75 Jahre - Ein Leben für den Amateurfunk

    75 Jahre - Ein Leben für den Amateurfunk

      Anlässlich seiner 75jährigen Clubmitgliedschaft wurde Gerhard DJ1KN von Wilfried DK6BM zu seinen Erlebnissen interviewt, woraus der untenstehende Beitrag entstand. Der Beitrag ist ein Fenster in die Amateurfunkgeschichte, aus erster Hand, ergänzt mit Bremer Funkgeschichte. 

      Lebenslauf von Gerhard Müller DJ1KN

      Die Eltern von Gerhard besaßen einen Volksempfänger mit 2 Röhren, mit dem Gerhard mit 9 Jahren heimlich Auslandsrundfunk, wie den Londoner Rundfunk, abgehört hatte. Unter den damaligen Machthabern mit Todesstrafe belegt, aber Gerhard war schon damals an Sendungen mit großem Wahrheitsgehalt interessiert.

       

      1948: Weil der UKW-Rundfunk in Deutschland noch nicht entwickelt war, fand der Rundfunkempfang auf Mittelwelle statt.

       

      1950 Gerhard war 16 Jahre alt , sah er im Schaufenster eines Rundfunkgeschäftes einen Detektorempfänger ausgestellt. Es handelte sich um ein geheimnisvolles schwarzes Kästchen mit Drehknopf, Schalter und einem glitzernden Stein, sowie einem Kopfhörer.

      Die Werbung versprach „Radiohören ohne Röhren und Strom“. Nachdem er das Geld für den Empfänger zusammengespart hatte, kaufte sich Gerhard das Gerät. Mit einer 15 m Langdrahtantenne konnte er den Sender Hamburg einwandfrei empfangen.

       

      Erstkontakt zum Amateurfunk

      1949, nachdem die ersten DL-Rufzeichen ausgegeben waren:

      An einem Sonntagmorgen hörte Gerhard auf der Frequenz des Sender Hamburg eine weitere männliche Stimme, die nicht aus Hamburg kam. Der Sprecher schien sich mit jemandem zu unterhalten, die Gegenstation war aber nicht aufzunehmen. Während der Woche war nichts zu hören, nur sonntags um 10.00 h.

       

      Während eines Funkgespräches wurde der Name der Straße genannt, in welcher sich die Station befand, ein Haus, mit einer 40 m langen Antenne. Wie ein Kriminalist suchte Gerhard die Straßen von Uelzen nach der Station ab, die sich circa 500 Meter von seinem Zuhause befand, wurde fündig und klingelte mit klopfendem Herz an der Tür des Funkers. Es öffnete ein junger Mann von 20 Jahren der Gerhard seine Funkbude zeigte. Gerhard war total begeistert. Das Rufzeichen des Gastgebers DL3ML und hieß Rudolf.

       

      Dieser Funkfreund baute Gerhard einen Empfänger mit 2 Röhren. Damit konnte Gerhard nun hörender Weise am Amateurfunk teilnehmen. Unglücklicherweise kam Rudolf, DL3ML, zwei Jahre später bei einem Autounfall ums Leben. Leider hat Rudolf es nicht mehr miterlebt wie Gerhard mit 18 Jahren (1952) seine Amateurfunkprüfung erfolgreich bestanden hatte. Die Lizenzurkunde erhielt Gerhard als verfrühtes Geschenk zu Weihnachten.

       

      Anschließend wurde Gerhard Mitglied im Ortsverband Uelzen, des DARC e.V., wo er von den Funkerkollegen große Nachhilfe in Sachen Technik erhielt.

       

      Die Zeit des „Schwarzfunkens“ vor der bestandenen Lizenz 

      Ein Freund von Rudolf baute für Gerhard einen UKW-Empfänger, der durch einen Schalter zu einem Sender wurde. Als Mikrofon diente eine Telefonhörerkapsel.

