Fieldday Juli 2013

Fieldday Juli 2013

Fieldday 2013

In dem Waldgelände ist es relativ ruhig. Von der nahen Autobahn wehen Fahrgeräusche vom frühmorgendlichen Betrieb herüber. Natürlich krakeelen die ersten Vögel schon in den Bäumen. Das vielstimmige Orchester aus dem OV hat zu unterschiedlichen Zeiten seit ungefähr Mitternacht in Wohnmobilen, Wohnwagen, Zelt und Schützenhaus Platz genommen und sich eingestimmt. Die tiefen Instrumente sind klar in der Überzahl. Sägende Streicher, trompetende Bläser – dazwischen auch einmal ein Stakkato-Solo. Nicht mehr lange, und Jürgen, DH3GD, wird mit warmen Brötchen und frischem Mett auf den Vorplatz des Urneburger Schützenhauses rollen und das gemeinsame Samstagmorgen-OV-Fieldday-Frühstücksbuffet einläuten. Dann hat auch Herrmann, DG2BDK, alle Hände voll zu tun, um den nimmer satten Kaffedurst der Frühstückstafel zu decken.

Tags zuvor am Freitagnachmittag um 14 Uhr war der Startschuss gefallen zum alljährlichen OV-Fieldday, wieder auf dem Gelände des Urneburger Schützenvereins. In diesem Jahr als Alternativ-Veranstaltung zur parallel stattfindenden HAM-RADIO in Friedrichshafen. Noch sind ausreichend freie Stellplätze für permanente Wochenendteilnehmer mit Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil vorhanden, aber die Übernachtungszahlen steigen stetig und sind mit 10 Personen so hoch wie noch nie. Dieter, DK1IJ, hatte am Vortag den Schlüssel zum Gelände besorgt und für die komplette Zeit auf eigene Kosten einen Hubsteiger organisiert. Dieser bildete das Wochenende über eine gute Plattform für den drehbaren 3-Element-Minibeam von Tobi, DG9BFP, sowie diversen Drahtantennen. Gleich nach dem  Aufbau des großen OV-Zeltes am Rande der Wiese, ging es nahtlos über in die ersten Funk- und Antennentests.

Gerd, DJ6LT, der routinierte und starke Fels in diesem OV-Gewusel hatte mittlerweile sein metallenes Arbeitsgerät neben der Eingangstür zum Schützenhaus in Stellung und auf ausreichende Temperatur gebracht und begann sogleich mit der Verköstigung der hungrigen Meute mit köstlichem Grillgut wie Nackensteaks und Grillwürstchen. Der OV-Spendenaufruf war in großer Zahl erhört worden, und so konnte die Wochenendversorgung anstelle von schnödem Toastbrot mit den unterschiedlichsten wohlschmeckenden Salaten wunderbar ergänzt werden. Allen Zuträgern vielen Dank dafür!

Das aufgestellte große OV-Zelt erwies sich am Abend als tolle Klönschnack- und Fun(k)-Oase. Ja, es gab sogar Besuch von einem richtigen, trinkfesten Kapitän mit Namen „Morgen“ oder so ähnlich (der schon bald auf dem Trockenen saß und abgelöst werden musste). Nachdem Andreas, DF7BN, den kleinen Wichtigkeitsverstärker aufgestellte, der von den anderen sogleich an Funkgerät und Antenne verkabelt wurde, ging sofort die Suche los nach weit entfernten Gesprächspartnern auf dem 20m-Band. Leider waren die abendlichen Kurzwellenbedingungen nicht überragend. Der Geselligkeit tat es keinen Abbruch, sodass man erst spät in der Nacht bzw. früh am Morgen schlafen ging. 

