WAEDC 2013-09

Fotos: DK1IJ

KL – Alaska ... VE – Kanada ... KP2 – Virgin Island ... A/K/N/W – USA ... PJ2 – Curacao ... LU – Argentinien ... PY – Brasilien ... CE-Chile ... JA – Japan ... BY – China ... HS – Thailand ... VK – Australien ... VU – Indien ... HZ – Saudi Arabien ... 9K – Kuwait … und … und … und …

insgesamt mehr als 350 Funkgespräche mit 146 außereuropäischen DXCC-Ländern auf verschiedenen Amateurfunk-Kurzwellen-Bändern in Sprechfunk an einem Wochenende geführt. Wenn so etwas möglich ist, dann herrschen entweder hervorragende DX-Bedingungen … oder es ist WAE-DX-Contest-Wochenende.

Am Freitag, den 13. im September, pünktlich um 12 Uhr mittags, begehrte die vor der verschlossenen Schranke wartende Kolonne aus I18-Wohnmobilen, -Wohnwagengespannen, PKW’s mit und ohne Anhänger ungeduldig die freie Zufahrt auf das Bundeswehrübungsgelände „Große Höhe“. Tobi und Günni kamen mit den eingelagerten Zelten, V-Stern-Mast, Antennenutensilien und dem noch fehlenden Torschlüssel – und sogleich wurde das Gelände in Besitz genommen. Klar, zunächst wurden die Fahrzeuge ab- und aufgestellt, danach die verschiedenen Zelte errichtet. Nächstes Jahr werden wir wohl eine eigene Zeltstraße kreieren und Hausnummern vergeben müssen – denn die Anzahl der im Biwak übernachtenden Funkfreunde stieg auf einen neuen Höchststand!

Die Länge des 50m langen Drehstromgummikabels legte den Abstand zwischen Aufenthalts- und Funkzelt fest. Somit war auch der Aufbaupunkt des SM17-Steckmastes bestimmt, der wie immer als zentraler Punkt des 18m hohen 5-fach V-Sterns mit 100m radialer Ausdehnung diente. Weitere 50m Kabel bestimmten den Abstand des 8kVA-Drehstromgenerators - ausgeliehen von der Feuerwehr - zum Funkerzelt. Zur Dämpfung der Laufgeräusche wurde der beplante Transportanhänger davorgestellt.

Es machte sich spürbar bemerkbar, dass auch an dieser Wochenend-OV-Aktivität wieder viele der erst vor kurzem ins I18-Funkerleben eingetretenen Mitglieder engagiert teilnahmen. Nicht zuletzt dadurch ging der Aufbau zügig voran. So entstanden recht rasch die drei Four-Square-Arrays für 80m, 40m und 20m sowie Tobi‘s 3-Element-Mini-Beam für 15m. Der komplette Antennenpark stand fertig aufgebaut und verkabelt - lange bevor die Sonne im Westen unterging.

DK0FC sollte während des Contestes als Mehrmannstation mit gleichzeitig zwei ständig bemannten Kurzwellenstationen besetzt sein. Das ist uns in diesem Jahr für die Zeit unserer Teilnahme nicht zuletzt wegen des „frischen Blutes“ in unseren Reihen hervorragend und sehr gut gelungen! Die beiden nebeneinander stehenden Stationen teilten sich die 5 vorhandenen Antennen bandweise untereinander auf – links: 40m, 15m und 10m (V-Stern) sowie TS-850S als Transceiver – rechts: 80m und 20m mit TS-480S. Als „Wichtigkeitsverstärker“ konnten beide Stationen, ausgestattet mit Headsets und PTT-Fußtaste jeweils auf eine eigene TL-922 zugreifen, die auf Sendeleistungen von bis zu 600W eingestellt wurden. Die beiden Stations-Laptops wurden mittels CAT-Interface an die Funkgeräte angeschlossen und über das im Zelt vorhandene WLAN durch UCX-Log miteinander verbunden. Somit war – bis auf ein Mal – gewährleistet, dass sich beide Stationen richtig die fortlaufend zu vergebene Nummernreihe zuwiesen. Welch Wunder der Technik!

Um Mitternacht (Ortszeit), also zwei Stunden vor Wettbewerbsbeginn, war alles vorbereitet, eingerichtet und ready. Matze und Günni – als erste Schicht – blieben sogar ausreichend Vorlaufzeit, sich im Aufenthaltszelt bei flüssigen Köstlichkeiten zu entspannen und noch die eine oder andere Frage über Technik und Ablauf zu beantworten.

Direkt mit Contestbeginn beginnt auch die I18-Maschinerie, wie geölt zu laufen. Auf 40m sind mit gutem Signal hauptsächlich nordamerikanische Stationen zu hören. Die Multiplikator-Station versucht ihr Glück zunächst auf 80m und wechselt danach auf das noch offene 20m-Band. Jeder Kontakt bringt 1 Punkt. Jedes neue DXCC-Land zählt auf 80m 4-fach, auf 40m 3-fach und auf 20m/15m/10m jeweils 2-fach. Bei A/K/N/W, VE, PY, VK und JA werden zusätzlich auch noch nach den unterschiedlichen Ziffern unterschieden. Hinzu kommen noch QTC’s, das sind von den DX-Stationen zuvor kontaktierte europäische Funkstationen, die in einer Liste bis zu 10 Stück an eine weitere europäische Funkstation noch einmal übermittelt werden. Jedes richtig aufgenommene QTC zählt wie ein selbst geführtes Funkgespräch. Nach zwei Stunden wird an die nächste Operator-Schicht übergeben. So geht es von nun an weiter.