      Es befassten sich noch 4 weitere Funkfreunde unlizensiert mit der Funktechnik im Frequenz-Bereich 2 m. Die benutzte Frequenz wurde mittels einer Lecherleitung - eine Zweidrahtleitung mit einer Glimmlampe - ausgemessen. Frequenzmessgeräte für diesen Frequenzbereich gab es für Funkamateure damals noch nicht. Als „Rufzeichen“ verwendeten Gerhard und seine Mitfunker Namen wie „Florida“ und „Santiago“. Zur schwarzfunkenden Runde gehörte auch Karl Dummer, DJ2OX, verstorben im Dezember 2025 und DJ2OZ silent Key.

       

      Gerhard und seine Mitfunker wähnten sich auf 2 m sicher und ungehört, als eines abends die Stimme eines Briten aus Fassberg mit einem DL2?? Rufzeichen auftauchte, der die Gruppe auf ihr illegales Treiben hinwies und dass man für das Funken eine Prüfung abzulegen hat. Die Rufzeichenreihe DL2 war den britischen Besatzungssoldaten zugeteilt.

      Anmerkung zu den Rufzeichen unter britischer, amerikanischer und französischer Besatzung: 
      - Die Briten nutzten den Rufzeichen Block DL2,
      - die Amerikaner DL4 und

      - die Franzosen DL5. 
      Mit Wiedererlangung der Souveränität der damaligen Bundesrepublik im Jahr 1955, erhielten die Funkamateure der Besatzungsstreitkräfte den Rufzeichenblock DA1-9.

      Station in Uelzen 1963
      Station in Uelzen 1963

      Zuhören, lernen, Funkerprüfung geschafft !

      Seit 1949 hat Gerhard die technische Entwicklung im Amateurfunk verfolgt, miterlebt, mit damals gerade 15 Jahren. Seinen ersten Kurzwellenempfänger baute DL3ML, damals noch mit 2 großen Röhren die mit 6 Volt aus einem Akku beheizt wurden. Die verschiedenen Kurzwellenbereiche wurden durch Wechsel von Steckspulen erreicht.

      Die Spannungsversorgung der Anode, die 200 Volt benötigte, erfolgte direkt aus dem Uelzener Gleichstrom-Netz. Im Jahr 1951 wurde das Gleichstromnetz auf Wechselstrom umgestellt. Ab diesem Zeitpunkt war zur Gewinnung von Gleichstrom ein Transformator notwendig.

       

      Zu dieser Zeit wohnte Gerhard in Uelzen und war regelmäßiger Hörer der Rundspruchsendungen aus Bremen, gesprochen von Hans Goldmann, DL1KH.

      Gerhard’s Interesse am Funken stieg weiter, als er einen jungen Funker kennen lernte, der Telegraphie - sprich das Morsen beherrschte. Der Name des Telegraphisten war Jürgen Hemme, DL3LM. In Jürgens Funkbude waren an den Antennenleitungen Glimmlampen zur Signalkontrolle montiert, die Gerhard sehr faszinierten. Jürgen Hemme zog später in die Schweiz, wo er hoffentlich noch heute lebt.

       

      1952 war es dann so weit, die Prüfung zur Lizenz stand an, welche Gerhard erfolgreich bei der damaligen Oberpostdirektion in Hannover ablegte. Zu damaliger Zeit konnte man erst mit 18 Jahren die Prüfung ablegen und benötigte noch bis in die 1990er Jahre ein polizeiliches Führungszeugnis. Um auf der Kurzwelle zu funken war bis 2002 Telegraphie eine Grundbedingung, desweiteren Gesetzeskunde und Technik, die für die Prüfung „gebüffelt“ werden mußte.

       

      Nach bestandener Prüfung machte sich Gerhard gleich daran einen Telegraphie-Sender mit drei Röhren zu bauen. Die Endstufe arbeitete mit einer Wehrmachtsröhre LV1. Der Sender arbeitete im 80 m-Band.

      Die erste Telegraphie-Verbindung erfolgte mit einer italienischen Station, Gerhard war anschließend schweißgebadet. Mit jedem weiteren Telegraphie-QSO verbesserte sich das Geben und Hören und so sind mindestens 300 Verbindungen mit dem 3 Watt-Sender getätigt worden.

