Frequenzen über die wir erreichbar sind:
JO51CT
438.862,5 (trägergesteuert)
Ablage -7,6 MHz
Echolink 114699
JO51CR
439.175 (1750Hz Tonruf)
Ablage -7,6 MHz
Echolink 870227 (z. Zt. außer Betrieb)
JO51EP
439.562,5 CTCSS 88,5 Hz
D-STAR (DBØOHA_B)
DMR CC1
Fusion
Ablage -7,6 MHz
Echolink 213786
Direktfrequenz 2m:
145.450 MHz
DMR – Fluch oder Segen für den Amateurfunk
Früher – ja, da war alles besser – aber Moment… war da wirklich alles besser? Nein, war es nicht, es war anders, ganz anders.
Funkkontakte, die über die Kontinente hinausgehen, die wurden in der Regel über die Kurzwellenfrequenzen geknüpft. Kenntnisse über Ausbreitungsbedingungen, günstige Tageszeiten und auch ein wenig Naturkunde sowie Betriebstechnik war vonnöten um einen Funkkontakt über große Entfernungen zu ermöglichen.
Heute – na geht doch alles ganz einfach – mit einem DMR Funkgerät geht alles „aus der Hand“ nach überall – ohne großen Aufwand, ohne große Antennen, aber auch ohne große Kenntnisse?
Der Aufwand via DMR einen sinnvollen und betriebstechnisch sauberen Betrieb zu absolvieren ist hier eher in der Kenntnis der Betriebsart und der Rahmenbedingungen zu sehen.
Im Januar 2024 waren meine XYL und ich in Florida im Urlaub. Hier hatten wir auch die Möglichkeit, einen „OV Abend“ nach amerikanischer Art beim OARC in Orlando mitzuerleben. Der Amateurfunk in den USA hat zugegebenermaßen auch einen vollkommen anderen Stellenwert wie in DL, jedoch sind uns die Funkkollegen in den USA in vielen Dingen speziell was die Weiterbildung und das Vermitteln von Wissen betrifft weit voraus.
Hier zeigt sich dann auch der Umgang mit den Digitalen Betriebsarten, die man auf den Talkgroups erleben kann. Auch hier in DL zu Hause habe ich oft die Talkgroup 3112 im Brandmeister Netz aktiv, das ist die „Florida Statewide“ TG und auch die Talkgroup 262 „Deutschlandweit“. Beim monitorieren allein dieser beiden Talkgroups merkt man deutlich die Unterschiede und den deutlich anderen Wissensstand der US Kollegen.
Beide Talkgroups sind als „Anrufgruppen“ zu verstehen – hier erreiche ich im Fall der 262 ganz Deutschland und im Fall der 3112 im Bundesstaat Florida alle angeschlossenen Repeater. In Deutschland hat jeder Repeater, der dem Brandmeister Netz angeschlossen ist, die Talkgroup 262 oft als permanente Talkgroup aufgeschaltet – in Florida ist das die TG 3112.
Auf diesen Talkgroups sollte man keinerlei Testsendungen oder Versuche durchführen – dafür gibt es den „Parrot“ den Papagei, wo man sich selbst zurückhören kann und man kann selbst seine Modulation hören und einstellen. Dieser Papagei kann mit der TG262997 oder TG263997 angesprochen „Abonniert“ werden. Dazu braucht man nur mit einem entsprechendem Codeplug die TG262997 und TG263997 mit einem Betätigen der PTT auf einer Repeaterfrequenz „einschalten“. Das funktioniert auf jedem Repeater. Hier kann man dann problemlos Modulationstests oder Funktionstests durchführen, es bleibt auf den einen Repeater beschränkt mit dem man verbunden ist und man stört mit seinen Tests niemanden.
