Historie OV S31 - DM3KGM * DM3GM * Y35ZM * DL0KGM
Man schrieb das Jahr 1953.
Die Geschichte eines traditionsreichen Amateurfunkklubs in Leipzig begann.
Einige Leipziger Funkinteressierte trafen sich Anfang der 50ger Jahre immer öfters in einem Raum der Bleichert AG in der Lützowstraße in Leipzig Gohlis. Erfahrungen wurden ausgetauscht, erste Amateurfunkprojekte geplant und verwirklicht. Die ersten Versuche mit der Hochfrequenz begeisterten die Ömer.
DM3KCM und später die Klubstation DM3KGM sendete die ersten Funksignale in den Äther.
Gründungsjahre - 1954 wie alles anfing
Einige Leipziger Funkinteressierte trafen sich immer öfters in einem Raum der Bleichert AG, später VTA Werk I in der Lützowstraße in Leipzig Gohlis. Erfahrungen wurden ausgetauscht, erste Amateurfunkprojekte geplant und verwirklicht. Die ersten Versuche mit der Hochfrequenz begeisterten die Ömer.
Es gab Bemühungen von Funkinteressierten, in der DDR wieder legal am Amateurfunk teilzunehmen.
Am 6. Februar 1953 erfolgte die Legalisierung in der DDR durch das erste Gesetz über den Amateurfunk. Wenig später, am 14. Juli 1953, wurden in der DDR die ersten 16 Amateuerfunklizenzen ausgegeben, davon 6 nach Leipzig. Die nach Leipzig vergebenen Lizenzen trugen die Rufzeichen DM2ABM, DM2ACM, DM2ADM, DM2AEM, DM2AFM und DM2AGM. Aus dieser Zahl kann man heute schließen, dass zu jener Zeit Leipzig ein Zentrum darstellte. Die Lizenznummer 4, mit dem Rufzeichen DM2AEM wurde an Herbert Trepte vergeben. Bis 1945 war Herbert bereits im DASD unter DE-1868/U aktiv.
Unter seiner Leitung wurde eine der ersten Amateurfunkstationen Leipzigs ins Leben gerufen.
Die Versuche beschränkten sich auf das 10 Meter Band. Gearbeitet wurde mit einem Empfänger 'Emil' und Sender 'Cäsar'. Als Antenne diente eine Groundplane, die über einen überdimensionierten 'Abstimmkasten' auf Resonanz gebracht wurde.
Am 15. Juli 1953 wurde der Funkbetrieb, wie damals üblich, 'planmäßig' mit einem QSO zwischen den Leipziger Stationen DM2AEM und DM2AGM auf 3610 kHz eröffnet.

In den 1990er Jahren erinnerte sich Werner Müller, ex DM2ACM sk in einem Gespräch mit Dieter Priebe, DL8YTM sk an diesen bewegenden Moment.
- 'Am 15. Juli 1953, 19:10 Uhr war die Station von DM2AEM, Herbert Trepte [sk] bertriebsbereit. Da aber das erste QSO mit einer DDR Station gefahren werden sollte, musste er noch eine Weile warten. 20:30 Uhr ertönte auf 3610 KHz der erwartete Anruf.
- Dann ertönte - DM2AEM von DM2AGM - bitte kommen ... -
- Und es wurde das erste offizielle QSO zwischen Herbert und Fredi gefahren. Die anderen 3 Leipziger saßen ungeduldig vor ihren 'Kisten'. Es folgten 21:40 Uhr DM2ADM, 22:20 Uhr DM2ACM, 23:30 Uhr DM2ABM und die Abnahme von DM2AFM erfolgte einige Tage später.
- Die Gefühle beim ersten QSO nach langer Zwangspause sind schwer zu beschreiben. Jedenfalls war es für mich noch schöner als die erste Autoalleinfahrt mit der eben erworbenen Fahrerlaubnis.'
Der Aufbau einer Organisation der Funkamateuere in der DDR erfolgte in Form von Ausbildungszentren im Rahmen der Gesellschaft für Sport und Technik, die entsprechend der damaligen Praxis größeren staatlichen Betrieben als Träger angeschlossen waren.
Dessen ungeachtet war die Entwicklung stark vom Einsatz einzelner Personen geprägt. In der damaligen 'Sowjetischen Aktiengesellschaft Bleichert Transportanlagen Fabrik SAG Leipzig' - SAG Bleichert - machte sich Herbert Trepte, DM2AEM sk besonders um diesen Aufbau verdient. 1953 wurde dort mit dem Aufbau einer Klubstation begonnen. Herbert war zu dieser Zeit Leiter des Messlabors beim Mitteldeutschen Rundfunk und übernahm diese Tätigkeit ehrenamtlich. Unter seiner fachkundigen Leitung entstand eine der ersten Klubstationen der DDR. Im gleichen Jahr wurde aus der SAG der VEB Schwermaschinenbau Verlade- und Transportanlagen - VTA.
