Detailansicht-Archiv

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      Ein Antennenworkshop aus Teilnehmersicht

      Richard, DO9RE berichtet aus seiner Perspektive aus dem Antennenworkshop mit Jan, DG1JAN

      Teilnehmer des Workshops bei der Arbeit

      Konzentriertes Arbeiten im Workshop

      Die Teilnehmer präsentieren ihre Antennen

      Kompetente Unterstützung: AJW Referent Uwe Guzman

      DO9PAM, Katharina und ich haben am Samstag am Antennenbau-Workshop von Q21 teilgenommen, der von Jan DG1JAN organisiert wurde. Treffpunkt war der Schulungsraum der Wildpark Alm. Kurz nach neun Uhr morgens saßen dort etwa zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer um einen großen Tisch und begannen mit dem Aufbau der Antennen.

       

      Jan hatte für jede Person einen kompletten Bausatz vorbereitet. Die Materialkosten lagen bei 25 Euro. In den Tütchen und daneben befanden sich die mechanischen Teile der Antenne: Mehrere dünne Kunststoffrohre, Aluminiumstäbe für die parasitären Elemente, Litze für den Moxon-Rahmen sowie eine BNC-Buchse zur Einspeisung. Alle mechanischen Verbindungsstücke der Antenne hatte Jan zuvor selbst im 3D-Druck hergestellt. Außerdem stellte er eine Sägelade, Werkzeug und eine Lötstation zur Verfügung. Eigenes Werkzeug mitzubringen war trotzdem sinnvoll.

       

      Katharina baute ihre Antenne alleine. Pascale und ich arbeiteten gemeinsam an einer. Unsere Arbeitsteilung war einfach: Pascale sägte die PVC-Rohre und Aluminiumstäbe mit einer Bügelsäge auf die benötigte Länge, während ich die Schnittstellen der Kunststoffrohre und Aluteile mit einem Feinmechanik-Feilenset entgratete. Die Schraubverbindungen der Konstruktion waren so gelöst, dass kleine 3D-gedruckte Kappen auf den Schrauben saßen. Dadurch ließen sich die Schrauben gut von Hand greifen und festziehen, ohne dass man zwingend einen Schraubendreher brauchte.

       

      Die Antenne ist eine kombinierte Konstruktion: Ein Moxon-Rechteck für das 2-Meter-Band und eine kleine Yagi-Struktur für das 70-Zentimeter-Band. Mechanisch sind beide Antennen auf einer gemeinsamen Trägerstruktur aufgebaut.

       

      Wenn man die Antenne vom Griffstück aus beschreibt, beginnt alles mit einem kreuzförmigen 3D-gedruckten Bauteil. Der untere längere Arm dient als Griff. Links und rechts gehen zwei Querarme ab. In diese werden jeweils Kunststoffrohre mit etwa 33,5 cm Länge gesteckt. Diese Rohre bilden die seitlichen Träger für den Draht des Moxon-Rahmens.

       

      Aus der oberen Seite des Griffstücks ragt ein weiteres Kunststoffrohr von etwa 12 cm Länge nach vorne. Am Ende dieses Rohres sitzt ein weiteres kreuzförmiges Verbindungsteil aus dem 3D-Drucker. Dieses Bauteil hat vorne und hinten Aufnahmen für weitere Kunststoffrohre sowie quer dazu eine Bohrung für einen Aluminiumstab.

       

      Der Aluminiumstab in dieser Querbohrung ist ein parasitäres Element der 70-cm-Yagi und arbeitet als Reflektor. Er befindet sich innerhalb des späteren Moxon-Rahmens, gehört elektrisch aber zum 70-cm-Teil der Antenne.

       

      Von diesem Verbindungselement führt ein weiteres 12 cm langes Kunststoffrohr nach vorne zu einem weiteren Kreuzstück mit vier gleich langen Armen. Dieses Bauteil hat eine Aufnahme für die BNC-Buchse. Hier wird das Koaxkabel angeschlossen. Auch hier werden seitlich zwei Rohre mit jeweils 33,5 cm eingesteckt.

       

      Der Moxon-Teil der Antenne entsteht nun aus Litze, die durch die seitlichen Rohre geführt wird. Von der BNC-Buchse aus werden zwei Litzen nach links und rechts durch die seitlichen Kunststoffrohre geführt. An deren Enden werden sie nach hinten umgelenkt und über kleine Isolatoren gespannt. Eine weitere Litze wird durch das untere Rohr geführt, über die Isolatoren mit der vorderen Litze verbunden und bildet damit ein Rechteck.

       

      So entsteht die typische rechteckige Form einer Moxon-Antenne. Der vordere Drahtabschnitt bildet den Strahler. An diesem Punkt wird das Signal über die BNC-Buchse eingespeist. Der hintere Drahtabschnitt wirkt als Reflektor. Durch die charakteristischen offenen Ecken des Moxon-Rechtecks entsteht eine relativ kompakte Richtantenne mit gutem Vor-/Rück-Verhältnis.

       

      Vor dem Einspeisepunkt setzt sich die mechanische Struktur weiter nach vorne fort. Das zentrale Kreuzstück mit dem Stecker enthält wieder eine Querbohrung für einen Aluminiumstab, der sich unmittelbar vor dem Moxon-Rahmen befindet. Dieser Aluminiumstab ist der passiv erregte Strahler der 70-cm-Yagi.

       

      Noch einmal etwa 17 cm weiter vorne folgt ein weiterer Aluminiumstab, der als Direktor dient. Damit besteht die 70-cm-Antenne aus drei Elementen: Reflektor, Strahler und Direktor.

       

      Die gesamte Antenne arbeitet also als Kombination zweier Richtantennen auf einem gemeinsamen Träger:

      – der Moxon-Rahmen für 2 m mit Strahler und Reflektor aus Litze

      – eine kleine 3-Element-Yagi für 70 cm mit Aluminiumstäben als parasitäre Elemente

       

      Die erzielbaren Richtgewinne liegen ungefähr bei 4,5 dBi auf 2 m und etwa 9 dBi auf 70 cm.

       

      Gegen elf Uhr begann Jan damit, alle Antennen mit seinem NanoVNA durchzumessen. Die Ergebnisse waren insgesamt sehr gut. Die gemessenen SWR-Werte lagen überwiegend zwischen 1,2 und 1,5. Bei einigen Antennen ließ sich die Anpassung durch leichtes Kürzen der Litze schnell weiter verbessern.

       

      Pascale und ich haben unsere Antenne anschließend kurz vor der Tür getestet und über das Relais DB0LZ Relais einen ersten Funkkontakt hergestellt. Danach gab es noch ein Gruppenfoto, bei dem alle Teilnehmenden ihre fertigen Antennen präsentierten.

       

      Zum Abschluss sind wir noch gemeinsam im Restaurant der Wildpark Alm essen gegangen und haben den Workshop dort ausklingen lassen. Insgesamt war es eine sehr gelungene Veranstaltung – und das Ergebnis für alle Beteiligten war eine funktionierende selbstgebaute Richtantenne für zwei Amateurfunkbänder.

       

      Hier noch ein Link, falls jemand Lust bekommen hat die Antenne nachzubauen: https://www.printables.com/model/1621989-handhold-moxon-yagi-2m70cm

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