Da der Stadtteil Detmerode, in dem das 70cm FM-Stadtrelais DB0VW betrieben wird, nicht betroffen war, konnten sich die Wolfsburger Funkamateure trotz der damals noch fehlenden Notstomversorgung der Relais-Funkstelle mit 70cm-Handfunkgeräten weiterhin verständigen, während zum Beispiel die digitalen Tetra-Funknetze von Polizei und Feuerwehr nach etwa 2 Stunden wegen der begrenzten Akku-Pufferung der Basisstationen ausgefallen waren.
Für die Wolfsburger Stadtverwaltung hatte dieses Ereignis offenbar eine Sensibilisierung gegenüber den Gefahren eines langandauernden Stromausfalls zur Folge. Denn es kam zu mehreren Gesprächsrunden, zu denen auch der OV H24 eingeladen wurde. Es wurde diskutiert, was man vorbeugend gegen derartige Ereignisse tun könne.
Der OV-Vorstand von H24 mit DG5ACX, DK1WB, DF2HBW und DL4OAW zeigte gegenüber der Stadt ein starkes Interesse an diesem Thema und es schlossen sich verschiedene Gespräche zwischen OV-Vorstand, Stadtverwaltung und Berufsfeuerwehr an. Im Ergebnis wurde dem OV vom Oberbürgermeister Mohrs am 20.05.2016 der Auftrag erteilt, entsprechend §15 des Niedersächsischen Katastrophenschutzgesetztes eine „Notfunkgruppe im Fernmeldedienst“ aufzubauen.
Ein derartiger offizieller Auftrag eines Stadtoberhauptes an die örtlichen Funkamateure zur Unterstützung im Katastrophenfall ist bisher einzigartig in Deutschland. Deshalb wurde im OV alsbald nach dem erhaltenen Auftrag eine Notfunkgruppe gegründet mit etwa 10 Mitgliedern. Das Thema „Einbindung der Funkamateure“ in die Katastrophenschutz-Arbeit der BOS 1 -Dienste war offenbar auch für die Behörden unklar, denn es geschah seitens der Stadt zunächst einmal nichts.
Der OV lud Vertreter der Berufsfeuerwehr mehrfach ein, zum Frühlingsfest am OVHeim, dem alten Wasserturm in Fallersleben und zum SSB-Fieldday auf der FielddayWiese in Grafhorst, um im Gespräch zu bleiben und Anregungen zu geben. Aber offenbar fehlte weiterhin eine zündende Idee, wie die Funkamateure sinnvoll eingesetzt werden könnten. Da hörten wir von einer Notfunk-Übung des OV Göttingen und luden den Leiter dieser Gruppe Reinhard DK7AT (sk) zu einem OVAbend nach Wolfsburg ein, damit er uns über seine Erfahrungen berichten konnte. Er ermutigte uns, eine Übung in Wolfsburg nach dem Göttinger Modell zu planen. Das bedeutet, eine Übung entsprechend einem angenommenen Krisen-Szenario eigenverantwortlich durchzuführen, und BOS-Vertreter als Beobachter dazu einzuladen. Diese Vorgehensweise wurde nach Gesprächen mit Kommunikationsexperten der Feuerwehr bestätigt und umgesetzt.
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