Die Jahre 1947 bis 1965

Die Jahre 1947 bis 1965

Wie alles begann. Die ersten Jahre von 1947 bis 1965

Wie wir von unserem OM Alfred Pieper (später DL3AV) nachweislich belegt werden kann, war bereits im Jahre 1938 Dr. Paul Greif (D3FMH) als erster Funkamateur in Bottrop tätig. OM Greif war zu dieser Zeit gleichfalls Landesverbandsführer des DASD für den Bereich Westfalen und gab somit Anregung für die Entwicklung des Amateurfunks in der Stadt Bottrop und der umliegenden Region.

Als weiterer Bottroper trat Alfred Pieper im Juli 1940 mit 18 Jahren dem DASD-Landesverband Westfalen bei. Eine Ausbildung im Lesen und Geben von Telegrafiezeichen schloß sich an. Wie Alfred weiter berichtet, war den Jungamateuren während des Krieges nur das Hören auf der Kurzwelle erlaubt. Diese Hörtätigkeit wurde von Alfred auch während seines Einsatzes als Beobachtungsfunker auf der Marine-Peilhauptstelle Stavanger weitergeführt. Nach der Heimkehr aus der Gefangenschaft, Ende August 1945, nahm Alfred alsbald wieder Verbindung zu ehemaligen DASD-Mitgliedem auf, um für sein Hobby Amateurfunk einen neuen Anfangspunkt zu finden. So bekam er Verbindung mit dem damaligen Ortsverbandsführer des Ortsvereins Bochum, Adolf Schmidt (später DL1NR), unter dessen Leitung Alfred vor einem Prüfungsgremium am 10. August 1947 die DE-Prüfung ablegte und sodann die DE-NR. 8221 erhielt.


Bereits zu dieser Zeit war Alfred Mitglied in der WBRC/Shortwave Section und dem Ortsverband Bochum des DARC (noch nicht Britische Zone= BZ). Nach der Gründung am 1.Juni 1947 nimmt Alfred die Verbindung zu den Funkamateuren in Oberhausen und Mülheim auf, weil DL1NR empfiehlt, die Bottroper Amateure sollten möglichst zum Ruhrdistrikt gehören, da Bottrop typische Ruhrgebietsstadt sei und die dortigen OM somit auch kürzere Wege zu Veranstaltungen hätten. Auch in vollem Bewußtsein und der Kenntnis darüber, daß Bottrop zu Westfalen gehörte und damit dem Oberpostdirektionsbereich Münster zugeordnet war.

April 1949 v. l. n. r. Horst Limberg, DL1SQ, Gisela Dornseit, Alfred Pieper, DL3AV, Helga Kerschbaümer, Franz Hajo, DL3BF


Am 1. Dezember 1947 wurde von insgesamt acht OM der Ortsverband Bottrop gegründet und dem Ruhrdistrikt angeschloßen. Die Gründungsmitglieder waren A. Pieper, K.-H. Bothe, G. Kruse, Egon Werner, K.-H. Mertens, A. Rahm, G. Reimann und G.Tucholke. Alfred Pieper wurde zum 1. Ortsverbandsvorsitzenden gewählt. Er bildete in der darauffolgenden Zeit weitere Amateure aus. Die Ausbildung geschah in den Wohnungen der Amateure.

 

Trotz der damaligen Notlage schafften es die Bottroper, aus altem Bastelmaterial und ehemaligen Wehrmachtsgeräten, die für die DE-Prüfung vorgeschriebenen Empfänger selbst zu bauen. Die ersten DE-Prüfungen wurden unter Vorsitz von DL1OM abgehalten. Einmal im Monat, immer am 1. Mittwoch des laufenden Monats, fand der OV-Abend statt. Damals in der Gaststätte "Therese Jäger", Horster Straße. Am 1. März 1948 ist der Ortsverband bereits auf 13 Mitglieder angewachsen.

Nach langer und harter Wartezeit auf die gesetzliche Sendegenehmigung werden die ersten drei Bottroper Funkamateure zwecks Ablegung der Prüfung von der Oberpostdirektion Münster, im Dezember 1948, eingeladen. Im März 1949 ist es dann endlich soweit. Horst Limberg (DL1SQ), Alfred Pieper (DL3AV) und Franz Hayo (DL3BF) erhalten am 23. April 1949 die so sehnsüchtig erhoffte Lizenz. Gleich nach dem Abholen der Lizenz von der Hauptpost in Bottrop, so berichtet DL3AV, sind sie zur Wohnung von DL3BF gegangen, um den zwischzeitlich heimlich gebauten Sender in Betrieb zu nehmen.

Die ersten QSOs wurden mit einem TX -Eigenbau mit Schirmgittermodulation, einer 807 in der Endstufe, einem dynamischen Lautsprecher als Mikrofon und einer 40 m-Fuchsantenne sowie einem BC348 als Empfänger gefahren.

  

Nach entsprechender Ausbildung, jetzt verstärkt durch DL1SQ und DL3BF, erhielten in der Folgezeit vier weitere Bottroper die Sendelizenz. Es sind dies:

Werner Rupprecht (DL6WO), H.G. Möller (DL6WP), Günter Ruckriegel (DL9SN) und Alois Schramm (DJ1LO).

Weil es in der Nachbarstadt Gladbeck noch keinen Ortsverband für Funkamateure gab, schlossen sich dem Ortsverband Bottrop Gladbecker Funkamateure an. Als erste Gladbecker OM sind hier Günter Purek (DL3XE) und Dr. Karl-Peterlein (DL1QY) zu benennen.

