70cm Vergleichstest für Verwendung als Ersatzkommunikation
Der Distrikt Niedersachsen stellte aus gegebenen Anlass eines längeren Stromausfalls im nordwestlichen Teil des Landkreises Northeim einen Vergleichstest zur Feststellung der eignen Möglichkeiten einer Ersatzkommunikation zusammen. Beim dem Stromausfall waren fast sofort alle Handynetze ausgefallen, natürlich auch die internetgebundenen Festanschlüsse.
Die Feuerwehren wurden angewiesen Ihre Notfallpunkte zu besetzen um Notrufe usw. entgegenzunehmen, nachdem klar wurde, dass der Ausfall länger anhalten könnte wie üblich. Die Kommunikation der Notfallpunkte der Feuerwehren hat sehr gut geklappt über das vorhandene Tetra-Funknetz.
An dieser Stelle war vom Distrikt Niedersachsen schon länger einmal ein Vergleichstest verschiedener Kommunikationsmöglichkeiten angedacht. Weiter wollten wir die Spendengeräte der Fa. HYTERA testen, die bereits eine Sonderprogrammierung hatten.
Der erste Test sollte auf 70 cm erfolgen. Die Geräte wurden von Mitgliedern des OV H19 Osterode und Alfeld H01 in einem Abschnitt des nordwestlichen Landkreises Göttingen (Altkreis Osterode) geführt. Dieser ist ähnlich geografisch schwierig, wie das Ausfallgebiet im Landkreis Northeim.
Neben dem Test auf Direktfrequenzen und eines mit PV und Batterie betriebenen Amateurfunkrelais bei Bad Grund, wurden Betriebsfunkfrequenzen eines Funkhilfe Clubs verwendet. Zudem wurde ein Umsetzer für den Betriebsfunks auf einem Höhenzug zum Landkreis Northeim aufgebaut. In zentraler Funktion für den Test wurde die Clubstation des OV Osterode in Förste gewählt.
Nach einer Verteilung der OM’s auf die Stellen von kommunalen Rathäusern und der Außenstelle des Landkreises Göttingen in Osterode, simulierten wir einen Nachrichtenkreis. Nach einer Prüfmatrix wurde die Betriebsfunkzentrale mit den Handfunkgeräten des Distrikts erprobt, danach Amateurfunkdirektfrequenzen und das Relais. Zuletzt wurde sogar die Bürgerfunklösung PMR in den Test mit einbezogen. Visualisiert wurde das Szenario via APRS. Hier konnten wir bei fast allen Funkstellen sehen ob sie ihren Einsatzraum eingenommen hatten.
Das Kurzfazit zu dem Versuch: Mittels Betriebsfunk sind im Umkreis von 10 Km auch Handfunkgerätestellen gut erreichbar. Das Betriebsfunkrelais ergab erstaunlich ähnlich gute Ergebnisse wie das Amateurfunkrelais das auf gut 600m und damit 300m höher lag.
Unerwartet schlecht fielen die Direktfrequenzverbindungen auf Amateurfunk aus. PMR war leider nur innerhalb 5km wirklich brauchbar.
In Kürze werden für 2m die Handfunkgeräte des Distriktes programmiert. Hier wird es einen ähnlichen Test in ca. 1-2 Wochen geben, wieder mit Betriebsfunk und der Bürgervariante Freenet.
In Arbeit sind auch noch Test mit Crossbandrepeatern, TETRA DMO, Meshcom und Meshcore. Der Einsatz der neuen Drohne wird dann ebenfalls bei den Crossbandrepeater und Meshtest eingeplant.
Nachdem die ersten Tests beendet sind, können die Gerätepacks 2m + 70cm zu Tests in anderen Teilen des Distriktes ausgeliehen werden. Einzelheiten und Bilder zum Test werden auf unserer Internetseite zu finden sein.
73, Oliver, DH8OH