Im Februar 1954 wurde dieser Klubstation das Rufzeichen DM3KCM zugeteilt. Deshalb sehen wir den Februar 1954 als Gründungstermin unseres OV S31 an. In einer diesbezüglichen Bekanntmachung in der Presse stand noch DM3ACM, dies wurde aber durch die Lizenz ausgebende Behörde kurzfristig in DM3KCM korrigiert. Die Ziffer '3' im Rufzeichen kennzeichnet Klubstationen.
Am 09. April 1954 um 20:00 Uhr erfolgte die erste Sendung auf 10 Meter, die älteste erhaltene QSL-Karte ist auf den 28. 04. 1954 datiert.
Die Jahre 1954 bis 1962 im VTA-Werk I
In den folgenden Jahren war die Klubstation vom VTA-Werk I, Lützowstraße 34 QRV. An Technik gab es einen RX–Emil einen AQST und einen TX–Cäsar, die an einer 41 m LW bzw. einer Vertical für 10 Meter betrieben wurden.
Im Jahre 1957 übernahm OM Alfred Harnisch, DM2AYM als neuer Stationsleiter die Kollektivstation DM3KGM. Im Mai 1957 wurde der neue vierstufige Sender fertiggestellt und spielte zur vollen Zufriedenheit. Damit konnte auf den Kurzwellenbändern 80 Meter, 40 Meter und 20 Meter in Telegrafie und Fonie gearbeitet werden. Die Ausgangsleistung betrug 20 Watt. In der Endstufe quälte sich eine Röhre 6L6. Als RX wurde ein 0-V-2 genutzt.
Hier begann auch, soweit dies heute noch an Hand des Gästebuchs der Klubstation nachvollziehbar ist, die Arbeit der ► Messesonderstation DM0LMM. Dieses Sonderrufzeichen wurde regelmäßig zur Leipziger Frühjahrsmesse aktiviert.
Die Räume in der Lützowstraße wurden aufgegeben.
Ein neuer Standort war von nun ab die MIKA – 'Mitteldeutsche Kammgarn Spinnerei' in Plagwitz. Stationsleiter OM Wolfgang Planke, DM2BUM organisierte von nun ab das Funkertreiben. Zu sagen wäre, daß alle damaligen Mitbenutzer unter dem Call DM3KGM der Kollektivstation funkten. Es gab für Mitbenutzer noch keine Individualrufzeichen. Erst zum Jahresende 1959 wurden Mitbenutzer mit eigenem Call geführt. OM Dieter Müller bekam das bis dahin geltende Kollektivrufzeichen DM3KGM als Mitbenutzerrufzeichen zugeteilt. Die Klubstation DM3GM bekam 1959 für dieses Call die Lizenzurkunde.
1962 bis 1966
In diesen Jahren wurde aus den Räumen der Ingenieurschule für Automatisierungstechnik in der damaligen Dimitroffstraße 13 gefunkt.
Die Fotos wurden von OM's des OV S31 erstellt und für eine Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.
Haus der Zirkel und Arbeitsgemeinschaften Leipzig-Marienplatz 1
Ein weiterer Umzug stand 1965 bevor.
Das neue Domizil im Zentrum Leipzigs am Marienplatz 1 wurde bezogen.
Von nun an ertönten Tag und Nacht CQ Rufe auf der Kurzen Welle. Verbindungen mit Funkamateuren rund um den Globus stehen seit dieser Zeit im Logbuch.

Die Abnahme der Station erfolgte am 21. Mai 1966.
Ab 1980 wurden in der DDR neue Rufzeichenpräfixe eingeführt. Die Klubstation am Marienplatz bekam Y35ZM und aktivierte den Äther. Stationsleiter zu dieser Zeit war Werner Dittrich. Viele tausend QSO's wurden unter diesen Rufzeichen gefahren. Die Ömer vom Marienplatz waren und sind es auch noch heute, 'Kurzwellenbesessen ...'. Viele Diplome und vordere Plazierungen bei nationalen und internationalen Contesten, auch einige erste Plätze, zeugen von den Aktivitäten.
Das Equipment der Konteststation wurde schon in den 70er Jahren verbessert. Mit 'aufgebohrtem' Teltow, einer Eigenbau 500 Watt Linearendstufe und leistungsfähigen DX Antennen – Dreiband Cubical-Quad, auch PA0-Quad genannt, diverse Loop-Schleifen und Dipolen – waren diese Ergebnisse zur damaligen Zeit erreichbar.
Von diesem traditionsreichen Standort leitet sich auch der Name unseres OVs ab.