In den folgenden Jahren schlossen sich auch Essener Funkamateure, so u.a. Josef Thiele (DJ2HI), dem 0V Bottrop an um lange Wegezeiten zum OV-Abend nach Essen-Stadtmitte zu vermeiden.

Am 17. Juli 1949 nahmen die ersten Funkamateure Bottrops geschloßen am Sommertreffen des Ruhrdistriktes am Haltemer Stausee teil. Die Zeltstation wurde von Helmut Liebich (DL10Y) gestellt, der mit dem OV Marl-Recklinghausen auch zum Ruhrdistrikt gehörte.

Auch beim Harn-Meeting am 5. März 1949 waren Bottroper Funkamateure dabei. Zum erstenmal nach dem Krieg trafen sich Funkamateure aus Belgien, Holland, England und Deutschland in Düsseldorf. Unvergessen bleibt das Referat von Professor Dr. Esau, der Erinnerungen aus anfänglichen Zeiten zum besten gab und später die Amateure aufforderte, wie ehemals bei der Entdeckung und Erforschung der drahtlosen Übertragung von Funkwellen, auch in Zukunft auf breiter Basis bei der technischen Fortentwicklung mitzuwirken.

Ab 1951 können die Morseübungen, der technische Unterricht usw. in einem auf der Zeche "Arenberg Fortsetzung" angemieteten Raum durchgeführt werden. Die Kosten werden vom OV getragen!

An den ersten Fielddays wurde mit Erfolg teilgenommen. Hierzu war die Station immer in „Ganten-Besten" auf dem Bühnenberg, zuerst rechts der Straße in Richtung Schermbeck, später links der Straße, aufgebaut. Dieser Standort wird noch heute vom OV-Gladbeck für Feldtage genutzt.


Am 6. Dezember 1955 kommen - auf Einladung des OV Bottrop - die Prüfungskommission der OPD-Münster und der Verbindungsmann des DARC zur Abnahme der Lizenzprüfung nach Bottrop. Im OV-Lokal "Jäger" bestehen von sieben Kandidaten fünf die Prüfung. Es sind dies: Karl Pohl (DJ3BA), Herbert Machlitt (DJ3BB), Gerd Pausch (DJ3BD), Manfred Wagner (DJ3BE) und Konrad Häser (DJ3BC).

 

In der Folgezeit werden noch zwei weitere OM, nämlich Alfred Bochenek (DJ6SH) und Hans Eickholt (DJ6SU) ausgebildet, so daß sie am 20.12.1960 die Lizenzprüfung bestehen konnten. Inzwischen war der Ortsverband Bottrop im Jahre 1960 bereits auf 33 Mitglieder angewachsen. Die nächsten Jahre wurden genutzt, um eine Clubstation in Verbindung mit der Berufsschule Bottrop zu errichten. Nach vielen Gesprächen mit der Berufsschuldirektion und einigen begeisterten Studienräten der Schule, ist es im Dezember 1963 soweit. Im Dachgeschoß der Schule werden zwei Räume zur Aufnahme der Clubstation eingerichtet. In freiwilliger Arbeit werden mit Elan die technischen Einrichtungen erstellt und die Antennen errichtet. Am Samstag, dem 14. Dezember 1963, wurde die 21. Clubstation des DARC mit den Rufzeichen DL0BT im Beisein einiger Honoratioren, z.B. des Berufsschuldirektors Blassat, des Oberbürgermeisters der Stadt Bottrop, Herrn Rechtsanwalt Roghmann und des Präsidenten des DARC, OM Karl Schultheiß (DL1QK) eingeweiht. Im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft für Jugendbetreuung an den berufsbildenden Schulen in Nordrhein-Westfalen wurde der Kurzwellensender "Viceroy" und der Empfänger "Drake 2 B" der Clubstation zur Verfügung gestellt. 

Darüber hinaus erhielt der 0V Bottrop auch die Erlaubnis, in einem angrenzenden Schulraum die Ausbildung - der vom Amateurfunk begeisterten Schüler und Interessenten - durchzuführen. Auch zur Abhaltung von OV-Versammlungen, Tagungen, Feiern usw. dürfen die Räumlichkeiten nach der normalen Schulzeit benutzt werden.

In den Folgejahren sind die Mitglieder des OVs sehr aktiv an DL0BT. Schon nach einem Jahr ist das DXCC und am 14.1.1965 auch das WAZ geschafft. Danach folgen noch viele weitere Diplome.

Eine aus dieser Zeit besonders herausragende Verbindung ist das Gespräch mit OM Amo Kosko, einem gebürtigen Essener, der auf dem amerikanischen Forschungsschiff "Eltanin" in der Antarktis seinen Dienst ausübte. Am 1.12.1964 gelang es, ein Gespräch zwischen ihm und seiner Mutter von DL0BT aus herzustellen. Seine Mutter sagte dazu später: "Mit meinem Sohn über eine Entfernung von über 30.000 km gesprochen zu haben, war für mich das schönste Weihnachtsgeschenk."


Fielddays, gemeinsame OV-Wanderungen mit Kind und Kegel, Karnevalsveranstaltungen und gemeinsame fröhliche Geburtstagsfeiern bei runden Zahlen trugen zur Festigung der Freundschaft unter den OM und den Familien bei.

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