Nach der feuchtfröhlichen Nacht – es hatte zusätzlich auch noch geregnet – ging es nach dem stärkenden Frühstück weiter mit Antennenbau und –tests.  Während Herrmann, DJ4SQ, Gast-SWL Gerrit und Günni, DL9BCP, auf der noch immer durchfeuchteten Wiese eine Triple leg fürs 40m-Band an einem 18m hohen Spiderbeam-GFK-Mast aufbauten, testete Manni, DG1BM, seine Kollektion an selbstgefertigten Ununs (unbalaced-unbalaced) an einem provisorisch aufgehängten Langdraht. Dann bat auch schon wieder Gerd um das Wort und servierte gekonnt seine gegrillten Köstlichkeiten.

Für den Kaffeeklatsch am Nachmittag waren Kuchenspenden eingegangen, denen es - in mittlerweile großer Anzahl an Gästen -  gehörig an den Kragen ging. Dann übernahm Sven, DC4BA, das Wort und die Initiative zum offenen Praxis-Workshop „Aufbau und Optimierung einer feedergespeisten Dipolantenne“. Der aus der Aktion entstandene 2x30m lange Dipol ist nun vorgesehen, Jürgen, DH3GD, zukünftig von zu Hause aus besser Gehör auf der Kurzwelle zu verschaffen. Natürlich brachte sich Gerd nun auch wieder in Stellung und damit in Erinnerung, und so wanderten die nächsten Steaks und Würstchen via Grill auf die Teller, um die allzeit hungrigen Gäste zu versorgen.

Am frühen Abend gab es zwei von Horst, DJ4TA, beigesteuerte Filmbeiträge zu sehen, zunächst von  einer „kleinen“ Conteststation aus dem Raum München und dann von einer kommentierten Fuchsjagd im Raum Soltau. Anschließend berichtete Günni, DL9BCP, von der vergangenen Römö-Aktivität mit OZ1RDP und zeigte auch ein paar Bilder von den letzten OV-Aktivitäten. Danach verlagerte sich das allgemeine Geschehen wieder ins große Versammlungszelt, wo auch schon wieder ein neuer Kapitän ungeduldig wartete, mit Cola übergossen zu werden. In der darauf folgenden Nacht hatte das I18-Orchester natürlich einen weiteren Auftritt.

Dem erneut ausgiebigen Frühstück am Sonntagmorgen, wieder mit backfrischen Brötchen, folgte die langsame Orientierung nach einem geordneten Abbau. Das Wetter hatte sich im Laufe des Wochenendes dermaßen stabilisiert, dass alles trocken zusammengelegt und verpackt werden konnte. Leider wurde dabei die zwischenzeitig am Wochenende frisch eingewanderte Mäusefamilie unter Tobis Zelt erneut heimatlos und gezwungen, sich eine andere Bleibe zu besorgen, obwohl sie die vermeintlich sichere Unterkunft schon mit einer Reihe von Gängen unterminiert hatte.  Bevor das Schützenhaus zum Schluss aufgeräumt und Tische und Stühle zurück in den Ursprung gestellt werden konnten, zog Gerd abschließend noch einmal die ihm verbleibenden Register und blies zu einem „Resteessen“. Diese (Fleisch)-Strecke konnte sich sehen lassen! Von Freitag bis Sonntag gingen insgesamt 75 Nackensteaks und ebenso 75 Bratwürste ihren vorbestimmten Oneway-Gang über den heißen Grill – so viel wie nie zuvor. Alleine schon deswegen war das Wochenende ein voller Erfolg. Darüber hinaus: eine beachtliche Zahl von OV-Mitgliedern mit und ohne Partner sowie weiteren Gästen aus den umliegenden Ortsverbänden formten das Wochenende zu einer wirklich geglückten Event-Veranstaltung. Allen Helfern, Unterstützern und Furage-Spendern noch einmal einen herzlichen Dank! 

In dem Waldgelände ist es heute erstaunlich ruhig. Von der nahen Autobahn wehen Fahrgeräusche herüber vom frühen montagmorgendlichen Berufsverkehr. Natürlich krakeelen die ersten Vögel schon in den Bäumen. Doch heute Morgen fehlt etwas: das I18-Orchester ist nicht mehr da …..

 

 

Günni, DL9BCP

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