen. Funklizenzen erhalten nur Vereine und mit wenigen Ausnahmen auch Privatpersonen. Eine Praxis, die später übrigens von der DDR aufgegriffen wird, um den Amateurfunk besser zu kontrollieren.

Wie sieht es im Ruhrgebiet aus? Aus übergeordneten Chroniken wissen wir, wie der DASD sich im Reichsgebiet organisiert und wer namentlich im Ruhrgebiet für die Verbreitung des Radio- und Funkfiebers sorgt. Für unseren Raum ist die Landesgruppe 5, Rheinland-Westfalen, zuständig. Diese wiederum ist in Landesverbände untergliedert. Der Landesverband ‚H’ betreut die Mitglieder im Bereich der Reichspostdirektionen Münster und Dortmund. Ab Juli 1933 leitet ihn zum Beispiel Dr. Huppertsherg, Essen, DE0288. Ab 1938 übernimmt dann Dr. P. Greif, DE2911, D3FMH, der zeitweise in Gelsenkirchen-Horst, Brauckstr. 84, wohnt. Der letzte bekannte Landesverbandsführer unter der Nazi-Herrschaft ist Jakob Fahnenschmidt aus der Nachbarstadt Essen. Die zuletzt genannten Namen stehen also für die Zeit nach 1933. Auf der Leitungsebene des DASD ist durch den Einfluss der NSDAP ideologischer Ballast in den Amateurfunk getragen worden. Man solle sich frei machen von marxistischem und jüdischem Einfluss und ähnlichen faschistischen und damit menschenverachtenden Überzeugungen. Wie sich das praktisch auswirkt ist dem Verfasser nicht bekannt; schon gar nicht mit Bezug auf das lokale Geschehen.

Ein Wort zu den merkwürdigen Buchstaben- und Zahlenkombinationen wie DE0288 oder D4BAH. Zwischen 1927 und 1933 sind drei Arten von Funkamateuren auf Sendung. Kategorie eins umfasst die wenigen Amateure, die eine offizielle, eine ‚weiße’ Lizenz besitzen. Sie sind an den D4XY-Rufzeichen zu erkennen. Kategorie zwei beschreibt Amateure, die beim DASD im Geheimen eine inoffizielle, schwierige Prüfung ablegen und ein DASD-Rufzeichen zugewiesen bekommen. Voraussetzung für diese ‚graue’ Lizenz ist die bestandene Hörer-Prüfung (DE-Nummer). Kategorie drei schließlich sind absolute Schwarzsender, die auch mit dem DASD nichts zu tun haben und die später mit Hilfe des 1937 erlassenen Schwarzsendergesetzes strengstens verfolgt werden:

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Die Zulassungshürden sind nach 1933 auch noch höher. Nach dem Eintritt in den DASD startet für den angehenden Funkamateur ein regelrechtes Qualifizierungsprogramm. Spätestens sechs Monate nach dem Beitritt wird die DE-Prüfung erwartet, nach dessen Bestehen der Amateur zu den ‚offiziellen deutschen Empfangsstationen’ zählt. Die ‚Hörberichte’ erfolgen unter besagter DE-Nummer. Da die Sendelizenzen nach wie vor knapp sind, fällt die nächste Hürde stark siebend aus. Nur nach erteilter DE-Nummer darf man spezielle Kurse belegen, die auf die ‚Senderprüfung’ vorbereiten. Neben der Schulung in Morsetelegrafie erfolgt eine vertiefte Beschäftigung mit Hochfrequenz- und Sendertechnik. Nachdem nun noch diverse Behörden ihr grünes Licht gegeben haben, darf der Kandidat im Beisein eines Postvertreters endlich die Prüfung ablegen. Der Besitz einer amtlichen Sendelizenz ist also in dieser Zeit etwas ganz besonderes.

Gestapo statt Aufnahmebescheinigung – Erfahrungen während des Krieges

 Was haben Funkamateure während des Zweiten Weltkrieges gemacht? Wie ist es ihnen im Ruhrgebiet ergangen? Walter Rätz, ex DL6KA und später Mitglied im OV Gelsenkirchen, hat seine Geschichte für diese Chronik aufgeschrieben:

 

Schon vor dem Krieg gab es in Herne eine Möglichkeit, das Seesportfunkzeugnis zu erlangen. In einer angemieteten Wohnung, auf der damaligen Hermann-Göring-Straße, brachten ehemalige Marinefunker den interessierten Jugendlichen in der FWGM = Freiwilliger Wehrfunk Gruppe Marine das notwendige Können bei. Da es als vormilitärische Ausbildung galt, war es kostenlos. Mit dem Abschluss der Ausbildung konnten wir simulierten Funkverkehr (also ohne Funkgeräte) in mehreren Gruppen abwickeln. Selbstverständlich war es unser Ziel, mindestens die Tastgeschwindigkeit beim Morsen (Tastfunk), wie bei der Marine üblich, zu erreichen; nämlich Tempo 140 Buchstaben/min, sowohl geben als auch lesen zu können – eine Kunst, die man nie wieder verlernt. Nach einer Prüfung gehörte man, militärisch eingeordnet, zur „seemännischen Bevölkerung“. Das bedeutete automatisch zur Marine eingezogen zu werden (was ja durchaus in meinem Sinne war).

 

Da ich gerne bastelte, habe ich mich schon früh mit dem Radiobasteln befasst und nach Detektorempfängern auch Röhrenverstärker und einfache Empfänger mit Röhren gebaut. Es war für mich nahe liegend, Kontakt zum Radioamateurfunk zu suchen. Morsen konnte ich ja schon. Das war jedoch einfacher gesagt als getan. An wen konnte ich mich wenden? Nach vielen Erkundigungen hat mir jemand den Tipp gegeben, dass ein Funkamateur in Bochum auf der Kohlenstraße wohne. Nun, ich hatte es mir in den Kopf gesetzt, Kontakt zu finden, denn die Morsekenntnisse und das Basteln sollten ja zusammen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung werden. Die Kohlenstraße hat eine ziemliche Länge und ist stark mit Mehrfamilienhäusern bebaut. Ich habe an einem Ende damit begonnen, zunächst in Geschäften zu fragen – aber keine befriedigende Auskunft bekommen. Also zurück, um in jedem Haus nachzufragen. Man kann sich denken, dass ich am falschen Ende angefangen hatte und wurde natürlich erst am anderen Ende der Straße fündig. Kurz und gut, der betreffende Funkamateur gab mir die Adresse des Deutschen Amateursende- und Empfangsdienstes (DASD) und einige Heftchen mit. Ich meldete mich als Mitglied an. Das muss so um 1942 gewesen sein. Nach einiger Zeit kam statt der Aufnahmebestätigung ein Herr von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) in der Vormittagszeit zu uns. Meine Mutter war alleine zuhause und stand ihm Rede und Antwort – er sollte wohl schnüffeln, ob wir politisch sauber seien. Ein Hitlerbild hing jedoch an keiner Wand unserer Wohnung - übrigens niemals. Er erfuhr, dass ich regelmäßig zur HJ ginge und eine vormilitärische Ausbildung (FWGM, siehe oben) betriebe. Damit war der Fall erledigt. So wurde ich ab 1942 Funkamateur. Das erste zugesandte Vereinsheftchen, „CQ“ genannt, schockte mich gleich, denn insgeheim haben mein Freund Klaus aus dem Nachbarhaus und ich schon „nur mal so“ überlegt, wie wir von Haus zu Haus eine Funkverbindung erstellen könnten. Ich fand eine Mitteilung auf der ersten Seite des Heftchens in folgender Aufmachung:

Dass uns das Schwarzsenden verging, ist verständlich, aber wir kamen doch etwas ins Grübeln über die Härte der Strafe für ein Delikt dieser Geringfügigkeit an einem Achtzehnjährigen. Vielleicht haben die Verurteilten ja geheime Nachrichten an den damaligen Feind gefunkt - trösteten wir uns.

 

Bleibt noch zu erwähnen, dass Freund Klaus und ich dann gefahrloser eine Drahtverbindung zwischen unseren Balkonen herstellten, über die wir uns gegenseitig verständigten. Ich habe die Heftchen bis Ende 1944, solange die Feldpost mich als Soldat noch erreichen konnte, erhalten, aber solche Meldungen erschienen nie wieder, obwohl nach heutiger Kenntnis fleißig schwarz gefunkt und verurteilt wurde . Der Präsident des DASD, so stand es auf den späteren Titelseiten, war inzwischen ein General der Waffen-SS (Sachs). Auch der in damaligen Amateurkreisen sehr beliebte Schriftleiter Rolf Wigand tauchte im Impressum nicht mehr auf. Erst viele Jahre nach dem Krieg erfuhr ich, dass auch er hingerichtet wurde. (...)

 

Weichenstellung

Mittlerweile war ich bei der Infanterie gelandet, da die Marine für uns keine Verwendung mehr hatte. Nach einem Einsatz in der Nähe von Posen und einem anschließenden Lazarettaufenthalt wurde ich nach Potsdam verlegt.

 

Ich hatte noch das Halbjahres-Heftchen, die CQ, vom Deutschen Amateur Sende- und Empfangsdienst bei mir und mir fiel wieder eine vor Wochen gelesene kurze Notiz ein. Dort stand, dass Funkamateure, die sich als Soldaten auf Grund ihrer Kenntnisse im Funken, Verschlüsseln und der HF-Technik im Kriegseinsatz für „Führer, Volk und Vaterland“ nicht auf dem richtigen Platz fühlten, das dem Büro des DASD melden sollten.

 

Ich fühlte mich schon bei dem ersten Lesen des Artikels angesprochen. Also, nichts wie hin, da es ja von Potsdam nach Berlin mit der S-Bahn nicht weit war. Im Büro des DASD angekommen, die nächste Überraschung. Nur Leute von der Waffen-SS im Raum – ach ja, der Präsident des DASD ist ja General der Waffen-SS, ging es mir durch den Kopf. Ich meldete mich ordnungsgemäß. Einer steht wortlos auf und geht zum Schreibtisch und fragt, kurz angebunden, dann: „ Name, Dienstgrad , DASD-Nummer, Militäranschrift“.

 

Anschließend Rückfahrt nach Potsdam. Dienst nach Plan. Eines Tages ruft mich jemand zur Schreibstube. Mein Hauptfeldwebel spricht mich an: „Haben sie Beziehungen zum OKW?“ (Oberkommando der Wehrmacht). Meine Gegenfrage: „Wieso“? „Sie sollen zur Nachrichtentechnik, seien sie froh“. (Hier muss ich einfügen, dass meine Kompanie mit den knapp ausgebildeten Rekruten unmittelbar vor dem Einsatz gegen den Russen stand.) Mit einem schriftlichen Marschbefehl versehen, wurde ich zu einer Funksonderkompanie nach Petersdorf bei Fürstenwalde geschickt. Dort angekommen, fand ich zu meiner Überraschung eine angenehme Funkamateurgemeinschaft vor. Dienstgrade spielten keine Rolle. Hauptsache, man konnte funken. Ja, es existierte sogar ein offizielles Rufzeichen für unsere Amateurfunkstation, und diese wurde auch von dafür zugelassenen OMs für den Funkverkehr mit dem neutralen Ausland benutzt. Und das im Krieg. Krieg war in der Umgebung von Petersdorf zu der Zeit für mich kein Thema mehr. Hier waren wir Funkamateure pur. Nach einiger Zeit wurde ich nach Berlin zur Verteidigung der damaligen Reichshauptstadt abkommandiert und führte bis zum Ende des Krieges eine Funkstelle.

 

Amateurfunk-Prüfung

Nach dem Krieg, im Sommer 1950, legte ich meine Amateurfunk-Prüfung bei der Oberpostdirektion in Dortmund ab und erhielt das Rufzeichen DL6KA. Ich war schon bald mit einem Sender, den ich von dem legendären Funkamateur Karl Schultheiß in Bochum ( 1971 Präsident des DARC) erworben hatte, auf dem 80-m-Band präsent. Die Antenne, eine 20 m lange Drahtantenne, zog ich vom benachbarten Haus zum Rathausturm in Herne. Nach ein paar Jahren verzog ich nach Gelsenkirchen und wohnte zunächst als Junggeselle zur Untermiete. Trotzdem konnte ich meine Station aufbauen und verlegte quer über die Schemannstraße in Gelsenkirchen-Rotthausen die bewährte Drahtantenne. (...) .

 

 

 

Zurück zum weiteren lokalen Geschehen. Die Zeit vor der Ortsverbandsgründung 1951 liegt weitestgehend im Dunkeln. In einer Chronik des Distrikts Ruhrgebiet des DARC wird zumindest auf eine Funklizenz ‚K4ABZ’ verwiesen, die von den britischen Besatzungsbehörden an die Vestischen Radiowerke in Gelsenkirchen-Buer, Marienstraße 14, erteilt wird. Was dort mit diesem Rufzeichen getrieben wurde, konnte bisher von niemandem beantwortet werden . Von den Nachbarstädten ist einiges mehr bekannt. Die aktiven Dortmunder haben wir schon erwähnt. Und vielleicht hätte es den späteren Ortsverband der Funkamateure in Gelsenkirchen nie gegeben, wenn die ersten Nachkriegs-Radiomateure nicht in Bochum Unterstützung gefunden hätten. Namentlich OM Adolf Schmitt, DL1NR, fördert die OMs aus Gelsenkirchen ganz besonders. So pilgert man in den Nachkriegsjahren rüber nach Bochum, um dort die Lizenzprüfung zu absolvieren. Nicht nur aus Gelsenkirchen kommen die Interessierten. Auch aus anderen Nachbarstädten zieht es die OMs nach Bochum, weil dort etwas passiert. Bekannt ist auch, dass nach 1945 im Hans-Sachs-Haus Veranstaltungen der Bochumer Funkamateure stattfinden. Das ‚Wann’ und ‚Warum’ ist ein noch ungelüftetes Geheimnis.

 

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Chronik des OV Gelsenkirchen 1951-1961

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Chronik des Ortsverbandes Gelsenkirchen 1951-1961

1951 bis 1961

Die 50er – vom Wohnzimmer-Treff zum Ortsverband mit Clubstation

 

 

Gaststätte zur Börse (um 1959)
oben links der Neubau des Musiktheaters

 

Der Weg nach Bochum ist weit, so dass der Wunsch nach einem Ortsverband in Gelsenkirchen laut wird. Also beauftragt

 

„der damalige Distriktvorsitzende von Westfalen-Süd, DL1MS, (..) OM Hubert Kelter, DL3VG, mit der Vorbereitung einer OV-Gründung in Gelsenkirchen. Am 19.4.1951 war es soweit. In der Nähe des heutigen Arbeitsamtes der Stadt Gelsenkirchen stand damals die Gaststätte „Zur Börse“, in welcher OM Picura seine Wohnung hatte. Dort fanden sich von den zehn DARCMitgliedern aus Gelsenkirchen (...) OM Kelter, OM Nolze, OM Picura, OM Rätz, OM Gisbert, OM Henneberger, OM Wagner (...) zur Gründungsversammlung ein.“

OM Hubert Kelter, DL3VG
OM Josef Henneberger, DJ1GK
OM Walter Rätz, DL6KA
CW-Ausbildung im "Schweizer Dorf"
 

OM Kelter, DL3VG wird an diesem Tage zum Ortsverbandsvorsitzenden (OVV) gewählt. Seine ‚Karriere’, die 1947 als Student im Club Bochum mit der Hörernummer DE9238 begann, findet nun in Gelsenkirchen eine Fortsetzung. Zunächst trifft man sich zu Versammlungen ganz privat. Wie alle großen Dinge fängt es auch hier in einer Garage an. Es ist die von OM Henneberger, DJ1GK, der seine Wohnung innerhalb des Hygiene-Instituts an der Rotthauser Straße hat. In einer Garage dieser Einrichtung wird die erste Jahreshauptversammlung des jungen Clubs abgehalten. Dann wechseln die Treffs rüber in die Parkschule 3 in Ückendorf. Johannes Becker, DJ1GM: „Kelters Vater war dort der Schuldirektor der Grundschule. Gegen einen Reinigungsobolus konnten wir dort wöchentlich einen Klassenraum nutzen“. Auf Initiative des OVV gelingt es, im Schweizer Dorf an der Rotthauser Straße einen geeigneten Clubraum einzurichten. In der ‚Räucherkammer’, wie die dortgenutzte Hütte liebevoll bezeichnet wird, findet der erste Ausbildungsbetrieb statt. Räucherkammer wohl deshalb, weil gelegentlich ein Vogelnest den Schornstein zweckentfremdete ... Diese erste wichtige Aktivität wird im September 1951 durch eine Reihe von DJ1-Rufzeichen belohnt: Johannes Pollak, DJ1GH; Hans Pobolisay, DJ1GI; Richard Mander DJ1GJ; Josef Henneberger DJ1GK; Johannes Becker DJ1GM; Wilhelm Wolkowski DJ1LN und Heinz Wagner DJ1WO.

OM Heinz Wagner, DJ1WO, an seiner Station ca. 1954
OMs Richard Mander DJ1GJ, und Johannes Becker, DJ1GM

Erste Unternehmungen

 

Im August 1953 besuchen einige OM, unter anderem DL3VG, DJ1GJ und DJ1GM die Kurzwellentagung in Iserlohn. OM Mander ist im Besitz eines Automobils, was damals nicht selbstverständlich ist und eine Fahrgemeinschaft ermöglicht. Weniger komfortabel fallen die Schlafmöglichkeiten aus. Pritschen in einer Badeanstalt müssen genügen. Diese seit 1947 wieder stattfindenden ‚Großveranstaltungen’ bieten den Funkenthusiasten reichlich Nahrung. Bei den technischen Vorträgen der Tagung ragt ein Referat von OM Dr. von Rautenfeld, DL1FZ, über "Statistische Behandlung der Ultrakurzwellen- und Kurzwellen- Ausbreitung" hervor. Das Programm ist bunt: ferngelenkte Flugmodelle werden vorgeführt. Wer selbst ‚in die Luft gehen will’, kann dies mit Segelflugzeugen des örtlichen Aeroclubs tun.

 

„QRV auf 10 Meter“

 

Man will nicht nur den Kontakt zur großen weiten Welt herstellen, sondern auch einen kurzen Draht zu befreundeten Funkamateuren in der Stadt oder Region halten – über den eigenen Ortsverband hinaus. Die höchsten verfügbaren Frequenzen bieten sich dazu an. Sie sind weniger von atmosphärischen Störungen beeinträchtigt und über längere Perioden frei von Überreichweiten. Letzteres kann bewirken, dass der Funkfreund aus der Nachbarstadt in den Aussendungen von Fernstationen regelrecht untergeht, das heißt, er ist leiser zu hören als die Sender aus anderen Ländern. Damit verliert jeder ‚Lokalchat’ seine Attraktivität. Zeugnisse dieser Lokal- und Regionalrunden sind noch erhalten, da auch diese Verbindungen mit QSL-Karten bestätigt werden. Heute ist diese Praxis weitgehend durch die Nutzung von UKW-Frequenzen abgelöst worden. Doch einige dieser 10-Meter-Runden gibt es noch immer – sogar mit Teilnehmern aus der Anfangszeit. Einer davon ist OM Günter Ruckriegel, DL9SN aus Bottrop. OM Ruckriegel gehört zu den Aktiven der ersten Stunde und engagiert sich auch heute noch für den Amateurfunk. Die 10 Meter Runden erfahren durch ihn Kontinuität vom Beginn der 50er Jahre an. Mit von der Partie sind damals unter anderen: OM Alfred Pieper aus Bottrop, DL3AV, erster Vorsitzende des OV Bottrop 1947; OM Herbert Picolin aus Wuppertal, DL3NE, in den 60ern ‚Oberhaupt’ des DARC; OM Erich Spratte aus Haßlinghausen, DJ1GC; der Essener OM Werner Meerkötter, DL6CZ, anfang der 50er für die QSLKarten- Vermittlung im Distrikt Ruhrgebiet verantwortlich; OM Kurt Raupach, DJ1LR, Gründungsmitglied und erster OVV des Ortsverbandes Herten 1957; OM Josef Henneberger, DJ1GK und OM Johannes Becker, DJ1GM aus Gelsenkirchen; OM Peter Braun, DL9SJ aus Recklinghausen, ebenfalls Gründungsmitglied des OV Herten, und noch viele andere mehr.

Funk im Festzelt

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Schalke 04 feiert 1954 sein 50jähriges Bestehen. Dem zu Ehren wird am 30. Juli eine Ausstellung mit dem klangvollen Titel „Sport, Verkehr, Wirtschaft unter tausend Feuern“ auf dem Wildenbruchplatz eröffnet. Alles in allem stehen dort sieben Hallen auf 10.000qm . Zu sehen gibt es den gerade errungenen Original Berner Weltmeisterschaftspokal in Gold und Lapislazuli („Versicherungswert 500.000 DM“) und zu hören eine salbungsvolle Rede von Willi Daume. Die Gelegenheit nutzt der OV für den ersten großen Auftritt in der Öffentlichkeit. Für die Ausstellung wird vom DARC ein 150-Watt-Sender organisiert. Zwei Mann werden benötigt, um das Gerät zu transportieren. Die Ausstellungskabine kommt von der Firma Küppersbusch, wofür DJ1GM seine Kontakte nutzt.

OM Heinz Koppetsch, DJ2GJ

Ähnliches vollbringt OM Koppetsch, DJ2GJ, der auf ‚seiner’ Zeche Holland die Theke zum Stand fertigen lässt. Der Aufwand lohnt sich. Unter dem brandneuen Clubrufzeichen DLØGK haben die Funkamateure viele Verbindungen, bekommen eine gute Presse und gewinnen neue Mitglieder (zum Beispiel auch DJ4KN, von ihm wird später noch die Rede sein). Schwierigkeiten werden funkamateurtypisch durch Improvisation überwunden. Für Kenner: als ein „Übertrager“ im Niederfrequenz-Teil ausfällt, so dass keine Sprachsendungen mehr möglich sind, konstruieren die Amateure ersatzweise eine Anpassung mit Kondensatoren. Die kleine Messe auf dem Wildenbruchplatz hat übrigens noch ein Nachspiel. Rund 150 Aussteller treffen sich kurze Zeit später zu einer Protestveranstaltung, weil sie mit angeblich falschen Versprechungen zum Wildenbruchplatz gelockt worden seien. Man habe mit 200.000 Besuchern gerechnet und nur ein Bruchteil sei erschienen. Das angekündigte Schalker Festzelt habe dann nicht dort sondern auf dem Schalker Markt gestanden. Die Stadtoberen zucken mit der Schulter und verweisen darauf, dass sie schon im Vorfeld Bedenken gegenüber dem privaten Betreiber gehabt hätten ... Es ist doch nicht alles Gold, was historisch glänzt.