      Weil es in den 1950er Jahren keine fertig aufgebauten Sender zu kaufen gab, baute sich Gerhard nach Vorlagen aus dem Buch „Funkamateur“ von Karl Schultheiß einen Sender mit einer Ausgangsleistung von 35 Watt. Verwendet wurden Röhren von den Typen LV1 und RV 12,6 Volt und in der Endstufe eine P35. Eine 40 m Antenne war das „Tor“ zur Welt.

      UKW-Kontest am Feuerwachturm in Breitenhees bei Uelzen
      UKW-Kontest am Feuerwachturm in Breitenhees bei Uelzen

      Die erste Station auf 144 Megahertz in Uelzen

      1958 baute sich Gerhard nach Vorlagen aus dem Buch “Der UKW-Amateur“ von Karl Schultheiß, ex DL1QK, seinen ersten UKW-2-Meter-Band-Sender, bestückt mit einem Quarz, der im Oberton auf circa 24.053 kHz Schwingungen erzeugte. Mit Hilfe von Verdreifacher- und Verdopplerstufen wurde die Frequenz 144,320 MHz erreicht. Die Sender-Endstufe war eine QQE 06/40, die Betriebsarten Amplituden-Modulation und Telegraphie. Als Empfänger diente ein Nogoton, einer Firma in Delmenhorst.

       

      Die Antenne war eine 7 Element von FUBA, die Gerhard mit einem Rad von seinem Zimmer aus drehen konnte. Von seinem Standort in Uelzen war es Gerhard sehr oft möglich Stationen aus England und der Schweiz zu erreichen. Die Anlage wurde mit einer Umschaltung für mehrere Quarze erweitert und auf diese Weise frequenzmäßig variabel.

       

      Im Ortsverband Uelzen bildete sich eine Gruppe Funkamateure, die sich an Reichweiten-Wettbewerben beteiligte. Die Funkanlage von Gerhard kam oft auf dem Feuerwachtturm in Breitenhees, südwestlich von Uelzen, zum Einsatz. Von diesem hohen Turm gelangen fantastische Funkverbindungen auf UKW.

       

       

       

      2 Meter- Senderbaustein
      2 Meter- Senderbaustein
      Sende/Empfängereinheit
      Sende/Empfängereinheit:
      1963 baute ich einen super stabilen frequenzvariablen 12 Mhz Oszillator zu dieser Sendeeinheit (12 mal 12). Wir waren in Bremen die Ersten auf 2 Meter. Es wurde uns damals
      unlauterer Wettbewerb beim Kontest vorgeworfen...!
      3 Röhren-Mobilsender, Anodenmodulation
      3 Röhren-Mobilsender, Anodenmodulation
      Nogoton-Empfänger
      Nogoton-Empfänger
      Bilder aufgenommen 1964 VW-Käfer mit 24 PS Motor. Antenne 4 Element von FUBA, sie wird heute noch von einem Funker in Bremen genutzt.
      Bilder aufgenommen 1964
      VW-Käfer mit 24 PS Motor.
      Antenne 4 Element von FUBA, sie wird heute noch von einem Funker in Bremen genutzt.
      Das Rohr auf dem Dach konnte ich ausziehen und im Wagen drehen. Ich kam damit durch den TÜV
      Das Rohr auf dem Dach konnte
      ich ausziehen und im Wagen
      drehen. Ich kam damit durch
      den TÜV
      Hier in der Wohnung von Friedel war ich oft dabei, weil er auf dem Dach ein Antenne montieren konnte.
      Hier in der Wohnung von Friedel war ich oft dabei, weil er auf dem Dach eine Antenne montieren konnte.
       

      Umzug von Uelzen nach Bremen

      Vor seinem Umzug nach Bremen absolvierte Gerhard in den Jahren 1953 bis 1956 eine Ausbildung zum Rundfunkmechaniker. Es folgten zwei Jahre Gesellenzeit.
      1959 wechselte Gerhard seinen Standort berufsbedingt von Uelzen nach Bremen. Sein Arbeitsplatz befand sich im Werk von NordMende - Bereich Fernsehen.