Nach der Abnahme der Technik durch einem Mitarbeiter der Deutschen Post am 21. Mai 1966 war die Klubstation unter dem Rufzeichen DM3GM und nach der Zuweisung des Rufzeichenblockes Y2 ... Y9 im Jahre 1979 an die DDR unter Y35ZM sehr aktiv.
Zu den Zeiten der Leipziger Messe wurde von hier aus regelmäßig ein ► Sonderrufzeichen genutzt. Dies war zunächst DM0LMM und nach dem Jahre 1979 wurde die Messesonderstation unter Y80LM, Y81LMM ... usw. betrieben.
Die Zeit von 1989 bis 1994
Am 3. Oktober 1990 erfolgte der Beitritt zur BRD. Diese Entwicklungen hatten auf die Klubstation und auf das Leben vieler Funkamateure weitgehende Auswirkungen. Die Gründung des Radioklub 'Leipzig-Marienplatz e.V.' erfolgte am 10. März 1990. Zugegen war auch unser ► 'Oldtimer' Gerhart Müller sk, seit 1933 lizensiert. Begonnen hat Gerhart unter der DE Nummer DE-1578 gefolgt von D4BTW, DM2AMM, Y21MM und zuletzt DL1RMA.
Das erste DL Rufzeichen in den neuen Bundesländern wurde als DL0LMM vergeben und ging noch im März zur Leipziger Frühjahrsmesse in die Luft.
Das Call unserer Klubstation ist von nun ab DL0KGM.
Abschied
Die Villa am Marienplatz, unser langjähriges Funk Domizil wechselte den Eigentümer, was für uns das Lichtausknipsen bedeutete. Über ein viertel Jahrhundert war unser Klub von hier aus QRV. Das letzte QSO wurde am 25. August 1992 von Dieter, Y25TM mit 3X0HNU gefahren.
1992 mussten wir den Standort Marienplatz aufgeben.
Die Fotos wurden von OM's des OV S31 erstellt und für eine Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.
Heutiges Domizil im Stadtteilzentrum 'Anker'
Jetzt begannen die etwas turbulenten Zeiten nach der Wende in der DDR. Wir mussten unseren Standort mehrfach wechseln, bis 1994 im Stadtteilzentrum 'Anker' ein neues QTH gefunden wurde.
Der uns zur Verfügung stehende kleiner Raum wurde als "Shack" und Materiallager umfunktioniert. Wir sind dabei ihn funktionell neu zu gestalten.
Die Jahre 1992 bis 1993
Durch Vermittlung eines OV-Mitglieds war unser Treffpunkt das Gebäude eines Ingenieurbetriebs. Leider nicht von Dauer, nur eine kurze Übergangslösung. Das OV Inventar wurde in einem Schuppen eingelagert.
Wir suchten weiter. Einige Monate gewährte man uns die Gastfreundschaft in einer Grundschule im Leipziger Osten. Von 1993 bis 1994 war der Funkbetrieb mit der Klubstation an beiden Standorten nicht möglich.
Wir schreiben das Jahr 1994
Im Jahr 1994 fanden wir ein Quartier im 'Stadtteilzentrum Anker', welches einen neuen dauerhaften Standort nach der Aufgabe des QTH am Marienplatz erwarten ließ. Und bisher wurde diese Erwartung auch erfüllt. Der 'Anker', wie das Gebäude auch kurz genannt wird, befindet sich im Norden von Leipzig und ist mit zwei Straßenbahnlinien gut zu erreichen. Das erste QSO fuhr DL8YTM am 27. September 1994 mit EA2AIH.
Bis es soweit war, stand aber erst mal Arbeit an, und die wurde, wie man es gelernt hatte, in 'kollektiver Zusammenarbeit' auf der Grundlage der Eigenleistung erbracht. Der elektrisch beheizbare Stationsraum befand sich im Dachgeschoss des Mittelbaus. An der Stirnseite des Gebäudes direkt an der Außenwand unseres Raumes wurde ein ca. 8 m langer Mast errichtet, der vor allem als Ankerpunkt für die FD-4 benutzt wurde.
Dieser ausgebaute Dachraum konnte aber nicht lange genutzt werden. Denn unser 'neues Shack', wie auch das ganze Obergeschoß des Mittelbaues, wurde Ende der 90er Jahre aus Bau- und Sicherheitsgründen gesperrt. Die Sperrung des Vorderhauses betraf nicht nur den Amateurfunk, auch der 'Anker' war in seiner Arbeit eingeschränkt.
Eine bescheidene Zwischenlösung ergab sich für uns im Neubau.
Die Fotos wurden von OM's des OV S31 erstellt und für eine Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.
