Funktechnik mit 'Ballast'

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Was alles in technischer Hinsicht geleistet wird, liegt weitestgehend im Dunkeln. Groß und schwer sind viele dieser Projekte. Fotos aus den privaten Archiven einiger ‚Oldtimer’ zeugen von dem großartigen Einsatz im Selbstbau von Geräten. Hier wird an vielen Stellen regelrecht Pionierarbeit geleistet. Man muss bedenken, dass kommerzielles Equipment für Amateurfunkzwecke entweder nicht vorhanden oder nicht erschwinglich ist. Auf die Bastelprojekte der Funkamateure wird 1958 sogar die Lokalpresse aufmerksam. In einer sogenannten Steckenpferd- Ausstellung erhält ein selbstgebauter Kurzwellensender von OM Wagner, DJ1WO, immerhin den dritten von 27 Preisen. Sponsor dieser Aktion ist das Kaufhaus Althoff; dort findet auch die Ausstellung der prämierten Liebhabereien statt. Aus Archivmeldungen des DARC wissen wir, dass einige der Gelsenkirchener OMs wichtige Schritte in der Eroberung neuer Amateurfunkdomänen gegangen sind. In einem übergeordneten Ortsverbandsrundschreiben des DARC lesen wir:

„Auf Antrag des DARC hat das Bundespostministerium jetzt erstmalig sechs deutschen Funkamateuren - und zwar DL1GP, DL1WG, DL6DO, DJ1GJ, DJ1PL und DJ3KH - versuchsweise die Genehmigung erteilt, Fernschreibsendungen im Rahmen des Amateurfunks durchzuführen. Zugelassen sind System "Hell" und CCIT Code Nr. 2 mit begrenzter Bandbreite. Die Sendungen sind zunächst auf Frequenzen zwischen 3.590 und 3.600 kHz beschränkt. Zu den besonderen Auflagen gehört u.a., daß die fernschreibenden Stationen mindestens alle 5 Minuten ihr Rufzeichen in A1 durchgeben“.

Alles klar? Ein schönes Beispiel für die kryptische Sprache der Funkamateure. Fernschreiben wird einigen Lesern noch bekannt sein. Man kann sich das sehr vereinfacht als eine Art Fax-übertragung per Funk vorstellen. ‚A1’ bedeutet, dass die Funker ihre Rufzeichen zwischendurch zusätzlich per Telegrafie übermitteln müssen. OM Richard Mander, DJ1GJ, ist einer dieser Pioniere. Die Genehmigung wird in den 60er Jahren noch einmal verlängert.

Der Sputnik als Sensation

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1957 sorgt der erste künstliche Erdtrabant für große Aufregung. Der ‚Sputnik-Schock’ verschafft den Vereinigten Staaten öffentliche Unterstützung für ein beispielloses Entwicklungsprogramm, um im Ost-West-Konflikt schnell auf die technologisch und militärische Überholspur zu wechseln. Von diesen politischen Irritationen unberührt und die dramatischen Folgen nicht ahnend erleben die Funkamateure und ihr Umfeld den Satellitenflug als das, was er ist: Als den Anbruch einer neuen technologischen Ära, den sie miterleben oder besser mithören können. Der nachfolgende Bericht von OM Willi Riedel, DJ3QW, veröffentlicht in der Lokalpresse, lässt die Spannung der damaligen Ereignisse nachfühlen:

„Am vergangenen Sonntagabend gegen 22.30 Uhr empfing ich auf der angegebenen Frequenz von 20,005 MHz den mit 1000Hz sendenden sekundenlangen Dauerton aus dem Weltraum zum ersten Male. Aufgeregt stürzte meine Frau ins Zimmer, um dieses einmalige akustische Ereignis mitzuerleben. Später kamen auch die Nachbarn und lauschten voller Staunen auf das rhythmische Tüt-tüt-tüt ...“

In der Nachbarstadt Bochum erfahren Funkamateure noch mehr Anerkennung ihres Könnens. Die WAZ titelt am 8. Oktober: „Sternwarte sucht Funkamateure“, denn angesichts des schlechten Wetters konstatiert der Leiter der Sternwarte, Kaminski, dass optische Beobachtungsmethoden versagen: „Wir kommen mit optischen Mitteln nicht weiter.“ Die Bahn des Erdtrabanten bekäme man nur funktechnisch in den Griff. Er muss es ja wissen, denn Kaminski selbst ist schließlich auch Funkamateur ...

Der Zyklus des Funkamateurs

Für Weitverbindungen ist der Kurzwellenamateur darauf angewiesen, dass seine ‚Wellen’ von der Ionosphäre und der Erde reflektiert werden und so den Planeten umrunden können. Hier spielt die Sonne eine große Rolle. Denn auf der Sonnenoberfläche beobachtbare Flecken stehen in Zusammenhang mit der Belebung der Ausbreitungsbedingungen. Das Ganze bewegt sich in einem Elf-Jahres-Zyklus. In den Jahren 1958/59 herrschen durch das Sonnenfleckenmaximum überaus günstige Verhältnisse, die auch die Gelsenkirchener weidlich auskosten. Hochzeit für das Funken. Auf hohen Frequenzen waren die Bedingungen derart gut, dass schon mit geringen Sendeleistungen und sogar aus geschlossenen Räumen heraus Funkkontakte mit Übersee möglich sind.

DJ1GM: „Wir witzelten damals, dass man schon mit einem ‚nassen Strick’ (gemeint ist die Antenne) die Amerikaner erreichen könnte.“

Führungswechsel mit Folgen

Jahreshauptversammlung 1960
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Ab Januar 1960 übernimmt der überaus ambitionierte OM Wagner, DJ1WO, den OV und schreibt weiter an der ‚Erfolgsstory’ des Clubs. Die nächsten Kapitel bestehen in größeren Veranstaltungen, die sogar von der lokalen Politprominenz besucht werden. Willkommene Gäste sind dort unter anderem die Oberbürgermeister Geritzmann und Scharley.

Ein ‚Highlight’ ist die Distrikts-Tagung Westfalen-Nord des DARC im April 1961. Der Verein nutzt die Gelegenheit für Werbung in eigener Sache. Großer Aufwand steckt dahinter, denn es wird eine selbstkonstruierte Sendeempfangsanlage von OM Bernhard Schirrmacher, DJ3QV, in der Gabelsberger Straße zum Einsatz gebracht. „Wir rechnen damit, daß wir bis zur Tagung am Sonntag mit rund 400 Funkamateuren in aller Welt Verbindung aufnehmen werden“ , so Schirrmacher zur Presse. Die Sendeanlage ist mannshoch (!). Eine Anekdote erzählt von ‚Eingriffen’ ins Gerät: Die empfindlichen Gleichrichterröhren im Netzteil (DE2/200) müssen öfter gewechselt werden; dazu dient eine Extraklappe an der Seite.

Die Sonderfunkstation weist noch andere Exponate auf, die unter anderem von DJ6VP (0v1), DJ4KR (Doppelsuper für KW) und DJ4KQ gestellt werden. Zu den Ausstellungsstücken zählt auch das Meisterstück von OM Arno Weidemann, DL9AH: Ein Oszilloskop, ein hochempfindliches Messgerät zur grafischen Anzeige von Spannungen und Frequenzen – sogar mit verchromtem Chassis.

Während der Ausstellung gibt es verschiedene Aktionen für interessierte Besucher. Von OM Dieter Riess, DJ6VI, wird folgende Anekdote über einen Schalk von OM Horst Werner, DJ4KQ, erzählt:

„Es ging darum, Kindern die Reparatur eines Rundfunkgerätes zu demonstrieren. Dazu präparierte DJ4KQ einen Koppelkondensator in der Endstufe des Radios. Die Bauteile der Zeit hatten verflixt Ähnlichkeit mit einem Bonbon. So tauschte er vorab besagten Kondensator gegen ein Hustelinchen, indem er rechts und links einen Draht reinsteckte und das ‚neue’ Bauteil einlötete. Die gelungene Reparatur sah so aus, dass er plötzlich den ‚defekten’ Kondensator im Mund verschwinden ließ ...“

Bei der Tagung selbst gibt es hochtechnische Vorträge über das neue Feld UKW und über das ‚geophysikalische’ Jahr.

Das erste Jahrzehnt in chronologischer Übersicht

1947 bis 1951 Adolf Schmidt, DL1NR vom OV Bochum unterstützt die Gelsenkirchener Gründungsaktivitäten
19. April 1951 Gründungsversammlung OV Gelsenkirchen: OVV Hubert Kel-ter, DL3VG (bis November 1957). Gründungsmitglieder: Kelter, Nolze, Picura, Rätz, Gisbert, Henneberger und Wagner.
12. September 1952 Ausbildung erster Funker erfolgreich: DJ1 Rufzeichen
ab 1952 Clubtreffen im Schweizer Dorf, danach gemütliche Runde im Gasthaus Greß
August 1953 Besuch der Kurzwellentagung in Iserlohn
3. Juli bis 8. August 1954 - Stand zur Ausstellung Sport, Wirtschaft und Verkehr (Industrieausstellung) anlässlich 50 Jahre Schalke 04 auf dem Wildenbruchplatz
- Rufzeichens DLØGK (Clubstation) wird erstmalig verwendet
8. August 1954 Zuweisung der ‚Distrikt Ortsverbandskennungen’ (DOK) innerhalb des DARC. Gelsenkirchen erhält ‚N06’
Oktober 1955 Zuweisung der ‚Distrikt Ortsverbandskennungen’ (DOK) innerhalb des DARC. Gelsenkirchen erhält ‚N06’
7. Oktober 1957 Sputnik-Empfang durch Funkamateure
17. November 1957 OM Heinz Koppetsch, DJ2GJ, wird neuer OVV

ab 1958 Offizielle Treffen im Haus der Jugend in der Gabelsberger Straße
Januar 1960 OM Heinz Wagner, DJ1WO, wird neuer OVV

9. Juni 1960 OM Heinz Wagner, DJ1WO, erhält die goldene Ehrennadel des DARC
April 1961 - 10 Jahre OV Gelsenkirchen
- Distriktstagung – Westfalen-Nord in Gelsenkirchen mit Sonderfunkstelle und Ausstellung in der Gabelsbergerstraße

Chronik des OV Gelsenkirchen 1962-1971

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Chronik des Ortsverbandes Gelsenkirchen 1962-1971

1962 bis 1971

Die 60er – Gelsenkirchener Funkamateure machen ‚mobil’ und Frauen erobern das Mikrofon

 

Mobilfunkwagen erobern die Straßen ...

DL9AH/m
DJ4KQ/m

Neben der ‚politischen Arbeit’ betreiben die Funkamateure vor allen Dingen den mobilen Funksport. Es wird mit viel Begeisterung an mobilen Antennen gearbeitet. Welches Prinzip ist überlegen? Eine Wendelantennen-Konstruktion nach dem Vorbild von US-Polizeifahrzeug-antennen oder etwa eine Antenne mit großer Spule (‚Topf’)? Um dies herauszufinden, arbeiten hauptsächlich die OM Weidemann, DL9AH, und OM Werner, DJ4KQ, mit sportivem Ehrgeiz an der Sache. Eine beliebte Übung in der Zeit ist es, für Vergleichstests einen bestimmten Autobahnrastplatz der A2 in der Nähe des Kreuzes Recklinghausen aufzusuchen. Damit zum Beispiel Standorteinflüsse berücksichtigt werden können, müssen während der Funkkontakte die Standplätze rasch getauscht werden. Das führt zu einer ziemlichen Kurverei auf den Parkplätzen.

Mit den PKW lassen sich hervorragend Wettbewerbe durchführen, hier anhand eines Zeitungsartikels exemplarisch beschrieben. Diese Art des Funksports begleitet den Ortsverband intensiv das ganze Jahrzehnt über.

 

„Im Stadtbild waren die großen Antennen auf Fahrzeugen immer auch ein Hinweis auf Wettbewerbe – vor allen Dingen wenn sie in Marktnähe und in größerer Anzahl gesehen wurden."

 

1963 war wieder einer der großen Wettbewerbe in der Stadt. Die Ruhrnachrichten berichteten:

 

„Um den Apparat (der Leitstelle; d.Verf.) herum drängten sich Radiofans aus Osnabrück, Bielefeld, Düsseldorf, Koblenz, Mülheim, Renzheim und aus der näheren und weiteren Umgebung Gelsenkirchens. 42 Fahrzeuge beteiligten sich gestern an dem vom DARC, Ortsverband Gelsenkirchen, veranstalteten Funkwagenwettbewerb. Aus einer Tüte zogen die Teilnehmer Losnummern, die mit Zahlen auf brauen Umschlägen identisch waren. In diesen Umschlägen befanden sich die Wettbewerbsbedingungen, darunter eine Straßenkarte mit eingezeichnetem Standort, genau 20 km von der Leitstelle entfernt. Innerhalb einer Stunde hatte jeder Teilnehmer seinen Standort zu erreichen (...). Gewonnen hatte, wer eine Verständigung über die meisten Funk-Kilometer hinweg erzielen konnte.“

 

Die guten Kontakte zur Stadtverwaltung bewähren sich besonders hier. Ein von der Stadt und der westfälischen Rundschau gestifteter Wanderpokal führt zu entsprechender Aufmerksamkeit nicht nur bei den offiziellen Preisverleihungen sondern ebenfalls in der überregionalen Bedeutung dieser Aktionen. Der ‚Mobil-80m Pokal’ wechselt in den sieben Jahren der Wanderschaft von 1961 bis 1967 insgesamt viermal den Besitzer. Für Gelsenkirchen ergattert OM Walter Schossier, DJ7TU, 1962 die Trophäe; in den Jahren 1963, 1964 und 1966 bleibt er zumindest in der Nähe: in Wattenscheid bei OM Norbert Bressmann, DJ4KR.

DJ7TU mit Preis der
Stadt Gelsenkirchen

Der Club macht Theater

Dies gilt nur im übertragenen Sinne. Der OV hat nicht nur gute Beziehungen zur Stadt und zur Presse, sondern auch zu den städtischen Bühnen. Einige Amateure kommen aus den Reihen des Musiktheaters und sorgen nicht nur dort für einen guten Ton. OM Helmut Kissel, DL8OJ, damals 1. Spielleiter bei den städtischen Bühnen und seit vielen Jahren passionierter Funker, zählt sicherlich zu den prominentesten drahtloser Kommunikation in Gelsenkirchen. Berühmt wird er als Regisseur und Drehbuchautor zahlreicher TV-Produktionen wie ‚Heidi’ (Drehbuch 1977); ‚Blut und Ehre - Jugend unter Hitler’ (Drehbuch 1980); ‚Der Granitkopp’ (Regie 1984); ‚Goldkronach’ (Regie 1986) und ‚Die Sterne schwindeln nicht’ (Regie 1986). Darüber hinaus ist OM Kissel oft zu lustigen Eskapaden aufgelegt. ‚Das kleine Gelsenkirchener Tagebuch’ der WAZ weiß davon 1967 zu berichten. Die Glosse mit dem Titel „Ein Fuchs funkte vergebens“ spricht für sich:

 Zu erwähnen ist ebenfalls OM Otto Brüdgam, DL2FJ, technischer Direktor des Musiktheaters, dessen Lizenzprüfung vor allen Dingen eine pressewirksame Inszenierung findet. Sein gutes Ohr machte Dieter Riess, DJ6VI, nicht nur zum Mitglied des Telegrafie High Speed Clubs (HSC), sondern auch zum engagierten Tontechniker bei den städtischen Bühnen. Mit dem Theater zu tun haben außerdem die OM Manfred Buschmann, DJ3SG; Helmut Meckenstock, DJ4KN; Gerd Naschinski, DJ6VX und Manfred Weiler, DL2JW. Zur ‚Theater-Ära’ zählt ebenfalls, indirekt, die erste Clubstation des OV mit eigenen Räumlichkeiten. Sie wird im ehemaligen Zeughaus der städtischen Bühnen (intern ‚Hochhaus’ genannt) an der Dickampstraße eingerichtet, etwa dort, wo heute die Hauptpost zu finden ist. OM Brüdgam verantwortet zusammen mit dem Werkstattleiter Hoffmann die ‚Innenarchitektur’ des neuen Clubheims. Bis zum Abriss durch den Stadtbahnbau 1972 ist dies sieben Jahre lang die erste Adresse der Gelsenkirchener Funkamateure mit ihrem Clubrufzeichen DLØGK. OM Wagner einst zur Presse:

 

„Sie sehen, dass wir besten Kontakt zur Bühne haben.“

15.05.1966 Bezug der neuen Clubräume an der Dickampstraße 15

Offiziell ist die Clubstation eine ‚Leitstelle’ bei der Koordination mobiler Amateurfunkstellen im Zivilschutz. Dazu gibt es in den 60ern eine regelrechte Kooperation zwischen der Stadt und dem Ortsverband. Wagner zur Presse:

 

„Ein Programm für unseren Einsatz im Fall X, von dem wir hoffentlich verschont bleiben, ist schon ausgearbeitet (...) Unsere Mitglieder werden Lotsenstellen besetzen und einen Fernmeldereservezug stellen. Wir sind der Stadt dankbar, dass sie uns einen eigenen Raum zur Verfügung gestellt hat, aber wir wollen ja auch Freiwillige an Funkgeräten ausbilden.“

 

Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, finanziert die Stadt später übrigens die technische Ausstattung der Leitstelle: Eine Drake-Line aus US-Produktion, damals ‚High-Tech’ im Amateurfunk, wird angeschafft! Bei der Einweihung der Clubräume ist viel Prominenz anwesend. Mit von der Partie ist der damalige Leiter des Zivilschutzamtes, Amtmann Kay. Er bestätigt die gute Zusammenarbeit.

 

„Zehn private Funkwagen werden uns im Ernstfall zur Verfügung gestellt.“

 

So ist der Bezug der Clubräume als Ergebnis hervorragender PR-Arbeit zu werten. Nicht verschwiegen werden sollen die Kritiker der quasioffiziellen Einbindung in den Zivilschutz. Eher unter der Decke bleibt die Überlegung, ob dies nicht dem privaten Charakter des Amateurfunks zuwiderliefe, da formelle Einbindung mit einem Hobby nicht zu vereinbaren wäre. De facto kommt es nie zu „Einberufung“ der OMs zu Übungen oder etwa einem ernsten Einsatz.

Ungeachtet dessen hat sich der OV in den 60ern immer wieder als wichtige Instanz in Katastrophen und Notfällen bewährt und das gut gegenüber der Öffentlichkeit verkauft. Das bemerken sehr viel später die Redakteure der NRZ. In einer Reihe unter dem originellen Motto „Redaktionsarchiv: Amateurfunker – drahtlos auf Draht“ fassen sie Presseberichte der 60er treffend zusammen, wonach sich Meldungen über Hilfsaktionen mit ziemlicher Regelmäßigkeit in ihren Unterlagen befänden . Hier einige Beispiele: 1963 berichtet die Lokalpresse über eine Rettungsaktion für einen spanischen Bluter durch OM Wagner, DJ1WO. In einem Zei-tungsartikel über eine der Jahreshauptversammlungen lesen wir einen typischen Abschnitt:

 

„(...) Die Funkamateure halfen als Nachrichtenübermittler mit, die Hochwasserkatastrophen in Hamburg und im Sauerland zu bekämpfen. Sie werden auch in künftigen Katastrophenfällen sofort zur Stelle sein, um die größte Not zu lindern. (...)“

Im Jahre 1967 ereignet sich die erste große Nahostkrise. Der Sechs-Tage-Krieg ist ausgebrochen.

 

„Funkamateure versuchten in den letzten Tagen der Nahost-Krise, Kontakt mit Funkamateuren in Israel zu bekommen.“

 

Wir erfahren leider nichts über die Probleme in der Nähe Haifas, denn die Regeln des Amateurfunks „untersagen politische Korrespondenz“ und „nur schweren Herzens fügte sich der Gelsenkirchener den Bestimmungen, denen die Funkamateure in aller Welt unterliegen“.

 Die Ereignisse im ‚Prager Frühling’ 1968 und ihre dramatische Entwicklung im weiteren Jahresverlauf prägen ebenfalls Themen in der Presse. Mit dem Einmarsch der sowjetischen Truppen in die ČSSR endet der Versuch Dubčeks, die tschechoslowakische Gesellschaft zu liberalisieren. Unter der Schlagzeile „Hört Westsender ab! – 83 Funker auf Draht“ heißt es dazu:

 

„Freunde aus der DDR, informiert euch besser, hört Westsender ab!“ Diesen Appell eines tschechoslowakischen Amateurfunkers fing am Wochenende der Vorsitzende des Amateur Radio Clubs, Ortsverband Gelsenkirchen, auf. Dazwischen hörte man „Dubcek Svoboda“- Rufe, „Wir protestieren gegen die Invasion“. - Wie Heinz Wagner informieren sich seit Tagen 82 Amateurfunker aus unserer Stadt über die Vorkommnisse in der Tschechoslowakei. Doch die Kontaktaufnahme wird immer schwieriger.

Mit Kind und Kegel ins Blaue

Prägend schon für die 50er, aber noch intensiver für die 60er Jahre, ist der Amateurfunk mit Familienanschluss. Die mittlerweile auf über 130 Mitglieder angewachsene Funkergruppe unternimmt Ausflüge ins Grüne und organisiert Feste. Natürlich mit Kind und Kegel. Das schlecht in andere Sprachen zu übersetzende gesellige Element der ‚Fielddays’ wird überaus groß geschrieben.

So stellen diese alljährlich durchgeführten Veranstaltungen nicht nur einen sportlichen Anreiz dar. Mehr

Anton. der Lagerschwan
DL0BZA
DJ4KM und DJ6VI an der "Lagerstation"

Zu letzterem zählen besonders die legendären Sommercamps des DARC in Bad Zwischenahn (ab 1959). Mehrere Jahre hintereinander verbringen hier Funk-Familien aus Gelsenkirchen ihre Urlaube. Gerne werden noch heute die Geschichten erzählt, als zum Beispiel OM Meckenstock, DJ4KN und DJ1GM mit dem grünen ‚Roller’ von OM Becker in das gerade eingerichtete Ammerländer Quartier aufbrechen. Zur Gewohnheit wurde auch, nach Urlauben in Nordeuropa einen Abstecher nach Bad Zwischenahn zu unternehmen. Werbend preist ein bundesweites OV-Rundschreiben das Gelände an:

 

„Einer der schönsten Plätze im Ammerland gehört 1961 und vielleicht auch in weiterer Zukunft dem DARC (...) Lassen Sie sich von den OMs, die das Lager im vergangenen Sommer besucht haben, etwas über Bad Zwischenahn erzählen. Sie werden Ihnen begeistert berichten über die Paddel- und Segelpartien, über Anton, den Lagerschwan, über die Igel-familie, über das große Schaschlik-Essen am Lagerfeuer, über die "Spinatbucht" und über Mutti Fiedler, der freundlichen Gastwirtsfrau, bei der der selbstgebackene Käsekuchen wie bei Muttern schmeckt.

Der Erfolg des vergangenen Jahres hat neue Pläne reifen lassen. Eine Trinkwasserleitung bis auf den Zeltplatz und ein fester Drehstromanschluß sind in Arbeit. Die neue Auffahrt zum Lager wird bestimmt von den Mobilisten begrüßt werden. Das große Stationszelt wird durch ein zweites "Palaverzelt" ergänzt. Den Sportlern steht eine große Wiese zur Verfügung. Wer nur funken will, soll aber auch nicht zu kurz kommen. Eine Lagerstation wird auf mehreren Bändern zugleich QRV sein und den OMs Beschäftigung bieten. Auch in Wettkämpfen kann man seine Kräfte (..) messen. (...) Es lohnt sich also für jeden mitzumachen. Wagen Sie es ruhig, denn Bad Zwischenahn liegt nicht am Ende der Welt, sondern an der Bundesstraße 75, die von Bremen über Oldenburg durch Bad Zwischenahn nach Leer führt. Auch mit der Bundesbahn ist es zu erreichen. Fast alle Eil- und D-Züge halten dort.