      Als seine neuen Kollegen mitbekamen, das Gerhard Amateurfunk als Hobby hatte, zeigten einige seiner Kollegen gleichfalls Interesse am Amateurfunk. Gerhard unterrichtete sie in den, zur Prüfung notwendigen, Fächern Technik, Betriebstechnik und Gesetzeskunde und auch in Telegraphie. Um die Kollegen hörender Weise in Telegraphie zu schulen, erfolgten die Lektionen drahtlos.

      Damit seine Morsesendungen empfangen werden konnten, wurde eine Serie von einfachen UKW-Empfängern in Eigenleistung gefertigt. Zweimal pro Woche traf sich die Gruppe in Bremen-Sebaldsbrück in der Gaststätte Lindenhof, wo Gerhard den Anwärtern das nötige technische Wissen vermittelte.

       

      Mit einem 2-Meter-Band-Sender kleiner Leistung strahlte Gerhard abends einen Morsekurs aus der für die Prüfung von der Deutschen Bundespost gefordert wurde. Telegraphie geben, hören und niederschreiben war Teil der Prüfung.

       

      Im Juli 1963 erfolgte die Prüfung vor der Oberpostdirektion Bremen und 5 von 6 Teilnehmern bestanden diese erfolgreich. Sie erhielten folgende Rufzeichen: DJ7ZB, Günter; DJ8ZE, Wilfried; DJ8YZ, Friedrich Garbers (3. November 2025 sk); DJ7ZR, Hans-Hinrich Otten; DJ9WK, Herward und ein OM Namens Arnold. Leider ist von den genannten 2026 niemand mehr am Leben.

       

      Jetzt mußte die Technik, Sender und Empfänger, aufgebaut werden. Gerhard hatte bereits Erfahrung im Bau von UKW-Sendern und baute die sogenannte „Null-Serie“. Friedel, DJ8YZ, war gut in Sachen Mechanik und so entstanden kleine Baugruppen, die in Gehäuse eingebaut wurden. Anschließend Richtantennen auf die Dächer und der Funkbetrieb konnte starten. Leider wohnte Gerhard zur Untermiete und konnte daher keine drehbare Antenne installieren.

       

      Um Bremen und seine Umgebung kennenlernen zu können, hatte sich Gerhard einen VW Käfer angeschafft, ein Loch in das Wagendach gebohrt und fuhr fortan mit einer 4 Element-Antenne Marke FUBA durch die Gegend.

       

      Sonntags gingen die Fahrten auf die Anhöhe Badener Berg oder Richtung Oyten, östlich von Bremen. Durch großen „Höhen“ erzielte Gerhard gute Reichweiten mit seiner Anlage. Die Funkkontakte erfolgten in Amplituden-Modulation und auf dem 2 m-Band war viel los. Der Sender von Gerhard hatte die Quarzfrequenz 144,630 MHz und wurde mit einer Röhre Typ QQE 04/5 betrieben. Empfänger war ein Nogoton. Ein Wandler erzeugte aus den 6 Volt des VW 200 Volt Gleichspannung für die Anode.

       

      Um ein Auto mit einer drehbaren Antenne auf dem Dach genehmigt zu bekommen, mußte der TÜV in Bremen sein OK geben. Als Gerhard sein Gefährt dem TÜV vorstellte, erhielt er zuerst ein: "Abbauen, kann nicht genehmigt werden".
      TÜV Prüfer war Hans Rund, DJ8HR, von 1968 bis 1972 OVV des Ortsverbandes Bremen i04. Nach längerer Diskussion, ob so ein Auto, wie das von Gerhard, für Verkehr zugelassen werden kann, bekam er schließlich die begehrte TÜV Plakete und war danach funkerisch mobil unterwegs.

       

      Mit Günter, DJ8ZB und Friedel, DJ8YZ, hielt Gerhard über 40 Jahre Kontakt. Leider sind Wilfried, DJ8ZE; Hans, DJ7ZR und Friedel, DJ8YZ verstorben.

       

       

      Universität Bremen 1973 - 1999

      Als sich bei NordMende der Niedergang der Firma abzeichnete, wechselte Gerhard 1973 von NordMende zur Uni Bremen.