Führe ich dagegen das Ganze auf der TG262 durch, dann sind alle angeschlossenen Repeater in DL aktiv und ganz Deutschland hört die Versuche und Tests mit – mit dem Unterschied – der Parrot antwortet immer – auf der TG262 brauche ich eine andere Station und es kann auch an der Stelle nervig werden. Hier ist nicht der Sinn einer DL weiten Talkgroup.
Es ist in den USA üblich, auf den „Statewide“ TG’s nur einen Anruf und eine kurze Absprache durchzuführen, für ein längeres QSO wechselt man die TG auf eine andere, die in der Regel nur die beiden Repeater oder Hotspots umfasst auf denen die OM’s gerade aktiv sind. Hier können auch beliebig viele Teilnehmer am QSO dabei sein, es muss dann halt nur die TG entsprechend abonniert werden. Der große Vorteil für alle anderen ist: Die Anruf TG bleibt für Anrufe frei und wird nicht durch Klön QSO belegt. Genau so haben wir das doch früher auf der 144,300 MHz in SSB gemacht - CQ gerufen und sobald das QSO stand, QSY auf eine andere Frequenz, damit die 144,300 MHz wieder frei wird. Das lernte man schon bei den ersten Funkversuchen, wenn man dann das erste Allmode VHF Gerät in Händen hielt. Betriebstechnik halt.
Ganz im Gegensatz herrscht in DL die „Unsitte“ dass die TG 262 auch für Klön QSO’s sehr gerne benutzt wird. Man könne sich ja am QSO beteiligen, die TG's sind für alle da und viele Einwände mehr kommen von den "Verursachern". Es ist die Frage, ob ich an einem Ragchew teilnehmen möchte oder einen Bekannten auf der TG rufen möchte. Es werden Durchgänge ewig lang gemacht – teilweise über 3-5 Minuten – es werden die im Digitalfunk so wichtigen Umschaltpausen schlicht wegignoriert und damit mit dem Klön QSO zweier OM wird ganz Deutschland unterhalten. Von der Sache her nicht nur unnötig, sondern schlicht nicht Ham-Like.
Die TG 262 ist dann für Anrufe unbrauchbar und gerade, wenn man sich im Ausland befindet und die TG 262 für Anrufe nach DL machen möchte sehr sehr ärgerlich, dass dann auch noch das Unverständnis entsteht – man „meckert“ ja weil hier zwei ein hochinteressantes QSO führen. Man könne ja auch zuhören und „etwas lernen“. Hier schaut man dann „in die Röhre“ und kann einen DL weiten Anruf zunächst einmal vergessen.
Leider haben die OM’s dann das System DMR nicht verstanden. Es spricht ja nichts dagegen sich zu unterhalten, aber dann macht man nach dem Anruf einen TG Wechsel in eine andere Talkgroup, die nicht mehr deutschlandweit abgestrahlt werden muss. Hier bietet das Brandmeister Netz viele Talkgroups, die dann wesentlich besser passen. Die TG 262 wird dann unmittelbar wieder frei für Anrufe. Für Klön QSO kann und soll man dann auf zum Beispiel eine der "taktischen" TG's ausweichen. Derer gibt es vier - allerdings habe ich festgestellt, dass die wenigsten OM's die TAC 1-4 auch in ihren Codeplugs haben.
Hier komme ich dann wieder zurück auf die Clubabende in den USA. Hier wird ein solches Wissen vermittelt, hier werden die Techniken den OM’s vorgestellt und besprochen. Das findet in einer Gemeinschaftsveranstaltung statt, die in einem Rahmen ähnlich dem OV Abend durchgeführt wird. Hier werden auch Techniken wie „Zoom“ eingesetzt, denn man hat gerne als Vermittler des Wissens diejenigen, die ein Thema mit entwickelt haben, oder aber sehr sehr gut beherrschen. Damit kommt das Wissen quasi aus erster Hand und es findet eine regelmäßige Weiterbildung der OM’s statt.