 

Lustig geht es beim Fieldday in Hülsten zu. Dank himmlisch guter Beziehungen zum Pfarrer und OM Heinz Wullen, DJ2FX , kann ein Grundstück in der Nähe Wulfens genutzt werden. Übrigens verschafft sich der funkende Geistliche in den Funkrunden ordentlich Gehör mit einer von DJ6VI eigens für ihn gebauten Leistungsendstufe. Die Antenne am Kirchturm ist ungewöhnlich; für die Gemeinde möglicherweise ebenso unverständlich wie die Wege des Herrn und deshalb wohl zu dulden ...

Auf dem Campinggrund verbringen DL8OJ und DJ4KM insgesamt eine Woche; ihre Essensvorräte deponieren sie in einem Erdloch; dennoch überleben einige Würste nicht. Als Konsequenz markieren diese Würste die Enden einer Dipolantenne. Besucher werden darauf hingewiesen mit einem vielsagenden Schild: ‚Lambda von Wurst zu Wurst’. ... (DJ6VI). Für Nichtfunker: ‚Lambda’ bezeichnet hier die einer Wellenlänge entsprechende Meterzahl an Antennendraht. Das Gelände selbst weist obendrein ungeahnte Tücken auf. Die Bundeswehr nutzt es für Schießübungen! So geschieht es plötzlich, dass hinter einem Flieger eine Attrappe hergezogen wird, die vom Boden aus gezielt unter Feuer gerät. Wenn man sich direkt darunter befindet, klingt es nur rückblickend und für Außenstehende spannend ...

Ausflüge gibt es viele mehr. Im Mai 1969 zum Beispiel wird auf Anregung von OM Joachim Derksen, DJ7TX, das Wetteramt Essen besucht.

2 - Meter Geräte nach DL6SW und andere HF-Experimente

DJ4KM, DJ4KQ und DJ6VI mit DL6SW-Gerät

Eines der Bauprojekte in dieser Zeit betrifft Funksprechgeräte, die der Saarländer OM von Schimmelmann, DL6SW, zu Beginn des Jahrzehnts für 145 MHz konstruiert. ‚145 MHz’ steht für Ultra Kurze Wellen (UKW) und damit für höhere technische Anforderungen als gewohnt. DL6SW hat ursprünglich nur ein ‚Walkie-Talkie’ für Antennenmessungen und ähnliches im Sinn, denn frequenzbedingt lässt sich alles mit geringeren Abmessungen bauen. Die Eigenschaften sind jedoch so überragend, dass daraus mehr wird und die Gelsenkirchener sich begeistert an den Nachbau machen. Unter anderem entwickelt OM Walter Rätz, DL6KA, hierfür Platinen im Siebdruckverfahren. In den 2-Meter-Aktivitäten, damals noch eine Besonderheit, liegen die Vorläufer für die späteren Aktivitäten rund um das Amateurfunkfernsehen (ATV). Aus der zweiten Hälfte des Jahrzehnts stammen die Auszüge aus dem folgenden Pressebericht. Unter dem Titel „Gelsenkirchener Fernsehen nur für den Klubgebrauch“ heißt es unter anderem:

 

„In Kürze wird es in Gelsenkirchen auch ‚Amateur-Fernsehen’ geben (...) Das ‚Programm’ würde sich nur auf klubinterne Dinge beschränken. Austausch mit anderen Amateuren ist bereits möglich. In Essen und Brambauer gibt es Amateur-Fernsehstationen. Sie können – da sie auf geringe Reichweite beschränkt sind – mit relativ einfachen Mitteln erstellt werden. (...) In Gelsenkirchen sind für das Fernsehen (UKW-Bereich) gute Voraussetzungen gegeben: Im UKW-Funkverkehr hat der Ortsverband schon Vorarbeit geleistet.“ 

 „Damen-Sextett sitzt gern am Funkgerät“

Die 60er Jahre stehen für eine zunehmende Emanzipation der Frau. Ausgerechnet in der Männerdomäne der Funkamateure macht hier der Gelsenkirchener OV wieder Schlagzeilen. Mit Margot Werner haben bis Juli 1969 sechs Frauen die Prüfung abgelegt (und damit die meisten anderen Ortsverbände abgehängt) und zeigen den Amateurfunk von seiner ‚attraktivsten’ Seite. Die Berichterstattung ist aber nach wie vor klischeebehaftet, unterstellt sie als Motiv eine Gefälligkeit gegenüber den funkenden Partnern ( „...um Ehekrisen zu vermeiden ...“) und zeichnet ein Bild von drahtlosen Kaffeekränzchen auf dem 80-Meter-Band („Hausfrau Ilse ist diplomierte Nachteulen-Funkerin“). Wie dem auch sei, die Unterhaltung über Alltägliches ist wahrlich kein Vorrecht der femininen Funkamateure, sondern ein Bestandteil des Teil des Amateurfunks, der die menschliche Seite mit einbezieht.

Ruhr-Nachrichten 9. Juli 1969

Ein Auszug aus einem Funk-Rundspruch des OV Gelsenkirchen aus dem März 1969 verdeutlicht die unkonventionelle Vorgehensweise der Frauenriege. Man achte auf die Flexibilität der QRV-Zeiten:

 

„Betrifft XYL-Tätigkeit unter dem Rufzeichen DL0GK. In einer Aussprache miteinander ist man übereingekommen, dass in der ersten Woche eines jeden Monats, das heißt vom ersten bis zum fünften eines jeden Monats, auch wenn der erste nicht auf den Montag fällt, die XYLs vom Ortsverband Gelsenkirchen zu unterschiedlichen Tageszeiten, das heißt mal vormittags mal nachmittags unter dem Rufzeichen DL0GK abwechselnd QRV sind. Um die private Freiheit nicht zu beeinflussen, sind keine genauen Stunden festgelegt worden, weil man nicht weiß, wann welche XYL wann QRV ist, soll diese Vereinbarung zur Bandbelebung beitragen. Auch sollen diejenigen, die den Kontest entsetzlich finden, aus ihrem Versteck hervorgelockt werden und auf dem Band zu hören sein. Im Zusammenhang mit dieser Meldung möchte ich noch mal daraufhinweisen, dass die XYL-Runde am Montagmorgen nach wie vor um etwa 10.00 Uhr läuft. An jedem zweiten und vierten Freitag im Monat wollen sich die XYLs der Ortsverbandes wieder recht zahlreich zum gemütlichen Zusammensein in der Gabelsberger Straße treffen ...“.

 

Am Mikrofon des Rundspruchs befand übrigens der damalige OVV OM Horst Werner, DJ4KQ. Die weiblichen Anteile des Amateurfunks in Gelsenkirchen werden mehrfach ‚offiziell’: 1968 übernimmt XYL Henneberger, DL2FH, kommissarisch den Vorsitz; 1972 tritt XYL Senkel, DK2KD, für zwei Jahre an die Spitze des Clubs. Dieser Aufbruch der Damen ist bis heute, um modern zu sprechen, nicht mehr ‚getoppt’ worden. Im Artikel nicht erwähnt: Hedi, DJ9LB. Im Jahre 2005 befinden sich sechs Frauen im OV, drei davon sind lizenziert .

Kumpel prägen die Mitgliedschaft

Die Beschäftigung mit Presseberichten über den OV mag den Eindruck erzeugen, Gelsenkirchen sei in den 60ern eine Stadt des Theaters. So überragend der kulturelle Einfluss des Musiktheaters in der Stadt auch war: Die größte Gruppe innerhalb des Ortsverbandes stellen die Bergleute dar. Das schwarze Gold als Lebenselixier der Region spiegelt sich im beruflichen Hintergrund vieler OM und ihrer Familien. Dies ist bis in die 70er Jahre der Fall. Die Gelsenkirchener Bergbau AG scheint sogar eigens einen Bericht für ‚ihre’ Funker verfasst zu haben. Leider liegen bis dato nur Fragmente mit einigen Namen vor: OM Friedrich Kulik, DJ7TY, ist dort ebenso erwähnt wie OM Helmut Bahr, DK4QB und OM Franz Winter, DB4QW.

DB4QW (oben) und DK4QB (unten)

Das Mechtenberg-Syndrom

Von Bergen geht sicherlich ein gewisse Magie aus. Dass ausgerechnet Gelsenkirchen einen ‚westfälischen Bergtag’ (1967 mit 196 Teilnehmern) auslobt, hat schon einen gewissen humorigen Aspekt. Immerhin weist der Mechtenberg eine Gipfelhöhe von 99m (!) auf (vor den Bergsenkungen) - und ist damit die höchste natürliche Erhebung der Region. Dennoch ist den Initiatoren die freundschaftliche Häme süddeutscher Amateure sicher ... Der wahre Austragungsort sind übrigens die sauerländischen Höhenzüge. („Hügeltage“).

Siegerehrung beim Westfälischen Bergtag

Der Amateurfunk stiftet Freundschaften über Grenzen hinweg

In mehreren privaten Fotosammlungen Gelsenkirchener OM tauchen Fotos mit OM ‚Jan’, PAØACL auf. Nun, wer ist das? Wieso besucht der niederländischer OM Jan van Westen zum Beispiel die Jahreshauptversammlung von 1966. Auf den Internetseiten der Conveniat-Runde, einer ökomenischen Gemeinschaft von Funkamateuren im kirchlichen Dienst, steht einiges über den engagierten Funkamateur:

„Unter dieser Bezeichnung (PAØACL, d. Verf.) war der Lehrer und Organist bei uns seit den Gründerzeiten bekannt. Fast jeder der Oldtimer der fünfziger Jahre im 80 m Band kannte und schätzte Jan, er war täglich in der Luft, der Vater unseres Jesuiten Niko PAØACM.

 

Am 30. August 1901 geboren, gab er sein Leben am 27. Februar 1983 seinem Schöpfer zurück: Generationen von Schülern hatte er sein Wissen und seine Religiosität übertragen. Im Jahre 1922 wurde Johannes Nicolaas van Westen zum Lehrer an der Katholischen Knabenschule zu Doesburg (Niederlande) ernannt. In diesem Amt blieb er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1966 tätig.

 

Sein wichtigstes Hobby war der Amateurfunk. Obwohl im Grunde genommen ein technisches Hobby, betrieb er es vor allen Dingen als Mittel, anderen Menschen zu begegnen und Freundschaften zu pflegen. Aus kurzen Reisebegegnungen entwickelten sich oft Freundschaften fürs Leben.“

OM Helmut Meckenstock, DJ4KN

OM Helmut Meckenstock, DJ4KN, kennt den Hintergrund: „Der Kontakt zu Jan kam durch innigen Funkkontakt auf 80 Meter zustande. Damals gab es nicht viele Funkamateure. Jeder kannte jeden, und so besuchte man sich gegenseitig.“ Besonders engen Kontakt zu Jan hatten die Vierlings: YL Hannelore, DJ7TT und OM Gerhard, DJ6VG. Ein schönes Beispiel dafür, wie der Amateurfunk auch im übertragenen Sinne ‚Verbindungen’ ermöglicht. Im übrigen wurden bei OV Kontakten die ‚Grenzen’ auch schon mal anderweitig überschritten: bei YL Ulla, DJ6JY kam so noch ein ‚X’ davor. XYL steht im Amateurfunk-Jargon für Ehefrau – und diesem Falle die von DJ4KN. Und wir dachten immer, ‚Äther’ betäubt die Sinne ...

Es lockt die Ferne

1963 erreicht die zweite große Auswanderungswelle Gelsenkirchen. OM Herbert Gorka, DJ2YM, folgt seinem Sohn in die USA, wo er bis heute geblieben ist (KA7ODO). Andere Gelsenkirchener, die ihm folgen, sind allesamt wieder zurückgekehrt. Dazu zählen OM Schirrmacher DJ3QV und OM und XYL Faltermann DJ2SE/DJ9LD.

OM Herbert Gorka, DJ2YM
OM Bernhard Schirrmacher, DJ3QV (links)

 

In gewissem Sinne auf Wanderschaft geht auch OM Helmut Gralka, DJ4KM. Auf Fracht- und Passagierschiffen bereist er ab 1961 bis 1969 als Funkoffizier alle Meere und Kontinente und hält dabei stets Funkkontakt mit den Gelsenkirchener Funkfreunden. Das ist nicht einfach, weil es ihm von deutscher Seite offiziell verboten ist, eine Amateurfunkstelle an Bord zu betreiben. Zu der Zeit funktioniert die behördliche ‚Abhörkontrolle’ sehr gut und man ist deshalb vorsichtig. Doch auch dafür gibt es Lösungen. Von berufswegen kennt OM Gralka den sogenannten ‚Einseitigen Dienst’. Dieser findet immer dann statt, wenn sein Schiff einen auswärtigen Hafen ansteuert, in welchem er die Schiffsfunkstelle nicht betreiben darf. Das hat rechtliche Gründe und ist so üblich. Vor dem Einlaufen wird die Heimatküstenfunkstelle davon unterrichtet und sendet fortan zu bestimmten Zeiten beispielsweise Telegramme ‚blind’ – also ohne Bestätigung des Eingangs – an das Schiff. Erst nach dem Auslaufen wird dies nachgeholt. OM Meckenstock, DJ4KN, übernimmt nun die Rolle der Küstenfunkstelle seines Heimathafens Gelsenkirchen. Er kennt die Fahrtrouten seines Freundes und richtet die Antenne auf den jeweiligen Kontinent aus. Nun kann auf der vereinbarten Frequenz und Zeit die ‚Blindsendung’ mit Neuigkeiten aus dem OV für OM Gralka beginnen, die er dann gelegentlich auf einer Schiffsfrequenz kurz bestätigt. DJ4KM:

Heathkit HX-20

„Inzwischen habe ich das Tondokument gefunden, von dem wir gesprochen haben: Blindsendung von DJ4KN, gerichtet an mich, an Bord des Passagierschiffs "Ryndam" (Kennzeichen DEIJ), vor der Küste Brasiliens (Bahia). Frequenz im 15-m-Band, Zeitpunkt kann ich anhand der noch vorliegenden Fahrpläne noch präzisieren, war Ende 1967 oder Anfang 1968.“

 

Selbst auf dem Schiff ist Zeit, das eine oder andere zu basteln. In Eierkartons verpackt wird ein Heathkit HX20 zusammengebaut und in Betrieb genommen. Zumindest in Verwendung mit seinem US-Rufzeichen ist die Sache dann legal. Findige Menschen, diese Funkamateure.

Wo Licht ist, ist auch Schatten ...

Ende der 60er entwickelt sich ein handfester Konflikt rund um die Gelsenkirchener Ortsfrequenz. Der Streit mit juristischen Folgen entzündet sich an der Doppelbelegung der damaligen Lokal-QRG des Clubs zusammen mit Nutzern einer neu errichteten Relais-Station. Die sogenannte Eingabefrequenz für den UKW-Umsetzer sorgt damit also für gegenseitige Störungen. Die Wogen schlagen im Ortsverband hoch, was Anfang der 70er zu zahlreichen Austritten führt.

Es darf gefeiert werden

Im April 1971 sorgen die Radiomateure in den Zooterassen einmal anders für ‘sprühende Funken’: Es ist Zeit, das 20jährige Bestehen angemessen zu feiern. Der Überlieferung zufolge wird wild getanzt, heiß gewettet (Tombola!) und laut gelacht. Die Bilder sprechen für sich. Das ‚Hamfest’ in den Zooterrassen ist der krönende Abschluss einer ganzen Veranstaltungswoche, die nur durch den Vandalismus der Clubräume an der Dickampstraße getrübt wird (laut Pressebericht hatten angeblich Jugendliche die Clubräume noch vor Beginn der Festwoche zerstört. Merkwürdiger Zufall, wo doch für den Juli die Abrissbirne der Stadtbahn angekündigt wurde – denn als erstes „fällt der Bau, indem zuletzt die Amateurfunker untergebracht waren, der Spitzhacke zum Opfer.“ ) Zuvor erleben Besucher im Erdgeschoss des Kaufhof in der Bahnhofstraße schon die Eröffnung einer Ausstellung in den Verkaufsräumen, begleitet durch viel Prominenz. Zum Festprogramm gehört auch eine Führung durch das Musiktheater unter Leitung von OM Brüdgam, DL2FJ. Bemerkenswert – weil bisher einmalig im Clubleben – eine eigene Festschrift zum Jubiläum: „1951/1971. 20 Jahre Amateurfunk in Gelsenkirchen“. Die dort abgedruckten Grußworte gehen natürlich runter wie Honig. Karl Schultheiß, DL1QK, damals Präsident des DARC:

 

„Die Geschichte des OV Gelsenkirchen beweist, dass Einsatzbereitschaft für eine gemeinsame Idee und Hilfsbereitschaft untereinander die Grundpfeiler sind, auf denen sich ein erfolgreiches OV-Leben entwickelt. Innerhalb unserer großen DARC-Familie hat sich der OV Gelsenkirchen eine guten Namen geschaffen.“

 

OM Peter Cunego, DJØJE, zu diesem Zeitpunkt erster Mann des Clubs, betont im Vorwort die Programmatik des Amateurfunks vor Ort, denn

 

„unsere wohl vornehmste Aufgabe sehen wir immer darin, uns mit Menschen gleich welcher Nationalität oder Hautfarbe, zu verständigen und uns näher kennenzulernen. Deswegen sind wir bemüht, unseren Club (...) weiter zu vergrößern. Besseres auf dem Gebiet der Jugendarbeit möchten wir noch schaffen. All das erfordert von den Mitgliedern größte Bereitschaft zur Mitarbeit, um uns auch in Zukunft zu behaupten.“

 

Oberbürgermeister Löbbert stimmt in diesen Chor ein und kann sich deshalb

 

„kaum eine schönere Freizeitgestaltung vorstellen, als über Grenzen hinweg mit allen Menschen in aller Welt Kontakte aufzunehmen.

 

Mit dem Appell in Richtung Jugendarbeit war OM Cunego seiner Zeit weit voraus. Heute zählen bereits die knapp 40jährigen zu den Youngstern ...

WAZ 3. Juli 1971

Das zweite Jahrzehnt in chronologischer Übersicht

Februar 1962 OM Horst Werner, DJ4KQ und OM Arno Weidemann, DL9AH entwickeln die Gelsenkirchener Mobilantenne
Juli 1963 Großer Funkwagenwettbewerb auf dem Hauptmarkt
Oktober 1963 Rettungsaktion für spanischen Bluter über OM Heinz Wagner, DJ1WO
Sommer 1964 Zeltlager Bad Zwischenahn
4. Oktober 1964 OM Arno Weidemann, DL9AH, und OM Horst Werner, DJ4KQ, erhalten die goldene Ehrennadel des DARC
Sommer 1965 Fieldday in Groß-Reken. OV in Zahlen: 131 Mitglieder (größter in der OPD Münster, 89 Lizenzen, 8 Frauen, 1964/65: 7093 QSL-Karten werden versendet
1966 OM Vierling, DJ6VG OVV
19. April 1966 Clubhaus Dickkampstraße 4, Ehem. Zeughaus städtische Bühnen. Einzug 15. Mai 1966
November 1966 Wattenscheid gründet eigenen Club
1967 OM Heinz Wagner, DJ1WO, OVV
1967 Westfälischer Bergtag (auch „Hügeltag“ genannt), ausgerichtet vom OV Gelsenkirchen
November 1968 XYL Elfriede Henneberger kommissarisch OVV
Dezember 1968 OM Horst Werner, DJ4KQ, neuer OVV
Juli 1969 Sechs Funkfrauen im Club
1969 OV Rundsprüche (DJ4KQ) über Kurzwelle mit regionaler Bedeutung
Dezember 1970 Rettungsaktion für Operation in Rumänien über OM Arno Weidemann, DL9AH
1971 bis ca. 1975 Umbau und Erweiterung von kommerziellen Funkgeräten (Bosch KFT160)
Januar 1971 OM Peter Cunego, DJØJE, OVV
19.-24. April 1971 - Ausstellung im Kaufhof (20jähriges Bestehen) - Erscheinen der Festschrift: „1951/1971: 20 Jahre Amateurfunk in Gelsenkirchen
März 1971 Verwüstung der Funkleitstelle Dickkampstraße
24. April 1971 - Festveranstaltung Zooterrassen (20jähriges Bestehen), - OM Herbert Grabowski, DJ8TE, erhält die goldene Ehrennadel des DARC
Juli 1971 Abriss Clubhaus Dickkampstraße
September 1971 XYL Ilse Senkel, DK2KD, OVV

Chronik des OV Gelsenkirchen 1972-1981

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Chronik des OV Gelsenkirchen 1972-1981

1972 bis 1981

Die 70er – Jahrzehnt der drei starken A’s : Ausbildung, Ausstellungen und Aktivitäten rund um das Amateurfunkfernsehen (ATV)

 

Der OV geht mittlerweile ins dritte Jahrzehnt. Glanzlichter der kommeden Jahre werden der Ausbildungsbetrieb sein, aber auch der Bezug des neuen Clubhauses an der Leithestraße in Ückendorf und die Beschäftigung mit einer herausfordernden Spielart des Amateurfunks: Der Television.

 

 

Auf Knies folgt Spaß

Der langandauernde Streit um die Relais-Eingabefrequenzen und die OV-Position dazu findet 1973 einen traurigen Höhepunkt. Ein ganzer Schwung OM verlässt NØ6. Rund zehn Funkamateure wollen das erneute Nachgeben des OV zugunsten der Relaisbetreiber nicht einfach so akzeptieren; im Zuge der Auseinandersetzung kommt es zur indirekten Aufforderung, den Verein zu verlassen.

DK3MZ, DJ6VI mit XYL, DL8OJ, DK8QI und DK3NB zu Gast beim "Deutschen Landfunkverband"

Spontan und mit wenig ernster Absicht wird der ‚Deutsche Landfunkverband’ gegründet. Als Domizil der ‚Abtrünnigen’ dient fortan eine selbstgebaute 6-Betten-Hütte in der Nähe von Dinslaken. Regelmäßig sonntags treffen sich hier etliche OM um DJ4KQ, DJ6VI, DK2KA und DL8OJ, um sich die merkwürdigsten Dinge auszudenken. Die humorvolle Sicht des ‚Verbandes’ wird – wen wundert’s – vor allen Dingen von vielen Gelsenkirchenern nicht geteilt ... Zu den Kuriosa zählen die ‚Funktionen’ im Verband. Jeder bekommt eine Aufgabe, die garantiert nicht zu ihm passt. OM Kissel zum Beispiel wird zum technischen Referent ernannt. Ein ‚Wildschweindiplom’ wird ausgelobt. Jedes Mitglied bekommt einmal jährlich das Versprechen, eine aufgestellte Schweinehälfte als Dankeschön zu erhalten ... Bis etwa 1989 gehen die Treffen. Dann muss die Hütte einer geplanten Halde weichen. Damit endet vorläufig die Geschichte des Deutschen Landfunkverbandes wider den tierischen Funkerernst. Sie findet ihre Fortsetzung im amerikanischen QRP Club ‚Flying Pigs’, der seit 2004 endlich auch eine deutsche Sektion unterhält ...