      Dort war er als Medientechniker tätig bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1999. Während seiner Zeit an der Uni, betrieb Gerhard auch eine Klubstation unter dem Rufzeichen DL0UB. Die Station diente zur Präsentation des Amateurfunks in der Öffentlichkeit. Sie konnte auch von Studenten genutzt werden die bereits eine Lizenz besaßen.

       

      Die Technik heute

      Viele Jahre sind seit 1956 ins Land gegangen und neue Betriebstechniken hinzu gekommen. Die Amplituden-Modulation wurde durch SSB = Einseitenband-Modulation mit unterdrücktem Träger und Frequenzmodulation abgelöst. Es kamen digitale Betriebsarten wie RTTY = Funkfernschreiben, PSK31, Packetradio (vergleichbar mit E-Mail-Verkehr) Fernsehen, Funkbetrieb über Satellit und seit Neustem Schmalbandbetrieb mit den Betriebsarten FT8 und FT4 dazu.

       

      Um den Funkazubis das Erlernen der Telegraphie zu erleichtern, hatte Gerhard zwei Kurse erstellt:
      Den ersten zum Lernen der Morsezeichen und einen zweiten um das Tempo der Zeichen zu erhöhen.

      Die Kurse hat er später ins Netz gestellt und sie werden selbst noch heute regelmäßig abgerufen; und das, nachdem vor über 20 Jahren die Telegraphie-Prüfung abgeschafft wurde.

       

      Antennenanlage ca. 1993
      Antennenanlage ca. 1993
      Funkstation ca. 1993
      Funkstation ca. 1993
      Antennen 2018
      Antennen 2018
      Station 2018
      Station 2018

      Letzte Erweiterung an der Station ist ein Computer und ein Mobiltelefon mit dem die Betriebsart Echolink betrieben werden kann. Echolink ist Funk über eine Relaisfunkstelle unter Nutzung des Internets weltweit. Der PC wurde auch für Ton-Aufnahmen des Rundspruches genutzt. Ausserdem hat Gerhard über einen Zeitraum von 7 Jahren Texte für sehbehinderte Funkamateure gesprochen.

      Der IbFD ist ein Verein blinder und sehbehinderter Funkamateur: www.ibfd-ev.de

       

      Funkamateure dürfen immer noch ihre Sende- und Empfangsanlagen selbst bauen.
      Die Technik befindet sich in laufender Weiterentwicklung.

      Gerhard hat nicht alle Facetten des Funk-Hobbies genutzt. Der Amateurfunk ist ein „breitbandiges“ Hobby und es gibt immer etwas Neues auszuprobieren, ein Hobby, bei dem es nie langweilig wird.

       

      UKW-Funkwettbewerbe

      In der Hoch-Zeit des UKW Funks in den 1960er und 1970er Jahre fanden Wettbewerbe auf Malz-Silo-Behältern - 6 an der Zahl - in luftiger Höhe statt. Ein Kontakt zum damaligen Hausmeister der Beck’s Brauerei machte es möglich. Auch hier kamen die Gerätschaften von Gerhard zum Einsatz.

       

      Eine Begebenheit am Rande: Ein Funkgerät strahlte eine Oberwelle ab, die genau auf eine Frequenz des Bremer Flughafen fiel. Jedesmal wenn eine Metalltür geöffnet wurde war der Flugfunk gestört.

       

      Bremer Nachtfuchsjagd

      Die Bremer Nachtfuchsjagd wurde im Jahr 1959 ins Leben gerufen und wurde im Lauf von 60 Jahren zu einer regelmäßigen Veranstaltung. Als Gerhard in den 1960er Jahren zur Fuchsjagdtruppe stieß, nahm er in seinen Anfängen als aktiver „Jäger“ teil, mit seinem VW mit Peil-Antenne auf dem Dach. In späteren Jahren verdingte sich Gerhard als einer von 5 „Füchsen“, die gepeilt werden mußten, unter Verwendung einer horizontalen Rundstrahlantenne - einer Halo.

