IARU-Region 1-SSB-Fieldday

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Fotos: DE2WBD (Werner) und DL9BCP  (Günter)

Männer alleine im Wald – Episode 6

 … tick … tack … tick … tack … die Sekunden fliegen nur so dahin und reißen die Minuten hinter sich her. Noch ist genügend Zeit ... noch! Es ist der erste Samstag im September. Irgendwann am Vormittag. Auf einer bekannten Waldlichtung der „Großen Höhe“, ganz in der Nähe des Mikado, herrscht emsiges Treiben. Eben wurden die Getränke fürs Wochenende vorbeigebracht und abgeladen. Man hatte 10 Uhr als Beginn verabredet, und pünktlich sind alle da. Die beiden Zelte zum Funken und Aufenthalt standen als erstes, gleich nachdem die Doppelzepp quer über die Lichtung aufgehängt worden war. Deren Aufhängepunkte sind mit Pfeil und Bogen hoch über die Bäume geschossen worden. Die mitfliegende Angelsehne holte anschließend die belastbare Bastleine ein – eigentlich wie beim Angeln … nur dieses Mal zeigt die Schnur nach oben, und nicht wie sonst üblich nach unten.

Die I18-Mannschaft um DK0FC/portabel rüstet sich für den anstehenden IARU-Region 1-SSB-Fieldday, der pünktlich um 13:00 Uhr UTC beginnen wird. Aber noch sind allerlei Arbeiten zu erledigen: Aufstellen von Stromgenerator mit Ölauffangwanne, Kraftstoffversorgungsautomatik und Feuerlöscher … Einrichten und Testen der Funkstation mit Transceiver, Automatiktuner, Netzteil und batteriebetriebener Notstromversorgung … Vernetzen des Funkgerätes mittels CAT-Interface an das mit UCX-Log laufende Laptop … Herrichten von Sitzgelegenheiten, Tischen und Sonnensegel (später zweckentfremdet als Regendach) … Bereitlegen von Schreibblock und Stiften … Einweisen der Operator in Bedienung und Logprogramm … usw … usw …

Auch wenn einige erfreulich neue Gesichter zu sehen sind, die Crew ist routiniert, sehr engagiert  und meistert äußerst souverän den Aufbau. Knapp zwei Stunden vor Beginn des Wettbewerbs ist man startklar und der Generator beginnt mit einem Ruck an der Schnur seine Arbeit zu verrichten. Er wird in den nächsten 26 Stunden zwar zwei, drei Mal wegen einer Luftblase in der Kraftstoffleitung kurz stehen bleiben, aber dank der Pufferbatterie werden dabei keine Funkverbindungen und Punkte verloren gehen.

Das Wetter zeigt sein sonniges Gemüt und meint es während des Aufbaus gut mit uns – leider ist diese Einstellung nicht von Dauer, denn im Laufe des Wochenendes wird der Lagerplatz mehrfach von Regenschauern überzogen werden. Und zwar mit solchen Wassermengen, dass am Sonntag nach Wettbewerbsende die Zelte nur feucht eingepackt werden können und später zum Trocknen noch einmal aufgehängt werden müssen. Außerdem steht das Gras hoch auf der Wiese. Wer mit Gummistiefeln vorgesorgt hat, behält trockene Socken. Dem Spaß an der Sache tut das aber keinen Abbruch.

Die Stadt Delmenhorst hatte uns im Vorfeld freundlicherweise auch in diesem Jahr die Nutzung besagter Lichtung im staatlichen Forst „Große Höhe“ zugesagt, ebenso wie die Wildnisschule beim Mikado das Benutzen ihrer Außentoiletten. Da der allgemeine Weg über die Lichtung weiter zum Schullandheim führt, welches ebenfalls eine Wochenendveranstaltung hat, gibt es – neben Gassi führenden Hundeliebhabern, Spaziergängern und Reitern - einiges an vorbeifahrendem Publikum. Aber: Nur bei uns ist die Welt zu Gast!

Dann endlich ist es soweit! Direkt mit Beginn des Wettbewerbs beginnt auch das emsige Sammeln von Punkten und Multiplikatoren. Zunächst natürlich auf den höheren Bändern. Der parallel stattfindende „All-Asia“-Contest macht es möglich, dass sich Funkstationen aus Fernost, aber auch aus Amerika,  auf den Bändern tummeln. Am Ende muss jedoch festgestellt werden, dass sich das 10m-Band nicht für uns geöffnet hatte. Alle Verbindungen wurden auf 15m, 20m und in der Hauptzahl auf 40m und 80m getätigt.

Ein ganz dickes Lob ist unseren teilnehmenden „Newcomern“ auszusprechen! Keine Wettbewerbserfahrung gehabt, vorab kaum eigene Funkroutine erwerben können, mit vielem Neuen und Unbekannten konfrontiert – aber sich spitzenmäßig mit eingebracht, schnell gelernt, nach kurzer Einarbeitung als OP die Station selber geführt und alles äußerst souverän abgewickelt. Respekt! Der HF-Virus schwirrte ständig im Funkzelt herum, gut möglich, dass sich der ein oder andere nun damit infiziert hat.

Das letzte zählbare QSO am Sonntag findet mit DK0IU/p statt. Für beide war es die 523. Verbindung des Wochenendes - ein Kuriosum zum Schluss. Die anvisierten 600 Verbindungen, wie aus dem Vorjahr, wurden leider nicht ganz erreicht, aber auch so ist das Ergebnis sehr ordentlich und wurde mittlerweile auch schon eingereicht. Lassen wir uns überraschen, wie I18 diesmal abgeschnitten hat.

Allen Teilnehmern, Unterstützern und funkinteressierten Besucher vielen Dank für ihr Mitwirken und Kommen! Und, wird es im kommenden Jahr eine weitere OV-Teilnahme beim IARU-Region 1-SSB-Fieldday geben? Da bin ich mir schon heute sicher!

Günni, DL9BCP

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