 

Für die Austritte in der ersten Hälfte der 70er sind noch andere Gründe von Bedeutung. Eine Gruppe wendet sich ganz vom Verband ab, weil sie mit der Politik des DARC nicht einverstanden ist. Stein des Anstoßes ist das 1972 neugebaute Amateurfunkzentrum Baunatal. Eine andere Gruppe wendet sich nur von NØ6 ab, weil sie mit der räumlichen Verteilung der Aktivitäten unzufrieden ist. So gründet sich 1981 der OV N5Ø Buer, um hier einen Ausgleich zu schaffen.

Auf die Dauer hilft Power ?!

Linear-Endstufe nach DL9AH (Quelle: DL-QTC 10/1969)

QRO ist eine Abkürzung aus dem Funkerlatein und bedeutet: „Erhöhen Sie die Sendeleistung!“ Diese Aufforderung innerhalb einer Funkverbindung, um damit die Kommunikation zu verbessern, wird in Gelsenkirchen zum generellen Prinzip erhoben. Die legendären Endstufen nach DL9AH sind eine ebenso einfallsreiche wie auch geldbeutelschonende Variante, um durch Verwendung von preiswerten TV-Zeilenendröhren hohe Sendeleistungen zu erzeugen. Die zum Teil gewagten Aufbauten (zum Beispiel 15 mal PL36) machen auch optisch was her. Noch heute hört man Anekdoten, die von abgebrannten Antennen handeln oder von besorgten oder aufgebrachten Nachbarn erzählen, die weniger begeistert von den Nebenwirkungen dieser Strahlungsleistungen waren. Was hier in der Rückschau mit einem zwinkernden Auge erfolgt, hat in den 70ern auch juristische Folgen. Strittig ist zum Beispiel die Frage, wer für die Beseitigung der störenden Einflüsse geradezustehen hat. Ob dies immer dazu beigetragen hat, das Zusammenleben zwischen Funkamateuren und dem Rest der Bevölkerung zu fördern, sei dahingestellt. Der Autor jedenfalls hat in der Zeit zwischen 1976-1978 zahlreiche Fernsehempfangssysteme in seiner Nachbarschaft durch Einbau von Hochpassfiltern ‚optimiert’. Ohne Streit haben die Nachbarn die geringen Materialkosten übernommen.

 

Mit Power gegen Propaganda

Mit hoher Senderleistung greifen die Funkamateure in eine typische Erscheinung des Kalten Kriegs ein. Propagandasender des Ostblocks haben sich ausgerechnet Amateurfunkfrequenzen für ihre ‚Mission’ ausgesucht. Das wichtige aber knapp bemessene 40 Meterband liegt nahe dem 41 Meter Rundfunkband. In den Abendstunden donnern Radio Tirana oder Radio Peking ihre Überzeugung, in einer besseren Welt zu leben, in deutscher Sprache und mit hoher Signalstärke in die Shacks der Funkamateure. Jene reagieren auf die Aussendungen mit einer Reihe von eigenen Spezialaussendungen, die ebenfalls dem Frieden und Fortschritt dienen. Es geht um den Seelenfrieden, die eigenen Frequenzen verteidigt zu haben und den messbaren Fortschritt bei der Untersuchung von Ausbreitungsbedingungen. Dabei kommt es leider zu Überlappungen von Frequenzen und Zeiten bezüglich der politischen Ätherbeiträge aus Albanien und dem fernen China.

 

„Seit Februar dieses Jahres arbeitet im 40-m-Band eine Bake, die zum Zwecke eines Langzeitversuches eingerichtet worden ist. Deren Aufgabe besteht im wesentlichen darin, im Hinblick auf das zu erwartende Sonnenfleckenmaximum die Ausbreitungsbedingungen während der Abend- und Nachtstunden innerhalb Europas zu beobachten. Die Bake wird um 18:00 GMT eingeschaltet. Der Betrieb endet um 00:00 GMT. Nachdem zunächst auf sieben Frequenzen gesendet wurde, ist nunmehr die Aussendung auf drei Frequenzen reduziert worden. Eine Rundsteuerung ermöglicht, jeweils im Wechsel auf drei Frequenzen zu arbeiten, und zwar derzeit auf 7.056, 7.066 und 7.076 kHz ± 500 Hz. Die Telegrafiekennung lautet: "Test de DL9AHA/ar". Die Frequenzen sind in Abstimmung mit der Bandwacht so gewählt, dass die Testsendung jeweils im oberen Seitenband der dort häufig zu beobachtenden Rundfunksender erscheint. Sie kann also auch mit einem normalen Tonrundfunkempfänger empfangen werden. Dabei ist die Tastpause, auf eine Frequenz bezogen, etwa 20 Sekunden. Interessierte Funkamateure und Hörer werden gebeten, ihre möglichst regelmäßigen Beobachtungen über einen längeren Zeitraum zur Auswertung an folgende Adresse zu senden: Arno Weidemann, DL9AH, (...).

Der Funkamateur ist mehr als nur ein begabter Laie!

Ausbildungsbetrieb im Sinne der Nachwuchsförderung wird in den 70ern überaus groß geschrieben. Durch mehrere Ausbildungsjahrgänge kommt Nachwuchs in den Klub. Insgesamt fünf Lehrgänge laufen in dieser Zeit. Allein für den Kurs 1976/77 melden sich fast 60 Interessenten. Auch der Autor verdankt seine Lizenz dem großartigen Engagement von erfahrenen OMs, die ihre Zeit und Können in die Fortbildung investieren. Namentlich steht dies unter anderem für die OM Siegfried Seibt, DK8DP, der die CW-Ausbildung durchführte, sowie OM Rolf Groll, DK3MZ und OM Klaus Vogt, DK3NB, die für die Technik und Betriebs- und Gesetzeskunde zuständig waren. Die Schulungsunterlagen finden auch außerhalb des Clubs guten Absatz. Von 1000 gedruckten Exemplaren gehen mehr als 800 über den Ladentisch.

Titel 1. Auflage "Lehrgang Technik" 1971
24. November 1975

Fieldday als Abenteuer

 

In den Jahren 1976 bis 1978 gibt es eine Wiederbelebung der Fieldday-Tradition. Während des Vorsitzes von OM Arno Weidemann, DL9AH, werden etwa zehn Veranstaltungen dieser Art organisiert. Der Wettbewerb („Contest“) ist international und findet zweimal jährlich statt: Im Juni für Telegrafisten und im September für Sprechfunker. Eine der Auflagen ist es, gelöst von der öffentlichen Energieversorgung und innerhalb von 48 Stunden möglichst viele Funkverbindungen herzustellen. „Vierundzwanzig Stunden vor dem Wettbewerb muß die Anlage unter Notstandsbedingungen aufgebaut sein, im Ernstfall reicht diese Zeit gerade aus“, erläuterte ‚Kontestleiter’ DL9AH eine weitere Bedingung gegenüber der Presse. Nun, die Aktionen sind natürlich nicht die ganze Zeit von dem Gedanken begleitet, hier eine Art Notbetrieb zu veranstalten, etwa um sich für die Zusammenarbeit mit dem Technischen Hilfswerk (THW) zu profilieren. Dies ist sicherlich eine wichtige Argumentation der Öffentlichkeit gegenüber, um diese Verrücktheiten zu erklären. Aber vor allen Dingen macht es Spaß, dort, auf dem relativen einsamen Gelände der Post an der Resser Straße, wo unter der Woche Auszubildende des Fernmeldewesens Fußball spielen, Funkbetrieb zu machen. Nicht nur für die ganzen jungen Teilnehmer ist es ein regelrechtes Abenteuer. Gerade der Nachtbetrieb hat eine eigenartige Faszination. Raus aus dem überhitzten Bauwagen und rein ins Gebüsch – nicht nur um ‚Wasser zu lassen’, sondern auch um das benzinbetriebene Notstromaggregat mit vom Telegrafiebetrieb zittrigen Fingern nachzufüllen. Während des Tages ist dann reichlich Leben auf dem provisorischen Campingplatz, dessen Zelte und Wohnwagen sich im Halbkreis um den zentralen Antennenmast verstreuen. Aus der Ferne wirkt der hölzerne Mast wie ein riesiges Kreuz. Bis heute ist ungeklärt, ob sich unter die Funkamateure nicht auch noch andere Pilger mischten ...

 

Unvergessen auch die Vorbereitungsaktionen. Zum Einen wird eigens ein alter Bauwagen in mühevoller Arbeit wetterfest gemacht, innen wohnlich ausgebaut und für Funkaktivitäten eingerichtettet.

 

Ein anderes Mal dient ein Mannschafts-LKW vom THW als Stationsunterkunft. Das erzeugt dann schon einen gewissen paramilitärischen Eindruck und macht alles noch wichtiger.

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Endlich eine neue Clubstation

Nachdem die alte Clubstation dem U-Bahnbau weichen musste, wird dann etwa ab 1974 ein neues Objekt ins Visier genommen. Auf dem Gelände der BAG Gelsenkirchen an der Leithestraße befindet sich ein geeignetes Gebäude. In zäher Kleinarbeit geht es an die Renovierung des alten Ziegelbaus, der während des Krieges als Schießstand für kleinere Kaliber fungierte. Unterirdische Verbindungstunnel – mittlerweile zugeschüttet – zeugen von dieser Vorgeschichte. Während der Innenausbau zügig vorankommt, haperte es mit dem Aufbau der Antennenanlage.

„Den ersten Versuch hatte man mit einem 21 Meter hohen Stahlmast gemacht. Wegen fehlender Standfestigkeit des Sockels gab man diesen Versuch schließlich auf. Auch das Projekt, Holzmasten zu errichten, wurde fallengelassen. Inzwischen verfügt man über einen Mast, der nur acht Meter lang ist, aber auf 16 m ausgekurbelt werden kann.“

 

Doch schon bald sind die ersten Schwierigkeiten überwunden und die neue Clubstation geht mitsamt Antennenanlage noch 1975 „in die Luft“.

Als die Bilder laufen lernten – das Gelsenkirchener ATV Relais DBØCD

In den Erinnerungen von Walter Rätz, ex-DL6KA, können wir eine Menge nachlesen über die Experimentierfreude und den Entwicklergeistes der Funkamateure jener Zeit. Hier geht es um das Amateurfunkfernsehen (ATV):

„ (...) Wir machen jetzt einen Sprung in die siebziger Jahre. Da sich der Amateurfunk technisch in Randbereichen (RTTY, ATV, höherfrequente Bänder) weiterentwickelte, sahen einige Funkamateure des OV Gelsenkirchen die Beschäftigung mit der Betriebsart ATV als interessante technische Herausforderung. Bald fanden regelmäßig ATV-QSO´s zwischen diesen OM´s statt. Der Appetit kam natürlich mit dem Essen. Größere Entfernungen konnten nur mit einem leistungsfähigen ATV-Relais erzielt werden. In Dortmund hatten OM´s um Heinz Venhaus (DC6MR) bereits seit einiger Zeit ein solches Relais mit gutem Erfolg in Betrieb. Es befand sich auf dem Dortmunder Fernmeldeturm. Die Lage war fantastisch und die Beteiligten konnten stolz über große überbrückte Distanzen berichten.

 

 Das weckte auch bei einigen Amateuren vom OV NØ6 das Interesse an solch´ einer Relaisstation. Der seit einigen Jahren bestehende AHFB, der Arbeitkreis höherfrequente Bänder im DARC OV Gelsenkirchen nahm sich des Projektes an:

 

Mit dem Leiter der AGAF (Arbeitsgemeinschaft Amateurfunkfernsehen im DARC), Heinz Venhaus, wurden in mehreren Gesprächen die Möglichkeiten erörtert, auch ein ATV-Relais zu bauen. Wir haben uns verpflichtet, andere bereits sendende ATV-Relais oder Einzelstationen durch besondere Maßnahmen unsererseits nicht zu stören und durch Antennenrichtung die Feldstärke zu beeinflussen. Neben den technischen Hürden traten auch andere Probleme auf, so z.B. die Benutzung der ATV-Anruffrequenz für die Fernsteuerung des Relais.

 

Um sich mit allen betroffenen Gruppen abzustimmen, wurde am 10. Oktober 1979 unter Leitung von Heinz Venhaus (DC6MR) und mit weiteren 22 Interessierten im Revierpark Vonderort der Plan zur Errichtung eines neuen ATV-Relais in Gelsenkirchen diskutiert. Man kann diesen Termin mit Recht als Geburtsstunde des ATV-Relais DBØCD ansehen.

DF7QZ und DK3NB beim Testen im Clubheim
DK4QM erstellte den Stromversorgungseinschub
DJ9LF, DG8DAA,DB5DA, DK4QM und DL6KA am ersten Standort von DBØCD

Gebaut wurde das geplante Relais von einigen OM´s des OV Gelsenkirchen. Die Planungsarbeiten der einzelnen Baugruppen führten DK3NB und DL6KA durch. Vorgesehen war ein modularer Aufbau als Einschubsystem für einen entsprechenden stabilen Schrank. Die Antenne stifteten die Dortmunder Relaisbetreiber aus einem Fundus.

 

Nach der Fertigstellung des Steuersenders wurde dieser mit einem Rufzeichengeber ausgerüstet und bei einem OM in Bochum-Stiepel, hoch über dem Ruhrtal, untergebracht. Die Antenne wurde nach Gelsenkirchen ausgerichtet und alle, die ihre Empfangsanlage testen wollten, hatten Gelegenheit, den Sender für eine bestimmte Zeit von Ferne einzuschalten.

 

Der erste Aufbau des Gesamtrelais wurde im OV-Heim an der Leithestraße in GE-Ückendorf von sechs OM´s durchgeführt, die auch nach Fertigstellung und Probebetrieb das Relais an seinen Bestimmungsplatz brachten und dort für den endgültigen Betrieb installierten.

 

Mir kam, mangels besserer Standorte die Idee, den Pächter dieser Immobilie zu kontaktieren mit dem Hintergedanken, auf dem Flachdach des höchsten Gebäudes eventuell DBØCD unterzubringen. Ich fand in dem Gesprächspartner Jemanden, der für unser Anliegen Verständnis aufbrachte. Wir bekamen die Zustimmung zur Benutzung des Aufzugturms für die Aufstellung des Relaisschranks und Anbringung der Antennen. Strom stand auch zur Verfügung – gegen Entgelt, wie auch die Anmietung.

 

Nachdem das Relais zum Standort gebracht war, wurde der Aufbau organisiert. Das bewährte Relaisteam fand sich an einem Samstag an Ort und Stelle ein und arbeitete, bis die Sonne unterging.

 

Als alles geschafft war, stand nur noch Ferdi, DB5DA, auf dem Aufzugturm. Wir haben ihn dann aber noch heil nach unten gebracht. Alle fuhren voller Erwartung zu ihren Stationen, um die ersten Bilder von DBØCD zu empfangen und waren hellauf begeistert, als ein sauberes Bild mit einem starken Signal festgestellt werden konnte.

 

Nach einer Erprobungsphase wurde der endgültige Betrieb am 25. August 1981 aufgenommen.

 

Eines Tages, ich kam wieder einmal auf der Fahrt zu meinem QRL am Relais vorbei, sah ich ein Auto mit besonderen Antennen auf dem Dach. Die Antennen zeigten in Richtung unserer Relaisantenne. Mir schwante Unangenehmes, denn der Wagen war von der Post. Ich hielt an und erkundigte mich nach den Messergebnissen. Erstauntes Aufblicken des Messenden. Aber schnell stellte ich mich als den Relaisverantwortlichen vor. Nun bekam ich Auskunft: „Alles in Ordnung“. Was war der Grund für die Messung? In der Nachbarschaft zum Relais befand sich eine Siedlung mit einer Gemeinschaftsantenne. Jedesmal, wenn DBØCD aufgetastet wurde, verschwanden in den Fernsehern der Siedlung die Bilder. Die Post hat den Betreiber der Gemeinschaftsantenne später aufgefordert, seine Anlage den Zulassungsbestimmungen entsprecht umzurüsten. Es hat sich jedenfalls bei der Entwicklung unseres ATV-Relais ausgezahlt, einen hohen Filteraufwand getrieben zu haben. Doch darüber weiter unten.

DK3NB, DJ9LF, DL6KA, DK4QM, DB5DA und DF7QZ mit verladener Relaisfunkstelle

 

Ein neuer Standort

Mit Diethelm Wunderlich (DB1QZ), der seit vielen Jahren den „TV-Amateur“ als Redakteur mit viel Erfolg leitete, bekam ich über Aufsätze für das Blatt, die das Relais betrafen, Kontakt. Eines Tages sagte er, dass er eventuell eine Genehmigung seines obersten Bosses für die Aufstellung eines Relais auf der Halde in Gelsenkirchen-Polsum bekäme. Er hatte schon einmal vorgefühlt. Als Sicherheitsingenieur bei seiner Firma, der Scholven-Chemie, kannte er sich mit den Örtlichkeiten natürlich bestens aus.

 

 

Nach Besichtigung des vorgesehenen Standorts, fanden Klaus (DK3NB) und ich diesen wirklich ideal für das Relais DBØCD. Das weitere Vorgehen ist kurz erzählt. Diethelm ließ einen Container an geeigneter Stelle in Nähe des „Gipfels“ der Halde schaffen. Mit mehreren OM´s wurde ein Kabel über mehr als hundert Metern von einer Unterstation der betrieblichen Stromversorgung bis zum „Gipfel“ in einer ausgehobenen Trasse an einem langen Samstag verlegt. Das war eine echte Knochenarbeit am Berghang. Am nächsten Samstag schafften wir bei Regen und Wind mit Müh´und Not das Relais, das wir erst noch an seinem alten Standort in Essen-Kray abgebaut hatten, über den inzwischen matschigen Pfad in Scholven auf die Halde.

 

Ein Relais, an diesem Standort, konnte natürlich nicht wie bisher mit nur einer Richtantenne arbeiten. Ziel unserer Überlegungen war eine Rundumversorgung für das mittlere Ruhrgebiet. Die Dortmunder OM´s mit ihrem Antennenfundus (hier sei OM Manthey+ dankend erwähnt) halfen wieder einmal aus, und wir bekamen drei weitere kommerzielle Richtantennen im wetterfesten Gehäuse.

 

Nachdem alles installiert war, kam die Phase der Inbetriebnahme. Mit kommerziellen Messgeräten, die wir uns aus dem QRL entliehen hatten, haben Klaus DK3NB und ich, DL6KA, einen ganzen Tag (oder waren es mehrere Tage ?), oben auf dem Gipfel der Halde zugebracht und alles überprüft und, insbesondere die Filter, abgeglichen.

 

Durch Rückmeldungen auf dem 2-Meter-Band, kamen bei den Testsendungen bald hervorragende und begeisternde Kommentare bei den beiden einsamen OM´s auf der Halde an.

 Das Relais hat in der Folgezeit tapfer durchgehalten und allen Betreibern und Erbauern viel Freude bereitet. Über die technische Konzeption, soweit sie noch in meine Zeit der Relaisverantwortlichkeit fiel, wurde in einigen Aufsätzen im TV-Amateur berichtet. Es wäre noch hinzuzufügen, dass ich bald, auch als Dank an Diethelm, der als stiller Motor für den Betrieb des Relais fungierte, die technische Redaktion des TV-Amateurs übernahm und ihn dadurch etwas entlastete. Über den damaligen technischen Stand von DBØCD sind einige Aufsätze von Klaus (DK3NB) und mir (DL6KA) erschienen, aus welchen nachfolgende Bilder stammen...

DBØCD Ausbaustand 1980
Ausgangsspektrum auf 70cm
Kompakter Paralleltonsender

Tricks und Kniffe

OM Lothar Franz, DJ9LF

Eine der Qualitäten von Funkamateuren besteht darin, aus vorhandenem Material einfache, preiswerte und dennoch gute Lösungen zu entwickeln. So stellt sich für OM Lothar Franz, DJ9LF, die Frage, wie er den Frequenzbereich zwischen 144-146 MHz empfangen kann, ohne einen entsprechenden Receiver zu haben. Der Griff in die Bastelkiste befördert einen Fernsehkanalwähler an die Oberfläche. Dieses Gerät ist ursprünglich für die TV-Kanäle zwischen 47 und 68 MHz sowie zwischen 174 und 230 MHz konzipiert. Durch einige Schaltungsänderungen wird wahlweise eine Umsetzung auf Kurzwellenfrequenzen im 10 Meter Amateurband oder sogar auf den Mittelwellenbereich eines Kofferradios ermöglicht. Die Empfangseigenschaften sind dabei erstaunlich gut und müssen sich nicht hinter zeitgemäßen Geräten kommerzieller Herkunft verstecken. Im Juli 1977 greift das Zentralorgan des DARC, die cqDL, die Idee auf und veröffentlicht eine genaue Bauanleitung.

ARDF (Amateur Radio Direction Finding)

DF7XU und der zukünftige DK5OS

OM Olaf Schwider, DK5OS, hat sich für die Erste Weltmeisterschaft im Amateurfunkpeilen in Polen bei Danzig qualifiziert. Er startete in der 2. Mannschaft der Junioren (Altersklasse bis 18 Jahre) für das DARC-Team und kann einen erfolgreichen 11. Platz belegen. Des weiterem wird ihm als jüngster Teilnehmer (13 Jahre) der WM vom damaligem Postminister eine vollständige polnische Briefmarkensammlung aus den Jahren 1977 bis 1980 überreicht, welche jetzt noch bei ihm in Ehren gehalten wird. Ebenso hat OM Dieter Schwider, DF7XU, sich durch zahlreiche Qualifikationsläufe für die Erste Mannschaft des deutschen Nationalteam des DARC bei den sogenannten Oldtimern (Altersklasse ab 40 Jahre) qualifiziert und teilgenommen, was er bis heute immer wieder schafft und sehr erfolgreich - mit Medaillen belohnt - wiederholt. Des weiteren gewinnt er bei einer Tombola während der WM in Polen das damals sehr begehrte Handfunksprechgerät Icom IC-2E, welches vom Präsidenten der IARU Region 1 gesponsert wurde.

 

Aber auch die beliebten Mobilfuchsjagden des OVs mit Teilnahme der ganzen Familie kommen nicht zu kurz. Das folgende Bild vermittelt einen Eindruck von dem typischen Ende einer solchen Veranstaltung im Grünen, hier übrigens an dem von den Funkern "Krombach" getauften Flüsschen, das zur Kühlung des genossenen gleichnamigen Bieres diente.

XYL von DK4QC, DK2KE, DK3NB, DF7QZ, SWL Olaf, DF7XU, XYL von DK2KE, DK4QC, DK4QM und DK8QI

Bauprojekte

Bosch KFT-160

Mit großer Leidenschaft geht es im Club zunächst an den Umbau des kommerziellen Funkgeräts Bosch KFT160. Der Hintergrund ist, dass im kommerziellen UKW-Funk gerade das Kanalraster von 50 kHz auf 20 kHz Kanalabstand umgestellt wird. Zum Glück der Funkamateure schaffen sich viele Funkbetreiber neue Geräte an, anstatt die alten Geräte umrüsten zu lassen. Somit werden große Mengen 2-Meter-Röhrengeräte für die Amateure verfügbar. Bekannt sind das Siemens W2 und das schon teiltransistorisierte KFT160 von Bosch. Damit wird auch die Betriebsart FM sehr populär. In Gelsenkirchen machen sich einige OM an die Arbeit und erweitern das Gerät zunächst von zwei auf acht Kanäle. Eine neue Transistoreingangstufe wird eingebaut und später kommt noch eine Digitale Frequenz Oszillator (DFO)-Baugruppe dazu.