Eine brasilianische Funkstation möchte nach dem Austausch der Daten unbedingt wissen: „Whow, what kind of antenna do you use?“ Der in seine Richtung geschaltete V-Stern hat wohl auf 40m mit 500W HF einen entsprechenden Eindruck hinterlassen. Offensichtlich ist der Gegenüber mit dem Begriff „v-star“ etwas überfordert, aber die Angabe von „200 meter diameter“ hat er sicherlich verstanden.

Am Samstag verschlechtert sich das Wetter rapide. Es beginnt zu regnen - mehrfach und ausdauernd. Gerd (DJ6LT), der sich um die ganze Verpflegung einschließlich Kaffeekochen kümmert, hat deshalb vorsorglich für mittags anstatt Wurst- und Steak-Grillen Suppe beim Elmeloh-Grill bestellt. Diese findet reißenden Absatz. Nachmittags werden von den Besuchern diverse Kuchen angeliefert und am Abend, als es endlich wieder trocken ist, kommt nun doch der Grill zum Einsatz.

In der Nacht auf Sonntag werden vermehrt QTC’s aufgenommen, da viele der auf dem Band rufenden DX-Stationen schon früher gearbeitet wurden. Zum Glück hat es aufgehört zu regnen.

Während sich das Funkgeschehen am Vormittag hin zu den hohen Bändern wendet, beginnt der geordnete Abbau der Low-Band-Antennen, zuerst das 80m-Four-Square, dann das 40m-Four-Square. Zum Schluss ist nur noch eine Funkstation am V-Stern aktiv. Um 13:30 Uhr MESZ wird auch hier der Schalter umgelegt und danach das Stromaggregat gestoppt. Gegen drei Uhr nachmittags  verlassen Dieter und Günni als letzte das geräumte Bundeswehrübungsgelände und schließen hinter sich die Schranke ab. Die diesjährige OV-Aktivität „WAEDC“ ist damit zu Ende.

 

Fakten

-          OV-Teilnahme unter fielddaymäßigen Bedingungen aus dem Zelt

-          10 Operator (zum Teil nur stundenweise)

-          32 Stunden Wettbewerbsteilnahme von möglichen 48

-          12 Übernachtungsgäste im Zelt, Wohnwagen und Wohnmobil

-          ca. 15 weitere Besucher und Aufbauhelfer aus dem OV und Angehörige

-          Energieversorgung über 8kVA Drehstromaggregat (Verbrauch: ca. 3,5Liter/h Super)

-          Temporär aufgebaute Richtantennensysteme, bestehend aus

1.       5-fach V-Stern mit 18m-Steckmast, Schenkellänge je 100m, Feeder gespeist

2.       4-SQ für 80m, mit 18m hohen GFK-Masten als Vertikale, 7-fach Radialnetz je Strahler

3.       4-SQ für 40m, mit 12/10m hohen GFK-Masten als Vertikale, 7-fach Radialnetz je Strahler

4.       4-SQ für 20m, mit 8m hohen GFK-Angelruten, elevated Radials

5.       3-Element-Kurz-Beam für 15m auf rotorbetriebenen Alu-Schiebemast

-          2 komplette Funkstationen mit je einer TL-922 Endstufe, Headset und PTT-Fußtaste, CAT-Interface, über WLAN vernetzte Laptops

-          UCX-Log-Programm

-          Internetzugang über WLAN

 

Daten

-          354 getätigte außereuropäische QSO, davon  

 

 

Band

QSO

NA

SA

AF

AS

OC

10m

3

---

PY

CT3

---

---

15m

81

K, KP2, KP4, VE

HK, PJ2, PY

CT3, EA8, V5

4L, 4X, 5B, 9K, A4, A6, EX, HS, HZ, JA, SU, TA, UA9

YB

20m

141

K, KL, KP2, KP4, VE

CE, HK, LU, PJ2, PY

CT3, EA8, V5

4L, 4X, 5B, 9K, A6, BY, HZ, JA, OD, TA, UA9, VU

9M6, DU, VK, YB

40m

103

CO, K, KP2, VE

HK, LU, PJ2, PY, YV

CT3, EA8, V5

4L, 4X, 9K, A6, HZ, JA, TA, UA9

---

80m

26

FM, K, VE

HK, PJ2, PY, YV

CT3

4L, 5B, UA9

---

 

-          365 Länderpunkte (= 146 DXCC’s  => bei K, VE, JA, VK, UA8..0 zählen auch die Ziffern)

-          309 aufgenommene QTC’s

-          eingereichte Gesamtpunktzahl: 243.090 Punkte

-          160 QSO nach USA, 31 nach Kanada, 40 nach Brasilien und 16 nach Japan. Indonesien wurde auf 15m und 20m gleich 7x erreicht.

 

Resümee

Ein tolles Wochenende, an dem alles funktionierte und sich einpasste. Ein engagiertes und begeisterungsfähiges Team, enorm viel Spaß und mit einer neuen Bestmarke des Endergebnisses.

 

Günni, DL9BCP

 

 

 

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