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8. Antennentestwochenende „Große Höhe“

Bilder: Dieter, DK1IJ

Exakt eine Woche vor Beginn hatte es mal wieder begonnen „etwas“ länger und dabei „etwas“ mehr zu regnen. Positiv war, dass zum Antennentestwochenende am letzten April-/ersten Maiwochenende keine Maulwürfe mehr auf dem ganzen Wiesenareal des Truppenübungsgeländes zu finden waren – zumindest die, die nicht über eine eigene Taucherausrüstung verfügten. Dort, wo bisher normalerweise immer das Funkerzelt gestanden war, breitete sich eine bis dato nie dagewesene Wasserfläche aus, die in Summe vielleicht dem Steinhuder Meer, mindestens aber dem Dümmer entsprach. Zum ersten Mal musste der Standort des Zeltes nach Osten ausweichen – und damit auch die Masten, Antennen und natürlich das Stromaggregat. Gummistiefel waren das prägende Schuhwerk, verhinderten sie doch zuverlässig feuchte Socken. 

Routiniert und in kürzester Zeit waren die beiden Zelte aufgestellt, entstanden elektrische Infrastruktur sowie der funktechnische Anschluss an das Delmenhorster Stadtrelais. Glücklicherweise ließ sich der nachfolgende Regen Zeit, bis das Camp größtenteils fertiggestellt war. Zum Grillen bedurfte es dann aber doch einer Dachkonstruktion als halb fliegende Konstruktion mittels diverser Tarnnetzstangen und einer großen Plastikplane, die mit Gummispannern und etwas Tauwerk in Form gehalten wurde. Die Marconi-Avenue beherbergte auch in diesem Jahr wieder diverse Wohnmobile, Wohnwagen, einen mutigen Zelter sowie einem Autoschläfer, denen die niedrigen Temperaturen des Wochenendes (Vorboten von Pankratius, Servatius, Bonifatius und der kalten Sophie) offensichtlich nichts ausmachten. Sehr gefreut hat auch, dass Karla, Bernd, Günter und Helmuth aus dem Nordwesten des Distrikts sich wieder entschlossen hatten, das Wochenende gemeinsam mit uns zu verleben.

Nachdem Tobi die Magnumflasche eines gewissen Käpt’n ins Versorgungszelt geschmuggelt hatte, dessen Inhalt mittels mechanisch wirkender Pumpeinrichtung herausgehebert und danach mit Cola auf individuelle Trinkstärke angepasst werden konnte, war die anwesende Mannschaft bereit und willens, für einen weiteren Programmpunkt des Abends, der sich – natürlich neben besagter Großflasche – schnell als Highlight herausstellte: Jan startete seinen beamerunterstützten, exzellenten Vortrag zum Thema „Software Defined Radio“ - kurz SDR – und sicherte allen damit einen spannenden, informellen und äußerst kurzweiligen Abend, der später ganz am Schluss und weit nach Mitternacht im Funkzelt auf den „fröhlichen Wellen“ sein Ende fand.

Bei Mett und Brötchen, die frisch von Thorben angeliefert wurden, begann der Samstag so wie vorgesehen: mit einer ausgiebigen Frühstückssession. Danach ging es weiter mit dem Testen der unterschiedlichen Antennen und etwas Funkbetrieb. Günni wollte gerne seinen FA-SDR, ein Bastelprojekt vom Funkamateur, ausprobieren und scheiterte zunächst an der Win7-Treiberinstallation und dem Anwendungsprogramm, da sämtliche Software nur für Windows-XP vorhanden war.  Erst durch die tatkräftige Unterstützung von Sven, Schmiddi und dem World-Wide-Web klappte es schließlich.  Dieter wurde seine 3-Band-Vertikale mit wippenden Radials, die einem – im wahrsten Sinne des Wortes - direkt ins Auge stechen konnten, mehrfach auf den kleinen Alu-Steckmast gebaut, während Matze und Jan eine Art Vertikal-Moxon für das 15m-Band konstruierten, aufstellten und ausprobierten. Michael, Professor an der Hochschule Bremen, nahm die günstige Gelegenheit wahr und testete seine multiresonante Dipolantenne für die Betriebsart WSPR (sprich: „whisper“ -> engl., Geflüster). Im Laufe des Tages nahm das allgemeine Interesse sowohl von Funkamateuren aus den umliegenden Ortsverbänden als auch vieler Nichtlizenzierter zu. Geschätzt waren zwischen 30 und 40 Personen anwesend. Offensichtlich fehlt es bei vielen Ortsverbänden an Angeboten mit Praxisanwendungen, Versuchen und Tests. Da zeigt der Ortsverband Delmenhorst – mittlerweile routiniert - wie es geht.

Nach Einvernahme gegrillter Wurst- und marinierter Nackensteaks aus dem Hause Borsti, extra verfeinert mit gespendeten Salaten feinster Couleur, verlagerte sich das allgemeine Geschehen dann wieder in Richtung Funkzelt, wo u.a. bei einem 20m-Funkgespräch „States side“ die Vorzüge von „German Bratwurst“ und „Snitzel“ nach den vorangegangenen, eigenen Praxisversuchen  vortrefflich diskutiert und miteinander ausgetauscht werden konnten. Nimmt es da Wunder, dass um null Uhr der Grill noch einmal kurz angeheizt wurde, und es – quasi als Mitternachtssnack - eine Bratwurst „auf die Hand“ gab?

Der geordnete Abbau am Sonntag gestaltete sich unauffällig, sieht man einmal von den vielen Umwegen durch nicht passierbare Wasserpfützen ab. Und - wie sollte es auch anders sein – pünktlich, nachdem die letzte Zeltbahn abgebaut und zusammengelegt worden war, kam die Sonne wie zu ihrer Entschuldigung zwischen den Wolken hervor und entschädigte mit ihren warmen Strahlen wenigstens ein klein wenig für ihre wiederholte Abwesenheit am Wochenende.

Ein großes Dankeschön an all diejenigen, die mit ihrem Einsatz und tatkräftiger Unterstützung es überhaupt erst möglich gemacht haben, dass dieses Wochenende so ablaufen konnte!      

Günni, DL9BCP

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