In großer Stückzahl (~50) erfolgt anschließend der Bau einer transistorisierten 2-Meter-Endstufe mit zwei 2N5591. Kleinere Auflagen erzielen dann ein Wattmeter und ein Frequenzzähler.

Bestückungsplan der Gelsenkirchener 2m-PA
Aufbauskizze

Das dritte Jahrzehnt in chronologischer Übersicht

1972 – 1979 Intensiver Ausbildungsbetrieb in der Gabelsberger Straße, Erstellung eines eigenen Lehrbuchs um DK3NB und DK3MZ
Sommer 1973 - 2 Tage AFU-Beteiligung beim Sommerfest Schloss Berge in einem Zelt des THW - Fieldday in einer Kiesgrube bei Dorsten
August 1973 Hellmuth Reinholz, DK2KE, OVV
1973 Massenaustritt von OM wegen des Eingabefrequenzstreits
1975 - Bauprojekte: 2Meter Endstufe 2N5591 und Wattmeter - Die Klage von DJ4WS, dem Betreiber des Relais Münster, gegen DJ4KN wird verhandelt.
18. Januar 1975 Ham Fest Vereinshaus Schalke
Sommer 1975 Einweihung Clubhaus Leithestraße
April 1976 Ham Fest Zooterrassen: 25 Jahre OV Gelsenkirchen
September 1976 Fieldday in Gelsenkirchen-Resse
1977 Arno Weidemann, DL9AH, OVV
Juni 1977 Fieldday in Gelsenkirchen-Resse im umgebauten Bauwagen
1978 Bauprojekt: Frequenzzähler
September 1978 Fieldday Gelsenkirchen-Resse
1979 - ATV Gruppe um Walter Rätz, DL6KA - Bei der 12. ATV Tagung in der Sternwarte Bochum stellen die Gelsenkirchener ihr Senderkonzept vor - Technik-Abend ATV in der Gabelsberger Straße - Olaf Schwider, DK5OS, erscheint auf der Titelseite der CQ DL. Das Titelfoto wurde während eines 80m-Amateurfunkpeilwettbewerbes geschossen.
Januar 1980 Mitgliederhöchststand in NØ6: 218, davon 149 Lizenzen
1980 - ATV Relaisstation DBØCD nimmt Betrieb in Essen auf - Dieter Schwider, DF7XU, wird am 14./15.06.1980 Deutscher Meister im Amateurfunkpeilen in der Kategorie „Oldtimer“ (Altersklasse ab 40 Jahre), Austragungsort: Aachen
April 1981 30 Jahre OV Gelsenkirchen OM Reinholz, DK2KE, erneut OVV

Chronik des OV Gelsenkirchen 1982-1991

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Chronik des OV Gelsenkirchen 1982-1991

1982 bis 1991

Die 80er – PC-, TV- und Raumfahrtfieber auch im OV

Mittlerweile blicken die Funkamateure auf drei Jahrzehnte intensiver Clubarbeit zurück. Die 80er Jahre stehen für neue technische Entwicklungen. Jetzt spricht man auf den Clubabenden weniger über Kurzwellenaktivitäten sondern mehr über die Möglichkeiten der ‘Centimeter-Bänder’. In der Bevölkerung ahnt niemand, dass die Funkamateure auch eigene TV-Ausstrahlungen vornehmen. Der Empfang ist unkompliziert, sofern ein geeigneter Konverter vorhanden ist. Im Gegensatz zum kommerziellen TV senden die Funkamateure aber nicht nach Plan. Einen solchen darf es nicht geben – so sehen es die Bestimmungen vor. 1982 kann der provisorisch auf der Zeche Joachim installierte ‘Umsetzer’ endlich auf der VEBA Halde in Betrieb genommen werden. Dort verrichtet er noch heute seine Dienste. Die Betreuung hat allerdings der Ortsverband Dinslaken übernommen. Der Fortschritt in der Computertechnologie bringt die ersten erschwinglichen Komponenten auf den Markt. Für die Funkamateure eine neue Domäne, die rasant für das Hobby erschlossen wird.

Bits and Bytes führen zum Datenfunk im OV

Wie die Computertechnik vom Ortsverband erschlossen wird, hat OM Klaus Vogt, DK3NB, kurz und prägnant zusammengefasst:

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„Die Vorläufer der heutigen PCs, nämlich C64, Apple, ZX81, Amiga, erzeugten damals großes Interesse im OV. Technikbegeisterung der Amateure war hier deutlich zu spüren. Die meisten im OV entschieden sich (um 1980) für den Apple 2e, allerdings nicht als Fertigcomputer, sondern weil es viele Anbieter von Motherboard-Platinen gab, für den Selbstbau. So konnte auch die Bastelkiste noch ein wenig genutzt werden, damit der Computer nicht zu teuer wurde. Alles Zubehör, wie Netzteil, Tastatur, Datenspeicher (Kassettenrekorder, bald aber auch meist gebrauchte Floppy-Laufwerke) mussten anderweitig beschafft werden. So kam es zu vielen Umbauten (Tastatur von ITT) und Anpassungen (Fernseher als Monitor) und daher reichlich Diskussionsstoff bei DLØGK.

 

Zu dieser Zeit durfte man keinen Clubabend versäumen, wenn man am Ball bleiben und die neuesten Tipps mitbekommen wollte. Freitags war es immer recht voll bei DLØGK. Auch Ansätze zu einem plattformübergreifenden Betriebssystem gab es bereits. CPM war dem späteren MS-DOS schon recht ähnlich, allerdings musste man dazu eine Z80-Karte in den Apple einsetzen. Der Apple 2e - Boom hielt nach meiner Erinnerung etwa 2-3 Jahre an, wurde dann aber abgelöst vom IBM-PC-XT-kompatiblen Rechnern. Diese wurden als fertig bestückte und geprüfte Platinen schon einigermaßen erschwinglich (CGA-Grafikkarte 198.- DM) angeboten, so dass der Selbstbau sich mehr und mehr auf das Zusammenstecken von Baugruppen beschränkte. Dafür wurde mehr und mehr Software verfügbar, da mit MS-DOS ein recht verbreitetes Betriebssystem verwendet wurde. Ein Textverarbeitungsprogramm namens WORDSTAR nahm damals einen Speicherplatz von 25 kB ein. Der PC-XT-kompatible Rechner mit dem 8088 als CPU wurde dann abgelöst vom IBM-PC-AT, der mit der 16-Bit-CPU 80286 arbeitete und bereits mit dem Betriebssystem WINDOWS 3.1 laufen konnte, das sich auf MS-DOS als grafische Benutzeroberfläche aufsetzte. So mussten wieder neue Motherboards her, und die Entwicklung bis zum heutigen i7 mit WINDOWS 10 ist ja dann vielleicht auch noch bekannt.”

 

Funkamateure sind nicht nur prinzipiell an der Computertechnik interessiert. Sie entwickeln mit ihrer Hilfe die Vorläufer des heutigen WLAN. Mal wieder sind Pioniere des Datenfunks in den USA und Kanada angesiedelt. Dort geht es schon früh los. Manche behaupten, schon in den 60ern habe es Amateure gegeben, die Datenfunk betreiben. Die folgende Version ist auf jeden Fall belegt:

 

„In den späten siebziger Jahren begannen erste Versuche der Hobbyfunker mit der Übertragung von Datenpaketen per Funk. 1978 führte der Montreal Amateur Radio Club Versuche mit Packet Radio auf Amateurfunk-Frequenzbändern durch. 1980 wurde der erste Terminal Node Controller (TNC) von Doug Lockhart in Vancouver entwickelt. Die Funktionsweise von TNCs ist mit der eines Telefonmodems vergleichbar, sie übersetzen die digitalen Informationen des Computers in eine Form, die von Funkgeräten moduliert werden kann.“

 

Umgebautes Siemens C5 mit TNC-2

Dann geht es Schlag auf Schlag. Die Tucson Amateur Packet Radio (TAPR) entwickelt 1982 den TNC-1 und 1984 bis 1985 den TNC-2. Die Funkamateure beginnen Mailbox-Systeme zu entwickeln, die über Funk miteinander kommunizieren. Ab Mitte der achtziger Jahre besteht ein weltweites Kommunikationsnetz per Funk und Satellit. Ein weiterer Meilenstein gelingt 1985 in Deutschland, als OM Flori Radlherr, DL8MBT aus München eine Software namens Digicom 64 schreibt, die auf Commodore-64-Computern läuft und diesen die Funkkommunikation ohne TNC ermöglicht.

 

Der Datenfunk fasziniert in dieser Zeit auch die Gelsenkirchener. Speziell für Packet Radio werden über 40 aus dem kommerziellen Bereich ausgesonderte und damit preiswerte Siemens C5 - Funkgeräte auf das 70cm-Band umgerüstet. Selbst die Ortsfrequenz wird genutzt, um Informationen auf digitalem Wege auszutauschen. Von regelrechten ‘Hardrock-Sessions’ wird gesprochen, denn zum Zwecke der Funkübertragung werden die digitalen Signale in akkustische umgewandelt und umgekehrt. Dabei entsteht eine Geräuschkulisse, die nur hartgesottene Funker als melodisch empfinden.

Funkamateure im All

Die unbemannte Sonde Sputnik hat 1958 dazu beigetragen, die Funkamateure bekannt zu machen, obwohl sie mit diesem künstlichen Erdtrabanten eigentlich nichts zu tun hatten. Wie groß der technologische Sprung seitdem ausgefallen ist, lässt sich an der Space Shuttle Missi-on 1985 ablesen. Nun sind Funkamateure direkt beteiligt. An Bord der Challanger befinden sich unter anderem Professor Furrer, DG6CF und Dr. Messerschmidt, DG2KM. Beide haben ihre Prüfung - wie die Gelsenkirchener Funkfreunde - in Münster abgelegt. Für OVV Klaus Vogt, DK3NB, zeigt die Einbindung des Amateurfunks in die deutsche Raumfahrtmission, „dass der Amateurfunk den Sinn für Forschung und die Entwicklung neuer Technologien schärfen kann.“ Selbst über einen eigenen Satelliten verfügen die Funkamateure mittlerweile. Mit Oscar 10 werden technologische Höhen erreicht, die allerdings von vielen Funkamateure nur bestaunt werden können. Bleibt der Trost, dass der Glanz dieser Spitzenleistung auch ein wenig auf die lokalen Funkamateure abfärbt ... .

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Funkamateure mal ohne Funk

Viele der Gelsenkirchener Funkamateure haben schon lange ihre Heimatstadt verlassen müssen, sei es aus beruflichen oder familiären Gründen oder einfach aus Fernweh. Dass die Verbundenheit zu Gelsenkirchen und zu den „alten“ Funkerkollegen aus der Gründerzeit des OVs dennoch erhalten geblieben ist, zeigt ein von OM Heinz Liebig, DJ4KK, initiierter Aufruf, sich doch mal wieder bei einem Gläschen in gemütlicher Runde zu treffen. Er organisiert dann auch gleich die Zusammenkunft in der Gaststätte Tigges, dem eine nicht unbeträchtliche Anzahl von XYLs und OMs beiwohnt.

WAZ 15. September 1984
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Lernen im Club

DF7QZ
DK4QM
DL9AH
DK3NB

Vortrags- und Kursreihen sorgen in den 80er Jahren für die Wissensvermehrung der Vereinsmitglieder und anderer Interessierter. Hervorzuheben sind Informationsabende im Haus der Jugend mit Vorträgen und Seminarreihen zu Computerthemen.

Der Ausbildungsbetrieb erlebt allerdings eine große Flaute. In diesem Jahrzehnt laufen allenfalls zwei Lehrgänge. Dies ist einer der Vorboten für die große Krise des Amateurfunklebens in Gelsenkirchen, die in den 90ern einen traurigen Höhepunkt finden wird. Doch noch werden viele Anstrengungen unternommen, um Leben in die Bude zu bringen.

 

Vorträge:

  • Beiträge zum Thema „Amateurfunkpeilen“ am 7.6.85
  • DG 3 WT: „Entwicklung der Datenverarbeitung“ am 4.10.1985
  • DG 3 WT: „Entwicklung der Datenverarbeitung“ am 11.10.1985
  • DF 7 QZ : „Was ist Packet - Radio?“ vom 8.11.1985
  • DF 6 YB : „Vom Umgang mit Betriebssystemen und Standardprogrammen“ am 4. 4.86
  • DK 3 MZ: „Einführung in die Peiltechnik“ mit praktischen Gerätevorführungen und Peilübungen am 3.5.85
  • DK 3 NB : „Ein preiswerter ATV-Konverter zum Selbstbau“ am 2. 5.86
  • DK 4 QM: „Ein Sender für 10 GHz mit Gunn-Diode“ am 9. 5.86
  • DB 5 DA: „Nachbau der C5-Antenne“ am 2.10.87
  • DL 9 AH: „Störende Beeinflussungen bei Geräten der Unterhaltungselektronik und der EMV Tester“ am 7.10.88

Kursreihen:

  • Computer-Kurs von DF 7 QZ , DF 6 YB und DG 3 WT, etwa alle 2 Wochen, bestehend aus den 3 Teilen „Basic“ (DG3WT) „Programme und Betriebssysteme“ (DF6YB) und „Hardwarenahe Programmierung“ (DF7QZ, Kursltg.) ab 18.10 85
  • SWL (=Short Wave Listener=Kurzwellenhörer) - Kursus, ab 6.4.87 bis Dezember 1988

Der Verein macht noch einmal ‚mobil’

Termine für April 1985

OM Klaus Vogt, DK3NB, bringt in seiner OVV-Zeit regelmäßig kleine Programme heraus. Diesen Übersichten ist es zu verdanken, dass wir für die Jahre 1984-1989 viel über die Vereinsaktivitäten wissen. Ab der zweiten Hälfte des Jahrzehnts beteiligen sich die Gelsenkirchener OMs und YLs an zahlreichen Ausstellungen und Veranstaltungen, um den Amateurfunk der Öffentlichkeit gegenüber zu präsentieren.

In den Jahren 1983 und 1985 bereiten sich die Funkamateure auf das Sommerfest des Bergwerks Hugo vor. Die Bezirkssportanlage Lohmühle an der Hugostraße in Gelsenkirchen-Buer bietet den Rahmen für dieses Familienfest. Noch ist die Stimmung bei den Bergleuten ungetrübt, obwohl die ersten Alarmzeichen der Schließung auch für die Hugoaner wahrnehmbar sind. Schleichend kündigt sich das Aus für diese Zeche an. Die Schließung erfolgt rund 14 Jahre später am 30. April 2000.

 

Weniger dramatisch, aber in der Situation doch deprimierend erlebt OM Wilhelm Büscher, DF8QB, seinen Einsatz im Fest. Ein defektes Stromaggregat reißt einen teuren Sendeempfänger mit in den Elektrotod. Dafür hat OM Büscher zuvor die Besucher voll auf seiner Seite. Ein betagter Siemens Fernschreiber T 37 gibt alles, was er kann, um das Funkfernschreiben für die Besucher anschaulich zu machen. Dabei sind die Ergebnisse eher zu hören als zu sehen, denn das voll mechanische Gerät veranstaltet dabei ein akustisches Höllenspektakel; heutzutage würde der Betrieb vermutlich nur mit Gehörschutz erlaubt sein. Die Technik ist eigentlich schon zu diesem Zeitpunkt überholt. Die ATV-Gruppe mit den hochinnovativen bewegten Bildern per Amateurfunk schaut dagegen in die Röhre. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn sie können gegen den ratternden Kollegen aus den 50er Jahren in Sachen Aufmerksamkeit keine Punkte machen. Ansonsten ist die Veranstaltung eher ein Flop: Die Besucher sind leider nur mäßig interessiert.

 Bei der RWE Sonderschau ‚Schlüsselenergie Strom schafft Kommunikation’ im Herbst 1986 in der Ebertstrasse erfolgt Funkbetrieb unter einem Sonderrufzeichen der Clubstation der RWE Essen (DLØRWE). Die über fünf Wochen dauernde Besetzung der Schichten ist nicht einfach; hier engagiert sich besonders OM Karl Kneip, DF7YK, und als unermüdlicher Telegrafist OM Günter Konopka, DL6YCX. Inhaltlich umfasst die Sonderschau die Entwicklung der Nachrichtentechnik von den Anfängen bis zum Satellitenfunk. Highlight ist das naturgetreue Modell eines japanischen Fernsehsatelliten. Zu den gezeigten Innovationen (!) zählen der Btx-Bildschirmtext und der CD-Player.

Die vollständige Broschüre ist hier downloadbar.

 

Nahezu genau ein Jahr später präsentieren sich die Clubs in Gelsenkirchen und Buer gemeinsam auf der 25-Jahres-Feier der Ingenieurschule an der Neidenburger Straße. Diese Kooperation zeigt, dass alte Gräben schon längst zugeschüttet sind. Und vielleicht liegt hier ein Schlüssel für die Lösung der Probleme der Gegenwart. Zusammenarbeit der benachbarten Ortsverbände kann Energien für gemeinsame Ziele des Amateurfunks bündeln.

Ausflüge und Nachtfüchse

Bleibende Eindrücke hat der OV-Ausflug nach Eindhoven hinterlassen. Im Mai 1986 machen sich rund 30 OMs mit Familien auf, um das legendäre EVOLUON zu besuchen. Das an ein Raumschiff erinnernde Gebäude bietet auf rund 4.700qm eine beachtliche Ausstellung der Evolution von Wissenschaft und Technik. Die Idee zur Ausstellung kam von Philips; sie wurde zum 77. Geburtstags des Konzerns 1966 eröffnet. Vieles kann dort vom Besucher selbst erprobt und erfahren werden. Zu höchsten Ehren gelangen dort auch die Funkamateure: Zur Ausstellung zählt eine Funkstation mit dem Rufzeichen PE2EVO!

Weil aber später die Besucher ausbleiben, muss das Museum 1989 seine Tore schließen. Heute ist es ein Konferenzzentrum .

Das gesellige Leben im Club zeigt sich auch an der hohen Beteiligung an Funksportaktionen. Dabei leben die einen elektronischen Fuchs jagenden Amateure nicht immer ungefährlich. Es wird zu Fuß ‚gejagt’ oder per Auto – letzteres hat in Gelsenkirchen eine alte Tradition. So wird die Geschichte eines Amateurs erzählt, der bei der Verfolgung eine komplette Bruchlandung erlebt hat. Der Wagen rast in den Straßengraben und bricht förmlich auseinander. Da sieht man wieder, was Leute für ihr Hobby riskieren.

Mobile Nachtfuchsjagd 11.10.1985 mit Fuchs DJ1GM im Auto
Die Jäger DG2YCP, DH8YAQ, DG3WT, DF7XU und DL8YBR

Das vierte Jahrzehnt in chronologischer Übersicht

1982 Errichtung des ATV Relais Veba-Halde Scholven; Bewerbung um D2 Raumfahrtmissions-Beteiligung (Relais); Spacelab Mission – Kontaktaufnahme
1984 OV in Zahlen 1984: 182 Mitglieder
15. September 1984 Wiedersehenstreffen Nachkriegs OM bei Tigges (Initiator: Heinrich Liebig, DJ4KK)
April 1985 OM Vogt, DK3NB, OVV
1985 Peilempfängerbausatz PRX80 von OM Dieter Schwider, DF7XU
August 1985 18.8. Ausstellung und Funkbetrieb beim Sommer-fest des Bergwerks Hugo auf der Bezirkssportan-lage Lohmühle an der Hugostraße in Gelsenk.-Buer 25.8. Besichtigungsfahrt zu einer Bundeswehrein-heit in Essen mit Führung durch DL9YCP 11.10. Nachtfuchsjagd
24. Mai 1986 Ausflugsfahrt nach Eindhoven: Ziel ist das populärwissenschaftlich-technische Ausstellungsgebäude EVOLUON
27. Oktober – 27. November 1986 RWE Sonderschau ‚Schlüsselenergie Strom schafft Kommunikation’ Ebertstraße Funkbetrieb an DLØRWE, Hans Kiekenbeck, DB 4 QB und von DF7YK
Oktober 1987 Amateurfunkausstellung 25-Jahre-Ingenieurschule Buer zusammen mit N5Ø
April 1988 OV in Zahlen 1988: 220 Mitglieder
1988 ARDF 4. Weltmeisterschaften im Amateurfunk-peilen in Beatenberg/ Schweiz. Bester DARC-Teilnehmer ist Oldtimer Dieter Schwider, DF7XU, mit einem 4. Platz im 80-m-Wettbewerb
März 1989 OM Glöckner, DK4QM, OVV
Juli 1989 Olaf Schwider, DK5OS, Deutscher Meister im Amateurfunkpeilen in der Kategorie „Senioren“ (Altersklasse 18 bis 40 Jahre), Austragungsort: Haltern

Chronik des OV Gelsenkirchen 1992-2001

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Chronik des OV Gelsenkirchen 1992-2001

1992 bis 2001

Die 90er – Contestbetrieb und Fuchsjagden als Aktivposten des OV

Mit den 90ern beginnt sich der Ereignisstrom deutlich auszudünnen. Das gesellige Leben findet nach wie vor statt, ist aber weniger spektakulär und bewegt sich überwiegend im Rahmen von Fuchsjagden.

 Angespornt durch immer mehr stattfindende Funk- und Computerflohmärkte beschließen die Gelsenkirchener Funkamateure, ebenfalls einen Flohmarkt durchzuführen. Über sein QRL kann durch OM Josef „Jupp“ Heuchel, DJ6VP, ein geeigneter Raum beschafft werden. XYL Karin, DB7EB, übernimmt die Organisation. Werbeflyer werden gedruckt und auf anderen Flohmärkten verteilt. Schon bald haben sich neben etlichen Gelsenkirchener Funkern auch einige Händler angemeldet. So findet am 28. Mai 1994 der erste Gelsenkirchener Amateurfunk-Flohmarkt statt. Manches geht über die Ladentische, Vieles müssen die OMs aber auch wieder unveräußert mit nach Hause nehmen. Die Zufriedenheit der Händler ist geteilt.

Von herausragender Bedeutung ist der Ausbildungsbetrieb im gerade fertig gestellten Wissenschaftspark Gelsenkirchen. OM und OVV Jörg Schlottmann, DF6XP, mobilisiert aus seiner dort ansässigen Firma reichlich Ressourcen, um dies zu ermöglichen. Die Gruppe ist klein, aber damit ein Abbild des nachlassenden Interesses an Amateurfunk im allgemeinen und an Vereinsarbeit im besonderen.

DK4QM, DF7YL und DH3YMR am 1.1.1999
DLØGK Kurzwellenstation am 1.1.1999
DLØGK 2m/70cm-Station am 1.1.1999
DG3YMT, DJ6VP, DLØGK-Messplatz am 1.1.1999

 

Mit Eifer wird von der Clubstation DLØGK Contestbetrieb organisiert. Beteiligt sind hier vor allem die OMs Wilhelm Büscher, DF8QB, Bernd Szameit, DL9YAJ und Jörn Opretzka, DK5TT ex DF6VP. Auch andere Arbeitsgemeinschaften etablieren sich. Eine 2-Meter-Interessengruppe um OM Michael Turski, DG3YMT, OM Wolfgang Schumacher, DG9YAW und OM Andreas Leik, DL7YAL nimmt noch Ende der 90er den Betrieb auf.