      2019 ging die Verantwortung für die Nachtfuchsjagd nach 60 Jahren in jüngere Hände über und mußte zwei Jahre später nach 62 Jahren - auch Coronabedingt - aufgegeben werden. Ein weiterer Grund : Es fanden sich keine Gastronomien mehr, die bereit waren, um 22.00 h nochmal ihre Küche für die Teilnehmer zu öffnen.

       

      Vorstandsarbeit im OV

      Nachdem OM Horst Panzer, DJ6UI, das Amt nach 4 Jahren zur Verfügung stellte, fand sich Gerhard bereit die Leitung des OV Bremen zu übernehmen. Zusammen mit Wilfried, DK6BM, leitete er den OV, von Februar 1978 bis Februar 1984, sechs Jahre lang.
      1990, als kein
      Mitglied des OVs das Amt des Vorsitzenden übernehmen wollte, ließ Gerhard sich ein zweites Mal zum OVV wählen. Diese Amtszeit dauerte 4 Jahre bis 1994.

       

      "Hier ist DJ1KN mit dem Rundspruch"
      "Hier ist DJ1KN mit dem Rundspruch"

      Rundspruch des OV Bremen

      1978 begann Gerhard, in seiner Eigenschaft als OVV, für Mitglieder des OV Bremen, die aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen die OV-Abende nicht besuchen konnten, einen Rundspruch auszusenden.
      Die ersten Jahre bis ca. 1984 nur auf dem Umsetzer DB0WU, 145,625 MHz im 2-Meter-Band, danach zusätzlich auf 438.825 MHz - DB0OZ. In 47 Jahren hat er 2118 Rundsprüche persönlich verlesen und zum Jahresende 2025 die Aussendungen aus gesundheitlichen Gründen eingestellt.

      Der Rundspruch wird heute durch andere Mitglieder weiterhin auf beiden Relais ausgestrahlt, ist in schriftlicher Form auf der Webseite des DARC-Ortsverbandes Bremen nachzulesen und als Datei zum nachhören eingespielt.

       

      Ehrung für 25 Jahre Rundspruch vom Distrikt Nordsee im DARC e.V., übergeben von Hartmut Klein DJ9OD
      Ehrung für 25 Jahre Rundspruch vom Distrikt Nordsee im DARC e.V., übergeben von Hartmut Klein DJ9OD
      Zinnteller mit Widmung für den 1000. Rundspruch
      Zinnteller mit Widmung für den 1000. Rundspruch
      Goldenes Mikrofon des Distrikt Nordsee für 40 Jahre Rundspruch (2019)
      Goldenes Mikrofon des Distrikt Nordsee für 40 Jahre Rundspruch (2019)
      Am 24. August 2023 sendete Gerhard DJ1KN den 2000. Rundspruch
      Am 24. August 2023 sendete Gerhard DJ1KN den 2000. Rundspruch

      2019 erhielt Gerhard für seinen jahrzehnte währenden Rundspruch ein goldenes Mikrofon als Dank vom Vorstand des Distriktes Nordsee überreicht. Die Übergabe erfolgte während der Distriktsversammlung.

       

      Am 17. August 2023 verlas Gerhard den 2000sten Rundspruch. Vom OV Bremen bekam er als Anerkennung einen „Diamanten“ aus Kristallglas mit einer Dankesinschrift.

      Wenn es seine Gesundheit zulässt, ist Gerhard auf unseren OV-Abenden mit Rat und Tat anwesend.

       

      Vereinszugehörigkeit

      Gerhard trat dem DARC am 01. November 1951 bei und feierte am 1. November 2025 sein 75 jähriges Jubiläum.

      Wünschen wir Gerhard noch erlebnisreiche Monate und Jahre.
      Gerhard ist zum Zeitpunkt der Niederschrift dieser Zeilen (17. März 2026) 91 Jahre und 6 Monate jung.

       

       

      Danke für das Interview sagt Wilfried Geisler, DK6BM, OVV des OV Bremen i04.

      Bremen, 17. März 2026

      (Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von Gerhard Müller DJ1KN)

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