Die Vermittlung von Wissen ist an der Stelle absolut wichtig und es ist essentiell, sich mit Neuerungen zu beschäftigen, als einfach draufloszumachen und dann noch nicht einmal das Handbuch gelesen haben.
Leider lässt die Betriebstechnik auf der TG262 darauf schließen, dass Etliche sich mit dem Thema „DMR“ nicht in ausreichendem Maße beschäftigt haben. Zumindest sollte jeder in seinem Codeplug auch die taktischen Talkgroups haben, dort kann man jederzeit hin wechseln und die Anruf TG ist wieder für Anrufe frei. Es ist von der Sache her ja nun auch kein Problem, nach einem erfolgreichen Anruf auf der TG262 direkt die TG zu wechseln und dann dort ganz in Ruhe und vor allem ohne „Gemecker“ ein ausgedehntes QSO zu führen.
Leider wird das Hinweisen auf die Betriebstechnik von manchem OM in dem Maße verstanden, dass man „meckert“ oder dass man nicht zuhören kann.
Hierin liegt einer der großen Nachteile von DMR, den großen Vorteil den DMR bieten könnte, wird leider durch eigene Unkenntnis und leider teilweiser Sturheit verspielt. Man sollte es auch seiner Funktion entsprechend nutzen, damit alle auch davon etwas haben. Es würde für alle viel mehr Spaß bereiten und ein bisschen vom good old HamSpirit ist auch in modernen Betriebsarten wie DMR sicher angebracht. Es ist halt anders als früher.
Autor: DJ1JR / K1JHR
Auszug aus dem Brandmeister Handbuch
Seien Sie im Funkverkehr höflich und respektvoll gegenüber anderen Funkamateuren.
Achten Sie auf Ihre Wortwahl und bedenken Sie, dass viele, auch Kinder, zuhören können.
Machen Sie Pausen zwischen Ihren Gesprächen, damit andere sich beteiligen können und Hotspots oder Repeater die Verbindung zur Gesprächsgruppe trennen können.
Vier bis sechs Sekunden Pause sind empfehlenswert.
Vermeiden Sie emotional aufgeladene Gespräche über Politik und Religion.
Manche Gesprächsgruppen sind zwar offener für diese Themen, dennoch empfehlen wir, bei solchen Themen zuzuhören und den gesunden Menschenverstand walten zu lassen.
Wechseln Sie in eine TAC- oder lokale Gesprächsgruppe, wenn eine stark frequentierte oder viel beachtete Gesprächsgruppe aktiv ist.
Achten Sie auf Ihre Gesprächszeit und schlagen Sie einen Wechsel in eine TAC- oder lokale Gesprächsgruppe vor, wenn das Gespräch länger dauert.
Beachten Sie die Bezeichnung der Gesprächsgruppe, da diese auf das Thema oder die Region hinweist, für die sie vorgesehen ist.
Manche Gesprächsgruppen sind für eine bestimmte Region bestimmt. Wenn andere Stationen die Gesprächsgruppe nutzen, nehmen Sie Rücksicht und respektieren Sie die Nutzung und die Gesprächszeit.
Es darf beispielsweise nicht vorkommen, dass zwei oder mehr externe Stationen eine für eine andere Region vorgesehene Gesprächsgruppe nutzen.
Landesweite Gesprächsgruppen in den USA sind im Allgemeinen für Anrufe und/oder kurze Gespräche gedacht und sollten nach Möglichkeit auf einen lokalen TAC-Kanal gewechselt werden.
Üblicherweise gilt eine 10-Minuten-Regel, nach der sich ein Überwachungsmitarbeiter in Ihr Gespräch einschaltet, um Sie höflich zu bitten, in eine andere Gesprächsgruppe zu wechseln.
Beachten Sie, dass diese landesweiten Gesprächsgruppen auf einer Vielzahl von Repeatern im gesamten Bundesstaat statisch eingerichtet sein können. Funkrunden sind in landesweiten Gesprächsgruppen zulässig.