 

Da der 1. Januar 1999 auf einen Freitag fällt, wird auch im Clubheim das neue Jahr mit Sekt, Cola und Bier begossen, wie es die neben stehenden Bilder zeigen.

Der Schwung des neuen Jahres reicht bis in den Sommer. Endlich soll die Antennenanlage verbessert und erweitert werden. Neue höhere und stabilere Masten müssen her. Als glücklicher Umstand erweist sich bei diesem Vorhaben die Fertigkeiten von Andreas, DL7YAL, im Schlossereihandwerk. Hier mal eben ein Winkel angeschweißt, dort eine Anpassplatte hergestellt lassen die Antennenmasten der Clubstation sichtbar in den Himmel wachsen.

 

In der darauf folgenden Zeit gibt es im Verein Spannungen zwischen einigen Mitgliedern. Der anstehende 50. Geburtstag des OVs wird dann eher still gefeiert.

"Der Mast muss noch höher werden."
DG9YAW begutachtet die Konstruktion.
DL7YAL testet die Standfestigkeit.

Das fünfte Jahrzehnt in chronologischer Übersicht

April 1993 OM Schlottmann, DF6XP, OVV
28.Mai 1994 1. Gelsenkirchener Amateurfunk und Elektronik Flohmarkt, Katholisches Pfarramt Bo-Wattenscheid Kemnastraße, DJ6VP und DB7EB
1995 bis 1996 Ausbildungslehrgang im Wissenschaftspark Gelsenkirchen (Technik, DK3NB, DF7QZ; Betriebs-technik DF6XP; CW DH8YHQ)
11. Mai 1996 3. Gelsenkirchener Amateurfunk und Elektronik Flohmarkt, Katholisches Pfarramt Bo-Wattenscheid Kemnastraße, DJ6VP und DB7EB
Juni 1996 CQ-DL Interview mit OM Dieter Schwider, DF7XU
April 1997 OM Marquardt, DH3YMR, OVV
1997 OM Heinz Wagner, DJ1WO, wird Ehrenmitglied des OV
1998 -Arbeitskreis Fieldday um OM Wilbert, DF8XA; -OM Andreas Leik, DL7YAL, modernisiert das Clubheim durch eine neue Heizung -ARDF 9. Weltmeisterschaft 1998 in Nyiregyhaza / Ungarn: Silber und Bronze für OM Dieter Schwider, DF7XU - Erste Website des OV durch OM Daniel Vogt, DF7YL
1999 ARDF 12. Region 1 Meisterschaft 1999 in Ludbreg / Kroatien: Zweimal Bronze für OM Die-ter Schwider, DF7XU
1999 -2-Meter-Interessengruppe um OM Michael Turski, DG3YMT; OM Wolfgang Schumacher (DG9YAW) und OM Andreas Leik (DL7YAL) -Beteiligung an der DATV- (Digital Amateur TeleVision) Projektgruppe DARC- Distrikt Ruhrgebiet durch OM Georg Boettinger, DH8YAL-Mobilfuchsjagd 2/80m v. 13.05.1999 (Himmelfahrt) Start: Gelsenkirchen-Buer, Löwenpark; Ziel war der Grillplatz in Dülmen-Mehrfeld. Ausrichter: OM Uli Gödtner, DL8YBR/ OM Dieter Schwider, DF7XU.
18. April 2001 50 Jahre OV Gelsenkirchen
April 2001 -OM Wolfgang Schumacher, DG9YAW, OVV -SDOK Aktivitäten in und um Gelsenkirchen DL0GK (NØ6) 01.04.-30.04.2001
Juni 2001 Fox-Orientierungslauf 03. Juni in Oer-Erkenschwick. Veranstalter: Uli Gödtner - DL8YBR/ Dieter Schwider, DF7XU. Mit von der Partie: Bernd Szameit, DL9YAJ mit der Eintracht Jugend

Chronik des OV Gelsenkirchen 2002-2011

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Chronik des OV Gelsenkirchen 2002-2011

2002 bis 2011

Auf zu neuen Ufern ...

Was sich Ende der 90er abzeichnet, setzt sich in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends fort. Dem Vorstand gelingt es zunächst nicht, dem Verein wieder Leben einzuhauchen. Man richtet sich ein, in einem kleinen Kreis zu überwintern, der sich aber weiterhin regelmäßig trifft und kleinere Unternehmungen startet.

 

Der OV Gelsenkirchen ist aber nicht mehr das alleinige Zentrum von Amateurfunkaktivitäten. Durch eine ‚Einsteigerklasse’ wird der Zugang zum Amateurfunk erleichtert. Da der Verein keine Prüfungsvorbereitungen mehr anbietet, entwickeln sich Parallel zum Club eigene Interessensgruppen. Ehemalige CB-Funker suchen nach ihrer selbstorganisierten Prüfung keine Heimat im DARC.

 

Insgesamt holt die Individualisierung die Amateurfunker mit aller Wucht ein. Andere Faktoren kommen hinzu. Geräte müssen nicht mehr selbst hergestellt werden; so verschwindet technisches Know-How und die Notwenigkeit, sich darüber auszutauschen. Die Qualität kommerziell hergestellten Equipments ist außerordentlich hoch; weltweite Kommunikation ist zur Alltagserfahrung geworden; die Faszination an Fernverbindungen hat deutlich abgenommen. Drahtloser Datenfunk war einst eine Pionierleistung der Amateurfunker; WLAN funktioniert heute über Plug and Play und ist für Jedermann erschwinglich.

 

 Der Verein muss sich heute mehr denn je damit auseinandersetzen, wie er Nachwuchs gewinnt und womit er nach außen Interesse weckt.

 

Erst ab 2003 beginnt sich der Verein langsam, aber deutlich zu erholen. Mit einigem Auf und Ab geht es an die Renovierung der Clubstation. Der alte und gleichzeitig neue Vorstand geht ab 2004 mit Elan an die Wiederbelebung des Vereins. Im Frühjahr 2005 versendet OM Jörn Opretzka, DK5TT ex DF6VP, einen Brief an die Mitglieder. Er fasst die Aktivitäten, die verstärkt seit Herbst 2004 einsetzen, wie rechts zu lesen zusammen:

Lebenslanges Lernen

OM Klaus Immig, DH6DAZ, erläutert die Theorie
DK5OS, DO2KAB, DF3JY, DL7YAL, DF8XX und DL3YGR

Funkamateure sind im Allgemeinen technisch interessiert. Den Gelsenkirchenern geht es da nicht anders, und so stellt sich OM Klaus Immig, DH6DAZ, zur Verfügung, sein in vielen Jahren QRL-Praxis erworbenes Wissen über elektrische Messtechnik an die Vereinskollegen weiter zu geben. In den Clubräumen bei DLØGK richtet er im Frühjahr 2005 einen zweiteiligen „Workshop Messtechnik: Oszilloskop“ aus, bei dem nach kurzer Theorie mit Hilfe eines kommerziellen Signalgenerators und ebensolchen Oszilloskops die Praxis im Vordergrund steht. Einige OMs haben ihre eigenen Oszilloskope mitgebracht, so dass jeder auch entsprechende Fragen zu seinem Gerät stellen kann.

Im größeren Rahmen richtet dann im Sommer 2005 auf Einladung des Deutschen Amateur-Radio Clubs Gelsenkirchen die bundesweit aktive Arbeitsgemeinschaft Selbstbau im Amateurfunk (DL-QRP-AG) ihre jährliche Tagung im Wissenschaftspark Gelsenkirchen aus. Neben einem Vortragsprogramm für die großen Funker stehen Kinder im Mittelpunkt der samstäglichen Veranstaltung: Kinder werden auf spielerische Weise mit technischen Aspekten vertraut gemacht.

Mit ebenfalls großem Echo über die Ortsverbandsgrenzen hinaus präsentiert sich der Club dann im April 2006 anlässlich des Tags der erneuerbaren Energien im Wissenschaftspark Gelsenkirchen. Auch hier stehen Kinder wieder im Mittelpunkt der Aktivitäten der Gelsenkirchener Funker.

Leider bringen alle diese Bemühungen keinen Zuwachs für den OV.

Eröffnung durch Oberbürgermeister Frank Baranowski
DF7XF (Mitte) beim Erläutern eines Induktionsversuches
DF8XX (links) betreut das Kinder-"Morsediplom"
DH6DAZ (Mitte) demonstriert Morse-, Fonie- und Digitalfunk

Davon unbeirrt bleiben die Gelsenkirchener Funkamateure reiselustig, und so stattet eine kleine Abordnung im April 2005 dem Radiomuseum in Duisburg einen Besuch ab. Rund 300 Exponante der Radiogeschichte sind zu sehen und zu hören. Herr Voigt, erster Mann im Radioverein Duisburg und pensionierter Diplomingenieur, zeigt den Amateuren während der etwa einstündigen Führung einige besonders interessante Austellungsstücke, so im Bild zu sehen den Ingelen Geographic 438WG. Besonderheit: die Skala. Sieben Skalenlampen und eine hochkomplizierte Anordnung von Glasstäben sorgen für ungewöhnliche Lichteffekte. Lichtleitertechnik anno 1938. Fazit: ein überaus lohnenswerter Besuch und ein Muss für Liebhaber historischer Radios.

Die gelsenkirchener Besuchergruppe
Der Ingelen Geographic 438WG

Ein Sommermärchen

2006 fiebern auch die Gelsenkirchener Funkamateure der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland entgegen. Im Rahmen der begleitenden Aktion des DARC vertreten viele OMs des Ortsverbandes das Sonderrufzeichen DR2ØØ6N auf den Bändern. Die Akteure sind auf der QSL-Kartenrückseite mit ihren Rufzeichen aufgeführt. Es wird der Sonder-DOK WFCØ6 vergeben. Wie die Geschichte lehrt, muss Deutschland dann noch 8 Jahre auf den Weltmeistertitel warten.

Und immer wieder: ARDF

Amateur Radio Direction Finding oder kurz Fuchsjagd erfreut sich bei den Gelsenkirchener Funkamateuren nach wie vor großer Beliebtheit. Nicht nur nationale und internationale Wettbewerbe stehen dabei im Fokus, sondern einfach auch die sportliche Betätigung an frischer Luft im Zusammenhang mit der Funktechnik. So finden regelmäßig einmal im Monat in Haltern am See Fuchsjagden statt, an denen nicht nur die Funker, sondern auch alle anderen Familienmitglieder teilnehmen können. Wer keinen Peilempfänger hat, für den liegt ein Leihempfänger bereit, so dass auch „Erstpeiler“ ohne zunächst Geld dafür ausgeben zu müssen eine schöne Fascette des Amateurfunks kennen lernen können: Spaß ist garantiert. Als Belohnung für das Finden der Füchse erhält man eine Grillwurst, ein Getränk und eine Urkunde. Diese Veranstaltungen werden seit vielen Jahren von „Fuchsjagd-Dieter“, DF7XU, organisiert. Die jeweilig aktuellen Termine findet man auf seiner Webseite.

Wegen höherer Gewalt müssen dann aber doch ein paar Mal die Fuchsjagden ausfallen: Der Orkan Kyrill hat am 18./19. Januar 2007 in den Wäldern erhebliche Schäden angerichtet. Umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste und andere Verwüstungen müssen zur Gefahrenbeseitigung erst aufgeräumt werden. Das beeinträchtigt ARDF bis ins Jahr 2008 hinein.

 

Auch der Weg zum Clubheim war durch einen umgestürzten Baum unpassierbar geworden, wie das nebenstehende Bild verdeutlicht.

Wo 2m nicht die Körpergröße kennzeichnen soll

Traditionell ist bei den Gelsenkirchener Funkern die Kurzwelle ein Schwerpunkt der Aktivitäten. Entsprechend ist die Stationsausrüstung im Clubheim ausgelegt. Doch die OMs, die zu dieser Zeit auf Grund ihrer Lizenz nicht auf Kurzwelle Betrieb machen dürfen, wollen nun auch mehr als nur die Ortsfrequenz belegen. So findet sich um OM Wolfgang, DG9YAW, eine Gruppe von UKW-Amateuren zusammen, die sich im Clubheim den Vorraum herrichten und dort mit Hilfe nicht unerheblicher finanzieller Mittel des Ortsverbandes Geräte anschafft, um eine leistungsfähige 2m-Station aufzubauen. Dazu gehört ebenfalls ein nur für UKW und höhere Bänder aufgestellter Mast mit entsprechenden Antennen. Die Sende-/ Empfangslage erweist sich im Nachhinein besser als zuvor angenommen, so dass OM Rainer, DO1DR, auf der Jahreshauptversammlung 2001 stolz berichten kann, dass mehr als 500 Funkverbindungen mit dem Sonder-DOK 50GE über UKW bestätigt worden sind.

 

Die UKW-Gruppe macht dann weiter von sich reden durch einen groß angelegten Fieldday, für den Wolfgang, DG9YAW, eigens einen Anhänger bereit stellt, um die UKW-Station zum Fielddayplatz zu transportieren. Der Fieldday ist ein großer Erfolg, doch die UKW-Gruppe ist nicht von dauerhaftem Bestand. Von der Station zeugen schon wenige Jahre später nur noch die Dübellöcher in der Wand im Vorraum des Clubheims.

Das sechste Jahrzehnt in chronologischer Übersicht

2002 - Mai 2002: 2m-Mobilfuchsjagd N06 Start: Verkehrshof Gelsenkirchen - Ziel: Hof Rohkämper in Lavesum-Ontrup - ARDF 11. Weltmeisterschaft in Tatranske Matliare / Slowakei: Silber für OM Dieter Schwider, DF7XU - Newcomer-Ausbildung mit 7 Teilnehmern begonnen
2003 - Anschaffung von mehreren Mastanlagen für die Clubstation;- Umfangreiche Renovierarbeiten in der Clubstation DL0GK - ARDF 14. IARU Region 1 Meisterschaft 2003 in Cetniewo/Polen: Bronze für OM Dieter Schwider, DF7XU
2004 - Fortsetzung der Renovierarbeiten; Außenarbeiten zur Grundstückssicherung (Zaun) - Planung und Beginn des Aufbaus einer neuen Antennenanlage - Gründung QRP Referat - OV-Mailingliste eingerichtet
2005 - ATV Sender wird vom OV Dinslaken übernommen - Neue Webseiten www.dl0gk.de -Beteiligung am Funkertag mit großem Echo
18.3. und 2.5.2005 Workshop Messtechnik: Oszilloskop im Clubheim
17.4.2005 Besuch des Radiomuseums Duisburg
11.6.2005 Funkertag im Wissenschaftspark Gelsaenkirchen
2006 - Teilnahme am "Tag der erneuerbaren Energien" im Wissenschaftspark Gelsenkirchen, - Das "Funker"-Sommermärchen - Contestcall DR5N wird zugeteilt - Ausbildungsrufzeichen DN1KID
2007 Neue Homepage, Webmaster OM Jörn Opretzka, DK5TT
01.05.2007 Mobilfuchsjagd
2010 57000 Contest-QSOs bestätigt, 18000 QSL-Karten auf HAM-RADIO an QSL-Vermittlung übergeben

Chronik des OV Gelsenkirchen 2012- ....

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Chronik des OV Gelsenkirchen 2012- ....

2012 bis  .....

Back To The Roots

Im siebten Jahrzehnt macht sich, wie in anderen Vereinigungen auch, eine wachsende Vereinsmüdigkeit bemerkbar. Vielfach verlagert sich die Kommunikation auf soziale Medien, insbesondere jüngere Leute sind nicht mehr ohne Weiteres für den Amateurfunk zu begeistern, und so steigt das Durchschnittsalter im OV Jahr um Jahr an. 

 

Unermütlich Contest

 

Eine feste Größe bei den Gelsenkirchener Funkamateuren ist nach wie vor die Kurzwelle. Die Contestgruppe um Bernd, DL9YAJ, Olaf, DK5OS und Vasily, DJ9DZ optimiert in beispiellos konsequenter Weise die Kurzwellenstation: Immer wieder werden die Antennen in Frage gestellt. Ein zunächst angeschaffter KT34XA-Mehrbandbeam wird erprobt und erweist sich als nicht optimal. So entschließt man sich dazu, in Zukunft Monobandantennen zu verwenden, was dann nach und nach realisiert wird. Besonderes Highlight ist dabei der Eigenbau eines 2 - Element - MOXON- Beams für das 40m-Band. Ebenso begeistert die Vertikalantenne für 160m und 80m, die mit einem Erdnetz versehen wird und ferngesteuert umschaltbar ist. Drei untereiander vernetzte KW-Transceiver mit automatisch umschaltbaren, gegeneinander verriegelten fest angeschlossenen Antennen können betrieben werden, wobei mit einem finanziellen Kraftakt der OV zwei davon anschaffen kann, der dritte wird zum Contest jeweils von einem Teilnehmer beigestellt. Mit dieser Ausrüstung und viel Herzblut gelingt es den Funkern, immer wieder vordere Plätze bei internationalen Wettbewerben zu erreichen. Gern wird dabei auch mit OMs aus anderen OVs ein Team gebildet, und für Contesteinsteiger, egal in welchem zeitlichen Umfang, ist auch immer Platz. (Für mehr Informationen hier klicken!)

Für die Nicht-Contester im Club steht ein hervorragendes Equipment zur Verfügung, das kaum jemand als Heimstation aufbauen könnte. Nur sehr zögerlich wird aber davon Gebrauch gemacht.

Der KT-34XA-Multiband-Beam
Der 40m-Eigenbau-MOXON-Beam
Einer der zahlreichen Erfolge der Gelsenkirchener Contester

Selbstbau und Ham Spirit

 

Hartnäckig aktiv bleibt auch die Gruppe der Selbstbauer im Gelsenkirchener Club. Nicht nur Computerthemen beherrschen den freitäglichen Clubabend, sondern es wird auch über die neuesten technischen Projekte diskutiert, die die OMs gerade in Arbeit haben. Ein SDR-Empfänger, ein 40m-Transceiver, diverse Netzteil-Probleme, Einsatz des Arduino, eine KW-Endstufe mit neuesten Halbleitern, Anpassung von Antennen, usw. usw…. Gegenseitige Hilfe ist dabei selbstverständlich. Wem bestimmte Bauteile fehlen oder eine spezielle Software, wer Inbetriebnahmeprobleme hat oder mit einem Gerätedefekt nicht zurecht kommt, dem wird nach Funkamateurtradition unter Einsatz von Ham Spirit geholfen, wobei der erfahrene Funker weiß, dass es sich dabei nicht um ein alkoholisches Getränk handelt.

Zum Schluss, aber nicht am Ende

Herausragende Ereignisse aber sind in diesem siebten Jahrzehnt des Ortsverbandes Gelsenkirchen bis hierher nicht zu verzeichnen. Die Mitgliederzahl im OV bewegt sich zur Zeit ebenfalls „Back To The Roots“, also zurück zu den Wurzeln 1951, als der OV von 10 Funkamateuren gegründet wurde, und so würde sich der Kreis schließen.

 

Wie es aber tatsächlich weiter gehen wird, darüber will diese Chronik gern berichten.

Das siebte Jahrzehnt in chronologischer Übersicht

2012 Umfangreiche Renovierungsarbeiten im Clubheim: Frostsicherer Wasserleitung, Austausch der Fußböden, Beginn der Sanitärsanierung
2013 - Fertigstellung des Eigenbau-MOXON-Beams für 40m - Rauchverbot im Clubheim beschlossen
2014 Vernetzung der Transceicer, Antennen und PCs sowie Automatisierung der Clubstation
2016 Einrichtung eines Aktivitätstages "DL0GK" jeden 2. Samstag im Monat
2017 Fertigstellung der sanitären Einrichtungen bei DL0GK
2018 Neue Homepage des OVs auf der Plattform des DARC, Webmaster OM Klaus Vogt, DK3NB
2012 bis .... ARDF-Aktivitäten in Haltern im monatlichen Turnus

Die Ortsverbandsvorsitzenden seit 1951

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Die Ortsverbandsvorsitzenden seit 1951

-----1951-----
Hubert Kelter
----DL3VG----
------1957------
Heinz Koppetsch
------DJ2GJ------
-----1960-----
Heinz Wagner
----DJ1WO----
------1966------
Gerhard Vierling
------DJ6VG------
-----1967-----
Heinz Wagner
----DJ1WO----
-------1968-------
Elfriede Henneberger
------DL2FH------
-----1968-----
Horst Werner
----DJ4KQ----
-----1971-----
Peter Cunego
-----DJØJE-----
-----1971-----
Ilse Senkel
----DK2KD----
------1973------
Hellmuth Reinholz
-----DK2KE------
------1977------
Arno Weidemann
-----DL9AH------
------1981------
Hellmuth Reinholz
-----DK2KE------
-----1985-----
Klaus Vogt
----DK3NB----
------1989------
Werner Glöckner
-----DK4QM-----
-------1993-------
Jörg Schlottmann
------DF6XP------
-----1997-----
Ralf Marquardt
----DH3YMR----
-------2001------
Wolfgang Schumacher
------DD5WS-----
-----2012-----
Klaus Immig
----DH6DAZ----
-----2019-----
Klaus Vogt
----DK3NB----
 
 
 
 
 

Fachartikel von Funkamateuren des OVs NØ6

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Fachartikel von Funkamateuren des OVs NØ6

*)Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ergänzungen bitte dem Webmaster DK3NB mitteilen, so dass diese in die Liste eingepflegt werden können.

 

Werner, H., DJ4KQ: Eine einfache Mobilstation: DL-QTC 2/1962, S. 69-70

Werner, H., DJ4KQ: Einfache Mobilantenne: DL-QTC 1968, S. 527-529

Franz, L., DJ9LF: Umbau eines VHF-Fernsehkanalwählers zu einem empfindlichen 2-m-UKW-Konverter: cq-DL 7/1977, S. 263-264

Vogt, K., DK3NB: 80-Kanal-Zusatz zum ICOM240, cq-DL 1/1978, S. 16-17

Vogt, K., DK3NB: Ein ATV-Tonsender für das Parallelton-Verfahren, TV-Amateur 34/1979, S.4-9, TV-Amateur 36/1979, S. 26 und TV-Amateur 38/1980, S4-5

Rätz, W., DL6KA: Bildmodulation und Bild-Ton-Zusammenführung im Endfrequenzbereich, TV-Amateur 34/1979, S.12 – 20

Vogt, K., DK3NB: Versuche und Verbesserungen am ATV-Sender nach DC6MR, TV-Amateur 36/1979, S. 12-15

Rätz, W., DL6KA: Ein ATV-Seitenbandfilter für den Endfrequenzbereich, TV-Amateur 36/1979, S. 28-29

Rätz, W., DL6KA: Ein Bildmodulator kleiner Leistung für den Endfrequenzbereich, TV-Amateur 39/1980, S. 12-15

Rätz, W., DL6KA, Vogt, K., DK3NB: Ein ATV-Sender im Paralleltonverfahren mit Endstufenmodulation, TV Amateur 41/1980, S. 2-5 und 47/1982, S. 6-20

Vogt, K., DK3NB: DB0CD-Das ATV-Relais für das mittlere Ruhrgebiet, TV-Amateur 44/1981, S. 16-17

Rätz, W., DL6KA: Ein FM-ATV-Steuersender, TV-Amatuer 50/1983, S.18-23 und TV-Amateur 61/1986, S. 23-25

Rätz, W., DL6KA: Erzeugung und Empfang zirkularer Wellen, TV-Amateur 59/1985, S. 2-4

Mozian, R., DG3WT: Programm zur Berechnung der Antennenrichtung, Einsatz bei geostationären Satelliten, TV-Amateur 63/1986, S. 24-25

Rätz, W., DL6KA: Kondensatoren in der GHz-Technik, TV-Amateur 64/1986, S. 8-10

Vogt, K., DK3NB: Videofilter bei DB0CD, TV-Amateur 62/1986, S. 14 und TV-Amateur 64/1986, S. 28

Rätz, W., DL6KA: ATV im 1,2 GHz-Band, TV-Amateur 65/1987, S. 29-30

Weidemann, A., DL9AH: Elektrosmog, Herzschrittmacher und die Realität, Funkamateur 1/1999, S. 22-

Weidemann, A., DL9AH: Gelsenkirchener Mobilantenne, Funkamateur 12/1999, S. 1390-

Weidemann, A., DL9AH: Einfaches Nahfeldstärke-Meßgerät, Funkamateur 4/1999, S. 433-

Weidemann, A., DL9AH: Störungen sind nicht gleich Störungen, Funkamateur 9/2000, S. 960- und 10/2000, S. 1071-

Risse, Thomas, DF7XF, Schäffler, A., DF2UZ: Erfahrungen und Nachbau der MicroVert-Antenne nach DL7PE, QRP-Report 1/2002, S. 20 - 23

Weidemann, A., DL9AH: Linear-Endstufe für Niederfrequenz und Langwelle, CQDL 10/2001, S. 731-733

Weidemann, A., DL9AH: QRV mit der „Gelsenkirchener Mobilantenne“; CQDL 5/2004, S. 350-353

Weidemann, A., DL9AH: Theorie der „Gelsenkirchener Mobilantenne“, CQDL 6/2004, S. 418-421

Weidemann, A., DL9AH: EMV-Tester für störungsfreien Funkbetrieb, CQDL 2/2005, S. 106-108

Weidemann, A., DL9AH: Weniger Sendeleistung wegen mangelnder EMV, CQDL 3/2005, S. 154

Weidemann, A., DL9AH: Der Wirkungsgrad von Antennen, CQDL 1/2006, S. 16-17

Weidemann, A., DL9AH: Die elektrische Qualität von Spulen, CQDL 5/2006, S. 328-331

Weidemann, A., DL9AH: Universelle Laborplatinen, CQDL 3/2008, S. 172-173

Weidemann, A., DL9AH: Störquellen-Suchempfänger für den KW- und UKW-Bereich, Funkamateur 8/2008, S. 849-851

Weidemann, A., DL9AH: Die Menschheit braucht elektromagnetische Wellen!, CQDL 1/2011, S. 41-44

Weidemann, A., DL9AH: Ultralineare Kurzwellen-Endstufe II, Konzept, Schaltung und Daten, CQDL 5/2011, S. 328-331

Weidemann, A., DL9AH: Ultralineare Kurzwellen-Endstufe II, Aufbau der wichtigsten Komponenten, CQDL 6/2011, S. 416-419

Weidemann, A., DL9AH: KW-PA mit 22 x IRF 820, Ultralineare FET-Kurzwellen-Endstufe, CQDL 3/2012, S. 172-175

Weidemann, A., DL9AH: KW-PA mit 22 x IRF 820, Aufbau und Verschaltung, CQDL 4/2012, S. 256-257

Weidemann, A., DL9AH: KW-PA mit 22 x IRF 820, Effizientes Netzteil ohne Trafo, CQDL 5/2012, S.336-337

Weidemann, A., DL9AH: Das verflixte Dezibel, CQDL 11/2012, S. 794-795

Weidemann, A., DL9AH: Eine einfache Mobil-PA, CQDL 8/2016, S. 40-43

Weidemann, A., DL9AH: Die Röhre ist tot – hoch lebe die Röhre!, CQDL 4/2017, S. 34-36

Weidemann, A., DL9AH: Konstruktion einer KW-PA, CQDL 5/2017, S. 36-39

Archiv Druckschriften

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Archiv Druckschriften

Die Chronik des Ortsverbandes Gelsenkirchen, DOK NØ6 (bis 2005 in Textform)

 

 

 

 

 

In vielen Stunden Arbeit hat Thomas, DF7XF, eine Chronik des Ortsverbandes erstellt, die man  hier  herunterladen kann.

Festschrift "20 Jahre Amateurfunk in Gelsenkirchen"

 

 

 

 

1971 wurde das 20jährige Bestehen des Ortsverbandes Gelsenkirchen unter anderem mit einer Festschrift gewürdigt, die neben den Amateurfunk betreffenden Themen auch einige der typischen Werbeanzeigen der damaligen Zeit aufweist. Die Festschrift kann man  hier  herunterladen.

Broschüre zur RWE-Sonderschau 1986 "Schlüsselenergie Strom schafft Kommunikation"

 

Vom 27. Oktober bis zum 28. November fand im Stadtwerke-Haus an der Ebertstraße 30 die RWE-Sonderschau "Schlüsselenergie Strom schafft Kommunikation" statt. Über die gesamte Ausstellungszeit wurde von Gelsenkirchener OMs eine Funkstation im Erdgeschoss des Hauses als lebendiger Bestandteil dieser Ausstellung aktiv betrieben. Dazu stellte uns das RWE umfangreiche Antennen sowie qualitativ hochwertige Antennenkabel zur Verfügung. Die Antennen waren auf dem Dach des Hauses montiert. Nach Beendigung der Ausstellung wurden uns Antennen und Kabel überlassen, sehr zur Freude des OVs, der damit die Ausstattung im Clubheim verbessern konnte. Die Broschüre zu dieser Sonderschau kann man  hier  herunterladen.

Archiv Aktuelles 2018

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Archiv Aktuelles 2018

Zum Leben erweckt

Wie an dieser Stelle schon berichtet, wird von Ralf, DG3WT, und Werner, DK4QM, an einem Kurzwellentransceiver für CW und SSB mit farbigem Touchscreen und 5 bis 10 W Ausgangsleistung gearbeitet. Ralf hat nun seinen TRX in einem ersten Aufbau mit einem monochromen 2-Zeilen-Display in Betrieb genommen. Beim Clubabend konnten sich DH6DAZ, DJ8TE, DK3NB und DK4QM von der derzeitigen Leistungsfähigkeit des Gerätes ein Bild machen:

 

Ralf führte den Empfänger an der großen Antenne der Clubstation vor. Der grundsätzlich gute erste Eindruck wurde geschmälert von der Reaktion auf besonders starke Signale. Hier sei noch, so erklärte Ralf, ein Zusatz, der eine wirksame AGC realisiert, zu ergänzen. Auf den weiteren Fortschritt darf man gespannt sein.

Update

Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Seit Ende Dezember 2018 ist das neue Datenprotokoll für die beliebte Betriebsart FT8 eingeführt. Es ist nicht kompatibel zum alten Protokoll der Softwareversion WSJT-X 1.9, und die Amateurfunkwelt hat sehr schnell darauf reagiert. Weltweit wird fast ausschließlich nur noch mit der neuen Programmversion WSJT-X 2.0 gearbeitet. So jetzt auch bei DLØGK. Im Funkbetriebsraum auf der linken Station wurde das Update durch Neuinstallation der 2.0 - Version durchgeführt. Alle Einstellungen der alten Version werden dabei automatisch übernommen. Beim Starten des Programms kommt eine Meldung, die man einfach wegklicken kann, und dann läuft es in gewohnter Form ab.

 

Schön ist auch die Möglichkeit, sich über eine parallel im Internet-Browser laufende Website anhand des QTH-Kenners den Ort des jeweiligen QSO-Partners anzeigen zu lassen (linker Bilsschirm, rechte Seite). Ebenso ist es aufschlussreich, über den PSK-Reporter zu sehen, wo überall auf der Welt man gehört wurde (rechter Bildschirm). Hier ist zum Beispiel zu sehen, dass DLØGK kurz zuvor auf dem 40m-Band in Australien aufgenommen wurde.

Vorweihnachtliche Stimmung beim Clubabend

DJ8TE: "Die Heizung funktioniert noch nicht richtig!"

Zum letzten Clubabend vor Weihnachten kehrte auch im Clubheim ein wenig Weihnachtsstimmung ein. Einige OMs hatten Glühwein, Zimtsterne, Spekulatius und Lebkuchen mitgebracht. Für den herzhafteren Geschmack gab es auch kleine Mettwürstchen. Sogar ein Weihnachtsbaum (siehe Pfeil) wurde aufgestellt.

 

Die Gespräche drehten sich aber zumeist dann doch um technische Themen, Windows 10, Logbuchprogramme, FT8, eQSL und nicht zuletzt um die Heizung des Clubheims, die noch immer nicht optimal funktionierte. Am Ende wurde beschlossen, sich im alten Jahr am 28.12. noch einmal wie gewohnt bei DLØGK zu treffen, und man ging auseinander nicht ohne sich frohe Festtage zu wünschen.

48 Stunden CW

Am letzten November-Wochenende des Jahres 2018 bestimmte die Betriebsart CW die Aktivität im Clubheim: Von Samstag 00:00 UTC bis Sonntag 23:59 UTC war wieder eine Mannschaft von 5 OMs beim internationalen CQ WorldWide CW-Contest qrv: DF1MM, DJ9DZ, DK5OS, DL9YAJ und SP3LPG erreichten unter dem Rufzeichen DR5N während der 48 Stunden auf den klassischen Kurzwellen-Amateurbändern 160m, 80m, 40m, 20m, 15m und 10m insgesamt 8.512.329 Punkte.

 

Erstmals wurde dabei die Software nach N1MM eingesetzt. Das Urteil des DR5N-Teams: Diese Software bietet einige Vorteile und soll in Zukunft weiter verwendet werden. Technisch gab es einen Ausfall einer PA, doch da der Fehler von DJ9DZ relativ schnell behoben werden konnte, musste nicht mal die Reserve-PA angeheizt werden. Ein detaillierterer Bericht ist hier verfügbar.

Praxis mit Antennenkopplern

Hauptthema beim letzten Clubabend (09.11.2018): Aufbau und Einsatz von Antennenkopplern

Peter, DO2TF, und Herbert, DJ8TE, haben die bestellten Antennenkoppler vom Typ JC-4S geliefert bekommen. Während Herbert noch ein modifiziertes Verbindungskabel für den Anschluss an seinen ICOM IC-7300-Transceiver fehlt, hat Peter seinen Koppler bereits im Einsatz getestet und berichtet über erste Erfahrungen. Er ist bisher sehr zufrieden mit der Anpassung seiner 25m-Langdrahtantenne auf allen Bändern. Schwierigkeiten gab es allerdings mit den digitalen Betriebsarten PSK31 und FT8: Hier kam es reproduzierbar zu Programmabstürzen bei der Software, wenn auf 80m oder 160m gesendet wurde. Als Ursache stellte sich schließlich HF-Einströmung über das Verbindungskabel vom YAESU FT920-Transceiver in das PSK31-Modem und von da aus über die USB-Verbindung in den PC heraus. Abhilfe schaffte das Aufwickeln des Kabels auf einen blauen Ferritkern, der sich für den unteren KW-Frequenzbereich als gut geeignet erwies. Gespannt wird nun auf die Ergebnisse von Herberts Kopplereinsatz gewartet, da bei ihm die Erdungsverhältnisse noch nicht endgültig klar sind.

Der JC-4S-Koppler von DO2TF und DJ8TE
DO2TFs Station mit HF-Entstörung
DG3WTs Aufbau eines Christian-Kopplers

 

Ralf, DG3WT, ist mit dem Eigenbau-Koppler, der nach dem Prinzip des sog. "Christian-Kopplers" arbeitet, ebenfalls fast fertig. Induktivitätsmessungen, die gemeinsam mit Oliver, DC7OG, noch einmal während des Clubabends verifiziert wurden, zeigten bei 14 MHz ein unbefriedigendes Ergebnis, nach dessen Ursache noch geforscht wird.

NØ6-Interessierte: Jetzt Mitglied der OV-Email-Verteilerlisten werden!

Die schon seit einigen Monaten existierenden beiden NØ6 - Email - Verteilerlisten sind bisher wenig bekannt und werden daher auch nur von Wenigen benutzt. Wenn man hier klickt, erfährt man, wie man Mitglied dieser Listen werden kann.

Zeitumstellung am Wochenende 27. / 28. Oktober ?

Auch, aber im Clubheim stand der CQ WorldWide SSB - Contest ganz oben auf der Prioritätenliste

Am letzten Wochenende nahm im Clubheim wieder eine Mannschaft von 5 OMs am internationalen CQ WorldWide SSB Contest teil: DJ9DZ, DK5OS, DL2DBH, DL9YAJ und SP3LPG erarbeiteten unter dem Rufzeichen DR5N während 48 Stunden auf den klassischen Kurzwellen-Amateurbändern 160m, 80m, 40m, 20m, 15m und 10m insgesamt 5.682.144 Punkte. Außer einem kleinen technischen Problem mit einem Antennenumschaltrelais verlief alles glatt und zur Zufriedenheit der Teilnehmer. Ein detaillierterer Bericht ist hier verfügbar.

Umgang mit einem Antennenanalysator

Beim letzten Clubabend (26.10.2018): Praktische Einarbeitung in den Umgang mit einem Antennenanalysator

Herbert, DJ8TE, und Klaus, DK3NB, hatten den vektoriellen Antennenanalysator FA-VA5 aufgebaut und wollten sich gemeinsam mit der Bedienung vertraut machen. Während DK3NBs Gerätchen schon einsatzbereit war, musste Herberts Analysator zunächst noch kalibriert werden. Das erfolgte mit Hilfe eines Kurzschluss-, eines Leerlauf- und eines 50Ω-BNC-Steckers und drei Kalibrierungsdurchläufen über den gesamten Frequenzbereich 10 kHz bis 600 MHz und dauerte etwa 10 Minuten (auf dem Foto rechtes Gerät). Während dessen demonstrierte DK3NB die Messung komplexer Impedanzen (auf dem Foto linkes Gerät).

 

Nun sollte das eigentliche Ziel, die Impedanz- und VSWR-Analyse einer Antenne, erprobt werden. Dazu stehen in der Clubstation eine Fülle von Messobjekten (Antennen) zur Verfügung. Oliver, DC7OG, gesellte sich dazu und assistierte bei den Messungen. Es zeigte sich ein problemloser Messablauf, der für alle vorhandenen Kurzwellenantennen durchgeführt wurde und bei allen sehr zufriedenstellende Ergebnisse erbrachte, die an Hand der VSWR-Darstellung auf dem kleinen LC-Display des FA-VA5 sofort ersichtlich waren.

 

DK3NB bot sich an, die gespeicherten Datensätze am nächsten Tag auf den PC zu übertragen und mit Hilfe der entsprechenden Software eine präzisere Analyse durchzuführen. Die beiden folgenden Bilder zeigen als Beispiel an Hand der 40m-Yagi-Antenne das VSWR und das Smith-Diagramm, die mit der Software gewonnen wurden.

Stehwellenverhältnis der 40m-MOXON-Yagi-Antenne
Smith-Diagramm der normierten Fußpunktimpedanz der 40m-MOXON-Yagi-Antenne

 

 

Gegen 22 Uhr füllt sich das Clubheim mit etlichen weiteren OMs ! ?

Ach ja, heute Nacht beginnt ja der CQ WW SSB DX Contest !!!

Kurzbeitrag vom letzten Aktionstag (13.10.2018) am Clubheim bei DLØGK

Es berichtet Olaf, DK5OS:

Hallo OV Gelsenkirchen,

es ist vollbracht, die Antennen sind alle startklar für den CQ WW SSB (27./28.10.2018). Habe heute mit Vasily, DJ9DZ, die Koaxkabel für die RX-Flagantenne und die neue 80m-Inv. L durch das Leerrohr in der Einfahrt von DLØGK verlegen und in Betrieb nehmen können. Die 80m-Inv.L ist sehr breitbandig, sodass sie sowohl für CW als auch SSB ohne weitere Abstimmung genutzt werden kann.

 

Von beiden RUN-Stationen können ab sofort auf die 80m-Inv.L und auch auf die 160m-Vertikal geschaltet werden, die Jumper habe ich entsprechend in der Umschaltbox auf "Ant3" gesetzt.

 

Das heißt aber auch, es darf die Vertikal nur noch für das 160m Band genutzt werden! Der 80m-Stub-Eimer hängt jetzt an der 80m-Inv.L. Damit muss die 80/160m-Umschaltbox der Vertikal immer auf 160m und eingeschaltet sein! Wir sollten uns daher überlegen, wenn die 80m-Inv.L gut spielt, die 160m/80m-Vertikal auf 160m Monoband umzubauen. Dann könnte eine Störquelle, sprich Umschaltbox, entfallen.

 

Nächste Aktion wäre dann die Fertigstellung und Inbetriebnahme der Beverage-Antenne. Mal schauen, ob wir das noch dieses Jahr hinbekommen.

73 Olaf - DK5OS

Was stand bis gestern ganz oben auf der Terminliste?

Bericht zum Video:   Hier klicken !

Distriktvorsitzender Westfalen-Nord zu Gast im Clubheim

v.l.n.r.: Ulrich, DO2US, Klaus, DH6DAZ und Clemens, DG1YCR

Zum wöchentlichen Clubabend bei DLØGK besuchte uns am 21.09.2018 unser Distrikvorsitzender, OM Clemens, DG1YCR, begleitet von OM Ulrich, DO2US. Anlass war sein Wunsch, die Ortsverbände des Distriktes gern in direktem Kontakt kennenzulernen und die Kommunikation zu intensivieren. Evtl. vorhandene Hemmschwellen ("die da oben" zu "denen da unten") sollten, soweit noch vorhanden, abgebaut werden. Da die beiden OMs schon frühzeitig vor Ort waren,  zeigte ihnen Herbert, DJ8TE, zunächst unser Clubheim und die Clubstation. Als gegen 20 Uhr dann die anderen Clubabendteilnehmer eingetroffen waren, wurden in lockerer Runde die Themen angesprochen, die dem DV und dem OV NØ6 am Herzen lagen. So erläuterte Clemens sein Konzept zu zukünftigen Ausbildungsaktivitäten und der Notwendigkeit von mehr Kooperation zwischen den Ortverbänden. OVV Klaus, DH6DAZ, legte die Situation und die Wünsche von NØ6 dar, ergänzt durch viele Diskussionsbeiträge aus der Runde. Dabei wurden der Wunsch und die Bereitschaft unseres OVs zu mehr Zusammenarbeit mit benachbarten Ortsverbänden, insbesondere zu einer intensiveren Nutzung unseres Clubheims und der Clubstation und einer OV-übergreifenden Ausbildung deutlich. Erst kurz vor Mitternacht endete die interessante Zusammenkunft.

Bastelprojekt (3)

Was wurde am letzten Freitag (31.8.2018) beim Clubabend diskutiert?

Ein Kurzwellentransceiver für CW und SSB mit farbigem Touchscreen und 5 bis 10 W Ausgangsleistung: Dieses zu realisieren haben sich Werner, DK4QM, und Ralf, DG3WT, vorgenommen. Die Komponenten für deutlich unter 200 € wurden bestellt und sind bereits geliefert, und beide OMs haben sofort mit der Realisierung begonnen. Während Werner sein Gehäuse bereits weitgehend fertig gestellt hat und zur Zeit noch mit der Auslegung der Stromversorgung beschäftigt ist, hat Ralf erstmal einen Probeaufbau erstellt, um die Komponeneten testen zu können. Diesen stellte er beim Clubabend den interessierten Augen von DF8XX, DJ8TE, DK3NB und DK4QM vor:

Geöffnetes Gehäuse mit provisorischer Frontplatte
Hauptplatine des KW-Transceivers

Bastelprojekt (2)

Was wurde am letzten Freitag (24.8.2018) beim Clubabend diskutiert?

Rechner mit aufgesetztem Display und Analysator-Zusatzplatine
Bestückungsseite der Rechnerboards

 

In der letzten Woche in der cq-DL 9/2018 veröffentlicht und schon ist der Antennenanalysator nach EU1KY auch im OV NØ6 in Angriff genommen:

 

OM Ralf Mozian, DG3WT, hat es durch schnelle Reaktion auf den cq-DL-Aufsatz von OM Wolfgang Kiefer, DH1AKF, noch ein Standard-Rechnerboard mit Display und die Zusatzplatine für die Analysatorfunktion ohne längere Lieferzeit geschickt bekommen zu haben. Dabei schlug das Rechnerboard mit Display mit 59 € zu Buche, während er die Zusatzplatine aus Großbritannien für 8 Pfund + 2,99 Pfund Porto bezogen hat. Beides konnte am letzten Freitag von den anwesenden OMs in Augenschein genommen werden. Mit Spannung wird nun auf das fertige Gerät gewartet, um es dann mit dem Antennenanalysator aus der Zeitschrift Funkamateur zu vergleichen, den DJ8TE und DK3NB kürzlich aufgebaut und in Betrieb genommen haben.

Antennenbau bei DL0GK

Antennenhalterung

Am nächsten Samstag, 11. August 2018, finden um das Clubheim bei DL0GK wieder Antennenbauaktivitäten statt. Für die Beverage-Antenne sind dabei auch einige Gartenarbeiten zu erledigen. Start ist wie immer um 10 Uhr MESZ. Helfer sind herzlich willkommen.

(Siehe auch hier)

 

 

 

Die Hausnummer unseres Clubheims

Bastelprojekt

Was wurde am letzten Freitag (3./10.8.2018) beim Clubabend diskutiert?

Das neue Display

Ralf, DG3WT, hat sein neuestes Bastelprojekt vorgestellt: Ein CW-Dekoder mit einem Arduino-Nano. Als Vorbereitung für die Anfertigung einer Platine hat er das Gerätchen zur Erprobung auf einem Holzbrettchen aufgebaut. Die vom Arduino dekodierten CW-Zeichen werden einem monochromen Display mit 4 Zeilen und 20 Zeichen zugeführt. Die Stromversorgung erfolgt mit 5V zum Beispiel aus einer USB-Schnittstelle. Als Weiterentwicklung hat Ralf bereits jetzt ein 2,8 Zoll nextion-Touch-Display vorgesehen, dass gerade geliefert worden war.

Eine Woche später demonstriert Ralf das Gerät nunmehr mit installierter Software. Schnell holt Peter, DF8XX, eine Junkers-Morsetaste aus dem Stationsraum, und Ralf schließt sie an. Einige Zeichen kann man dem Aufbau entlocken, dann bleibt jedoch alles stumm. Erst als der Schließerkontakt der Taste von wohl jahrealter "Patina" gereinigt ist, können Morsezeichen gegeben werden. Mehrere OMs möchten gern testen. Es stellt sich heraus, dass der Arduino eine gefühlt zu lange Zeit benötigt, um sich auf die Zeichengeschwindigkeit zu synchronisieren. Auch danach gelingt die Dekodierung nur mit absolut sauberer Gebeweise, wie sie, so meint Olaf, DK5OS, nur mit einer Sqeeze-Taste erreicht werden kann. Es sind also noch Verbesserungen möglich.

Ähnliche Projekte mit dem Arduino sind in Arbeit: So ist Werner, DK4QM, dabei, einen KW-Transceicer mit Arduino-Steuerung aufzubauen.

Endlich: Jetzt auch FT8 für alle OMs an der Clubstation möglich

Auszug aus der Anleitung

Immer wieder wurden von OMs Vorbehalte geäußert, man könne die "hochkomplizierte Clubstation" nicht ohne Anweisungen der Erbauer (im Wesentlichen die Contestaktivisten des OVs) betreiben. Nunmehr ist ein erster Schritt getan, die sich im Nachhinein als unberechtigt herausgestellte Scheu, an der Clubstation QSO zu fahren, zu beseitigen. Es zeigte sich nämlich, dass alle Einstellungen in Verbindung mit dem umfangreichen Antennenpark fehlbedienungssicher automatisiert vom Transceiver gesteuert werden. Es ist kein Umstecken oder Anpassen der Antennen nötig. Ebenso ist die Verbindung zum PC, den man für z.B. FT8 benötigt, vorhanden.

Für die Inbetriebnahme der Station (zunächst noch ohne PA, die für FT8 ohnehin nicht gebraucht wird) müssen nur einige Geräte bzw. Netzteile eingeschaltet und das Programm WSJT-X vom Desktop gestartet werden. Die Schritte dazu sind auf einer neben der Station liegenden bebilderten und kommentierten Liste, die einige OMs zuvor getestet haben, vermerkt. Wer also mal gern die guten Antennen und den überaus geringen Störpegel bei DLØGK erleben möchte, kann dies tun, ohne jemanden zur Einweisung bemühen zu müssen.

Wer lieber in Fonie arbeiten möchte: PC ausschalten, Mikrofon am Transceiver einstecken, und los geht´s.

Bastelprojekt (3)

Was wurde am letzten Freitag (31.8.2018) beim Clubabend diskutiert?

Ein Kurzwellentransceiver für CW und SSB mit farbigem Touchscreen und 5 bis 10 W Ausgangsleistung: Dieses zu realisieren haben sich Werner, DK4QM, und Ralf, DG3WT, vorgenommen. Die Komponenten für deutlich unter 200 € wurden bestellt und sind bereits geliefert, und beide OMs haben sofort mit der Realisierung begonnen. Während Werner sein Gehäuse bereits weitgehend fertig gestellt hat und zur Zeit noch mit der Auslegung der Stromversorgung beschäftigt ist, hat Ralf erstmal einen Probeaufbau erstellt, um die Komponeneten testen zu können. Diesen stellte er beim Clubabend den interessierten Augen von DF8XX, DJ8TE, DK3NB und DK4QM vor:

Geöffnetes Gehäuse mit provisorischer Frontplatte
Hauptplatine des KW-Transceivers

Urkunden eingetroffen

Wieder haben die Contester vom OV NØ6 zwei erste Plätze belegt.

Herzlichen Glückwunsch !

Was wurde beim letzten Antennenbau geschafft ?

Am Samstag, 14. April 2018, fanden sich ab 10 Uhr wieder OMs rund um die Contestgruppe am Clubheim bei DL0GK ein, um die geplanten Arbeiten zum Aufbau neuer bzw. verbesserter Antennen in Angriff zu nehmen. Das Wetter spielte mit, so dass die Aktivitäten im Freigelände um das Clubheim mal wieder richtig Spaß machten.

Zum Vergrößern auf die Bilder klicken !

Der Vertikalstrahler für das 80m-Band wurde hochgezogen.
Das für den 80m-Strahler erforderliche Erdnetz wurde radial ausgelegt und in die Erde eingebuddelt.
Olaf, DK5OS, beim Eingraben eines Radials in der Zufahrt zum Clubheim

3. Funktag in Kassel

DJ8TE (Herbert) und DK3NB (Klaus) berichten von ihrem Besuch:

 

Nach einer entspannten Autofahrt am Samstagmorgen kamen wir um 9:30 Uhr am Messegelände an. Wie immer standen ausreichend viele kostenlose Parkplätze zur Verfügung. Vor und in der Messehalle war schon reger Betrieb, und die QSL-Wand hatte auch schon etliche Besucher-QSL-Karten aufzuweisen.

In der Halle fanden wir eine ausgewogene Mischung aus kommerziellen Händlern, Flohmarkt-Händlern und Ständen verschiedener Funkervereinigungen vor. Der DARC war mit verschiedene Interessengebiete vertetenden Ständen am häufigsten vertreten. So gab es neben dem DARC-Verlag Darstellungen von Spezialgebieten wie Hamnet, Ausbildung, Fuchsjagd und einen großen Basteltisch, an dem Kinder unter Anleitung kleine Lötprojekte erstellen konnten. Ebenso war ein Messplatz vorhanden, wo man neu erworbene oder mitgebrachte Geräte testen (lassen) konnte.

Die Bundesnetzagentur demonstierte interessierten Besuchern ihren Messgerätepark in einem Kleinbus. Auch wurden hier EMV-Probleme an Beispielen gezeigt und erklärt.

In einem weiteren Bereich wurden technische Vorträge gehalten, bei denen die volle Besetzung aller Sitzgelegenheiten das große Interesse der Besucher zeigte.

Letztendlich war für das leibliche Wohl gesorgt. Vom einfachen Bistro bis zum kleinen Messerestaurant war alles vorhanden.

DJ8TE und DK3NB empfanden den Messebesuch als sehr lohnenswert, insbesondere weil auch einiges Zubehör wieder günstig erstanden werden konnte. Der Besuch des nächsten Funktages Kassel wurde auf der Rückfahrt bereits wieder eingeplant.

 
 

Archiv Aktuelles 2019

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Archiv Aktuelles 2019

Jahreshauptversammlung 2019 des OV NØ6

Am 31. Mai 2019 fand in den Clubräumen bei DLØGK die Jahreshauptversammlung 2019 statt. Als Gast konnte der DV Westfalen-Nord, OM Clemens, DG1YCR, begrüßt werden.

Zunächst wurden die langjährigen OV-Angehörigen Ralf, DG3WT, und Olaf, DK5OS, für ihre 40jährige DARC-Mitgliedschaft mit einer Urkunde und Anstecknadel geehrt.

DK5OS mit seiner Urkunde
OVV Klaus, DH6DAZ, gratuliert Ralf, DG3WT zu 40 Jahren Mitgliedschaft

Nach dem Bericht des OVV Klaus, DH6DAZ, und dem Kassenbericht erfolgte eine intensive und kritische Diskussion darüber, wie man den Mitgliederrückgang im OV Gelsenkirchen aufhalten könne. Es gab viele Vorschläge aus der Runde der Anwesenden wie z.B. Wiederaufnahme einer Nachwuchsausbildung, Einführung von Info-Abenden (offizieller Freitag), Kooperation mit Nachbar-OVs bei Veranstaltungen, z.B. Fuchsjagden, Presse- und andere Öffentlichkeitsarbeit sowie den Versuch, Sponsoring zu aktivieren. Viele der Anwesenden sahen auch im Rahmen ihrer beruflichen und familiären Umstände Möglichkeiten, einen zumindest kleinen Anteil dazu beizutragen.

Unter diesen Voraussetzungen erklärten sich mehrere OMs bereit, Ämter im Vorstand zu übernehmen. In den neuen Vorstand wurden gewählt:

Ortverbandvorsitzender:  OM Klaus Vogt, DK3NB

Stellvertretender OVV:      OM Oliver Gießelmann, DC7OG

Kassenführer:                     OM Ralf Mozian, DG3WT

QSL-Manager:                     OM Herbert Grabowski, DJ8TE

Nachdem der alte OVV die Sitzung geschlossen hatte, dankte ihm der neue OVV für 17 Jahre Vorstandtätigkeit, davon 7 Jahre als Vorsitzender.

Weitere Details der Jahreshauptversammlung können dem Protokoll entnommen werden, das in Kürze bei DLØGK einsehbar ist.

 

Als erste Amtshandlung wies OVV Klaus darauf hin, dass am nächsten Freitag, 7.06.2019, erstmals wieder der "offizielle Info-Freitag" ab 20 Uhr im Clubheim bei DLØGK stattfinden wird.

Der neue Vorstand: DC7OG, DJ8TE,DK3NB, DG3WT (v.links n.r.)

Er dreht sich wieder

Gemeint ist der 15m - Beam, dessen Rotor beim Sturm im März dieses Jahres stark beschädigt wurde (Wir berichteten hier.) Olaf, DK5OS, hat einen Ersatzrotor abgeholt, der am Sonder-Aktivitätssamstag am 25. Mai montiert werden soll. Dazu ist der Mast des 15m - Beams heruntergelassen worden. Wie man im Bild sieht, ist es dennoch nicht trivial, Montagearbeiten durchzuführen, da der Beam am Erdboden doch viel größer ist, als er im Betriebszustand oben auf der Mastspitze erscheint. Natürlich lassen sich die OMs aus dem OV NØ6, Bernd, DL9YAJ, Olaf, DK5OS, und Gerhard, DJ9QE, davon nicht beeindrucken und legen kräftig Hand an, um die Antennenanlage wieder flott zu kriegen.

 

 

Gelsenkirchen deutschlandweit auf Platz 1 ? !!

Dass Gelsenkirchen deutschlandweit auf dem ersten Platz steht, davon kann man in der Tagespresse in letzter Zeit leider nicht so häufig lesen. Anders bei den gelsenkirchener Funkamateuren: Hier wurden dank akribischer Vorbereitung des technischen Equipments und der gemeinschaftlichen Teilnahme an den ununterbrochen 48 Stunden dauernden Funkwettbewerben die auch im europäischen und weltweiten Vergleich erfreulich guten Plätze belegt.

 

"Das kann sich doch wohl sehen lassen", so äußert sich Contestteilnehmer Bernd, DL9YAJ, nicht ohne einen gewissen Stolz auf die beurkundete Leistung.

 

Echte Antennenbauer schwindeln nicht, sie sind schwindelfrei!

 

So sagte es sich auch Olaf, DK5OS, als er am Aktivitätssamstag am 13.April 2019 den Mast mit dem 15m-Beam bestieg, um den beim Sturm (wir berichteten hier) beschädigten Rotor zu demontieren. Nicht ganz so hoch musste Bernd, DL9YAJ, klettern, um die oberen Abspannseile der 160m-Vertikalantenne zu erneuern. Mit von der Partie war auch Vasily, DJ9DZ, alles Aktivisten der Contest-Gruppe um DR5N im Clubheim bei DLØGK.

4. Funktag in Kassel

DJ8TE (Herbert) und DK3NB (Klaus) berichten von ihrem Besuch:

 Nach einer entspannten Autofahrt am Samstagmorgen kamen wir um 10:00 Uhr am Messegelände an. Der Parkplatz war schon gut gefüllt, aber wie immer standen auch diesmal ausreichend viele kostenlose Parkplätze zur Verfügung. Vor und in der Messehalle war schon reger Betrieb, und die QSL-Wand hatte auch schon etliche Besucher-QSL-Karten aufzuweisen.

Ähnlich wie im letzten Jahr fanden wir wieder eine ausgewogene Mischung aus kommerziellen Händlern, Flohmarkt-Händlern und Ständen verschiedener Funkervereinigungen vor. Produkte des DARC-Verlages konnte man gleich am Eingang der Halle mit den Ständen erwerben. Auch diverse andere Interessengebiete konnten sich mit ausreichend Platz präsentieren. So gab es neben dem DARC Darstellungen von Spezialgebieten wie Hamnet, Ausbildung, SDR-Projekten und einen großen Basteltisch, an dem Kinder unter Anleitung kleine Lötprojekte erstellen konnten. Ebenso war ein Messplatz vorhanden, wo man neu erworbene oder mitgebrachte Geräte testen (lassen) konnte.

Die Bundesnetzagentur demonstierte interessierten Besuchern ihren Messgerätepark in einem Kleinbus. Die Mitarbeiter beantworteten geduldig Fragen der Interessenten. Auch wurden hier EMV-Probleme an Beispielen gezeigt und erklärt.

In einem weiteren offenen Bereich und 3 getrennten Räumen wurden technische Vorträge gehalten, bei denen die volle Besetzung aller Sitzgelegenheiten das große Interesse der Besucher zeigte.

Im Händlerbereich waren neue Entwicklungen zu bestaunen, z.B. aus dem SDR-Bereich oder für den Betrieb über den geostationären Amateurfunksatelliten. Auf dem Flohmarkt konnte man das eine oder andere Schnäppchen machen.

Letztendlich war für das leibliche Wohl gesorgt. Vom einfachen Bistro bis zum kleinen Messerestaurant war alles vorhanden.

DJ8TE und DK3NB empfanden den Messebesuch abermals als sehr lohnenswert. Der Besuch des nächsten Funktages Kassel wurde auf der Rückfahrt bereits wieder eingeplant.

                                                Zum Vergrößern auf die Bilder klicken!

Außeneinheit für den SAT-Funk mit QO-100
Messung der Störstrahlung einer LED-Leuchte
Das aktuelle Elecraft-Programm
Flohmarkt
3 Funkmessplätze standen zur Verfügung
Ein "Mercedes" unter den Funkstationen

SDR - Technik, präsentiert bei DLØGK

Am letzten Freitag (05.04.2019) konnten die OMs (XYLs und YLs waren keine anwesend) bei DLØGK wieder einmal die Möglichkeiten des Selbstbaus von SDR-Geräten (SDR=Software Defined Radio=durch Software bestimmte Funktechnik) bewundern. Ralf, DG3WT, demonstrierte sein neuestes Bauprojekt an den hervorragenden Antennen der Clubstation. Noch sind die Baugruppen in modularer Form nur zusammen gesteckt, jedoch konnte man sich bereits jetzt von den gehörmäßig guten Empfangseigenschaften und der vielfältigen Bedienbarkeit überzeugen. Jeder der Anwesenden testete auch selbst mal die Bedienung über den Touchscreen. Alle sind gespannt auf die Fortsetzung des Geräteaufbaus durch den Sendeteil.

Russian DX Contest

Am diesjährigen Multimode CW- und SSB-Russian-DX-Contest am 16. - 17. März 2019 nahm im Clubheim bei DL∅GK wieder das Contest-Team unter dem Rufzeichen DR5N teil, diesmal bestehend aus DJ1MM, DJ9DZ, DK5OS, DL9YAJ und SP3LPG. Leider waren die technischen Voraussetzungen durch die Zerstörungen, die die Stürme der vergangenen Wochen an Antennen und Rotoren angerichtet hatten, nicht so gut wie sonst gewohnt. Näheres kann hier im ausführlichen Bericht von Bernd, DL9YAJ, nachgelesen werden

Neue Contest-Zertifikate

Glückwunsch an die Contester vom OV NØ6!  Wieder wurden vordere Plätze erreicht.

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Beverage-Antenne

Letzter Aktivitätssamstag (09.03.2019): Aufspannen einer Beverage-Antenne

 

Die schon lange geplante und zum Teil durch Trägerpunkte vorbereitete Beverage-Antenne wurde mit Beginn der samstäglichen Aktivitäten 2019 von einer Gruppe OMs aufgespannt:

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Im linken Bild sieht man einen der Trägermasten, der dafür sorgt, dass die Zufahrt zum Gelände des Clubheims in ca. 3m Höhe überspannt wird. Man erkennt auch noch eines der roten Fähnchen, die dieses für überhohe Fahrzeuge oder Autos mit KW-Mobilantenne besonders kenntlich machen.

 

Das zweite Bild von links zeigt ein Stück des weiteren Antennenverlaufes durch das benachbarte ungenutzte "Urwald"-Gelände.

 

Im dritten Bild von links erkennt man Bernd, DL9YAJ, bei der fachgerechten Verdrahtung des Antennenendes der Beverage-Antenne.

 

Auf dem rechten Bild ist des Antennenende selbst zu sehen mit dem Erdungspfahl (roter Pfeil), an den das Antennenende (Isolator, blauer Pfeil) über einen Abschlusswiderstand (Schutzgehäuse, gelber Pfeil) angeschlossen ist.

 

Die nächsten Conteste müssen zeigen, ob die Antenne die erhofften Empfangsverbesserungen erzielt.

Sturmschäden bei DLØGK

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Sturmtief Eberhard hat auch bei DLØGK seine Spuren hinterlassen:

 

Bei der 160m-Vertikalantenne ist eine von vier der obersten Abspannungen gerissen. Leider war bei dem starken Wind bisher keine Reparatur möglich. Es wurde deshalb versucht, mittels der 3. Abspannung die Antenne zumindest in Richtung Wind zu sichern. Sobald der Sturm nachlässt, muss die Abspannung erneuert werden. Hoffentlich bleibt die Antenne bis dahin schadlos!

 

Weiterhin musste festgestellt werden, dass der Rotor des 15m-Beams sich nur noch in eine Richtung drehen lässt. Der Rotor für den 10m Beam dreht sich garnicht mehr. Die Rotoren sind allerdings versichert.

SDR-Empfangstechnik in der Praxis

Beim letzten Clubabend (08.03.2019): Demonstration des SDR-Empfangs mit einem Red Pitaya

 

 

Der Red Pitaya mit vorgeschaltetem Anpassnetzwerk
Ein "analoger" Abstimmknopf ist immer noch das Beste.

 

Ein Screenshot des SDR-Empfangs mit Hilfe der Software PowerSDR. Man sieht das Empfangsspektrum von 7,08 MHz bis 7,2 MHz, darunter das Wasserfall-Diagramm. In der Mitte des Spektrums ist ein senkrechter roter Strich erkennbar, der die eingestellte Empfangsträgerfrequenz markiert, links daneben ein aufgehellter Balken, der den Durchlassbereich des Empfängerfilters darstellt. Die Software ist auf das untere Seitenband eingestellt. Bis vor wenigen Sekunden war ein starkes Signal zu hören, was noch an dem hellen blaugrünen Balken unterhalb des aufgehellten Filterbereich erkennbar ist.

 

 

HF-mäßig werden die Signale von einem Red Pitaya Kleinstcomputer aufgenommen. OM Ralf, DG3WT, hat einen Versuchsaufbau erstellt und führt ihn beim Clubabend den interessierten OMs vor. Dazu ist die 40m-Antenne des Clubheims DLØGK über ein kleines Anpassnetzwerk an den Red Pitaya, der eigentlich ursprünglich für Messzwecke entwickelt wurde, angeschlossen. Vorsichtshalber hat Ralf noch einen Lüfter zur Kühlung des Rechners montiert. Der Red Pitaya ist über eine USB-Schnittstelle mit einem Laptop verbunden, von dem auch der Screenshot stammt. Die PC-Maus hat Ralf durch eine Abstimmeinrichtung ergänzt, die ebenfalls über USB an den Laptop angeschlossen ist.

 

 

Die anwesenden OMs konnten sich von der guten Funktion des vorgeführten Empfänger-Versuchsaufbaus überzeugen. Die vielen Einstellmöglichkeiten der PowerSDR-Oberfläche erfordern allerdings eine intensive Einarbeitung, wenn alle Möglichkeiten genutzt werden sollen. DG3WT ist von dem Konzept überzeugt und wird an diesem Projekt weiterarbeiten. Zu gegebener Zeit werden wir an dieser Stelle berichten.

Erster geostationärer Satellit der Funkamateure in Betrieb

Es´hail-2/P4-A, der erste geostationäre Amateurfunksatellit, erhielt die Bezeichnung Qatar-OSCAR-100 oder kurz QO-100. In Zusammenarbeit von Funkamateuren aus Qatar und DL konnte dieses Projekt realisiert werden. Die Eröffnungszeremonie erfolgte durch den Vorsitzenden der Qatar Amateur Radio Society, A71AU, OM Abdullah bin Hamad Al Attiya, ehem. stellv. Ministerpräsident von Qatar und Initiator des Amateurfunksatelliten.

 

Dieses Ereignis nahm die WAZ vom 23.02.2019 zum Anlass, einen ausführlichen Artikel über Amateurfunk zu schreiben, der auch online hier gelesen werden kann. Weitere technische Details können z.B. der Zeitschrift Funkamateur 3/2019, Seite 288, unter der Überschrift "Es´hail-2/P4-A, jetzt QO-100, für den Betrieb freigegeben" entnommen werden. Stationen, die noch keine Möglichkeit haben, den Downlink auf 10 GHz zu empfangen, können dies über einen WebSDR (hier klicken) tun.

 

Die beiden folgenden Bilder vermitteln einen Eindruck von Doha, der Hauptstadt von Qatar.

Doha (Qatar) bei Tag und bei Nacht

Erster Contest 2019 im Clubheim bei DLØGK

Es war endlich wieder soweit: Den Winterschlaf endgültig hinter sich lassend versammelte sich am Freitagabend, dem 8. Februar 2019, eine kleine Contestgruppe im Clubheim, um unter DR5N den ersten hier geplanten Contest im neuen Jahr zu bestreiten, den 48 Stunden "CQ WPX RTTY DX Contest".

Besondere Anforderung für die OMs war der hier erstmalige Einsatz der N1MM+ Software bei einem RTTY-Contest. Anfängliche Hakeleien bei der Bedienung und zunächst unerklärliche Netzwerkprobleme konnten aber schließlich gelöst werden. Letzlich lief es dann doch so gut, dass nach dem Logcheck berechtigte Hoffnung aufkam, den DL-Rekord nach Gelsenkirchen geholt zu haben. Ein detaillierterer Bericht ist hier verfügbar.

Bald wieder Ausbildung zur Lizenzprüfung in NØ6 ?

Am letzten Sonntag (13.01.2019) nahmen OVV Klaus, DH6DAZ, und Webmaster Klaus, DK3NB, an der Regionalkonferenz im Distrikt N im OV-Heim des OV N18 in Oer-Erkenschwick teil. Neben dem DV, OM Clemens, DG1YCR, waren noch insgesamt 9 weitere OVVs und stellv. OVVs anwesend. Die Tagesordnung hatte die Ausbildung im Distrikt N und im Zusammenhang damit die Zusammenarbeit der OVs als Thema. Die angeregten Diskussionen zeigten, dass OVs mit Clubräumen bessere Möglichkeiten der Ausbildung haben als solche ohne und dass man diese in der Regel gern mit Nachbar-OVs für eine gemeinsame Lizenzlehrgangsdurchführung kooperativ teilen möchte. Es wurde ferner festgestellt, dass umfangreiches Ausbildungsbegleitmaterial im Internet zu finden ist. Hierzu gab es einen überaus fruchtbaren Austausch zwischen den Anwesenden.

 

Wäre eine solche Herangehensweise auch eine Option für den OV Gelsenkirchen, NØ6? Den beiden Vertretern des OVs stellte sich hauptsächlich die Frage: Gibt es überhaupt genügend Interessenten? Für einen ersten Durchgang wäre ein Kurs zur Erlangung der E-Lizenz denkbar. Wer hat Interesse? Meldungen per Email (dk3nb(at)darc.de) bitte an Klaus, DK3NB.

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